Einzelbild herunterladen
 

SrzagsPrelSt

Svrtchiihrvch 1,80 Mk., «suatlich 60 Psg., für °uS- «»Lrüge Wonnartrn mit dem betreffenden Postaufschtag, Di« «n-eln« Rum«« k«A«t 10 Psg.

Otztââuck und Verlag da Buchdruckers da NB ta» a. »aisachms» i» H««.

Amtliches Orga« sät Stadt- wi Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnabme der Srnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

E imÄckmtgSgebägr

»u fil-lgespalteu« PetttM -der da« Ama » ^ ta «taamtatea di« ZrÄ »Wz

Mx, 193 F<r»sprechanfchl«tz Nr. 605

Dienstag den 20. August

Fernsprechanschluß Nr. 605» 1907

Hus Ranau Stadt und Tand.

Hanau, 20. August.

Personalien. Dem Oberlt. der Landwehr-Infanterie 2. Aufgeb. Brückner (Hanau) wurde der Abschied be­willigt.

* Zur Bezeichnung vonMark" wird nach Be­schluß des Bundesrats erneut in Erinnerung gebracht, daß das WortMark" in seiner Abkürzung durch ein großes lateinisches M ohne jeden Zusatz, Punkt oder Komma zu schreiben ist; also weder Mk.r M. oder anders. Diese Vor­schrift ist bei der Ausstellung von Wechseln, Schecks, Kredit­briefen usw. besonders zu beachten.

* Gegen die religiöse Bewegung. Vorgestern wurde aus den Kanzeln der evangelischen Gemeinden folgende Ansprache des Königlichen Konsistoriums an die Gemeinden des Konsistorialbezirks verlesen:In manchen Teilen unseres Hessenlandes herrscht zur Zeit eine hochgradige, nicht immer gesunde, religiöse Erregtheit. Unberufen wendet man sich an die Glieder unserer Gemeinden. Die vorgebrachten Lehren gründen sich in ihrer Darbietung nicht immer auf den ge­sunden Schriftsinn, und die oft geübte Art, Sünder und Seelen zu gewinnen, entspricht nicht dem Verfahren und Verhalten unseres Heilandes Sündern gegenüber. Darum bitten wir alle Glieder unserer Gemeinden herzlich, jede ihnen außerhalb der Kirche von Unberufenen gebotene Seelenspeise fan dem geoffenbarten Worte der heiligen Schrift in ruhiger Sammlung zu prüfen, gegenüber allen Anreizungen zum Begehren besonderer Geistesgaben auf dem wohlbewährten Heilsweg, in dem Glauben an die Gnade in Christo Jesu, treu zu verharren und ja nicht, wozu die Gefahr groß ist, Knechte unnüchterner Eiferer und ihrer jeweiligen Lieblings­meinungen zu werden. Einer ist unser Meister, Jesus Christus, der Herr und das Haupt unserer Gemeinde und unserer evangelischen Kirche. Er erwecke einen Hunger und Durst nach seinem lauteren, kräftigen Wort in allen unseren Gemeinden, daß jeder wohl erkenne und mit allem Ernst nütze die Zeit, darinnen er heimgesucht ist. Cr bewahre unS alle im rechten, einigen Glauben und segne uns mit seinem Frieden um seiner Liebe willen!"

