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General-Anzeiger

Utilities Organ sät Sta-t- an- Fan-Kreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonu- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fünfgespalten« Petttzsle oder bereit StaitM 20 M^ w Sieklamentril He Seite 85 Pfg.

verantwort!. Siedaktturt S. Schrock*» tu Hareq»

9h. 244 F,rnsprecha»schl»tz Nr. 605.

Amtliches.

Landkreis Ran au. Bckmtmchmseii des KKIgllchen LliiidrMâ

Unter den Schweinen zu Bergen ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 15. Oktober 1907.

Der Königliche Landrat.

V 10108 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Peitsche, 1 großer Mülleimer.

Verloren: 1 Herren-Uhr mit Kette an der Kette 2 Denkmünzen, 1 Portemonnaie mit 18 Mk., 1 graues Damenportemonnaie mit etwas Inhalt (zwei 50 Pfg.-Stücke und drei 5 Pfg.-Marken), 1 Zehnmarkstück, 1 großer Nohrkorb.

Zugelaufen: 1 gelber schottischer Schäferhund m. Geschl., 1 junger schwarz und weißer Hund.

Hanau den 18. Oktober 1907.

PotitiTcbe Rundschau.

De? Kaiser traf gestern vormittag, von Hubertusstock kommend, im Automobil im Schloß Bellevue ein, wo Prinz Joachim für seine heutige Einsegnung geprüft wurde, und begab sich dann gegen t Uhr nach dem königlichen Schlosse in Berlin.

Dem Kronprinzen wurden, wie dieKreuz Ztg." berichtet, gestern vormittag im Ministerium bei Innern vurch den Minister v. Moltke die Beamten de8 Ministeriums vor­gestellt. An die Vorstellung schloß sich ein Vortrag deS Universitätsprofessors Otto Hintze über die Wandlungen deS preußischen Staates vom Territorialstaat zum Großstaat und über die Entwicklung vom landständischen zum absolutistischen und schließlich zum modernen-konstitutionellen Staat.

Kirchliche Mrbitie für die Kronprinzessin. Der Evangelische Oberkirchenrat hat die Oberkonsistorien an­gewiesen, in den Kirchen ihres Aufsichtsbezirks eine kirchliche Fürbitte für eine glückliche Entbindung der Frau Kronprin­zessin im nächsten Hauptgottesdienst abhalten zu lassen.

fynnktionsznlaaen. Die städtischen Körperschaften der Stadt Liegnitz haben ihren Widerstand gegen die von dem Königs. Provinzialschulkollegium zu Breslau gewünschte Erhöhung der pensionsberechtigten Funktionszulage von 150 Mar? auf 300 Mark endlich aufqeqeben. Dieser Beschluß hat für die Lehrer der dortigen Vorschule rückwirkende Kraft vom 1. April 1907 ab. Nunmehr herrscht auch im ganzen Schlesierlande hierin Einheitlichkeit.

In Sachsen wird die Erhöhung des Wohnungsgeldes, die Einführung des Dienstaltersstufensystems und die Auf- befferung der Beamtengehälter eine Mehrausgabe von etwa zehn Millionen Mark verursachen.

Das Befinden des Kaisers Kranz Josef. Der Kaiser war den ganzen Tag fieberfrei. Auch abends trat keine Erhöhung, der Temperatur ein. Der Lokalbefund ist entschieden günstiger. DieCorrespondenz Wilhelm" er­hält die folgende Mitteilung über das Befinden des Kaisers: Der Kaiser befindet sich seit vier Tagen entschieden besser. Die Temperatur ist, abgesehen von zeitweisen mäßigen Steigerungen, normal. Die Heiserkeit erscheint vollständig beseitigt, so daß der Kaiser ohne Anstrengung und sehr deut­lich und mit heller Stimme spricht. Die Herztätigkeit und der Kräftezustand sind seit dem Beginn des Unwohlseins be- friedigend. Der Puls ist kräftig und regelmäßig. Infolge dessen ist der Kaiser bei bester Stimmung. Auch sein Aus­sehen ist seit vier Tagen frischer und 'beruhigender. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß der Monarch sich allmählich erholt. Der Husten ist bedeutend lockerer geworden. Heute früh fühlte sich der Kaiser frisch. Der Appetit hat sich seit zwei bis drei Tagen merklich gehoben. Somit ist das Bild subjektiv und objektiv ungemein günstig.

