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Erstes Blatt.

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Mr. 91 Fernfprechanschlttf; Nr. 605»

Freitag den 19. April Rm«»f«»aitfw Nr. co». 1907

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14 Seiten.

Amtliches.

Eandkreis Ranau.

Bckuiitiuuchuugeu des Kuigtieheu Laudeutsuluts.

An die Herren Bürgermeister des Kreises.

Bei Prüfung der Jahresberichte der Viehversicherunas- vereine (Viehlebend- und Schlachtviehversicherungsvereine) hat sich ergeben, daß die Ausfüllung des vorgeschriebenen For­mulars den Vereinen einige Schwierigkeiten bietet, namentlich zeigte sich dieses bei Ausfüllung der RubrikBewegung im Mitgliederbestand." Das Formular ist deshalb vom König­lichen Regierungs-Präsidenten in Cassel einer Revision unter­zogen und abgeändert worden. Der Vorbericht ist wesent­lich einfacher gestaltet worden und der Nachweis der Ab- und Zugänge bei den versicherten Viehbeständen weggefallen. Auch befinden sich auf dem neuen Formular zahlreiche Anmerkungen, die vollständigen Aufschluß über die Art und Weise seiner Ausfüllung geben und sonst für die Vereine Wissenswertes enthalten.

Alle Viehversicherungsvereine müssen künftig das neue Formular bei Aufstellung ibres Jahresberichts verwenden und sich dabei genau nach den Anmerkungen auf dem Formular richten. Indes können Vereine ihren etwaigen Vorrat an Formularen zunächst aufbrauchen.

Diejenigen Vereine, welche ihren Jahresbericht für 1906 noch nicht eingereicht haben, können denselben schon nach dem neuen Formular aufsiellen.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, vorstehendes zur Kenntnis der Vorstände der in ihren Gemeinden befindlichen Viehversicherungsvereine zu bringen.

Die neuen Formulare sind bei der Waisenhausdruckerei zu Cassel vorrätig.

Hanau den 12. April 1907.

; Der Königliche Landrat.

V 2447 v. DeckeratH.

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Hus Ran au Stadt und Eand.

Hanau, 19. April.

Wutliche Atzung ist AMmsrketeMrsliMiMg

vom 18. April 1907.

Anwesend waren die Herren: Vorsteher Kommerzienrat Canthal, Aukamm, Beyer, Bernges, Bonn, Craß, Daßbach, Förster, Dr. Heraeus, Hock, Hoch, Honsen, Holm, Jost, Kreuter, Lohberger, Müller, O'hl, Peteler, Rousselle, Salomon, Steinheuer, Schroeter, Stübing, Schwabe, Spatz, Justizrat Uth, Voltz, Dr. Wagner, Wohlfarih und Wolff.

Vom Magistrat die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebe- schus und Beigeordneter Hild.

Vor Eintritt in die Tagesordnung, die übrigens nur 3 Punkte umfaßt, gab Herr Kommerzienrat Canthal Kenntnis von einer Einladung der Turngemeinde zu deren Festkommers anläßlich der 70. Wiederkehr ihres Gründungsiagrs.

Weiterhin macht der Herr Vorsteher Mitteilung von einem Wunsche des Herrn Stadtverordneten Loßberger, im Protokolle zu bemerken, daß er für die Zeit vom 10. Dezbr. bis 4. April, während welcher Zeit er krank war, als ent­schuldigt gelte. Wird zur Kenntnis genommen.

Die K e h r i ch t a b f u h r.

