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Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Hanan.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Eiarückuugsgebüya.

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veraatmortl. Redakteur: G. Schrecker m H««»

Ri. 115 F«rnsprechanschl»tz Nr. 605.

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Fest, Pfingsten, der Natur eine Maienzeit voll

u Pfingsten um dre Mmenzert

Da steht die Welt in Wonne,

Wenns von den Bäumen Blüten schneit

Im Glan; der Frühlingssonne,

Wenn überall im Land erwacht

Bei lauer Winde Wehen

Die ganze holde Maienpracht,

Wie mag das nur geschehen?

Ich künd es euch; in stiller Nacht

Wenns mait auf Erden wieder

Dann schwebt auf Mondenstrahlen sacht

Ein Engel zu uns nieder;

Der hat im ewgen Sonnenstrahl

Im Paradiesesgarten

Die lichten Himmelsblumen all Zu hüten und zu warten.

Der Engel schwebt durch Feld und Au

Und durch der Erde Träume

Und gießt ein Tröpflein Himmelstau Auf Blüten, Gras und Bäume.

Zum Pfingstfcste.

Man nennt's wohl gerrn dasliebliche" wo die wundervolle Blütenpracht draußen in so mächtige Herzenssprache redet. Holde

Leben und Sprießen, voll Jugend und fröhlicher Frische! Da weitet sich die Menschenbrust. Glückstrahlende Hoffnungs­melodien tonen in träumerischen Harmonien. Ein sonniger, wärmender Daseinshauch. Selbst in winklige Dachkammern und dumpfe Kellerwohnungen dringt warmherzige Lebens­wonne . . . Aber ist das alles, was zum Pfingstfeste ge­hört ? Nun dann wäre es trotz allem nur eine farben­glänzende Schwärmerei, eine sehnende Rührstimmung, ein unbestimmter flüchtiger Glockenklang. Wir dürfen die Haupt­sache nicht übersehen, das geistliche Pfingsten. Allerdings, viele Menschen wissen wenig damit anzufangen. Das Wehen heiligen Gottesgeistes was gilt's in unserer modernen Zeit? Des eigenen menschlichen Geistes Ich, das wird auf den Thron gehoben. Mehr oder minder auf­dringlich verkündigt und betätigt es eine ruhelose Eigennutz- Kultur. Und dennoch ist jener erste Pfingsttag, wo die Jünger mit neuen Zungen redeten, kein überwundener Stand­punkt. Es war das Geburtsfest der christlichen Kirche, und diese Kirche hat sich allen Angriffen und Hemmungen gegen­über tapfer behauptet. Mag sein, hier und da mit einigen Schlacken und Unvollkommenheiten. Und diese Kirche hatte und hat immer noch eine missionierende Kraft, der sich auch ^ie wildesten und entlegensten Völkerstämme beugen. Die

Samstag den 18. Mai

Pfingsten. * *

Fröhliche

Pfingsten

wünschen

unseren

Abonnenten.

Kirche ist nicht von dieser Welt, doch ist sie in dieser Welt

* und hat als sichtbare Gemeinschaft ein Daseinsrecht neben ! dem Staat. Daß die Kirche zertrennt und uneins ist, daß keine Kirche auf Erden das Ziel erreicht, das Golt ihr ge­steckt hat, findet seinen letzten Grund in der menschlichen Schwäche, der irdischen Unvollkommenheit, an die sie auf Erden gebunden ist. Aber wo Gottes Wort und Sakrament unverfälscht wohnen, da treibt noch immer der Pfingstgeist sein Frühlingswerk. Solange die Christen in treuem Be­kenntnis an diesen Gnadenmitteln festhalten und nichtdie Standarte wegwerfen", so lange brauchen sie eine Welt voll Feinde nicht zu fürchten.Die Kirche Christi gleicht der Arche: je höher die Wasser der Trübsal steigen, um so höher steigt sie auch dem Himmel zu."

Pfingsten.

Die Maien ins Haus, frische Zweige mit grünem Früh- lingslaub an die Türen und Fenster, Pfingsten,das lieb­liche Fest", ist da und harrt eines fröhlichen Willkommens! Und es bietet uns selbst alles, was wir zu seinem Empfange gebrauchen, sein Diener, der Lenz, hat Großes geschaffen seither, wiederum hat er sich als der große Zauberkünstler bewährt, dem niemand es gleichzutun vermag. Schön ist die Erde zu Pfingsten, der zarte, keusche Frühlingsschmuck be­kränzt sie wie eine Braut, freudiger Jubel begrüßt den Dom des Waldes, das Grün der Wiesen und Fluren, und jauchzend stimmen die Sänger des Waldes mit ein in das frohe Fest­lied Vorbereitet ist alles zur würdigen Feier, gerüstet zum

ßyernsprechanschlich Nr. 605» 1907

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Den Vöglein, schlummernd tief im Nest,

Streicht leis er das Gefieder,

Dann wissen sie fürs Frühlingsfest

Die schönsten Iubellieder.

Und wo der holde Engel naht,

Da hebt sich allerwegen

Ein neues Blühn auf seinem Pfad,

Ein Leben und ein Regen.

Er aber, wenn sein Werk getan

In Ferne und in Nähe,

Schwebt wieder auf der Strahlenbahn

Zur Heimat in die Höhe.

Zu Pfingsten um die Maienzeit

Steht dann die Welt in Wonnen,

Es weckt ja all die Herrlichkeit

Der Tau vom Himmelsbronnen

Uns aber, wenn uns hold umblüht

Der Mai auf unsern Bahnen, Ziehts leise grüßend durchs Gemüt Wie paradiesesahnen.

frohen Wandern mit leichtem Fuß und dankbarem Sinn, um in vollen Zügen zu genießen, was das frohe Fest an Freude und Erquickung bietet. Einfach und doch überwältigend ist das Pfingstfest, voller Anmut und dock voller Hoheit, mit einer hohen Kraft begabt, welche der Seele das Höchste zu geben vermag: Hoffnung und Zufriedenheit. Da wird ver­gessen, was die Winterwochen an Verdruß und Sorgen ge­bracht, die herrliche Frühlingsluft scheucht die Wolken gar- schnell von der Stirne, und aus der Brust entweichen alle kleinlichen und niedrigen Gedanken. In voller Muße, in vollstem Frieden können wir das liebliche Fest feiern, das allen mit offener Hand seine Gaben beut, niemanden: weniger, jedem Schätze in Hülle und Fülle. Nicht ist Gold und Edel­stein die Gabe des Pfingstfestes, aber es ist mehr wert als Geld und Gut, und das frohe Gemüt, der heitere Sinn sind nicht häufig im Leben, auch bei reichen Leuten nicht. Darum frische Maienzweige ins Haus, Pfingsten zu begrüßen! Kurz ist die Spanne köstlicher Zeit, welche es uns beschert, und man möchte mit dem Dichter rufen:Verweile doch, du bist so schön! Aber einen Stillstand gibt es nun einmal nicht im Leben, feiern wir recht Pfingsten, dann haben wir auch den Segen der Pfingstfeier, er begleitet uns in die nun folgen­den Sommerwochen hinein. Alle Welt ist gerüstet, zum Fest freu: sich groß und klein, arm und reich, und so wünschen auch wir allen unseren Lesern ein frohes und gesegnetes Pfingstfest!