Die Friedenskonferenz im Haag. In der am Abend abgehaltenen Plenarsitzung der Haager Friedenskonfe­renz setzte Renault den Generalbericht über die Redaktion der Schlußkonventionen fort. Sodann wurden die Schluß­akte einstimmig, abgesehen von einer Reserve der Schweiz, genehmigt. Die Konferenz wird in einer morgen nachmittag halb 3 Uhr stattfindenden Schlußsitzung geschlossen werden. Die Unterzeichnungen erfolgen morgen abend oder am Sams­tag. Am Sonntag oder Montag reisen fast alle Delegierte fort.

Freitag deu 18. Oktober

Ans dem dänischen Parlament. Im Laufe der Budgetberatung führte der Minister des Auswärtigen in Be­antwortung einer Anfrage aus: Die auswärtige Politik der Regierung sei in der Presse in der letzten Zeit vielfach ver­dächtigt und falsch ausgelegt worden. Seinen Handlungen seien eine Tragweite und Absichten unterlegt worden, die fie nicht hatten. Die Folgen hiervon hätten sich auf beklagenswerte Weise in der ausländischen Treffe gezeigt. Was unsere auswärtige Politik angeht, so fährt der Minister fort, so geht man fehl, wenn man annimmt, daß sich dieselbe von einem Tage auf den anderen ändere oder daß der Personenwechsel im Ministerium von großer Bedeutung für dieselbe sei. Der rote Faden, der viele Jahre hindurch unsere auswärtige Politik durchzog, war der Wunsch, unsere Neutralität zu be­wahren. Dieser Richtschnur folgte das gegenwärtige Mini­sterium. Ebenso wie früher war es das Bestreben des Ministeriums, mit den anderen Staaten auf gutem Fuße zu stehen und ein gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn zu schaffen unter voller Wahrung unserer Bewegungsfreiheit. Das ist nach meiner Meinung die einzige Politik, welcher der dänische Minister des Auswärtigen folgen darf und die einzige Politik, welche im Volke Widerhall findet. Um diese Ziele durchzuführen, ist indessen notwendig, daß die Landes­verteidigung sich in einem zeitgemäßen, den Kräften des Landes entsprechenden Zustande befindet, damit wir der Welt zeigen können, daß wir die Fähigkeit und den Willen haben, ein ernstes Wort mitzusprechen bei der Entscheidung über die Zukunft unseres Landes. Ich hoffe, daß wir bald vor der Entscheidung der VerteidigungSfrage stehen und daß daS ganze dänische Volk mitwirken werde an der glücklichen Lösung dieser für das Land so wichtigen Frage.

Die Verteidiqnngs - Vorlage in Schweden. Gegenüber den in den letzten Tagen aufgetauchten Behaup­tungen, die Verteidigungsvorlage in Schweden, die vor einem Jahr« vom Generalstab ausgearbeitet worden ist und jetzt von einer parlamentarischen Kommission geprüft werden soll, bezwecke Rüstungen gegen Norwegen, erklärte der Kriegs­minister in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter von Stockholms Tidning, daß die Vorlage nur eine Ausdehnung der Wehrpflicht von 8 Monaten auf ein Jahr und eine Ver­mehrung der Feldinfanterie um 24 Bataillone bezwecke. Diese Vorschläge seien indessen nicht neu, sondern hätten ihren Ursprung in der Reform der Heeresorganisation, welche 1901 vom Reichstag zwar angenommen, aber aus ökonomischen Gründen nicht durchgeführt worden sei. Neue Landbefestigungen seien nicht projektiert. ES seien also keine neuen oder be­sonderen Verteidigungsveranstaltungen über die hinaus vorge­schlagen, welche bereits vor dem Unionsbruch im Jahre 1905 vorgeschlagen worden sind.

