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General-Anzeiger

Amtliches Orgsu für Stadt- «»d Fssdlrreis Ionas.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Oie fürzs gespalten PetttzeU« aber beten San» 80 Wz, ist Rekta iuencvl bic Zeile 35 Psg,

(ter antwort! Redakteur: G. Schrecket a ^aa

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Mt. 66 Fernsprechanschluß Nr. GO5

Dienstag den 19. März

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Fernsprechanschlrch Nr. 605. 1907

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Gefundene und verlorene Geaenstiinde rc.

Gefunden: 1 blaues Kinder-Capes im Hofe des Rathauses. Abzuholen bei der Armenverwaltung.

Hanau den 18. März 1907.

I Hus Ran au Stadt und Eand.

Hanau, 19. März.

* Zur Beachinng! Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß der Nachdruck unserer Originalartikel gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit Quellenangabe (Han. Anz.") gestattet ist. Zur Wiederholung dieser Erinnerung sehen wir uns veranlaßt durch die Tatsache, daß z. B. aus unserer gestrigen Nummer nicht weniger als drei größere Lokalartikel im Umfange von 144 Zeilen sofort ohne Quellenangabe ab­gedruckt worden sind (Kreislehrerversammlung, Verbands- schießen und Schauturnen).

* Religiöse Versammlung. Heute abend S1^ Uhr spricht Herr Pfarrer Michaelis in der Marienkirche über das Thema: .M u ß man sich bekehren?"

* Eingemeindung Kesselstadts. Wie bekannt, war auf die Tagesordnung der gestrigen Sitzung des Abge­ordnetenhauses an erster Stelle gesetzt wordendie erste und zweite Beratung des Gesetzentwurfes, betreffend die Erweite­rung des Stadtkreises Hanau". Abg. v. Savigny hatte wegen der im § 9 des Vertrages getroffenen Steuer-Verein­barungen Bedenken, stellte dieserhalb eine Anfrage an die Regierung, die beantwortet wurde, erklärte sich aber sonst mit der Annahme des Entwurfes ohue Kommissionsveratung ein- verstandeu. Abg. Junghenn- Hanau machte die nach­stehenden Ausführungen:Meine Herren! Der Eingemein­dungsvertrag mit Kesselstadt ist von der dortigen Gemeinde­vertretung, dem Magistrat von Hanau, bem Kreistag und dem Bezirksausschuß, einstimmig genehmigt worden. Das Herrenhaus hat den Gesetzentwurf auf Grund der Aus­führungen des Berichterstatters, denen ich mich voll und ganz anschließe, ohne Diskussion angenommen. Ich bitte das hohe

Haus auch so verfahren zu wollen, damit die Eingemeindung mit dem 1. April durch geführt werden kann. Herr v. Sa­vigny wünscht auch keine Kommissionsberatuug. Ich bitte dementsprechend zn verfahren." (Bravo!) Darauf wurde . Im zweiten Blatte der henti-

der Gesetzentwurf genehmigt, gen Ausgabe haben wir den

den Wortlaut des zwischen Hanau

und Kesselstadt abgeschlossenen Eingemeindungsvertrages in der dem Landtage vorliegenden Fassung zur Wiedergabe ge-

bracht.

