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MgtuÜ-NLdru^ und Verlag der Duchdruckerei del Wita, a. »aiseuhmeft» bi «Ma.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 167 F<*nspr,cha»,chl»k Nr. 605. Snmstag den 20. Juli
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14 Seiten.
Amtliches.
Candkreis F)anau.
Bekmlmliihiuilit« des Königlichen LnndrntsnmtS.
Unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 5. Juli 1904, J B 1136 (Nr. 12 der Amtl. Beil.) mache ich die Ortspolizeibehörden darauf aufmerksam, daß der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten an Stelle der Bestimmungen vom 16. April 1904 unter dem 24. Mai d. Js. neue Bestimmungen für die Ausführung von Konstruktionen aus Eisenbeton bei Hochbauten erlassen hat, bei deren Abfassung die auf dem Gebiete des Eisenbetonbaues in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen verwertet sind. Abdrücke können von der Firma Ernst u. Sohn, Berlin W 66, Wilhelmspraße zum Preise von 0,60 Mk. für das Stück bezogen werden.
Hanau den 16. Juli 1907.
Der Königliche Landrat.
L1265 I. V.: Siemon, Regierungs-Assessor.
Schießübungen mit scharfer Munition nordwestlich Büdesheim.
Am 5., 6., 7., 8., 10„ 12., 14„ 15., 16. und 17. August d. Js-, von 9 Uhr morgens bis P/2 Uhr nachmittags werden von den Regimentern 81 und 168 Schießübungen mit scharfer Munition in den Gemarkungen nordwestlich Büdesheim — Schußrichtung nach Nordwesten — vbgehalten.
Zu diesem Zwecke wird das gefährdete Gelände, begrenzt im Osten durch die Straße Büdesheim-Kaichen (diese Straße ausschl.) — im Westen durch die Linie Kiesgrube östlich Klein-Karben-Wegegabel, nordöstlich Kirchhof Groß-Karben, im Norden durch eine gedachte Linie von dem Schnittpunkt der Straßen Heldenbergen—Groß-Karben und Büdesheim— Kaichen, südlich am Marienhof vorbei nach der Wegegabel nördlich Groß-Karben, im Süden durch die Linie Nordwestausgang Büdesheim-Südrand des Waldes östlich Klein- Karben, von 8 Uhr morgens bis P/2 Uhr nachmittags durch Militärposten und Warnungstafeln abgesperrt werden.
Ein Betreten des abgesperrten Geländes geschieht auf eigene Gefahr und begründet im Falle von Schußverletzungen Lehren Anspruch auf Entschädigung.
Frankfurt a. M. den 15. Juli 1907.
Königliches Kommando
des 1. Kurhessischen Infanterie-Regiments Nr. 81.
Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Die Herren Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden wollen noch für geeignete «eitere Verbreitung in ihren Gemeinden Sorge tragen.
Hanau den 19. Juli 1907.
Der Königliche Landrat.
M 2824 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Hus Ranau Stadt und fand.
Hanau, 20. Juli.
• Kommandiert wurden zum 4. LehrkursuS der Jn- fanterie-Schießschule (17. Juli bis 20. August) Hauptmann Bruhn vom Jnf.-Regt. Hessen-Homburg Nr. 166, Oberlt. L ö b b e ck e vom Thüring. Ulanen-Regt. Nr. 6.
* Teuerungszulage. Die vom preußischen Landtage bewilligte Teuerungszulage für die preußischen Eisenbahn- beamten mit je 100 Mk. wird gegenwärtig im Eisenbahn- Direktionsbezirk Frankfurt ausbezahlt.
* Kasernen- re. Bauten in Hanau. Ueber den zwischen Militärverwaltung und Stadtverwaltung Hanau abgeschlossenen vorläufigen Vertrag betreffs Erbauung einer Kaserne für das 3. Eisenbahn - Regiment, veröffentlicht nun auch die „Volksst." noch weitere Einzelheiten. Hiernach hat sich die Stadtgemeinde Hanau verpflichtet, auf den von ihr zu erwerbenden militärfiskalischen Grundstücken nördlich und südlich der Lamboystraße in der Größe von rund 264 000 Quadratmeter -4- 20 000 Quadratmeter eine Kaserne nebst
Uebungs- und Kriegsdepots für das Eisenbahn-Regiment zu erbauen und der Militärverwaltung zu vermieten. Die Bauten müssen aus den besten Baustoffen und „nach allen Regeln der Kunst und Technik" hergestellt werden, und am 1. Oktober 1910 belegungs- und benutzungsfähig sein. Die Stadtgemeinde ist ferner verpflichtet, die neue Kaserne ausreichend mit brauchbarem Wasser aus der städtischen Wasserleitung zu versorgen, unter Zuführung des Wassers nach den einzelnen Verbrauchsstellen. Die gleiche Verpflichtung übernimmt die Stadtgemeinde für den Anschluß der von der Militärverwaltung zu bezeichnenden Räume usw. an die städtische Gasleitung. Der Militärfiskus mietet die von der Stadt hergestellte Kaseine vom Tage der Bauabnahme ab zur ausschließlichen Benutzung bis zum 31. März 1940. Die jährliche Miete wird berechnet mit: 1) 4 Prozent, buchstäblich der nachweislich entstandenen oder vereinbarten Kosten für Grunderwerb; 2) 5 Prozent der nachweislich entstandenen Baukosten, abzüglich der Summe von 150 000 Mk., die zur Verminderung der Baukosten die Stadt übernimmt; 3) 4 Prozent der während des Baues für das Baukapital ausgelaufenen Zinsen; davon sind aber diejenigen Zinsen in Abzug zu bringen, die die Stadt dadurch erhalten hat, daß das Baukapital vom Tage der Aufnahme bis zur endgültigen Verwendung bei einer Bank auf Girokonto eingezahlt wurde.
