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Aus SiibweftnfrifiT.
Morenga.
Berlin, 16. Allfl. Ein Telegramm des Gouverneurs ». ßinbeguift aus Windhuk meldet: Der Kapgonverneur oralst, daß nach Nachrichten vom W^eimypeftor, der Morengas Spuren über Knydas bis zur Grenze verfolgte, ^lkser mit 400 Anhängern, wovon 150 bewaffnet und zwar meist mit Martiuy-Henvy-Gewehren, am 13. August die ^"itsche Grenze bei Orlogskloof überschritten hat und an der Grenze von Hottentotten mit Pferden und Rindern getroffen mürbe. Die Kappolizei konnte wegen des ungünstigen Ge- lünbeS mit Morenga feine Fühlung gewinnen. Der Premierminister hat dem Generalkonsul mitgeteilt, daß Morenga angeblich nach Warmbad will, um mit Johannes Christian wegen Fortsetzung des Aufstandes zu verhandeln. Der Kap- gouverneur benachrichtigte den Magistrat in Upingion, daß Morenga das Asyl in der Kapkolonie verscherzt habe, daß alle verfügbaren Polizeikräfte an der Grenze' zu stationieren seien und daß Morenga zu arretieren oder ins deutsche Gebiet , zurückzutreiben sei, falls er versuchen sollte, britisches Gebiet zu betreten. Die Truppen werden nach Möglichkeit !m Süden für den Neuausbruch der ^einbfeligteiten " bereit- gefteiü bezw. dorthin in Marsch gesetzt. Die Farmer sind gewarnt.
Berlin, 16. Aug. Angesichts der Tatsache, daß nach dm neusten Mitteilungen aus Südwestafrika Morenga das deutsche Gebiet wieder betreten und bewaffnete Anhänger um sich versammelt hat, ist es von Interesse festzustellen, wie stark der Bestand der Schutztruppe gegenwärtig in der Kolonie ist Zurzeit befinden sich im Schutzgebiet: 217 Offiziere, 47 Sanitätsoffiziere, 124 Beamte und 5534 Mannschaften, in Summa 5922 Köpfe. Hierzu kommt der am 11. b. M. von Cuxhaven abgegangene Ablösungstransport in Stärke von 8 Offizieren, 1 Sanitätsoffizier und 950 Mannschaften, so daß sich im Monat September im Schutzgebiet 6881 Köpfe befinden werden.
Berlin, 16. Aug. Nach einer Mitteilung der deutschen Botschaft in London hat Sir Edward Grey dieser die Meldung von dem Uebertritt Morengas auf deutsches Gebiet mit dem Bemerken bestätigt, daß dieser in Zukunft kein Asyl auf englischem Boden erhalten werde. Sir Edward Grey hat gleichzeitig sein Bedauern ausgesprochen, daß die Bemühungen der Kapbehörden, Morenga am Uebertritte zu hindern, erfolglos gewesen seien.
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Es ist gewiß sehr bedauerlich, daß es der kapländischen Regierung nicht gelungen ist, Morenga vom Überschreiten der deutschen Grenze abzuhalten, aber es muß festgestellt werden, daß nach allen vorliegenden Nachrichten die Engländer sich alle Mühe gegeben haben, Morengas habhaft zu werden und ihn an einen Ort zu bringen, wo er nicht mehr in der Lage wäre, Unruhen gegen Deutschland zu erregen. Man kann jetzt mit Sicherheir hoffen, daß England alles, was in seinen Kräften steht, tun wird, um Morenga jede Berbindung mit englischem Gebiet und vor allem die Zufuhr von Waffen und Munition abzuschneiden und es unmöglich zu machen, daß er wieder, ohne verhaftet zu werden, auf englisches Gebiet flüchtet und dann von neuem in deutsches kinbricht. So bedauerlich es ist. daß Morenga nicht jetzt schon unschädlich gemacht werden konnte, so wird seine Lage durch die jetzige Haltung Englands wesentlich erschwert werden. Es darf wohl daraus hingewiesen werden, daß die gegenwärtigen Beziehungen zwischen den deutschen und englischen Grenzbehörden nid)t unbeeinflußt geblieben sind von dem Umschwünge, der sich in Europa im Verhältnis Englands zu Deutschland vollzogen und in der Zusammenkunft von Wilhelmshöhe seinen letzten Ausdruck gefunden Hai.
Zur Lagc in Marokko.