Die Loge in Marokko.

Paris, 17. Oktbr. Im heutigen Ministerrate gab der Finanzminister Caillaux einen eingehenden Ueberblick Über die Finanzlage und erklärte, 1906 ergebe nur ein Defizit von vierzehn Millionen. Die Lage sei befriedigend, wenn man die beträchtlichen Militärlasten sowie nicht die Verausgabung von 57 Millionen kurzfristiger Obligationen in Betracht ziehe, die zur Herstellung des Gleichgewichtes vorgesehen sind. Das Finanzjahr 1907 werde trotz der kriegerischen Unternehmungen in Marokko und der bedauernswerten Vorkommnisse im Süden und im Zentrum mit einem Ueberschuß abschließen, wie mit Sicherheit zu erwarten sei. Im Finanzjahr 1908 würden die Einnahmen die Ausgaben decken, ohne daß eine neue Steuer oder die Ausgabe neuer Obligationen erforder­lich sei. Der Unterrichtsminister Briand sprach darauf über die Kirchendiebstähle, wies auf die Notwendigkeit hin, neue Gesetze zu erlassen, auf Grund deren die in den Kirchen auf­bewahrten Kunstgegenstände in die National-, Departements­und Lokalmuseen überführt werden konnten.

Paris, 17. Oktbr. Auf dem in Ramboillet versammelten Ministerrat machte der Minister des Auswärtigen Pichon Mitteilung von einer Depesche des Gesandten Regnault über seine und General Liautheys Unterredung mit dem Sultan Abdul Asis, bei der alle die französischen Interessen in Marokko und besonders an der algerischen Grenze berührenden Fragen erörtert wurden. Abdul Asis traf Maßregeln zur Entsendung von hinreichend starken Mahallas, um die feind­lichen Stämme zu unterwerfen.

Algier, 17. Oktbr. Der französische Transportdampser Shamrock" ist hier eingetroffen. An Bord des Dampfers befindet sich der frühere Pascha von Casablanca, Bu Beeker, der nach Bou-Saada gebracht und den dortigen Behörden übergeben werden soll.

Madrid, 17. Oktbr. Der Minister des Aeußeren stellt

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907

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förmlich in Abrede, baß Major Santa Olalla aus Casa« blanea abberufen werde. Der Major Santa Olalla üb« dort vielmehr die Poltzeigewalt aus, wie sie in der Algeciras- Akte vorgesehen und vom Sultan gutgeheißen sei. Ohne bst Zustimmung des letzteren könne Spanien Santa Olalla nicht abberufen.

Die Vorgänge in Rußland.

Petersburg, 17. Oktbr. Vor dem hiesigen Militär- Bezirksgericht wurde heute der Prozeß wegen des vereitelten Attentats gegen den Kriegsminister General Rödiger ver­handelt. Angeklagt sind 7 Personen, damnter meist Militär­schreiber, sowie die oldenburgische Staatsangehörige Wilhel­mine Helms. Sie gehören sämtlich der revolutionären Partei an. Der spezielle Zweck dieses Planes war, die höchsten militärischen Würdenträger zu ermorden. Doch ge­lang es der Polizei im letzten Moment, daS Bomben- Attentat gegen Rödiger zu vereiteln. Alle 7 Angeklagten wurden zu Zwangsarbeit in Sibirien von 6 bis 15 Jahren verurteilt.