— Die Kosten des ebenfalls von der Stadt zu erbauenden Garnison-Lazaretts sind auf 650 000 Mark veranschlagt.
* Die außergewöhnliche Witterung der letzten Wochen hat zu allerhand Erörterungen Anlaß gegeben. Es sind dabei unter andern: auch so abenteuerliche Vorstellungen über die Ursachen des schlechten Wetters aufgetaucht, daß es Dr. Kurt Wegener (Frankfurt) für angebracht gehalten hat, sich mit der Witterung der letzten Zeit etwas näher zu beschäftigen. Er schreibt darüber in der „Frankf. Ztg." und sagt, daß möglicherweise bei dieser Frage der Eisstrom von Bedeutung ist, der an der Ostküste Nordamerikas nach Süden treibt, und von Jahr zu Jahr sehr verschiedene große Eismassen mit sich führt. Der von ihm abgekühlte Luftstrom wird durch den fast andauernden Westwind zu uns nach Osten getrieben. Sicherlich ist Kefe Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, aber es^leibt immer nur eine Hypothese, und ist kein Beweis, Knn gerade Jahre, in denen der Eisstrom außerordentlich stark war, zeigten keine auffälligen ; meteorologischen Eigenschaften. Dann kommen die Sonnen- : flecken in Betracht. Die Temperatur und alle meteorologi- . scheu Elemente sind von der der Erde zugeführten Sonnen- strahlung abhängig, und Schwankungen der Sonnenstrahlung . werden stets auch solche der Temperatur und des Wetters ■ zur Folge haben. Der Größenordnung nach läßt sich indessen so gut wie gar nichts über den Vorgang ausagen. Endlich kommt beim Wetter auch der Zufall in Frage. Es können sich offenbar eine Reihe von Vorbedingungen für schlechtes Wetter, die sich sonst im Durchschnitt verteilen, gelegentlich zeitlich häufen. Die meteorologische Erfahrung hat sogar zum Ueberfluß als ihren Hauptsatz den von der Beständigkeit des Witterungscharakters angenommen. Das kalte und regnerische Wetter der letzten Wochen hat nach der Wetterkarte se'ne nähere Ursache (über die tieferen wissen wir, wie hier bemerkt sei, noch nichts Genaues) anscheinend darin, daß beharrlich eine Furche tiefen Barometerstandes von Nordskandinavien bis zum Adriatischen Meer reichte; in ihr zog ein Regengebiet nach dem andern von Norden nach Süden und brachte nun abwechselnd Regen, Wind und Bewölkung und zwischendurch wieder vorübergehend Aufklärung; stets aber, da die Luftwaffen vom hohen Norden herkamen, tiefe Temperatur. Jetzt scheint die Rinne tiefer Drucke allwählich zu verschwinden, so daß man auf einen langsamen Umschwung mit etwas größerer Wahrscheinlichkeit als in den vergangenen Wochen hoffen kann. Ob allerdings die Besserung länger anhalten oder vielleicht morgen schon wieder vorübergehen wird, läßt sich bei dem gegenwärtigen Stande der Meteorologie und dem Mangel an geeigneten Beobachtungen nicht voraussagen.
* Die Obsternteausstchten im Großherzogtum Hessen sind nach den amtlichen Erhebungen durchschnittlich folgende: Aepfel mittelmäßig, Birnen gut bis mittelmäßig, Pflaumen mittelmäßig, Zwetschen gut bis mittelmäßig, Mirabellen gut, Reineklauden gut bis mittelmäßig, Süßkirchen gut bis mittelmäßig, Sauerkirschen gut, Pfirsiche mittelmäßig bis gering, Aprikosen gering, Stachelbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren gut bis mittelmäßig, Nüsse mittelmäßig und Haselnüsse schlecht.
