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Erscheint tâgüch mit Ausnahme der Ssnn- nnd Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Dounklstllg den 19. September

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Amtliches.

Landkreis k^Lna«.

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Unter den Schweinen zu Oberissigheim ist die Schweine­seuche erloschen.

Hanau den 16. September 1907.

Der Königliche Landrat»

V 9339 ff. %,: Conrad, Kreissekrè

Gefundene und verlorene Gegenstände &

Gesund en: 1 Trauring (gez. M. & 1907), 1 grs^r Hundemaulkorb, 1 neuer Gasglühlichtbrrnner, 1 Medaillon mit 2 Photographien, 1 Kinderportemonnaie mit Inhalt.

Verloren: 1 israelitisches Gebetbuch, 1 schwarzes Handtäschchen (mit Schere, Zentimetermaß und Taschentuch).

Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.

Hanau den 19. Septbr. 1907.

Hus Ranau Stadt und Tand.

Hanau, 19. September.

NsamtlM'Psvsonaümchrrchien.

Ernannt: der Regierungsrat Dr. Trapp zum Stell­vertreter deS Regierungspräsidenten im Bezirksausschüsse, ab­gesehen vom Vorsitze, auf die Dauer seines Hauptamtes am Sitze des Bezirksausschusses, der Referendar G e r n t h o l tz -um Gerichtsassessor, der Rechtskandidat Robert Katzen- st e i n zum Referendar, der außerordentliche Professor an der Universität Berlin Dr. Karl Goldner zum ordent­lichen Professor in der Philosophischen Fakultät der Universität Marburg.

Uebertragen: dem Forster o. R. Krause zu MengSberg, gl. Oberförsterei, vom 1. Oktober d. I. ab die Försterstelle Hülsa, Oberförsterei Wallenstein, dem Förster Thomas zu Giesel, gl. Oberförsterei, vom 1. Oktober d. J. ab die Försterstelle Niederhof, Oberförsterei Kassel, dem Forst­sekretär Müller die Stelle deS Forstschutzbeamten Löhlbach- West unter dem Vorbehalte des Widerrufes.

Beauftragt: der Amtsrichter Stamm aus Borken mit der Verwaltung einer Assessorstelle im Konsistorium zu Cassel.

Verliehen: dem Rentmeister Kaiser in Reichen- vach vom 1. Oktober d. I. ab die Rentmeisterstelle bei der Kreiskasse zu Witzenhausen.

In den Ruhestand versetzt: der Inspektor Kämmerer am Landkrankenhause in Hanau, der Förster

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Feuilleton.

Garlotto Stubenrauch,

die Solistin in dem

Konzert des GesangvereinsEintracht" am. Oktober 1907.

Es dürfte für die Konzertbesucher von dem größten Interesse sein, zu erfahren, was die ZeitschriftDaheim" über die Künstlerin schreibt. In Nummer 41, ausgegeben am 13. Juli d. Js., ist auf Seite 27 zu lesen:

Carlotta Stubenrauch, heute etwa zwanzig Lenze zählend, ist die Tochter eines hinterpommerischen Ritter­gutsbesitzers. Ihre musikalische Begabung zeigte sich schon frühzeitig. Sie sang mit ihrer süßen Kinderstimme jedes Liedchen, das sie irgendwo einmal gehört hatte, und als man ihr eine Geige in die Hand gab, da phantasierte sie bald lustig darauf los. Man beschloß daher, Carlotta in der Musik ausbilden zu lassen, und so wurde sie die Schülerin des vortrefflichen Violinlehrers Max Grünberg, der früher die Stelle eines Hofkonzertmeisters in Sondershausen be­kleidete und jetzt in Berlin u. a. am Klindworthschen Kon­servatorium tätig ist.

Schon nach dreijährigem Unterricht trat Carlotta, damals zehn Jahre alt, in einem Prüfungskonzert des Konservatoriums in der Singakademie mit größtem Erfolg auf sie spielte hier das erste Konzert von Beriot, und wieder drei Jahre später sehen wir sie bereits auf dem Wege nach Amerika. Auf einem Ausflug, der sich durch ganz Nordamerika er­streckte, konzertierte die kleine Geigerin in etwa 200 Städten, allein dreizehnmal im Metropolitan Opera House in New- Aork, und überall wurde sie als ein echtes Wunderkind ge­feiert. Vor dem oft wenia beneidenswerten Schicksal eines

Möller in der Oberförsterei Haina-West, der Hegemeister Otto in Ellnhausen, gl. Oberförsterei, vom 1. Oktober d. J. ab, der Hegemeister T i m m zu Forsthaus Wolfskopf, Ober­försterei Rotenburg - West, vom 1. Oktober d. I. ab, der Förster Hahn in Helsa, Oberförsterei Lichtenan, vom 1. Oktober d. J. ab.

