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BiâiHrNch 1,80 ML., monatlich 60 Pfg.. für «ul» pärtig« Abonnenten mit dem brtreil«nden Postaujjchts-, DU einjelae Nummer kostet 10 Pfz.
Rotationsdruck und vertag ber Buchdrucker« bei verein IK Waijeahause» in Hanau.
Kulttilbts Organ für SUM- un) Fan-Krtis Kanan.
Erscheint täglich mü Au-itLhme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beiiags»
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Nr. 295 Mernsprtchanschluk Nr. 605.
Mittwoch den 18. Dezember
^ernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
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14 Seitelt.
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Amtliches.
Bekanntmachung.
^ÜU der im KurSbtlreau beB ReichS-PostamtS neu bearbeitete Post- und Eisenbahnkarte deS Deutschen Reichs sind jetzt die Blätter II und XVII erschienen.
Es umfaßt:
das Blatt II Schleswig-Holstein, den südlichen Teil von Dänemark, den nordöstlichen Teil von Hannover und den nordwestlichen Teil von Mecklenburg, ferner die Gebiete der freien Städte Hamburg und Lübeck,
das Blatt XVII den südlichen Teil von Württemberg und Bayern, sowie den nördlichen Teil von Tirol. Äußer diesen sind bisher die Kartenblätter I, III, IV, V, VIII, IX, X, XIII, XIV, XV, XVIII und XIX erschienen.
Die Blätter sönnen im Wege deS Buchhandel» zum Preise von 2 Mk. für da« unauSgemalte Exemplar und 2 Mk. 25 Pfg. für daS Exemplar mit farbiger Angabe der Grenzen von dem Verlage, dem Berliner Lithographischen Institut Iuliu» Moser (Berlin W 85, PotSdamerstr. 110), bezogen werden.
Berlin W 66 den 13. Dezember 1907.
Der Staatssekretär deS Reichs-Postamt».
I. A.: Gieseke.
Landkreis Fjanau.
MmtniMiM deS Königlichen LnndratSanitS.
Unter den Schweinen zu Langendiebach ist die Schweineseuche erloschen.
Hanau den 16. Dezember 1907.
Der Königliche Landrat.
V 12145 I. A.I Conrad, Kreissekretär.
Auch im Jahre 1908 soll je ein Kursu» zur Unterweisung von Volksschullehrern im Obstbau in der Obstbau- Anstalt zu Oberzwehren und in Gelnhausen abgehalten werden.
Ich ersuche die Herren Bürgermeister, die Lehrer zur Teilnahme an einem der Kurse anzuregen. Die Lehrer, welche ihre Bereitwilligkeit erklären, sind mir bis zum 2. Januar 1908 zu benennen. Hierbei ist auch anzugeben, an welchem der beiden Kurse der Lehrer teilnehmen will. Für die Teilnahme an den Kursen kommen nur solche end- gültig angestellte Lehrer (ohne Unterschied der Konfession) in Betracht, die nicht allein Neigung und Verständnis für den Obstbau zeigen, sondern auch Gelegenheit haben, das Erlernte praktisch zu verwerten.
ES ist erwünscht, daß die Gemeinden ihr Interesse an der Ausbildung der Lehrer dadurch bekunden, daß sie sich von vornherein zu einem demnächst an die Königliche RegierungS-Hauptkasse zu Cassel einzuzahlenden Kosten-Beitrag verpflichten. Die Höhe dieses Beitrages ist anzugeben.
Fehlanzeige ist nicht erforderlich.
Hanau dm 16. Dezember 1907.
Der Königliche Landrat.
V 12119 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Handelsregister.
Firma Geschw. Limburg zu Hanan.
Die bisherige Gesellschafterin Frau Susanna A u l a u s, geb. Limburg, früher in Hanau, jetzt in Frankfurt a. M. wohnhaft, ist auS der Gesellschaft ausgeschieden; die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst.
Die Gesellschaft wird unter unveränderter Firma von der seitherigen weiteren Gesellschafterin Therese Limburg in Hanau als Einzelkaufmann fortgeführt.
Hanau den 12. Dezember 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 26647
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung.
Die Arbeiten und Lieferungen zu einer Sammel- „eizmtg in der Turnhalle der Bezirksschule 111 in der 1
BebraerbahnhosSstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Lieferungen und Arbeiten öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rathaus Zimmer Nr. 18, während der Geschäftskunden von vormittags 10 bis 12*/, Uhr zur Einsicht aus und können von da bezogen werden.
Die Angebote find versiegelt und mit der Aufschrift „Angebot auf Sammelheizung der Turnhalle" bis SamS- tag ben 4. Janirnr 1908, vormittags 11 Uhr, bei genannter Dienststelle einzureichen, zu welcher Zeit im Beisein etwa erschienener Bieter die Eröffnung der Angebote erfolgt.