Der Kehrichtabfuhrunternebmer, Domänenpächter Rocholl, hat ersucht, ihm vom Jahre 1907 ab eine Erhöhung seiner Vergütung von 12 000 auf 15 000 Mk. zu gewähren. Der Magistrat hatte zugestimmt, die Finanzkommission sich da­gegen ablehnend verhalten. Auch von einer Entbindung vom Vertrag wollte dieselbe nichts wissen. Der Referent der Kommission weist darauf hin, daß man erst vor zwei Jahren eine Erhöhung der Vergütung um 2000 Mk. hat eintreten lassen und daß somit die Bewilligung der jetzt geforderten Erhöhung eine Erhöhung der ursprünglichen Vertragssumme um 50 Prozent bedeute. Der Magistrat begründet seinen zustimmenden Beschluß damit, daß Herr Rocholl s. Z. den Müllabfuhrvertrag, den Vogelweier mit der Stadt abge­schlossen hatte, ohne genaue Kenntnis der einschlägigen Ver­hältnisse übernommen habe und daß die steigenden Preise aller Lebensmittel und Arbeitslöhne, sowie der Umstand, daß heute nicht nur Hausmüll, sondern auch vielfach Straßen­rehricht mit dem Müll abgefahren werden muß, die seitherige

Vergütung zu gering erscheinen läßt. Der Vertrag mit Herm Rocholl läuft noch bis zum Jahre 1910. Die Versamm­lung verhält sich der beantragten Erhöhung gegenüber ab­lehnend.

Der Lokomotivschuppenplatz am Steinheimertor.

Die Stelle am Steinheimertor, an der bis vor einigen Jahren der Lokomotivschuppen stand, bietet heute einen un­schönen Anblick dar, da die Eisenbahnverwaltung die bebaut gewesene Fläche nur eingeebnet und außer einer leichten Drahteinfriedigung sonst nichts an dem Grundstück gemacht hat. Der Magistrat beabsichtigt deshalb, diesen Platz zu pachten, und zwar für 50 Mk. jährlich, ihn mit Mutterboden zu beschicken und eine billige gärtnerische Anlage herzustellen. Außerdem wird quer über den Platz ein Fußweg angelegt werden, um nicht mehr um denselben herumgehen zu müssen. Längs des Bahnkörpers wird der Platz durch einen Latten­zaun eingefriedigt, während er an den Straßenseiten durch eine ungefähr 30 Zentimeter hohe und 1,25 bis 1,50 Meter breite Rabatte abgegrenzt wird. Der Pachtvertrag sowie die obigen Vorschläge über die Verwendung des Platzes werden genehmigt.

Geländetausch init dem E i s e n b a h n f i s ku s.

Die Kgl. Eisenbahnverwaltung benutzt schon seit einer Reihe von Jahren zwei kleine städtische Grundstücke am Steinheimer Tor, während die Stadt dortselbst eine fiskalische Parzelle als Siraßeuland in Benutzung hat. Um die Besitz­verhältnisse an jener Stelle ins Reine zu bringen, wurde ein entsprechender Tauschvertrag abgeschlossen. Dieser wird ge­nehmigt.

