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I WytatienSdruck und Verlag der Buchdrucker« bd verein. «K Waisenhaus«» m Hanau.
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ALllichts Grgsa für Stadt- und Landkreis Sana».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage»
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Mt. 270 Fernsprechanschlufi Nr. 605,
Montag den 18. November
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Am Samstag den 23. November d. I., nachmittags 2 Uhr, werden in dem Kreishaus, Hainstraße Nr. IO hier,
13 ausrangierte Tuchmântel und
5 ausrangierte Säbelkoppel gegen bare Zahlung versteigert, wozu Kaufliebhaber eingeladen werden.
P Hanau den 12. November 1907.
Königliche Polizei-Direktion.
P 10522 v. Beckerath.
—........ ......
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Bei der am 11., 12. und 13. November d. Js. stattgefundenen Ergänzungswahl der Stadtverordneten für die 3. Wahlabteilung sind von 3874 Wählern insgesammt 15 488 Stimmen abgegeben worden. Von diesen entfielen auf die Herren
1.
Lückhardt, Jean, Weißbindermeister
1898
Stimmen
2.
Kempf, Wilhelm, Obereisenbahn-Assistent 1896
M
3.
Fischer, Max, Lithograph
1895
ff
4.
Sommer, Karl Ludwig, Kaufmann
1894
5.
Craß, Karl, Gewerkschaftsbeamter
1874
st
6.
Aukamm, August, Goldarbeiter
1871
ff
7.
Hoch, Gustav, Arbeitersekretär und
8.
Schriftsteller
1871
H
Dr. Wagner, Georg, prakt. Arzt
1867
9.
Holzschuh, Thomas, Kunst- und
10.
Handelsgärtner
106
r
Bracker, Christian, Oekonom
105
11.
Thyriot, Jean Pierre, Stadtbaurat a. D. 105
ii
12.
Kämmerer, August, Landkrankenhaus-
13.
Inspektor a. D.
104
ff
Koburger, Peter, Spezereiwarenhänbler
1
st
14.
Giesenregen, Jakob, Gütervorsteher
1
ff
zusammen 15 488 Stimmen
Da nach dem vorstehenden Wahlergebnis von niemandem die erforderliche absolute Stimmenmehrheit erreicht worden ist, so hat nach § 28 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 engere Wahl zwischen denjenigen 8 Personen stattzufinden, welche die höchste Stimmenzahl erhalten haben. Wir stellen deshalb die vorstehend unter Nr. 1 bis einschl. 8 genannten Herren hierdurch zur engeren Wahl. Die Wahl kann mit ans 4 dieser 8 Herren gerichtet werden; Stimmen, welche auf andere Personen fallen, sind nn- gttltig.
Die engere Wahl findet statt am Montag den 9. Dezember, Dienstag den 10. Dezember nnd Mittwoch den 11. Dezember 1907 und zwar täglich von vormittags 10 Uhr bis mittags 1 Uhr nnd nachmittags von 4—8 Uhr. Wähler, deren Name mit den Buchstaben A—K beginnt, wählen im unteren Saale, Wähler, deren Name mit den Buchstaben L—Z beginnt, wählen im oberen Saale des Neustädter Rathauses.
Wir laben die stimmberechtigten Bürger, welche der 3. Wahlabteilung angehören, zu dieser Wahl hierdurch ein. ___Der Wahlvorstand.___23815
Bekanntmachung.
Am 22. Dezember 1902 verstarb im Landeshospital zu Haina der städtische Arbeiter Johann Georg Grünewald, geb. am 15. März 1826 zu Rückingen bei Hanau, Sohn der Eheleute Schneiders Franz Grünewald, gestorben den 31. Oktober 1864 und Anna Christine Heß, gestorben den 13. März 1869. Franz Grünewald ist in den Kirchenbüchern von Rückingen als „Georgs Sohn, aus Hemsbach in Baden" bezeichnet. Da die Erben nicht haben ermittelt werden können, so werden diese aufgefordert, binnen einer Frist von zwei Monaten, welche mit dem 1. Dezember 1907 beginnt, ihr Erbrecht bei dem unterzeichneten Nachlaßgericht anzumelden, andernfalls festgestellt werden wird, daß ein anderer Erbe als der Fiskus nicht vorhanden ist.
Hanau den 14. November 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 1. 23799
Bekanntmachung.
In das Musterregister des unterzeichneten Gerichts ist | auf Grund der am 18. April 1907, vormittags 9 Uhr, er
folgten Anmeldung am 24. April 1907 für Helene Bechtel in Ravolzhausen eingetragen:
Ein versiegeltes Paket mit 30 Mustern für Möbelschmuck, Geschäftsnummer 1—30 — plastische Erzeugnisse — Schutzfrist 3 Jahre.