L. Der Schlichtag des Korpsmanöders. Der Feldzug" im südöstlichen Vogelsberg ist zu Ende. Ueber den letzten Tag ist noch zn berichten: Um 61/a Uhr begann der Sturm auf die Stellung der 21. Division. ES entstand zuerst ein heftiges Artilleriefeucr auf die eingegrabene Ar­tillerie der 21. Division. Die hessischen Artillerie-Regimenter standen auf den Höhen bei Michelnau, Bindsachsen und Kefenrod. Dann brachen mit einem Mal die Infanterie- massen aus dem Tale des Seemenbachs gegen die Höhen nach Leisenwald zu vor. Sie wurden von den in den Schützengräben liegenden Infanterie-Regimentern mit heftigem Gewehrfeuer begrüßt. Doch immer vorwärts im Sturm wälzten sich die Schützenlinien den Berg hinan. Um 8 Uhr waren die Hohen von den Hessen genommen. Das ganze Armeekorps nahm nun Aufstellung auf dem Hochplateau zwischen Leisenwald und Wolferborn. Die Regimenter nahmen Paradeaufstellung und es erfolgte der Parademarsch sämtlicher Regimenter des 18. Korps vor dem Korpskomman­deur Exzellenz v. Eichhorn. Je mehr das Manöver dem Ende zu neigte, desto höher stieg das Interesse, und so kam es denn, daß sich zu dem Schlußgefecht und dem anschließen­den Parademarsch wieder eine unzählige Volksmenge einge­funden hatte; jetzt hatten sie endlich ihren Parademarsch, nach dem sie sich während der bisherigen Manöver meist vergeblich sehnten. Um 10 Uhr rückten die Regimenter vom Paradeplatz ab, die Infanterie nach den Verladestationen, die Kavallerie- und Artillerie-Regimenter, die den Weg in die Kaserne zu Fuß zurücklegen müssen, in ihre nächsten Quartiere. Au den Verladestationen herrschte ein buntbewegtes, fideles Treiben. Zunächst wurden die Truppen abgespeist, dann huldigten sie eifrig dem militärischen Brauch desLöffelbegrabens". Da wurden Abschiedsreden und humoristische Grabreden gehalten, Offiziere markiert und Vorgesetzte nachgeahmt, alles unter den Augen der Vorge­setzten, die den Soldaten nachsauren Wochen" beim Ab­schied von den Regimentern gerne noch einfrohes Fest" gönnen. Auf der großen Kriegskochküche zu Wächtersbach ging es bereits heute früh sehr lebhaft zu. Acht große Kessel sorgten jeder für 640 Portionen Mittag­essen, hier wurden die Regimenter 117, 118, 168 und die Unteroffizierschule Biebrich verköstigt. Die 25. Division er­hielt ihre Verpflegung aus Ranstadt, die 21. Division auS

solchen bewahrte sie aber die elterliche Fürsorge. Nach acht­monatlicher Abwesenheit nach Berlin zurückgekehrt, gab Car­lotta zwei Konzerte mit dem Philharmonischen Orchester in der Singakademie und konzertierte wiederholt in den größeren Städten Schwedens und Norwegens, dann ging sie nach Paris, um daselbst in eifrigem Studium ihr Spiel von kleinen Schlacken zu läutern und einen höheren Grad von Künstler­schaft zu erringen. Carlotta erhielt unter 200 Schülern und Schülerinnen eine der beiden Freistellen am Pariser Konser­vatorium, und als sie die berühmte Anstalt nach zweijährigem Studium bei Professor Remy verließ, wurde sie mit dem ersten Preis ausgezeichnet; sie erhielt die große silberne Medaille, 800 Franks und eine sehr wertvolle Violine mit Goldeinlage.

Unsere Künstlerin unternahm nunmehr eine Kunstfahrt durch Frankreich und konzertierte in 29 größeren Städten; und das Land jenseits der Vogesen hat denn auch in der Folgezeit stets eine große Auziehungskraft auf die Künstlerin auSgeübt, so daß sie auch jetzt wieder ihren Wohnsitz in Paris genommen hat. Vom Jahre 1903 ab hat die Künstlerin wiederholt in Berlin, Leipzig, Dresden, Stralsund, Elbing, BreSlau, Cottbus, Zwickau, Darmstadt, Hamburg, Danzig, Kiel, Eisenach, Schleswig, München, Neustrelitz, Rostock und vielen anderen deutschen Städten, sowie in Frankreich, Eng­land, Schweden und Norwegen mit stets steigendem Erfolg konzertiert. Was ist es, das der Künstlerin den Erfolg verschafft? Aus dem Spiel von Carlotta Stubenrauch spricht ein starkes musikalisches Talent. Die Künstlerin ver­fügt über jene Technik, die man gern als eine solide be­zeichnet: die schnellsten Läufe und Sprünge, Triller und anderen Verzierungen, Oktaven-, Sexten-, und Terzengänge und Doppeltriller lassen ihre Schwierigkeit nicht im mindesten ahnen, nichts erinnert da an eine eitle Zurschaustellung der Virtuosität. Zu der Fingertechnik gesellt sich eine nicht minder hochentwickelte Bogentechnik, die wohl in erster Linie das Ergebnis des Studiums der Künstlerin am Variser j

Birstein. Verladen wurden die 87er und 88er in Steinau die 80er, 81er und 166er in Salmünster-Soden, die 115^ und die beiden Abteilungen der schweren Artillerie Nr. 3 ij Stockheim, die 116er und I. Bat. 168er in Büdingen, di 117er, 118er, die 21er Pioniere und die Telegraphen-Ad teilung in Wächtersbach. Die Reserve der Infanterie wirf am 20. Septbr., die Kavallerie und Artillerie am 24. Septbr entlasten. Dann hatReserve Ruh."