* Deutsche Kolonialgesellschaft. Am 12. d. M. wurde die satzungsgemäße Jahresversammlung der Abteilung Hanau im Saale der Restaurationzur Sonne" abgehalten, die von den Mitgliedern der Gesellschaft zahlreich besucht war. Es wurde zunächst der Jahresbericht vorgetragen und genehmigt, der sich vornehmlich mit der Gründung der Abtei­lung und ihrer bisherigen Tätigkeit, insbesondere ihrer Stel­lung zur Reichstagswahl beschäftigt und dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß es nicht gelungen sei, die Wahl eines kolonialfreundlichen Vertreters durchztlsetzen. Andererseits wurde mit Befriedigung konstatiert, daß das Gesamtergebnis der Wahlen ein den kolonialen Interessen günstiges gewesen sei. Nachdem 2 Mitglieder von Hanau verzogen sind, be­läuft sich gegenwärtig die Zahl der der Abteilung angehören­den Herren auf 81. An die Verhandlungen reihte sich ein Vortrag des Herrn Oberleutnants Schwartz vom hiesigen Ulanenregiment, der in mehr als l1^ ftünbiger Rede die auf einer Reise nach Südwest- und Ostafrika gewonnenen Eindrücke schilderte. Herr Schwartz hat im vorigen Jahre einen Transport von 600 Pferden vom Truppenübungsplätze Munster nach Swakopmund und weiter geleitet und hat auf der Rückreise über Lüderitzbucht, Kapstadt, Bntisch-Südafrika bereist und Deutsch-Afrika einen Besuch abgestattet. In an­schaulicher Weise wurde die Ausführung eines solchen Trans­portes, die Unterbringung, Verproviantierung und Behand­lung der Tiere geschildert, von denen nur ein verschwindend kleiner Teil das Ziel der Fahrt nicht erreichte. Der Herr Vortragende gab dann eine eingehende Darstellung von Land und Leuten, namentlich auf der Strecke von Swakopmund bis Windhuk und erörterte die Schwierigkeiten, welche die Dornbüsche, die wasserlosen Strecken und die Viehseuchen der dortigen Kriegführung bereitet haben. Aus den höchst anregenden Schilderungen der von Herrn Oberleutnant Schwartz bereisten Teile von Ostafrika mußte der Kolonial- freuud den dringenden Wunsch schöpfen, daß das 'Deutsche Reich sich endlich aufraffen möge, den Eisenbahnbau in dor­tiger Gegend mit aller Energie zu fördern, bevor der gesamte Verkehr von den Ufern des Viktona-Nyansa und dem Hinter­

lande nach der Küste von der Ugandabahn aufgesogen wird, die die Engländer mit rühmenswerter, bei uns leider unbe­kannter Geschwindigkeit von Momba aus nach dem am Viktoria- Nyansa gelegenen Port Florence in einer Länge von 600 Kilometer erbaut habe n Reicher Beifall belohnte den Redner für seinen gediegenen Vortrag.

* Gesellenprüfung für Mechaniker, Optiker und Elektrotechniker. Alle Lehrlinge, welche bis 1. Juni d. J. in obigem Handwerke auslernen, haben sich bis zum 1. April bei dem Vorsitzenden des Prüfungs-Ausschusses, Herrn B. Ocker, Langstraße 96, anzumelden.

* Gesellenprüfung für Glaser- und Schreiner. Diejenigen Lehrlinge, welche Ostern ihre Lehrzeit beendigen, haben sich behufs Ablegung ihrer Gesellenprüfung alsbald bei dem Vorsitzenden des Prüfungs-Ausschusses, Herrn Schreiner­meister Mich. Klaus, Gärtnerstraße 13, anzumelden.

* Edelmetall-Indufirie. Eine aus den Listen der Berufsgenossenschaft gemachte Zusammenstellung der im Jahre 1906 gezahlten Arbeitslöhne, ergibt für die der Süddeutschen Edel- und Unedelmetall-Beimfsgenossenschaft zugehörigen Be­triebe in Hanau eine Lohnsumme von 2 916 000 Mark. Dieselbe hat sich gegen das Vorjahr um 346 000 Mk. er­höht und da die Zahl der Vollarbeiter nur um 154 zuqc- nommen hat, die Unedelmetallbranche aber nur durch wenige Betriebe vertreten ist, so gelangt in dieser Summe in der Hauptsache die starke Lohnsteigeruna zum Ausdruck, welche sich im abgelaufenen Jahre in der Edelmetall-Industrie voll­zogen hat.

* Beieesiz Pitstor. Als vorletztes Benefiz am Hanauer Stadttheater wird morgen für den beliebten 1. Helden und Liebhaber Herrn P u st a r Alexander Dumas wirkungsvolle KomödieKean" oderGenie und Leidenschaft" zur Aufführung kommen unb zwar in der durch das Matkoivskyffcke Gastspiel hier bekannten Bearbeitung von Ludwig Darnay. Das Werk gibt einen Ausschnitt aus dem Leben des berühmten englischen Schauspielers Edmund Kean und hat sich durch seine wirkungsvollen dramatischen Szenen, die sich teils auf der Bühne, teils im Zuftbau rranm ab­spielen, als eines der belieb esten und zugkräftigsten Repertoire- Stücke bewährt. Die Titelrolle bietet dem Benefizianten die denkbar beste Gelegenheit utr Entfaltung all seiner schönen Mittel unb seiner künstlerischen Fähigkeiten. Vorverkauf heute Dienstag Nachmittag von 45 Uhr an der Theaterkasse.