* Hanselskümmer. Von den in der gestrigen Plenarsitzung der Handelskammer erledigten Punkten der Tagesordnung sind die folgenden für die breitere Oeffent- lichkeit von Interesse: Die Handelskammer beschloß, dem in Berlin . gebildeten K o l o n i a I w i r t s ch a f 1 l i ch e n Ko­mitee als Mitglied beizutreten. Der Oberpräsident der Provinz Hestern Nassau hat eine Einladung zu einer Be­sprechung überGründung eines Verbandes der gemein­nützigen Arbeitsnachweise" ergehen lasten, die am 25. April in Frankfurt a. M. staltfinden soll. Die Handelskammer wird der Einladung Folge leisten. Der Vorsitzende, Herr Kommerzienrat Canthal, berichtete sodann über das Referat, welches er am 8. März in der K o m m i s s i o n des Han­del s t a g e s für S o z i a! p o I i t i k erstattet hat zu § 23,3 des neuen preußischen Einkommensteuergesetzes (Auskunfts­erteilung über Einkommen von Angestellten unb Arbeitern.) Er wird diesen Gegenstand auch in der Ausschußsitzung des deutschen Handelstages als Referent vertreten, welche für den 15. und 16. Mai in Hamburg in Aussicht genommen ist. Zum Entwurf eines Reichs - Apotheken-Gesetzes, welcher im Reichsamt des Jnuern ausgestellt worden ist, faßte die Handelskammer folgenden Beschluß: Sie erklärt eine Reform deS Apolhekerwesens durch Reichsgesetz für ge­boten und hält das in dem Entwurf vorgesehene System der unübertragbaren Personalkonzession für den richtigen Weg, vorausgesetzt, daß das Gesetz eine angemessene Entschädigung der gegenwärtig Berechtigten gewährleistet. Von einer Stellungnahme zu den nur betriebstechnischen Vorschriften des Entwurfes sah die Handelskammer ab. Die Handels­kammer nahm mit Bedauern Kenntnis davon, daß ihre bis­herigen B e m ü I) ungen um das Wi ederanhalten der v-Z ü g e 6 und 85 in Hanau ohne Erfolg geblieben sind. Statt der erhofften Verbesserung der Strecken- Verhältnisse im Bezirk ist noch eine weitere Verschlechterung zu beklagen, indem mit dem 1. Mai auch in Fulda das An­halten des v-Zuges 6 in Fortfall kommt. Die Handels­kammer behält sich weitere Schritte vor. Das abgelauseue Rechnungsjahr 1906/07 der Handelskammer schließt in Ein­nahmen mit 16 938.7 5 Mark, in Ausgaben mit 16 637.57 Mark. - Zuzüglich des vom vorigen Jahre vorhandenen Kasfenbestandes verbleibt ein Kastenbesiand von 301.18 Mk. Der Etat für 1907/08 wurde fesigestellt in Einnahmen und Ausgaben mit 16 500 Mark. Anstelle des ausgeichiedenen Herrn Karl Willmann ist dem kgl. Amtsgericht Hanau Herr Friedrich Rauscher als zum Konkursverwalter geeignet be­zeichnet worden.

* Periormliett. Ernannt wurde zum Ober - Bahn- assistenten der Eisenbahnassistent Einnatz vom Nordbahn- Hofe.

* ^anarter Diersckmhvereirt. Gestern abend hielt im Restaurant Mohr der Hanauer Tierschutzverein seine Jahres-Hauptversammlung ab, geleitet von dem Vorsitzenden Herrn Pfarrer Hufnagel- Kesselstadt. Der vom Schrift­führer Herrn Redakteur Schrecker erstattete Jahresbericht

gab ein Bild von dem regen Leben innerhalb des Verein?. Von besonderem Interesse dürfte sein, daß die Bestrebungen des Vereins, vor allem auch das Land für die Bestrebungen der Tierschutzvereine zu gewinnen, sichtbaren Erfolg zeitigen. Da der Jahresbericht später als Flugschrift erscheinen wird, erübrigt sich für heute ein näheres Eingehen. Die satzungs­gemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Herren Veterinär- . rat Collmann, Lehrer Hebebrand und Lehrer Ruth 1 wurden wiedergewählt.

8 Bersammlrmst. Samstag den 20. April, nach» mittags 3 Uhr, Versammlung der Kantoren und Organisten aus Hanau und Umgegend inKaisers Brauerei".

s 8 Die Kriegsmarine - Ausstellung ist heute im IDeutschen Hause" dahier eröffnet worden. Ein Besuch der für jedermann interessanten und lehrreichen Ausstellung ist wärmstens zu empfehlen. Geöffnet ist dieselbe am Sonntag bis abend 8 Uhr.

Begründeter Anspruch. Der Verband süddeutscher Fußballvereine hat den Einspruch des Hanauer Fußballklubs von 1893 gegen den Freiburger Fußballklub für begründet erachtet und das am 14. April in Hanau ausgefochtene Fuß­ballspiel für ungültig erklärt.

* Kunstnotiz. Im Kunstsalon Hermes in Frankfurt a. M. sind neu ausgestellt: mehrere Gemälde von W. Trüb­ner, ein älterer Uhde, Fr. Stuck, L. v. Hofmann, zwei Burger. Da > el bst ist für den 1. Juni d. I. die Eröff­nung einer großen Lenbach-Ausstellunq in Aussicht genommen.