Warschau, 17. Oktbr. Unter den hiesigen Russen wurde ein Wahlschwinbel entdeckt. Nachdem nach der neuen Wahl­ordnung es den Russen in Warschau gestattet war, einen eigenen Duma-Abgeordneten zu wählen, teilten sie sich in drei Parteien: echte Russen (schwarze Bande), Oktober-Partei und Kadetten. Es ist nun festgestellt worden, daß es den wahrhaft russischen Leuten gelungen ist, mit Hilfe von russi­schen Postbeamten alle Agitationsbriefe (Aufnrf« und Wahl­zettel, die von den anderen Parteien abgesandt wurden, zu entwenden und ihrem Bestimmungsort fernzuhalten. In­folgedessen verteilten die Oktober-Partei und die Kadetten gestern am Vortage der Wahlen in Warschau zum zweiten Male ihre Aufrufe und Wahlzettel, diesmal durch Ver­trauensleute. Es sind Protest-Versammlungen gegen die wahrhaften Russen geplant. Der Skandal wird wahrschein­lich noch ein gerichtliches Nachspiel haben.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hannu, 18. Oktober.

* Knnftvereitt. Die Ausstellung von Original* Radierungen, -Lithographien und »Holz­schnitten ist am nächsten Sonntag zum letzten Mal ge­öffnet. Es sind nur deutsche Meister vertreten, von diesen aber die hervorragendsten; wir nennen Menzel, Max Klinger, Thoma, Stauffer-Bern, Franz von Stuck, Kall­morgen, Schönleber, Arthur Kampf, Steinhausen, Han- Volkmann, Vogeler«Worpswede, Hans Unger, Bantzer, Ubbelohde u. a. Unser Hanauer Künstler Koch-Honneff ist mit einer größeren Zahl Kunstblätter vertreten. Die Aus­stellung gibt einen Ueberblick über die gegenwärtige Höhe der von den Künstlern selbst auf Kupfer, Stein oder Holz zur Vervielfältigung gezeichneten Werke. Es ist eint wahre Freude, die prächtigen Blätter, von denen gewiß nur «in kleiner Teil durch Kunsthändler sonst nach Hanau gelangt, in einer Ausstellung vereint zu sehen.

* Der Verein der Hochspefiartfreunde Rothen» buch hielt am Sonntag den 13. Oktober d. J. seine Jahres- Hauptversammlung in Heigenbrücken (Gasthauszur Löwen­grube") ab. Die Mitgliederzahl des Gesamtvereins ist auf 2400 gestiegen, und die rastlose Tätigkeit des Vorstande» und der Obmänner der verschiedenen Abteilungen läßt ein weiteres Steigen der Mitglieder erwarten. Außerordentlich günstig haben sich die Kassenverhältnisse gestaltet, und konn­ten 360 Mk. aus der Hauptkasse für den in Aussicht ge­nommenen Turm auf der WeikertSspitze bewilligt werden. Die Aemter deS Vorstandes wurden wie folgt verteilt: Förster I. Hopf- Rothenbuch, 1. Vorsitzender; M. K i s s a m « r- Frankfurt a. M., 2. Vorsitzender; Postexpeditor Stenger« Wiesentheid, Kassierer; B. S e m b a ch - Frankfurt a. M., Schriftführer. Die seitherigen Obmänner der einzelnen Ab­teilungen wurden sämtlich wieder bestätigt, für Hanau: Ludwig Reuß, Kesselstadt (Kolonie), an den Anmeldungen zu richten sind. Die langjährige aufopfernde Tätigkeit deS Herrn Förster Hopf auf dem Gebiete der Wegemarkierung und des Herrn Aug. K n y r i m sen. auf dem Gebiete der inneren Verwaltung und Ausbreitung des Vereins wurde dadurch anerkannt, daß beide Herren zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden.

* Durnerisches. Der Besuch der Turnstunden ist in allen Abteilungen der Turngemeinde gegenwärtig ein äußerst reger und werden die Wintermonate auf daS eifrigste benutzt zu gründlicher Vorbereitung für das im Sommer nächsten Jahres in Frankfurt a. M. stattfindende deutsche Turnfest. Die besten Kräfte nehmen am Einzelwetturnen teil, während für das Musterriegenturnen eine Riege am Doppelbarrrn und eine Riege in Eisenstabübungen in Vorbereitung sind. Die Knaben- und Mädchenabteilungen erfreuen sich gleiche