* Kltttstvereitt. Die Sommer-Ausstellung des Kunstvereins. bestehend aus ca. 100 Oelgemälden, Aquarellen, Handzeichnungen und Radierungen, worunter sich auch ein der
„Verbindung für Historische Kunst" gehöriges größeres Gemälde befindet, wird morgen eröffnet. Wir behalten uns vor, die interessante Ausstellung ausführlicher zu besprechen.
Die Goldproduktion Deutschlands beträgt pro Jahr etwa 1100 Kilogramm Feingold, was einen Ertrag von über 3 Millionen Mark ergibt; die Silberproduktion Deutschlands ergibt 25 Millionen Mark. Die gesamte Ausbeute geht merkwürdigerweise größtenteils ins Ausland, nach England, in die großen Stocks, um dann wieder nach Deutschland eingeführt zu werden.
+ Maingau-Turnfest in Fechenheim. Anläßlich des am Sonntag den 21. d. M. in Fechenheim stattfindenden Mainganturnfestes wird morgen Sonntag zu den Personen- zügen 368 und 371 je ein Nachzug mit 10 Minuten Ab- stand vom Haupiznge zwischen den Stationen Hanau-Ost— Frankfurt-Ost gefahren. Der Nachzug zu Pz. 368 geht ab Hanau Ost 12 Uhr 30 Min. nachmittags und trifft in Fechenheim ein um 1 Uhr nachmittags. Der Nachzug zu Pz. 371 geht ab Mainkur 7 Uhr 54 Min. abends und trifft ein in Hanau-Ost um 8 Uhr 23 Min. abends. Da beide Hauptzüge immer stark besetzt sind, so dürfte es sich für die Festteilnehmer empfehlen, die Nachzüge zu benutzen.
* Sommerfest des Steigerkorps. Auf das morgen nachmittag im Restaurant „Bürgerbräu" dahier statt- findende Sommerfest unseres Steigerkorps sei an dieser Stelle nochmals hingewiesen. Anfang 4 Uhr. Eintritt â Person 20 Pfg.
* Gartenfest. Auf das morgen nachmittag in der Restauration „Sandhof" stattfindende Gartenfest des Ersten humoristischen Musikvereins „Germania" sei hiermit nochmals hingewiesen. Näheres Inserat.
* Kirchweihfest. Morgen wird im benachbarten Klein-Steinheim das Kirchweihfest gefeiert.
* Der Verein der Hochfpeffartfreunde Rothen- buch besichtigte, nachdem er von dem Frankfurter städtischen Tiefbauamte die Erlaubnis erhalten hatte, am Sonntag nachmittag unter Führung des Technikers Herrn Heinrich Braun sen. die Grundwasserleitung und Pumpstation im Hinkelstein-Schwanheimer Walde. Die gegen 3/<8 Uhr an der Station Schwanheim in großer Anzahl angekommenen Mitglieder und Gäste begaben sich sofort zu dem zehn Minuten entfernt stehenden, aus Blendsteinen errichteten hübschen Gebäude und gingen auf bequemer Treppe den Schacht hinab in den 15 Meter tief unter der Erde liegenden, 1200 Meter langen Tunnel. Da bei je^m der (in Zwischenräumen von 10 zu 10 Metern stehenden, noch weitere 15 Meter tief in die Erde reichenden) Brunnen ein Licht brannte, war der ganze Tunnel hell erleuchtet und gestattete ein bequemes Durchwandern. Nach einem Marsche von ungefähr 20 Minuten wurde die Pumpstation erreicht, von der man wieder zur Erdoberfläche stieg, während der Führer dabei die Maschinen, ihren Zweck und ihre Tätigkeit erklärte. Bei der Zählung an der Ausgangstür ergab es sich, daß 263 Personen an der Besichtigung teilgenommen hatten. Da das Wetter sehr günstig war, konnte man im Walde direkt hinter den Gebäuden der Pumpstation lagern. Nach einer Stunde gemütlichen Zusammenseins begaben sich die Teilnehmer durch den Wald nach Schwanheim.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab, findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Jnf.-RegtS. Hesfen-Homburg Nr. 166 statt.
* Das Hahnenkammhaus ist täglich geöffnet.
♦ Die Stadtbibliothek ist von Mittwoch den 17. bis einschließlich Mittwoch den 31. Juli geschlossen.
♦ Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 2—9 Uhr die Löwen-Apotheke geöffnet.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteraul- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von H bis 1/s 1 Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet. — „Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet, an Sonn- und Festtagen vormittags von 11—12^2 Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
* Mainwafferwärme gestern abend 16 Grad.
Oesscntlicher Wetterdienst.
(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 20. Juli bis zum nächsten Abend.
Morgen keine Witterungsveränderung.