* Zu dem Mord- und Selbstmordversuch des Stationsassistenten Lang in Lengfeld (Odenwald) wird noch mitgeteilt, daß der Schwerverletzte vorgestern nachmittag, als er einen Augenblick allein gelassen wurde, in seiner Ver- = zweislung einen zweiren Selbstmordversuch machte, indem er i aus dem Bett durch das Fenster der im ersten Stock gelege­nen Wohnung sprang. Er fiel aber auf das Dach eines kleinen Anbaues, und so traten weitere Verletzungen nicht ein. Lang wurde dann in das Darmstädter Elisabethenstrft verbracht. Er genoß überall Ansehen und Achtung, zudem er sich in und außer Dienst jederzeit gut geführt hatte.

* 25jähriges Jubiläum. Herr Heinrich Daus konnte gestern in der Etuis- und Kofferfabrik von J. K. Gottschalk sein 25jähriges Arbeitsjubiläum feiern. Die Firma ehrte den Jubilar durch Ueberreichung eines ansehn­lichen Geldgeschenkes und Veranstaltung einer kleinen Feier für das Personal.

Viehserrcheu. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Fulda: Deitsteinbach, Hattenhof; Kreis Gelnhausen: Gelnhausen, Wächtersbach; Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Altengronau, Vollmerz, Bellings, Steinau, Jossa (Verdacht); Schweine- s euch e (Schweinepest) : Stadtkreis Castel: Cassel; Land­kreis Cassel: Ochshausen, Heckershausen, Vollmarshausen, ! Riederzwehren; Kreis Eschwege: Wanfried, Schemmern, Grebendorf; Kreis Fritzlar: Maden, Besse, Wehren, Rothelms­hausen, Hof Fehrenberg ; Kreis Gelnhausen: Kassel, Mernes, Birstein; Landkreis Hanau: Hüttengesäß, Langendiebach, B'schofsheim, Bergen, Niederdorfelden, Roßdorf, Ravolz­hausen ; Kreis Hersfeld : Lautenhausen, Hof Engelbach; Kreis i Hofgeismar: Beberbeck, Domäne Wilhelmsthal, Udenhausen, i Grebenstein, Calden; Kreis Homberg: Hergertsfeld, Hebel, i Borken, Rockshausen, Oberbeisheim; Kreis Hünfeld: Hof­aschenbach; Kreis Melsungen: Altenburg, Spangenberg; Kreis Schmalkalden: Mittelstille; Kreis Witzenhausen: Fürsten­hagen; Kreis Wolfhagen: Niederelsungen; Geflügel­cholera: Stadtkreis Cassel: Cassel; Influenza der Pferde: (A. Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Castel; Kreis Fntzlar: Geismar; (B. Pferdestaupe): Landkreis Castel: Sandershausen.

* Vortrag. In der hiesigen Esperantisten-Gruppe wird - morgen abend Herr Karl Moritz von der Esperantisten® i Gruppe Frankfurt a. M. eine kwpn. Soiree veranstalren, ! wozu auch Gäste, wenn sie durch Mitglieder eingesührt wer- i den, Zutritt haben. Daß Herr Moritz ein guter Vortrags» meister ist, geht aus einem Bericht hervor.« dec uns über eine hypn. Soiree tu der vegetarischen Gesellschaft, Frank­furt, vorlsegt. XI.- a. wird darin gesagt: Nachdem Herr Moritz auf die Geschichte und das Wesen der Hypnose ein® gegangen war, ging er zu den Experimenten über, die durch­weg als gut gelungen zu bezeichnen sind und zu denen er Pertonen aus dem Pnblikum benutzte. Einer Dame sug­gerierte er, sie sei Sängerin und sie trug mit heller Stimme einige Lieder vor und spielte auf seine Aufforderung Klavier. Einer anderen Dame wurde es auf feinen Willen heiß und kalt, sie ging 'ogar auf die Hasenjagd, einen Schirm als Ge- wehr benutzend u. a. m. Auch die Postsuggestionen wurden alle _ prompt ausgeführt; aber die Glanznummer war das vollständige Cteismachen eines Herrn, der mit Kopf und Füßen aur 2 Tische gelegt wurde ohne Unterstützung des