* Evangelischer Bund zur Wahrung des denLsch-proteftantischen Interessen. Die Mitgliedes der Zweigver-ine des Stadt- uud Landkreises Hanau sein hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß die Bestellungen voi Wohnungen für den Besuch der vom 29. September bis 2 Oktober in Worms für ganz Deutschland tagenden General« Versammlung bis spätestens Montag den 28. September an Herrn Stadtverordneten Dexheimer in Worms, Donners» bergerstraße 15, zu richten sind und dabei anzugeben ist, ot Gasthaus- oder bezahlte oder (gastfreundlich zur Verfügung gestellte) kostenlose Privatwohnung gewünscht wird. Ani nächsten Mittwoch den 25. d. M. findet abends eine Mit» glieder-Versammlung des Hanauer Zweigvereins im Gasthau- zur Post" statt. Gedruckte Exemplare der ausführliche» Festordnung für Worms sind in der G r a s m e h e r sschei Buchhandlung, Gärtnerstraße Nr. 73, kostenlos zu Habens Auch der neue, schön ausgestattete Buttdeskalender ist dort» selbst (für 25 Pfg.) käuflich.

* Hanau, Kesselstadt. Kirchenkonzert. An- Sonntag abend hatten wir Gelegenheit, zwei hervorragend» Kräfte auf dem Gebiete der Kirchenmusik kennen zu lernen; den blinden Orgelvirtuosen H. H a r t u n g und seine Tochter, -die Kirchensängerin Fräulein Anna Hartung, beide ir ihrer Art gleich groß. Herr Hartung ist ein Meister de- Orgelspiels in des Wortes vollster Bedeutung. Das vo» ihm auf dem Gebiete der Orgelmustk Gebotene dürft« kamt übertroffen werden. Herr Hartung ist einer der besten Orgel» virtuosen Deutschlands. Auch als routinierten und geschickter Komponisten lernten wir den blinden Künstler schätzen. Di» Durchführung zu dem ChoralWas Gott tut, das ist wohl» getan" gehört zu den Perlen der Orgelmustklitcratur. Da- Flötenkonzert von Rinck war eine brillante Nummer. Wa- für ein herrliches Instrument die Orgel ist, wenn sie vor Meisterhänden gespielt wird, zeigte uns das Flötenkonzerk Ebenso von hervorragender künstlerischer Schönheit war auch bie D-moll - Fuge von Bach. Das Programm war ge» schmackvoll zusammengestellt. Fräulein Hartung sang mij feinstem Verständnis das gehaltvolleTrost im Leiden", da- Vaterunser" von Nicolai und die hervorragend schön» Pfingstkantate" von Bach. Im Namen der zahlreichen Anwesenden statten wir dem gottbegnadeten Künstlerpaart

Konservatorium ist, und in der Art, wie Carlotta Stübens rauch beide, Finger- und Bogentechnik, dem mustkalischev Ausdruck dienstbar zu machen weiß, offenbart sich ein reiche- Innenleben. Je nach dem Inhalt des Werkes, das sie zum Vortrag bringt, ist ihr Spiel bald innig süß, bald über- quellend von warmer Empfindung, bald von großer Energie, und in letzterem Falle übertrifft sie in bezug auf einen kräftigen, markigen Bogenstrich manchen ihrer männlichen Kollegen. Carlotta Stubenrauch beherrscht alle Stilgattungen fast mit derselben Stilsicherheit und so hat sie denn auch tatsächlich alle bedeutenden Werke der Violinliteratur in ihr Repertoire ausgenommen, von der Ciaconna Bachs und dem Konzert von Beethoven bis zu den Zigeunerweisen von Sarasat« und der effektvollen Bearbeitung des Totentanzes von Saint- Saëns. Möge dem reichen Können und dem ernsten Streben der jungen anmutigen Künstlerin auch fernerhin die verdiente Anerkennung zuteil werden I

Albitmblätter.

Alle neuen, großartigen Ideen üben dieselbe Wirkung aus, es sind die Sonnenaufgänge in der Geschichte di« Mittagssonne begeistert nicht, nur die Morgensonne.

Jhering.

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Die Menschen haben viele Götter erfunden und werden dies noch weiterhin tun, aber keinen, den sie nicht glaubten, hintergehen zu können. August Pauly.

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So lang noch stehn die Augen offen, Laßt frisch uns schaffen und fröhlich hoffen, Und täuscht uns auch die Hoffnung ost, Der Mensch ist glücklich, so lang er hofft.

Daniel Sauders.