* Das Jahresfest des Vereins für äußere Misstorr in der Diözese Hanau, das als Wanderfest abwechselnd in einer der Gemeinden der 3 Pfarreiklassen der Diözese abgehalten zu werden pflegt, wurde am letzten Sonn­tag in der Gemeinde Langendiebach gefeiert. Aus der Stadt und den benachbarten Orten kamen die Misstons­freunde mit Kleinbahn und Omnibus, zu Wagen und zu Fuß zahlreich am Festort zusammen. Die verhältnismäßig sehr geräumige Kirche bot nicht Sitzplätze genug für die große Zahl auswärtiger und einheimischer Festgâste; wer sich ver­spätet hatte, mußte mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Den Altardienst versah Herr Pfarrer G ö b e l s - Hanau; die Festpredigt hielt Herr Pfarrer Klotz- Holzhausen. Unter Zugrundelegung der Schriftworte 1 Kön. 19, 11 und 12 führte er aus: Gott ist nicht ein Verderber, sondern ein Retter. An drastischen Beispielen suchte der Festredner das Verderbliche des heidnischen Götzendienstes und die Herrlich­keit des Christentums den Hörern vorzuführen. Als zweiter Redner bestieg Herr Missionar Krüger die Kanzel. In recht anschaulicher Weise schilderte er, wie rr während seiner Tätigkeit in China das Werk der Heidenbekehrung getrieben und welche Erfolge er dabei erzielt habe. Trotz der infolge Ueberfüllung der Kirche fast unerträglich gewordenen Tempe­ratur hielt die.Zuhörerschaft mit gespannter Aufmerksamkeit bis zum Schluß des 2 Stunden umfassenden Festgottesdienstes aus. Sehr wirkungsvoll wurde die Feier erhöht durch die Mitwirkung des Hanauer Posaunenchores beim Begleiten der Gemeindegesänge, sowie ganz besonders durch den Langen- diebacher Kirchenchor, der durch zwei Chöre, die er dank dem rastlosen Eifer seines bewährten Dirigenten, des Herrn Lehrers Joh. Hofmann, exakt vortrug, von seiner Leistungs­fähigkeit ein rühmend Zeugnis ablegen konnte. Nach einer einstündigen Pause, die der leiblichen Erquickung in gastfreien Häusern Langendiebachs gewidmet war, versammelte man sich unter den Linden des Hofes der Kleinkinderschule zu einer Nachfeier, wobei die Herren Superintendent Fritsch, Missionar Krüger, Metropolitan a. D. Strobel und Pfarrer Göbels sehr interessante, recht packende Ansprachen hielten über die Macht des Christentums und die Ohnmacht des Heidentums, über die Wirkung des lebendigen Christentums in sittlicher Beziehung, sowie über die Forderungen, welche die Mission an die einheimische Christenheit stellt. Herr Pfarrer Göbels erstattete als Schriftführer des Missions- »ereins außerdem noch den Jahresbericht und schloß die Feier

j mit Dankesworten an/ die festgebende Gemeinde Langendiebach I und mit Segenswünsche für alle, die dem Feste beigewohnt.

Die Festkollekte betrug ca. 135 Mk.

* Hanau als Versammlungsort. Bei der am 17., 16. und 19. d. Mts. in Köpenick stattgefundenen Generalversammlung des Verbandes deutscher Kriegsveteranen war die Ortsgruppe Hanau durch den Kameraden Adolf Mosler vertreten. Einer dahingehenden Einladung Folge gebend, beschloß die Generalversammlung, im nächsten Jahre in Hanau zu tagen. Somit werden wir Gelegenheit haben, im nächsten Jahre eine große Zahl alter Kriegsteilnehmer in unseren Mauern begrüßen zu können.

* Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung. Die Wahlen der gemäß § 22 des Eingemeindungsvertrages für den Ortsbezirk Hanau - K e s s e l st a d t zu wählenden Stadtverordneten nahmen gestern ihren Anfang. Zunächst hatte die 3. Abteilung zu wählen. Die Unentschlossenheit und Lauheit auf bürgerlicher Seite hatte zur Folge, daß der sozialdemokratische Kandidat Goldarbeiter Stephan die Mehrheit der Stimmen erhielt. Auf ihn entfielen 172 Stimmen, Buchdruckereibesitzer Kittsteiner erhielt 59, Maschinen­meister Riese 27 Stimmen.

* Konzert des GesangvereinsEintracht". Ermuntert durch die günstige Aufnahme seines vorjährigen Konzertes wird der GesangvereinEintracht" (Leitung: Wilhelm Hamburger) auch in diesem Jahre, und zwar am 15. Oktober, in den Sälen derCentralhalle" ein Konzert veranstalten, für das die Vorbereitungen bereits ernstlich betrieben werden. Eine sorgfältige Auswahl wirkungs­voller Männerchöre aus dem Gebiete des Kunst- und Volks­gesanges sowie die Verpflichtung erstklassiger Solisten stellen einen hohen Kunstgenuß in Aussicht, und verfehlen wir nicht, unser kunstsinniges Publikum schon jetzt darauf auf­merksam zu machen. Wir werden uns gestatten, später auf das interessante Programm näher einzugehen.

