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Bette e

Freitag

18. Januar.

willig von dem Prinzipal der Urlaub eingerkumi wird. Unsere Ditte geht daher dahin, die Herren Prinzipale möchten an8 freien Stücken ihren Reffenden die Gelegenheit zur Er­füllung ihrer Wahlpflicht gewähren und ihnen, wenn irgend möglich, naheltgen, für diesen Tag ihre Tour zu unter­brechen und nach Hause zurückzukehren. Wir bitten insbe­sondere die geehrten Handelskammern, in ihrem Kreise dahin 1« wirken.

Die Sozialdemokratie entwickelt, wie wir schon mehr- fach zu betonen Gelegenheiten hatten, im fetzigen Wahlkampfe den größten Eifer in der Herabsetzung aller bisherigen kultu­rellen Institutionen und in der Verächtlichmachung der Be­strebungen aller übrigen Parteien. Eine Hochflut von Schimpfworten ergießt sich täglich in den sozialdemokratischen Organen über alles, was besteht, und im hohlsten Pathos wird immer wieder versichert, daß alles Elend uud alle Not ein Ende haben würden, wenn die Sozialdemokratie zur Herrschaft gelangt wäre. Auffällt nur, daß niemals gesagt wird, wie diese Partei sich Staat, Gesellschaft und Wirt­schaftsordnung in Zukunft vorstellt. DaS hat seinen guten Grund. Eine große Zahl der Wähler, die der Sozialdemo­kratie ihre Stimmen gegeben haben, bestellt aus den sogen. Mitläufern. Es sind Wähler, die gar nicht wissen, was die Sozialdemokratie am Ende bezweckt, und die, wenn es ihnen klar würde, von dieser Partei schleunigst abrücken würden. DieS weiß die sozialdemokratische Parteileitung sehr wohl und aus diesem Grunde ist sie ängstlich besorgt, ihr Pro­gramm soviel alS nur möglich zu verbergen. Für die anderen Parteien wird es aber umsomehr Pflicht, die WLylermassen über die Natur dieser Partei aufzuklären. Wak will die Sozialdemokratie? Einmal an die Stelle der Monarchie die Republik setzen, mit andern Worten die Regierung soll auS der Hand des Monarchen in die Hand der Führer der Sozialdemokratie, also der Herren Singer, Stadthagen, u. s. w. übergehen. Es ist wirklich traurig, daß eine Partei mit einem solchen Ziele bei einer Reichstagßwahl drei Millionen Stimmen erhalten hat. Wenn Preußen und Deutschland groß geworden sind, so verdanken sie die Ent­wicklung gewiß zu einem guten Teile der Tatkraft, der In­telligenz und dem Fleiß ihrer Bewohner. Jeder aber, der die Geschichte auch nur einigermaßen kennt, wird zugeben müssen, daß die Hebung des preußischen StaateS zu einem bedeutenden Teile auch den Hohenzollern zuzuschreiben ist. Die Hohenzollern haben, als sie in die Mark kamen, die inneren Zwistigkeiten der Stände beseitigt und dadurch erst ein Staatsleben möglich gemacht, sie haben durch kühne Erwerbungen dem Staat eine Größe gegeben, die ihn erst befähigte, im Kreise der Völker eine Rolle zu spielen, sie haben die innere Kraft des Staates so gefördert, daß er dem Ansturm einer Koalition fast sämtlicher übrigen euro­päischen Kulturstaaten Widerstand leisten konnte und sie haben schließlich dem Werk die Krone aufgesetzt dadurch, daß sie das Reich wieder errichteten und dadurch erst die heutige Stellung schufen, die die deutsche Nation einnimmt. Eine solche Monarchie sollte von Phrasenhelden beseitigt werden? Jeder Deutsche, dem noch ein Gefühl von Dankbarkeit übrig geblieben ist und dem noch der Zorn über das freche Ge­bühren der sozialdemokratischen Bramarbase die Adern schwellen kann, muß denen, die die Hohenzollern beseitigen wollen, mit dem Stimmzettel beweisen, daß die deutsche Nation von einem Geschlechte geführt sein will, das in den Zeiten deS Unglücks und der Not zum Volke gestanden hat, nicht aber von denen, die von der Lüge und der Heuchelei leben. Und was will die Sozialdemokratie weiter? Das Kollektiveigentum an den Produktionsmitteln. So sagt sie in ihrem Programm. Es würde dies daS ge­meinsame Eigentum Aller an Grund und Boden, an der Produktion dienenden Gebäuden, Maschinen usw. bedeuten. Danach würde immer noch ein gewiffes Privateigentum möglich sein. In Wirklichkeit aber will die Sozialdemokratie nicht bloß die Vergesellschaftung des Eigentums an den Produktionsmitteln, sie will die Einführung des Kommunis­mus. Gewiß hütet sie sich, dies öffentlich zu sagen, aber noch neulich haben wir an der Hand einer vomVorwärts" aufgestellten Statistik über den Vermögens stand nachgewiesen, daß die ödesten TeilungSidcen der Sozialdemokratie im Blute stecken. Niemand darf mehr besitzen, als der andere, ist das Grundmotiv der sozialdemokratischen Zukunftsmusik, und wer etwas besitzt, hat es mit dem andern der nichts hat, zu teilen. Ob dieser andere den Niangel an Besitz durch Faulheit, Dummheit, Liederlichkeit, Nachlässigkeit verschuldet hat, ist gleich. Dummheit und Faulheit würden überhaupt nicht blos prämiiert werden, sie würden im Staat und in der Gesellschaft zur Herrschaft kommen. Wem eine solche Aussicht behagt, der möge der Sozialdemokratie seine Stimme geben, wer aber noch wünscht, daß der Feißige, Strebsame und Sparsame die Früchte seiner Tätigkeit genießt, wer seinen Nachkommen etwas hinterlassen will, wer daß Privateigen­tum als einen der wichtigsten Hebel bei der Förderung der Kultur erkennt, der bekämpfe die Sozialdemokratie, bie biefe Kultur auf eine schon vor Jahrtausenden erreichte Stufe zurückwerfen will, der stimme am 25. Januar gegen die Sozialdemokratie.