Langenselbold den 14. November 1907.
__Königliches Amtsgericht. 23803
Polizei-Verordnung.
Auf Grund der § 5 und 6 der Allerhöchsten Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neuerworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 in Verbindung mit § 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. 7. 83, wird nach Beratung mit dem Gemeindevorstand für den Gemeindebezirk Bergen°Gnkheim folgende Polizeiverordnung erlassen:
8 1.
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Feuer- loschorduung für die Gemeinde Bergen-Enkheim vom 4. Oktober 1907 werden, soweit nicht wegen anderer gesetzlicher Bestimmungen härtere Strafe verwirkt ist, mit einer Geldstrafe bis zu 9 Mark, an deren Stelle im Nichtzahlnngsfalle eine entsprechende Haft tritt, bestraft.
8 2.
Diese Polizeiverordnung tritt am 1. Januar 1908 in Kraft.
Bergen am 4. Oktober 1907.
Die Ortspolizeiverwaltung.
Klemann. 23797
Aufgebot.
Der Tagelöhner Konrad Müller I, Johannes II. Sohn, zu Wachenbuchen, vertreten durch die Rechtsanwälte Justizrat Leroi und Dr. Nußbaum in Hanau hat das Aufgebot des Grundschuldbriefs über die für die Spar- und Leihkasse zu Hungen, e. G. m. u. H., im Grundbuch von Wachenbuchen Bd. II. Art. 109 Abt. III unter Nr. 8 auf den Grundstücken des Antragstellers Abt. I 13—17 eingetragene Grundschuld von 900 Mark — Neunhundert Mark — jährlich verzinslich mit 5°/o vom 11. November 1890 an, rückzahlbar in 6 gleichen Zielen zu Martini der Jahre 1891 bis 1896, auf Grund der Bewilligung vom 29. November 1890, eingetragen am 27. Dezember 1890, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf
den 19. März 1908, vormittags 9 tthr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Hanau den 13. November 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 23787
politische Rundschau.
Dank des Kronprinzen. Im „Reichs- und Staats- anz." wird folgender Dank des Kronprinzen veröffentlicht:
Aus Anlaß der Geburt Unseres zweiten Sohnes ist der Kronprinzessin, Meiner Gemahlin, und Mir aus allen Kreisen der Bevölkerung des Deutschen Vaterlandes und aus dem Auslande eine Fülle von Glückwünschen zugegangen, die Unsere Herzen mit Dank gegen Gott sowie mit Freude und Stolz über die allgemeine Anteilnahme an Unserem Glück erfüllen. Ich spreche allen denen, die so freundlich Unserer gedacht haben, von ganzem Herzen Unseren Dank aus.
Potsdam, den 15. November 1907.
Wilhelm, Kronprinz.
Rang der Staatssekretäre. Der Kaiser hat den Staatssekretären der obersten Reichsbehörden und dem Staatssekretär in Elsaß-Lothringen an seinem Hofe den Rang unmittelbar nach den Königlich preußischen Staatsministern verliehen.
Deutscher Haudelstag. Das Präsidium des Deutschen Handelstages beruft zum 6. und 7. Dezember; nach Berlin eine Ausschußsitzung. Auf der Tagesordnung * steht u. a.. Vertretung des Kleinhandels, Börseugesetz, Scheck- j gesetz, Handelsinspektionen, Unfallversicherung im Handels- gewerbe, Sicherung der Bauforderungen, Kohlenmangel. Die Verhandlungen finden, wie immer, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Ausschußsitzung geht am 5. Dezember eine Sitzung der Kommission des Deutschen Handels« tages, betreffend Geld, Banken, Börse voran. Zur Erörte
rung sieht der Entwurf eines Gesetzes betr. Abänderung des Börsengesetzes.
Niederlage der Polen. Eine vollständige Niederlage haben die Polen bei den Stadtverordnetenwahlen in Gnesen erlitten. Trotzdem der „Lech" seine Leser täglich zu eifriger Wahlbeteiligung ermahnte und sie beschwor, Gnesen, „die Wiege des PolentumS", nicht ganz in die Hände der Feinde zu geben, erhielten die polnischen Kandidaten nur 331 Stimmen, während die Deutschen mit 540 in der Mehrheit blieben. In der Gnesener Stadtvertretung wird infolgedessen kein einziger Pole sitzen. Der „Lech" eröffnet bereits eine schwarze Liste der Polen, die sich nicht an der Wahl beteiligten.
Die Vorgänge in Rußland, Wie den Petersburger Blättern aus Prokurow (Podolien) gemeldet wird, sind dort vorgestern elf Aufrührer vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden. — Als vorgestern in Riga eine Bande Aufrührer durch eine Polizeipatrouille verhaftet werden sollte, kam eS zu einem Kampf, der zwei Stunden dauerte.