* Bursesksn-Ettfembfe. Das bestrenommierte Karl Blaß Burlesken-Ensemble, welches in Köln, Dortmund, Essen, Hamburg, Bremen rc. mit großein Erfolge debütierte, , gibt am 19., 21. und 23. März ein dreimaliges Gastspiel imDeutschen Haus" dahier. An jedem Abend vollständig neues Programm, je zwei urkomische Burlesken und bunter Teil mit Konzert. Da der Gesellschaft ein vorzüglicher Stuf vorausgeht, können wir den Besuch der Vorstellungen aufs beste empfehlen.

* Billige Kleider und andere im alltäglichen Leben benötigte Sachen verschafften sich zwei auf dem Enkheimer Eiswerke im Januar beschäftigt gewesene Eisarbeiter, der Schreiner Christian Geitheimer unb der Taglöhner Jakob Brennenstahl von Frankfurt dadurch, daß sie den Kleider­schrank des auf dem Werk tätigen Fahrburschen Bruno Münch erbrachen und seines Inhaltes beraubten. Doch erfreuten sie sich der so billig erworbenen Ausstattung nicht lange. Sie wurden hinter Schloß und Riegel geletzt unb müssen nun­mehr auch noch eine recht gesalzene Rechnung für die so kurze Zeit benutzten Sachen bezahlen. In der gestrigen Straf­kammersitzung wurden sie nämlich zu je einem halben Jahre Gefängnis verurteilt.

* Heilmittelschwittdel. Ein gewesener Kaufmann und jetziger Hausierer Ernst Krauße beglückte vor einiger Zeit zahlreiche hiesige Einwohner mit einemHeilmittel", das radikale Hilfe bei allen möglichen Krankheiten, wie Rheuma- tismus, Schwindsucht, englische Krankheit, Blutarmut, Rücken­schmerzen, Nervosität usw. bringen sollte. Es bestand aus Benzin, Oliveuöl und Salmiakgeist und war ursprünglich als Poliermittel gedacht. Bei armen Leuten, die polierte Möbel nicht ihr eigen nannten, pries er die Mixtur als Universalmittel gegen Krankheiten an, die er zufällig dort vorfand oder auch den Leuten erst einredete. Das Schöffen­gericht hatte mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit eines solchen Treibens den Schwindler zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt und nebenbei in anbetracht der an den Tag gelegten ehrlosen Gesinitung auf zwei Jahre Ehrverlust erkannt. Die Strafkammer, als Berufungsinstanz, schloß sich in ihrer gestrigen Sitzung aus denselben Gründen dem erstinstanz­lichen Urteil an.

* Der Haushaltsplan der Stadt Hanau schließt ab im Ordinarium in Einnahme und Ausgabe mit 2 212 000 Mk. gegen 2 161 700 Mk. des Voransck)lags in 1906. An direkten Gemeindesteuern gelangen zur Erhebung 135 °/o Zuschlag zur Staats-Einkommensteuer, je 150 °/o Grund-, Gewerbe- und Betriebssteuer. Eine Erhöhung der Steuer» sätze findet demnach nicht statt. An den Bezirksverband sind an Bezirkssteuern 7,8 0/ abzuführen.

* Die Kohlen werden teuerer und steigen, ent­gegen früheren Jahren, wo sie im Frühjahr und Sommer bedeutend im Preise fielen, dieses Jahr ganz erheblich im Preise. ÄuS Frankfurt wird berichtet: Die Stadt hat ihre Aemter aufgefordert, ihren Bedarf alsbald zu decken. Es wird bereits jetzt bei den Dienststellen angefragt, eine wie große Menge Kohlen untergebracht werden kann. Auch geben die Aemter durch Anschlag ihren Angestellten bekannt, daß die Kohlenpreise steigen und nur noch das Quantum jum bisherigen Preis geliefert wird, das bis zum 25. d. M. in Bestellung gegeben ist. Am 1. April tritt eine Preiserhöhung von 15 Pfg. pro Zentner ein und für später ist noch eine weitere Steigerung zu befürchten. Daher ist wohl auch der starke Schiffsverkehr auf dem Main mit Kohlenladungen zu Berg erklärlich.