ZuschlagSfrist 3 Wochen.
Hanau den 11. Dezember 1907.
Der Magistrat.
Dr. GebeschuS. 26859
Kreissparkaffe.
Wegen deS Jahresabschlusses bleibt daS Bureau der Kreissparkasse vom 24. biS einschl. 80. b. MtS. für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen.
Hanau am 18. Dezember 1907.
Der Vorstand. 26933
politische Rundschau.
Vin Dortrag beim Reichskanzler. Professor Linde hielt gestern einen Vortrag bei dem Reichskanzler über die Schätze der Atmosphäre. Der Vortragende erklärte insbesondere neuere, erfolgreiche Bemühungen, technisch die Bestandteile der atmosphärischen Luft zu Produkten von volkswirtschaftlicher Bedeutung zu verarbeiten und gab sodann eine Darstellung der geschichtlichen Entwicklung der atmosphärischen Forschung; er erwähnte die Erfindung TorieelliS und Otto v. Guerikes, die Erfindung der Kraftmaschinen, die Verflüssigung der Gase, ferner die chemische Erschließung der Atmosphäre durch Lavoister, die technische Anwendung deS flüssigen Sauerstoffs, von dem sich der Jahresbedarf für die Metallurgie innerhalb der letzten zehn Jahre verzehnfacht hat, sowie die Anwendung deS Stickstoffs bei der Herstellnng von elektrischen Melallfadenlampen. Besonder» interessiert zur Zeit die Herstellung von Stickstoffverbindungen für die Zwecke der Landwirtschaft. Durch die in wenigen Jahrzehnten bevorstehende Erschöpfung der Salpeterlager wird nicht bloß die Landwirtschaft, sondern auch die Technik der Schieß- und Sprengstoffe und die chemische Industrie auf die Erzeugung von Salpeter angewiesen; eS werden also ernste nationale Fragen berührt. Die erste industriell brauchbare Lösung des Problems haben die Norweger Birkeland und Eyde gefunden. Neuerdings ist die Führung dieser wichtigen Aufgabe an die Badische Anilin- und Sodafabrik dadurch übergegangen, daß sie mittels neuer einfacher Apparate höhere Ausbeuten erzielt. Nach dem Zusammenschluß der beiden Konzerne sind in Norwegen Wasserkräfte mit nahezu 800 000 Pferdestärken erworben worden, die mit einem Anfangskapital von 40 Millionen Mark für die Erzeugung der Salpetersäure ausgebant werden sollen. Auch in Südbayern plant die Badische Anilin- und Sodafabrik eine solche Anlage. Einen anderen Weg haben die Berliner Chemiker Frank und Caro angegeben. In eisernen Retorten wird erhitztem Calciumearbid reiner Stickstoff zugeführt und begierig ausgenommen. Der so erzeugte Kalkstickstoff hat eine jahrelange agrikultur-chemische Probe als wirksames Düngemittel bestanden. Die Salpetersäure und der Kalkstickstoff scheinen die Ausnützung der Wasserkräfte einer neuen Entwicklung zuzuführen, da sie für zahlreiche, ja für die größten, von den Industriezentren weit entfernten Wasserkräfte die bisher fehlende stetige Verwertbarkeit garantieren. Eine größere Anzahl von Fabriken füx Kalkstickstoff ist eröffnet oder in der Errichtung begriffen : in den Apenninen und den savoyschen und schweizerischen Alpen. in Norwegen, Dalmatien und Südbayern. Es geht in Erfüllung, was aus dem Laboratorium des Naturforschers hervorgegangen, durch die technische Chemie und die Jugenieurkuust in verwertbare Gestalt gebracht ist und nunmehr aus den neuen Werkstätten des Gewerbefleißes erwartet werden darf. So stellen die neuen Schätze der Atmosphäre eine bedeutsame Mehrung der Güter dar, die unser naturwissenschaftlich-technisches Zeitalter hervorgebracht hat.
Gehaltserhöhungen in Breitsten. Nach einer offiziösen Mitteilung der „Köln. Zig." beabsichtigt die Negierung, sämtliche mit Gehaltserhöhungen sich beschäftigende Gesetzentwürfe — Erhöhung der Beamtengehälter, Lehrer
besoldung, Pfarrerbesoldungsgesetz für die evangelischen Geistlichen und Erhöhung des Ämtseinkommens der katholischen Geistlichen — im Laufe des Januar dem Landtage vorzulegen. Die Gehaltsaufbesserungen für Beamte werden 60—80 Millionen Mark, für die Lehrer 30, für die Geistlichkeit und deren Angehörige 10—14 Millionen Mark beanspruchen. Wegen der Erhöhung deS Amtseinkommens der katholischen Geistlichkeit haben Verhandlungen zwischen der Staatsregierung und den Bischöfen stattgesunden. Bezüglich der LehrerbesoldungSfrage haben sich das Kultusministerium und daS Finanzministerium nach längeren Beratungen über die finanzielle Tragweite deS Gesetzes geeinigt. Gleichzeitig mit den Gesetzesvorlagen über die Gehaltserhöhung will bie Regierung dem Landtage ein zur teilweisen Deckung dieser Mehrausgaben bestimmtes Gesetz über eine mäßige Erhöhung der Einkommen- und der Ergänzung»- (Vermögen»-) Steuer vorleqen.