* Hanauer Tierschutzverein. Die gestrige Vor­standssitzung des Hanauer Tierschutzvereins hatte sich mit der Erledigung verschiedener Eingaben zu befassen. Eine Ein­gabe betraf Vorgänge im Zirkus Corty-Althoff, der kürzlich hier Vorstellungen gab. Die Beschwerdeführer haben an dem Auftreten des Klown Armando und dessen Tierdressuren (Affe und Känguruh) Aergernis genommen. Als grausam wurde die Anwendung eines ganz feinen Drahtseiles, das durch das Maul und um den Hals des Tieres geschlungen war und das der Dresseur in seiner Hand hielt, bezeichnet. Der besondere Trick, das Tier zum Aufrechtstehen zu bringen, sei durch plötzliches derbes Reißen an dem Seile bewirkt worden. Der Vorstand des Tierschutzvereins beschloß, die Angelegenheit zur weiteren Verfolgung der zuständigen Be­hörde zu übergeben. Verschiedene Einwohner hiesiger Stadt wünschen die Errichtung von Tränkstellen für Tiere (Hunde und Vögel) in der Mitte der Stadt. Der Vorstand beschloß, dieser Angelegenheit seine Aufmerksamkeit zu widmen und geeignete Schritte zu tun.

* Roheitsakt. Einen Menschenauflauf verursachte gestern mittag 1 Uhr in der Schirnstraße der Gelegenheits­arbeit C. Wegner. Als zu der angegebenen Zeit die Wache aufgezogen wurde, beleidigte er, vor dem Tore der Infanterie- kaserne stehend, fortgesetzt den wachthabenden Sergeanten, welcher sich dann um Hilfe an einen gerade dort anwesen­den Schutzmann wandte. Die Aufforderung desselben, den Platz zu verlassen, erwiderte W. durch neue Beleidigungen und schließlich schlug er mit der Faust dem Schutzmann in das Gesicht. Bei der Abwehr weiterer Angriffe kamen der

Schutzmann und W. zu Falle und nochmals sprang der letztere dem ersteren an den Hals. Mit Hilfe des Bruders des W. gelang es, den Wüterich zu beruhigen und in seine Wohnung zu verbringen. Ein Nachspiel wird sich vor Ge­richt ergeben.

Wie erinnerlich sein

* Gestohlenes Motorrad

wirb, erfolgte vor einigen Tagen an der Ecke der Kleinen Hainstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Automobil und einem Motorzweirad. Das Motorzweirad erhielt erhebliche Beschädigungen und wurde in die Reparaturwerkstätte H e ß zur Reparatur gegeben. Bald darauf ergab sich, daß das Motorzweirad in einem hessischen Orte gestohlen worden war, für die Wiedererlangung hatte der Besitzer eine größere Belohnung (100 Mk.) ausgesetzt. Der ungeschickte Fahrer des Motorzweirades, also gleichzeitig auch der Dieb, bot als Gegenleistung für die Reparatur des Motorzweirades. dem Inhaber der Reparaturwerkstätte ein Fahrrads an, ließ sich dann aber nicht wieder sehen, da er jedenfalls Kenntnis bekommen hatte, daß man auf seiner Fährte war. Jetzt ist er in Frankfurt a. M. verhaftet worden. Es ist ein Dach­

decker Friedrich H u p f e l d. DaS als Zahlung angeboteni Fahrrad hatte er ebenfalls gestohlen.

* Diebstahl. Gestern nachmittag in der Zeit vorr

3 bis 4^8 Uhr wurde in der L.'schen Wohnung im Stadt­schloß durch Einsteigen ein größerer Einbruchsdiebstahl ver­übt. Der Dieb stieg durch das offenstehende Fenster in das Parterrezimmer der Wohnung und nahm eine auf einem Schränkchen liegende goldene Damenuhr mit goldener Kette an sich. Die Uhr trägt die Nummer 85 917. Weiter er­brach er ein Kästchen, in dem stch eine schwarze Stahluhv (Fabriknummer 45 053), zwei goldene Broschen mit Brillant bezw. Opal und eine goldene Vorstecknadel befanden. DaS erbrochene Kästchen ließ der Dieb am Tatorte zurück. Di­goldene Damenuhr befand sich in einem Etui.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Jnf.-Negts. Hessen-Homburg Nr. 166 statt.