Das Erdbeben auf Jamaika.

London, 17. Jan. Die Nachrichten aus Kingston sind immer noch mangelhaft, bestätigen jedoch im allgemeinen den zuerst gemeldeten großen Umfang des Unglücks. Henniker Heaton, einer der englischen Besucher, soll die Toten auf 5001000 schätzen, 230 wurden bereits bestattet. Der Verlust an Eigentum wird auf 23 Millionen Sterling geschätzt. Die nach den Hügeln zu gelegenen Häuser der wohlhabenden Kreise sind fast unbeschädigt geblieben, da­gegen ist der in der sandigen Ebene gelegene von Negern bewohnte Teil völlig zerstört. Er bestand meist au8 nied­rigen, leicht gebauten Wohnungen. Das vom Hasen nach dec Beeston-Straße (der ersten West-Oststraße nördlich von Parade Garden) und von der Malden-Straße nach dem Zoll­haus (die beiden Oertlichkeiten begrenzen die früher beschrie­bene LandauSbuchtung) sich erstreckende Geschäftsviertel ist ebenfalls meist zerstört. Nur einige der bester gebauten Häuser entkamen dem Feuer, das ân einigen Stellen noch andauert und die Feststellung der Totenzahl unmöglich macht. Das öffentliche Hospital nördlich der Beeston-Straße blieb unversehrt, kann aber nicht alle Verletzten, die auf 800 ge­schätzt werden, aufnehmen. Das Gerichtsgebäude, das Post­amt, das Schatzamt, die beiden vorhandenen Banken, meh­rere Kirchen und die meisten Hotels (alles Gebäude in dem Viereckhafen. Malden- und Beeston-Scratze und Lollhaus)

sind vernichtet, hauptsächlich bitrdj Feiter. Das Erdbeben war am heftigsten in der Mitte der Stadt rund um den Parade Garden, namentlich da, wo Königs- imd Königin- Straße sich verbinden. Es erstreckte sich meilenweit bis nach der Bull Bai südlich von Long Mountain, schwächte sich aber nach der Holland Bai zu ab, die die äußerste östliche Jnselspitze bildet. Die Schiffe im Hafen entkamen. Indes sind die meisten am Hafen gelegenen großen Warenhäuser der hervorragendsten Firmen verbrannt. Man glaubt nicht, daß sich unter den Toten viele Weiße befinden. Die genaue Liste konnte aber noch nicht aufgestellt werden. Eine Wind­stille verhinderte die weitere Ausbreitung des Feuers, das am heftigsten in dem Bezirk wütete, der von dem Hafen süd­lich, der Königinstraße nördlich, dem Bahnhof westlich, der Strafanstalt östlich begrenzt ist. Die öffentliche Ordnung wurde kaum gestört, da die Neger von Panik ergriffen sich zuerst zum G"bet vereinigten und später in wilder Flucht zum Fuße de? Long Mountain eilten. Viele wurden auf dieser Flucht zu Tode getreten. Die Witterung ist mild und trocken, ein Umstand, der das Uebernachten im Freien oder in Zelten erträglich macht.