Paris, 16. Aug. (Havas.) Admiral Philibert meldet: Nach Ansicht der Notabeln der Stadt Mazagan werden die umwohnenden Stämme nicht auf Mazagan losmarschieren. Zur Zeit herrscht Ruhe. Die Abwanderung der Europäer vollzieht sich langsam weiter. Die Lage in Casablanca ist befriedigend, ebenso in Saffi und Rabat. — Nach einer Depesche aus Oran ist der Transporter „Shamrock" mit einer Feldbatterie und sonstigem von Admiral Philibert ver- laugten Material sowie Proviant nach Casablanca abgegangen.
Madrid, 15. Aug. (W. B.) Dem „Jmpareial" zufolge kamen Oberst Müller und der Minister des Aus- wârtigen, Allen de Salazar, in einer in St. Sebastian statt- gehabten Konferenz dahin überein, daß keine Notwendigkeit vorliege, daß Müller im gegenwärtigen Augenblick auf seinen Posten sich begebe. Er wird nach Bern zurückkehren und erst wieder im September sich nach Marokko begeben.
Madrid, 16. Aug. (Havas.) Die französische und die spanische Regierung haben über die Verwendung der Truppen vor Casablanca sich völlig geeinigt; der spanische Kommandeur erhielt telegraphische Anweisungen.
Tanger, 16. Aug. (Havas.) Wie aus Casablanca unter bem 14. August gemeldet wird, ist in der Stadt, sowie in der Umgegend alles ruhig. Am 13. August sammelten sich in der Umgebung der Stadt zahlreiche Arabergruppen, die den Versuch machten, die Stadt von der Rückseite auS zu nehmen. Der französische Kreuzer „Gloire" gab etwa 30 Granateuschüsse auf sie ab, wodurch sie zerstreut wurden, nach-
Cadix, 16. Aug. Der Kreuzer „Numancia" geht heute nach Tanger ab. Das Kanonenboot „Alvare Bazan", das sich augenblicklich in Casablanca befindet, wird nach Cadix zwecks Reparatur zurückkehren. Ein Kanonenboot wird nach Tetuan entsandt werden.
Tanger, 15. Aug. Briefe aus Mogador besagen, daß dort wegen des von dem Sahara-Häuptling Maalainin angedrohten Angriffes große Unruhe herrsche und daß die Be- wohner die Stadt auf einem französischen Dampfer verlassen. Hier geht das Gericht, daß durch die Nachrichten aus Casa-
Samstag
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langet, 16. Ana. Aus Casablanca wirb vom 15. August gemeldet: Es scheint sich der Zwiespalt zwischen den Stämmen zu verschärfen. Man spricht von der Unterwerfung Mebjunas. Der Führer der Aufständischen ist Mohammed Gerich, Kaid der Ouled-Said, der Casablanca am Tage nach der Niedermetzelnnfl der Arbeiter am Hafen verließ. Der Kaid der Glaoni ist mit einer größeren Reiterschar ange- kommen. Er soll die Absicht haben, den General Drnde an- zugreifen. Die Stadt bietet noch immer denselben Anblick, dem sie Verluste erlitten hatten. Truppen brauchten nicht vorzngehen. Die Einwohner, besonders Juden, die sich in größter Not befinden, beginnen allmählich zurückzukehren. Man teilt Lebensmitteln an sie aus. Der Handel beginnt sich wieder zu regen. Am Morgen des 14. August war alles ruhig. — Wie aus Fez gemeldet wird, befindet sich die dortige Bevölkerung in der größten Erregung und hätt lärmende Versammlungen ab. — Aus Marakesch wird gemeldet, daß alle Europäer die Stadt unter dem Schutze einer Begleitmannschaft verlassen haben, die ihnen von Sonley Hafid gestellt worden ist. — Meldungen aus Elksar zufolge ist dort eine Mahalla angekommen, die von Fez nach Casablanca geschickt ist. — .Heute abend eingetroffene Meldungen besagen, daß etwa hundert Europäer Mogador verlassen haben, wo der Kreuzer „Du Chayla" am 14. August ein- getroffen ist.
San Sebastian, 16. Aug. (Havas.) Es bestätigt sich, daß ^ranfreidj und Spanien den Mächten den Wortlaut der beiden kürzlich den Mächten übermittelten Noten zustellen wollen. Die Absendung einer Spezialnote an den Sultan steht augenblicklich nicht in Frage, da der Sultan versprochen hat, die Sicherheit der Europäer zu gewährleisten. Die Europäer in Fez verbleiben dort. Man glaubt, daß eine allgemeine Rückkehr zu friedlichem Zuständen eintreten wird, sobald die Stämme die Gewißheit erlangt haben, daß das französisch-spanische Vorgehen auf die Orte, in denen Unruhen ausgebrochen sind, beschränkt bleibt.
Hus aller Mett.