* Mainwafierwärme gestern abend 15 Grad.

* Sportplatz. Zu der von uns kürzlich gebrachten Notiz betr. die Fahrradrennbahn an der Dunlop-Fabrik, können wir weiter mitteilen, daß dieselbe bereits fertig gestellt ist und schon fleißig zum Trainieren benutzt wird. Ein ge­waltiges Stück Arbeit ist es, was die Mitglieder des Sport­klubs Dunlop da vollendet haben. Mehrere 1000 Kubikmeter Erde mußten bewegt werden. Der Lohn für diese Arbeit ist aber auch des vergossenen Schweißes wert, denn nunmehr besitzt Hanau eine Fahrradrennbahn, an welche, waS bie Größe anbelangt, selbst die vieler Großstädte nicht heran­reicht. Der innere freie Raum wird demnächst geebnet und eignet sich dann sehr gut für andere sportliche Veranstaltungen und da derselbe im Winter sehr leicht unter Wasser gesetzt werden kann, auch als Eisbahn. In diesen Fällen würde die amphitheatralisch den Platz umgebende Rennbahn tausende von Zuschauern aufnehmen können. Bei der jetzigen immer mehr Platz greifenden Ueberzeugung von dem gesundheit­lichen Werte eines mäßig betriebenen Sportes kann es dem Sport-Klub Dunlop nicht hoch genug angerechnet werden, daß er einen Patz schafft, der im wahrsten Sinne des Wortes ein Sportplatz zu werden verspricht. Für das am nächsten Sonntag, vormittags von 7 Uhr an stattfindende Ginweihungs­rennen sind eine ganze Anzahl wertvoller Ehrenpreise ge­stiftet imb sind dieselben im Schaufenster des Zigarren- Importgeschäftes I e a n E r b s, Nürnbergerstraße, ausgestellt. Wir wünschen dem Sport-Klub Dunlop einen guten Verlauf des Rennens und können den Besuch desselben nur empfehlen, zumal die Eintrittskarten nur 20 Pfg. kosten und auch für das Nachmittags im Kaiserhof stattfindende Gartenfest Gültigkeit haben.

Fechenheim, 19. August. (Ertrunken.) Heute nachmittag 3 Uhr fiel das 4jâhrige Kind des Fabrikarbeiters Mehling aus Bürgel beim Spielen in den Main, ohne daß ihm jemand Hilfe leisten konnte und ertrank. Nach kurzer Zeit wurde die Leiche unweit der Unglücksstrlle aufgefunden. Vor kurzer Zeit verstarb die Ehefrau und ein Kind von Mehling.

Barometerstan-

12 Uhr am 19./8.

20./8.

Sehr trocken

Beständig

Schön

Veränderlich

Regen (Wind)

770

Viel Regen 740-=

Sturm 730W

Vererns- n. Vergnrtgltnqsnachvichten

hlt Di en stag den 20. Angust.

Tnrngemeinde: 8s/410; Jugendabteilung, 7'/,9: Frauenabteilung A, 7s/i8a/4: Frauenabteilung B, 67: Mädchenabteilung.

Turngesellschaft : Abends von 810 Uhr: Turnen der Iugendabteilung.

Turnverein: Abends von 819 Uhr: Turnen der Jugendabteiluug.

Dram.-Liter. Verein Hanau: Vereinsabend imCarlsberg".

Humoristischer MusikvereinGermania": Von 911 Uhr: UrbungSstund« (Restaurationzum Sandhof*).

Dramatischer DilettantenklubThalia": Abends 9 Uhr: Leseprobe und Rezitations-Abend im Restaurantzum Römischen Kaiser".

Erster Athleten-Verein: Abends von 911 Uhr: Uebungsstunde auf Beck's Fellenkeller.