* Musikalisch-deklamatorische Abeudunterhal- kuug. Von der städtischen höheren Mädchenschule wurde gestern abend in dem Saale der Centralhalle eine in jeder Weise wohlgelungene musikalisch-deklamatorische Abendunler- Haltuug veranstaltet. Das Jmer°sse an der Veranstaltung (ein Mendelssohn-Abend) befindete sich durch einen recht zahlreichen Besuch, indem die Räume vollbesetzt waren. . Das in 5 Abteilungen gegliederte Programm wurde unter der umsichtigen, verständnisvollen Leitung des Herrn K. F. Appel in prächtig zu nennender Art und Weise durchgeführt.

* Gutes Resultat. Die Hanauer Klcinbähngesellschaft, Akt.-Ges., schlägt der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 4^/4 0 o vor (in den beiden Vorjahren je. 3^/4 0/o). Das günstige Ergebnis hat die Entwickelung des Verkehrs, vor allem die Steigerung der Einnahmen aus dein Güterverkehr, gezeitigt.

* Aeeldbergsest = Turutag. In der Turnhalle der Turngesellschaft Sachsenhausen versammelten sich am Sonn­tag die Vertreter der Turnvereine des Mittelrheinkreises, um das diesjährige 54. Feldbergfest vorzubereiten. Der Turn­lag war von 98 Vereinen, darunter sämtliche 15 Vereine des Gaues Frankfurt, beschickt. Zu Punkt 1 : Fest- und Rech- nungsbericht über'das letzte Fest, bemerkte der Festturnwart, daß dasselbe turnerisch äußerst zufriedenstellend verlausen sei und mit 980 Teilnehmern und 649 Siegern an der Spitze aller Feldbergseste stehe. Nach dem Kassenbericht schließt das letzte Feldbergfest bei 1423 Mark Einnahmen und 1401 Mark Ausgaben mit dem geringen Ueberschuß von 22 Mark ab. Das Kassenvermögen beträgt 237 Mark. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf einen Antrag des Frankfurter Turnvereins:Der Ausschuß bestimmt die Wettübungen zum Vierkampf sowie die Punktzahl, die zum Sieg berechtigt", begründet durch Turnwart Neuroth. Der Antrag, dem auch der Ausschuß nicht zustimmte, wurde abgelehnt. Für das diesjährige Feldbergfest wurden folgende Uebungen gewählt: Slabhochspringen, Hochspringen, Steinstoßen und Laufen über die Strecke von 100 Metern; die zum Sieg be­rechtigende Punktzahl bleibt, entgegen den Anträgen auf Er­höhung von 24 auf 26 Punkte, bei der früheren Punktzahl 24. Als Tag der Abhaltung wurde der 23. Juni bestimmt. Wie in den letzten Jahren, so ist auch diesmal die Mit­wirkung der Gesangsriegen und des Mittelrheinischen Spieler- Verbandes ins Auge gefaßt. Der Ausschuß wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung auch für dieses Jahr bestimmt, und zwar PH. Röbig-Rödelheim, Vorsitzender; Th. Kleber- Biebrich/ Obmann; A. Münch-Hachenburg, Festturnwart; F. Engel-Wiesbaden und W. Baumann-Oberursel, Beisitzer. Zu Rechnern wurden für dieses Jahr ernannt: Roth-Frank- furt, Keil - Heidesheim, Kolditz und Münch - Wiesbaden, Wenschel-Darmstadt. Infolge des ungeheuren Verbrauchs von Postkarten beim letzten Feldbergfest 32 000 be­schloß der Ausschuß, diesmal eine besondere Festkarte herzu­stellen.

* ^ohnbeweaunst im Schneidergewerbe. In einer gestern abend stattgefundenen Zusammenkunft der beider­seitigen Lohnkommissionen wurden die Lohntarife ange­nommen. Einen wesentlichen Differenzpunkt bildet jetzt noch die Frage, in welche Tarifklassen die verschiedenen Arbeit­geber einzureihen sind, doch hofft man auch darüber zu einer Einigung zu gelangen.

* Diehmarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.