London, 17. Jan. DerNew-Pork Herold" meldet auS Kingston, daS Feuer sei ausgebrannt. Die einst schöne Stadt sei jetzt eine grausige Fläche voller Trauer und Klagen. Tausende ihrer Wohnung Beraubte schlafen in den Straßen; Bananen sind die Hauptnahrung. Am 16. Jan. wurden 180 Leichen auf dem katholischen F^dhof bestattet, heute 130.

London, 17. Jan. Der König und die City »Kor­poration stifteten je 1000 Pfund Sterling zu dem von der Stadtverwaltung ins Leben gerufenen HilSfondS für Kingston.

Washington, 17. Jan. DaS Repräsentanten-. hauS hat ein Gesetz angenommen, durch welches der Präsi­dent ermächigt wird, an die Notleidenden auf Jamaika Lebensmittel, Kleider u. s. w. auS den Marincbeständen zu verteilen.

Klus aller Ulett.

100 000 Mark Gtiftnng. Die große Webereifirma Jung & Simons in Schedewitz bei Zwickau hat auS Anlaß ihre? 40jährigen Bestehens einer von ihr beim 25jährigen GejchäftSjubiläum errichteten Stiftung über 100 000 Mark, auS der Beamten und Arbeitern in Notfällen Unterstützungen gewährt werden, weitere 100000 Mark hinzugefügt. In der Fabrik, die aus den kleinsten Anfängen hervorgegangen ist, sind über tausend Arbeiter beschäftigt.

Städtischer Fleischverkauf. Der Gemeinderat in Diedenhofen faßte in seiner letzten Sitzung folgenden Be­schluß : Der Bürgermeister wird ermächtigt, nach Ablauf von 14 Tagen den städtischen Fleischverkauf versuchsweise einzu­führen, falls die Preise nicht nach dem Vorschläge der Stadt herabgesetzt werden. Der Kredit zur Einrichtung der Ver­kaufsstellen wird bewilligt. Der städtische Fischverkauf ist im besten Gange.

Der Mut der Ueberzeugung. In derStraßburger Post" lesen wir: Ein Opfer seiner wissenschaftlichen An­schauung wurde vor kurzem ein Probekandidat eines deutschen Gymnasiums. Während feiner Studienjahre hatte er sich die von einigen UniversitätSpro^efforen vertretene Ansicht an­geeignet, daß in den auS der lateinischen Sprache stammen­den Fremdwörtern daS C nicht wie Z, fonbem wie K aus­gesprochen werden müsse: infolge dieser Anschauung, über welche, wie man weiß, die Gelehrten noch nicht einig sind, verlangte er von seinen Schülern, daß sie mit ihrer bis­herigen Gewohnheit brechen und HinfürKäsar, Kikero, Kitrone" usw. aussprechen sollten. Natürlich erregte diese neue Sprechweise Aufsehen in den beteiligten Schülerkreisen. Die älteren Kollegen des jungen Mannes ließen es nicht an Belehrungen fehlen, um ihm zu beweisen, daß der Unterricht an ein- und derselben Anstalt sich ganz selbstverständlich auch einheitlich gestalten müsse; aber sie predigten tauben Ohren. Ja, selbst gegen die väterlichen Ermahnungen beS Gymna­sialdirektors, er möge doch bedenken, welche unangenehmen Folgen seine andauernde Gehorsamsverweigerung für ihn haben könne, verhielt sich der Kandidat ablehnend.Mein Gewissen erlaubt mir nicht, gegen meine wissenschaftliche An­schauung zu verstoßen", war und blieb seine Antwort. Und als er amtlich aufgefordert wurde, sich der üblichen Sprach­weise zu fügen, widrigenfalls er entlassen werde, setzte er kurzerhand seinenKilinder" auf und machte seine Abschieds­besuche.

Abgeschnittene Finger als Bittgesuch. 21 hungernde koreanische Studenten in Tokio, denen die heinwtliche Unter­stützung abgeschnitten worden ist, haben bei der Regierung in Soeul die Fortgewährung dieser Unterstützung unter Bei­fügung je eines von der Hand der Studenten abgeschnittenen Fingers erbeten.

Eine neue KöPcnickiaDe wird mitgeteilt. Der ver­heiratete Hausbesitzer H. in Köpenick ist, wie man in Ber­liner Zeitungen liest, mit der jungen Frau eines Maler­meisters durchgebrannt. Vor dem Verschwinden nahm der Mann auf das Grundstück seiner Frau eine Hypothek von 4500 Mark auf.