5 der Aufrührer wurden erschossen und der Rest der Bande verhaftet. Ein Polizeibeamter wurde verwundet.
Marokko. Vor einigen Tagen hielten Plünderer aus Muldfamino im Gebiet deS unterworfenen Kämmerer- Zenata bei Aurseka sieben Kilometer von Casablanca eine groß« Karawane an und beraubten sie. Die Unsicherheit in der Umgegend von Casablanca hält an. Die Rückwanderung der Eingeborenen nach der Stadt hat aufgehört. Der Kommandant MaginS hat sich nach Rabat begeben, um den Hauptmann Bremond als Befehlshaber der Polizei Ueser Stadt einzusetzen.
Das Kaiserpaar in England.
London, 16. Nov. Der Kaiser traf heute vormittag halb 12 Uhr auf der Station Paddington ein und fuhr von dort mit dem Gefolge nach der deutschen Botschaft. Bei bet Abfahrt vom Bahnhöfe wurde der Kaiser von dem dort angesammelten Publikum lebhaft begrüßt.
London, 16. Nov. Auf der Botschaft wurde der Kaiser vom Botschafter Grafen Wolff-Metternich empfangen und in die oberen Räume geleitet. Der Kaiser, der Zivil trug, empfing hier eine Reihe von Deputationen, nämlich daS Wallace-Collektion-Komitee, dann den früheren Lordmayor, Sir William Trowar, und dessen beide Sheriffs, mit denen er sich eingehend unterhielt, sodann die Deputation beS Grafschaftsrats. Auf die Ansprache deS Vorsitzenden erwidert« der Kaiser:
„Ihre Willkommens-Adresse, mein« Herren, gewährt mit großes Vergnügen. Ich danke Ihnen bestens für Ihre Güte und Aufmerksamkeit. Daß eine so wichtige Körperschaft wie der Grafschaftsrat von London Wünsche für freundliche und friedliche Beziehungen zwischen unseren beiden Nationen mit I solcher Wärme ausspricht, ist für mich ein« Quell« lebhafter Genugtuung. Ich werde stets an den herzlichen und glänzenden Empfang zurückdenken, den die große Stadt London Ihrer Majestät nnd mir als ein Symbol der Freundschaft bereitet hat, bie zwischen Großbritannien und Deutschland besteht."
Nach seiner Erwiderung unterhielt sich der Kaiser mit den einzelnen Herren. Es folgte die Deputation deS englisch- deutschen FreundschaftS-Komitees, bestehend auS dem Herzog von Argyll, dem Earl of Lonsdale, Lord Avebury, Generalmajor Alfred Turner, Sir Tritton und den Herren New- mann und Fox, mit denen der Kaiser lebhaft plauderte; dann folgte die Abordnung englischer Journalisten. Auf bie Ansprache des Wortführers erwiderte der Kaiser:
„Meine Herrens! Ich nehme Ihre BegrüßungS-Adress« gern entgegen. Ich denke mit Freuden daran, daß Ihr Besuch in Deutschland im vergangenen Sommer so erfolgreich war und daß Sie mit dem Ihnen von meinen Landsleuten bereiteten Empfang zufrieden waren. Die Macht, die Sie besitzen, ist groß und äußerst wohltätig, wenn sie in der Richtung auggeübt wird, unter den Völkern das Gefühl der Freundschaft zu fördern. Ihre Adresse beweist, daß Ihnen diese Aufgabe am Herzen liegt. Ich dank« Ihnen daher für Ihr heutiges Erscheinen hier. Ich freue mich, Sie gesehen zu haben, und hoffe, Sie werden Ihre Bemühungen fort« setzen, die für den Frieden Europas so notwendigen freundschaftlichen Gefühle zwischen unseren beiden Nationen zu pflegen. Wir gehören zu derselben Rasse und haben dieselbe Religion; das sind Bande, die sich stark genug erweisen sollten, zwilchen uns Harmonie und Freundschaft bestehen zu lassen."
Darauf sprach der Kaiser mit jedem der Herren in heiterster Stimmung. Weiter folgten Generalkonsul Geheimer Legationsrat Dr. Johannes, Konsul Humbert und die Herren des Konsulats, dann die Deputation der deutschen Vereine, die eine Kollektivadresse überreichten. Der Generalkonsul stellte die 23 Herren dem Kaiser vor, der sich mit jedem einzelnen unterhielt. Inzwischen hatte bie Kaiserin, von Damen der Botschaft empfangen, in einem anderen Raum die Mitglieder des Frauenvereins für innere Mission empfangen, ebenso bie Mitglieder tat Dine