Der Landtag deS Herzogtum- Meiningen nahm nach mehrtägiger Beratung in der Gesamtabstimmung daS neue Volksschulgesetz mit den Stimmen der bürgerliche« Parteien gegen die Stimmen der Sozialdemokraten an. Ebenso wurde ein Antrag de» GesetzgebungSauSschusse» auf Aenderung de» Gesetze» vom 12. Februar 1894 über di» Besoldungsverhältnisse der VolkSschullehrer angenommen.
Ungarisches Abgeordnetenhaus. Graf Theodor Batthynay besprach den im österreichischen ReichSrat angenommenen Antrag, in welchem die österreichische Regierung angewiesen wird, die ungarische Regierung darauf aufmerksam zu machen, daß sie die Nationalitätengesetze aufc' cüng durchführen solle. Der Redner bezeichnet die At lahme dreseS Antrages als eine Infamie. (Stürmischer Beifall.) Der Präsident ruft den Redner zur Ordnung. Dieser stellte fest, daß kein österreichischer Minister gegen diesen Beschluß daS Wort ergriff und die Einmengung in die inneren Angelegenheiten Ungarns zurückwieS. Graf Batthyany ersucht den Ministerpräsidenten, seine Pflicht zu erfüllen und auf daS energischste vorzugehen, damit für diese Verletzung der Unabhängigkeit Ungarn» Genugtuung geboten werde. Darauf ergriff Ministerpräsident Wekerle unter großer Spannung deS HauleS daS Wort und sagte, der gestern gefaßte Beschluß de» österreichischen Parlaments sei beispiellos in der Geschicht» der Völker, da jene Grenzen überschritten worden seien, welche die Beziehungen der Völker zu einander regeln. Ich habe Grund und das Recht, vorauszusetzen, daß die österreichische Regierung jene Weisung, die ihr daS Parlament erteilte, nicht befolgen, sondern diesem Beschluß gegenüber Stellung nehmen wird. Sollte eine österreichische Regierung sich finden, die diese Weisung befolgt, so wird jede ungarische Regierung einen ähnlichen gegen die Unabhängigkeit de» EtaateS gerichteten Eingriff entschieden zurückweisen. Ich muß, schloß der Ministerpräsident, unS für da» unS zugefügte Unrecht Genugtuung verschaffen sowie die Garantie erhalten, daß diese Insulte nicht ohne Ahndung bleiben. Auch dürfen wir ähnlichen Insulten künftighin nicht auSgesetzt sein. (Allgemeiner Beifall.)
1600 polnische Schulen geschlossen. Der polnische Schulverein in Warschau, der kürzlich durch den Generalgouverneur mit einer Geldstrafe von 3000 Rubel belegt war, hat seine Tätigkeit eingestellt. Infolgedessen sind 1600 polnische Schulen geschlossen worden. Der Schulvereinsfonds wurde inS Ausland geschafft.
Der Besuch des Gouverneur- von Schantung in Tsingtau dauerte drei Tage und hat einen vorzüglichen Verlauf genommen. In offiziellen Reden wurde Deutschland zu dem glänzenden Aufblühen dieser Kolonie beglückwünscht unb die Friedensliebe Deutschlands sowie daS gute Einvernehmen beider Reiche betont.
Englands fünfte Landesverteidigung. Der Kriegsminister Haldane hielt in Hunley eine Rede, in der er auf die wachsenden Bevölkerungen von Deutschland und den Vereinigten Staaten hinwies. Er sagte, die Zeit könnte kommen, wo England nicht gänzlich von der Flotte abhängig sein könnte und sich auf das Laudesverteidigungswesen verlassen müßte.
Atts Marokko. Aus Casablanca wird vom 14. ds. gemeldet, daß sämtliche eingeborenen Hafenarbeiter in den Ausstand getreten seien, obgleich ihre Löhne infolge der Besetzung der Stadt durch die französischen Truppen erhöht wurden. — Eine starke Ausklärungskolonne wurde nach Sidi Ruinen in der Richtung des Lagers von Muley Hafid entsandt, um die Stämme zu beschützen, die Muley Hafid untersagt hatten, nach Casablanca zu gehen. — Aus Fez wird dem „Journal des Dèbats vom 12. berichtet, daß die aufständische Bewegung in der Umgebung der Stadt sehr beunruhigende Fortschritte mache. Die Verbindung mit Rabat sei