Der Mörder seiner Geliebten. Die Leiche deS 23jährigen Dienstmädchens Margarete Koch aus Beekendorf (Kreis Schleswig), das in Groß-Rheide bedienstet war, wurde in einem Wasserlauf bei Neuhören aufgesunden. Verschiedene Umstände ließen darauf schließen, daß daS Mädchen das Opfer eine? Mordbuben geworden war. Der Verdacht der Täter­schaft lenkte sich auf den ehemaligen Fürsorgezögling, den kaum 17jährigen Knecht Grabinski, der seit einer Reihe von Jahren bei einem Landmann in Groß-Rheide beschäftigt war und mit dem Mädchen ein Liebesverhältnis unterhielt, dessen Folgen nicht länger zu verbergen waren. Gr. wurde ver­haftet und hat nach anfänglichem Leugnen das Geständnis abgelegt, daß er seine Geliebte mit Vorsatz getötet und be­raubt habe. Er hat den Kopf der Unglücklichen so lange unter Wasser gehalten, bis der Tod eintrat. Der jugend­liche Raubmörder wurde dem Gerichtsgefängnis in Schleswig zugeführt.

'Mord auf offener Straffe. Auf offener Straße er­schossen wurde in Brüssel der Rechtsanwalt Nols auS Lüttich. Die Tat wurde begangen von dem Weinhändler Render- burger, dem er die Verlängerung des Zahlungstermines ab­schlug. Der Mörder wurde verhaftet.

Bei der Schlelfenfahrt getötet. Eine aufregende Szene spielte sich vor einigen Tagen im ZirkuS Buckingham in Buenos Aires ab. Der Italiener Romolo Penagini hatte mit einiaen Freunden gewettet, daß er die bekannte Schleisen-

fahrt, die jeden Abend von einem Zirkuskünstler unter großem Beifall ausgesüßrt wurde, ohne jede Vorbereitung nach­ahmen werde. Unbegreiflicherweise stellte der Zirkusdirektor seinen Zirkus für diese Uebung zur Verfügung. Eine große Menschenmenge war herbeigeeilt, um dem Schauspiel beizu­wohnen. Penagini begann das .Kunststück sehr mutig; alS ^r aber mit seinem Rade einen Sprung wagen sollte, stutzte er einen Augenblick und lag im nächsten Augenblick mit zer­schmettertem Schädel am Boden. Des Publikums bemäch­tigte sich eine ungeheure Panik, alles eilte den Ausgängen zu und viele Damen wurden ohnmächtig. Nur der Geistes­gegenwart der Zirkusangestellten ist es zu verdanken, daß nicht zahlreiche Unglücksfälle zu besinnen waren.

Millionenschulden einer russischen Prinzessin. Der Petersburger Korrespondent desBerl. T." telegraphiert: Der Generalverwalter Koch des der Prinzessin von Oldenburg gehörigen Gutes Ramon ist seines Amtes plötzlich enthoben worden, nachdem im Verlauf einer Woche für 9 Millionen Rubel von ihm gezeichnete Wechsel protestiert worden waren. Die sofort vorgenommene Revision stellte fest, daß diese un­geheuere Schuld nicht durch Unregelmäßigkeiten oder durch Unehrlichkeit Kochè entstanden, sondern durch Empfänge hoch­gestellter Personen, durch den Unterhalt des HofeS der Prin­zessin und durch Wohltätigkeit verschlungen worden sind. Falls der Zar nicht die Deckung der Schuld anordnet, von der über drei Millionen auf die Staatsbank, zweieinhalb Millionen auf die Domänenverwaltung, über eine Million auf die Nordische Bank entfallen, wird der Konkurs über daS Besitztum der Prinzessin verhängt werden, da das Gut Ra­mon die Forderungen nur bis zu 18 Prozent deckt.

Lavaftronr. Wie aus Honolulu gemeldet wird, wirst der Vulkan Mauna Loa auf der Insel Hawaii einen zweiten Lavastrom auS, der eine halbe Meile breit ist.

Pest. In Dscheddah sind am 15. Januar zwei Er­ki ankungen an der Pest vorgekommen, von denen eine tödlich verlaufen ist. Bisher sind 10 Personen an der Pest erkrankt nnb acht derselben gestorben.

Unterschlagung. Das Schwurgericht Magdeburg verurteilte den Provinzialsteuersekretär Güldemeister wegen jahrelanger, im Amte begangener Unterschlagungen in Höh« von 65 000 Mk. zu 5 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehr­verlust.

Der Cake Walk der Tanz der Pygmäen. Eine für den amerikanischen Nationalstolz betrübende Feststellung hat Professor Frederick Staar von der Universität Chicago seinen Landsleuten von seiner Forschungsreise auS Zentral­afrika mitgebracht. Der Cake Walk, der groteske Negertanz, der in der amerikanischen Gesellschaft mit so großem Eifer gepflegt wird, ist nicht von dem amerikanischen NiggerS ent­deckt worden. Professor Starr hat den Tanz bei den Zwerg- Völkern am Kongo beobachtet und seine Nachforschungen haben ergeben, daß der Siegeszug des Cake Walk von den Pyg» rnäen in Mittelafrika seinen Ausgang nahm. Die Zwerg- stämme haben ihre Cake Walk-Feste und die Bewegungen und Drehungen ihres Tanzes entsprechen bis inS Kleinste dem Cake Walk der Amerikaner.

Gegen die Spieler.

Paris, 17. Jan. Heute nackt hielt die Polizei in ver­schiedenen Spielzirkeln Haussuchungen ab und beschlagnahmte die Einsätze und Spielmarken.

Protest.

Paris, 17. Jan. Der Präsident des Syndikates bet Bergarbeiter der Departements Nord und Pas de Calais richtete an den Minister der Arbeit eine Depesche, in der er gegen die Verleihung der Ehrenlegion an den Sekretär des Syndikates des Deparleniens Pas de Calais Ecrard prote­stiert, da gegen dieses Syndikat schwere Anklagen vorliegen.

Selbstmord?

Neu-Magen, 17. Jan. Der Aufseher beS hiesigen Kantongefängnisses Müller wurde gestern morgen mit durchschnittenem Halse in seinem Bett aufgefunden. Einzel­heiten fehlen noch.

Eröffnung.

Sofia, 17. Jan. In Anwesenheit deS Fürsten voN Bulgarien, deS Prinzen Philipp von Koburg und Gotha, des diplomatischen Korps und der Spitzen der Zivil- und Militärbehörden wurde gestern das neuerbaute bulgarische Nationaltheater feierlich eröffnet.

Randel, Gewerbe und Verkehr»

Frankfurt a. M., 18. Januar. Auf dem gestrigen V i e h m a r k t standen zu Verkauf: 30 Ochsen, 12 Bullen, 52 Kühe und Rinder, 712 Kälber und 177 Hämmel. Die Preise stellten sich pro 100 Pfund Schlachtgewicht wie folgt: Ochsen 1. Qualität 8082 Mk., 2. Qualität 7074 Mk., Bullen 1. Qualität 73-75 Mk., 2. Qualität 70-72 Mk., Kühe und Rinder 1. Qualität 7476 Mk., 2. Qualität 70 bis 72 Mk. Pro 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qual. 101104 Pfg., 2. Qualität 8594 Pfg., Hämmel 1. Qual. 7880 Pfg., 2. Qualität 6668 Pfg. DaS Geschäft in Großvieh ging flau, eS verblieb ein unbedeutender Hebet- stand.

Verlosungen.

Anleihe der Stadt Paris von 189496, Ziehung vom 6. Januar 1907. Hauptpreise: Nr. 110989 zu 100 000 Fr. Nr. 258564 zu 20 000 Fr. Nr. 146126 200099 je 10 000 Fres. Nr. 268261 367747 368529 je 2500 Frcs. Nr. 25268 98234 101095 139351 161765 173545 185523 194020 214219 223163 248579 313411 372348 418614 je 1000 Frcs. Auszahlung ab 1. Februar 1907.

Bevilaqua-La-Masa 10 Lire-Lose vom Jahre 1888» Ziehung am 31. Dezember 1906. Auszahlung ab 31. Januar 1907. Hauptpreise: Serie 5403 Nr. 9 zu 50 000 Lire. Serie 1748 Nr. 81 zu 1000. Serie 23210 Nr. 47 zu 780 Lire. Serie 3020 Nr. 10, Serie 10081 Nr. 90, Serie 15420 Nr. 36, Serie 18373 Nr. 95, Serie 23101 Nr. 10 je 100 Lire. Serie 23001 Nr. 6 7 9 12 18 20 26 31 32 44 46 54 58 65 67 68 87 90 96 100 je 50 Lire. (Ohne Gew.)

Lotterie-Anleihe der Stadt Salzburg. Ziehung vom 5. Januar 1907. Haupipreife: Nr. 34876 zu 40 000 Kroneu. Nr. 47889 zu 2000 Kroneu. Nr. 19828 70884 je 1000 Kronen. Nr. 29197 45661 49289 ie 200 Kr.