Eine Warnung vor dem juristischen Studium veröffentlich die bayerische Regierung, um der Ueberfüllung der juristischen Berufe entgegenzutreten, in einem Erlaß. Darin heißt es: „Die große Anzahl der Kandidaten legt nahe, ein* dringlichst vor dem Beginn des Rechtsstudiums zu warnen, zumal für die nächste Zeit ni$i nur kein Rückgang in bet Zahl der Kandidaten, sondern eine erhebliche Steigerung zu erwarten ist. Ein derartiger Massenandrang zu den juristischen Berufszweigen muß notwendig auf Jahre hinaus seine Rückwirkung ausüben und die Aussichten auf Anstellung und Einkommen der nachfolgenden Jahrgänge erheblich drücken. Der junge Jurist wird voraussichtlich in Zukunft, auch wenn er die Staatsexamen mit gutem Erfolge bestanden hat, noch mehr Jahre als bisher keine oder nur geringe Bezüge zu erwarten haben und im wesentlichen auf eigene Mittel angewiesen sein."
Ein Nanbmordversnch in der AnwalManzlei wurde gestern früh in Zwickau verübt. Der unbekannte Täter schlug deu allein anwesenden Bureauvorsteher nieder und entfloh mit der Kasse, die 70 Mark enthielt. — 11 Arbeiter drangen auf Dominium Neurode (Schlesien) in ein Familienhaus ein und übersielen die dort beschäftigten ruthenischen Arbeiter. Sie bedrohten sie mit dem Tode, zertrümmerten die Wohnungseinrichtung und verletzten die Arbeiter mit Dunggabeln schwer. Drei Rädelsführer wurden verhaftet.
Ganze Wohnungen ansgeraubt haben neuerdings die Saisoneinbrecher in Berlin und Umgebung. Bei einem in der Sommerfrische weilenden Lehrer hatten die Einbrecher Wäsche, Möbel und Kleidungsstücke im Werte von mehr als 1000 Mk. davongeschleppt. Noch schlimmer hatte eine Bande gehaust, die dem ebenfalls verreisten Kaufmann Wolff einen Besuch abstattete. Zwei Bettstellen, Kleiderschränke, den Waschtisch, Stühle, Bilder, Tische, kurz alles hatten die Einbrecher fortgetragen. Die schwere Beute hatten sie auf einem einspännigen Wagen davougefahrcn. Die Anwohner, die der Meinung gewesen waren, die Einbrecher handelten im Auftrage des Kaufmannes, hatten diese ruhig gewähren lässen.
Brand einst Milchkuraustalt. In Gelsenkirchen brach am Freitag in der Milchkuranstalt „Schweizerhof" Großfeuer aus, das die gesamten umfangreichen Vorräte an Heu und Stroh sowie einen Teil des Gebäudes eiuâscherte. Mit großer Mühe wurden 50 Kühe aus den Ställen gerettet. Der Schaden ist groß, aber durch Versicherung gedeckt. Die Ursache des Feuers ist nicht ermittelt worden.
Allerlei aus Bayern. Zum Salatanmachen hatte die Oekonomenehefrau Haugg in Wollbach bei Zusmarshausen Essigessenz verwendet und die Flasche offen stehen lassen. Das 6jährige Töchterchen trank aus der Flasche und starb am anderen Tage unter gräßlichen Schmerzen. — Bei einer Uebung des 5. Feldartillerie-Regiments in Landau wurde ein dort zu Besuch weilender französischer Kriegsschüler verhaftet, der eine photographische Aufnahme von den Batterien machte. Untersuchung, ob es sich um Spionage handelt, ist eingeleitet. Mit dem jungen Mann zugleich wurde der Sohn einer Landauer Familie verhaftet. — Der der vor zwei Jahren erfolgten Ermordung des Schutzmanns Kolb von Ludwighafen verdächtige Taglöhner Otto Trutzel aus Friesenheim wurde nach siebenwöchiger Inhaftierung aus der Untersuchungshaft entlassen, da sich kein Beweismaterial für eine Täterschaft Trutzels erbringen ließ. — Die Lohmühle bei Trunkelsberg brannte vollständig nieder. — Der Fuhrknecht Willibald Christoph von G r o ß a l f a l t er - b a ch bei Beilngries fiel beim Ueberfahren der Vilsbrücke unter seinen eigenen Wagen und wurde sofort getötet. —
17. Augnsi
Sn Rab e n jt e i n versetzte der verheiratete Holzhauer Wudv fom gleichfalls verheirate'''" Schleifer Hannes nach kurzem Wortwechsel einen löblichen Messerstich. — Der Schäfer Kreitmeier von Brunnen mürbe zwischen den Stationen Rieberarnbach und Edelshausen tot im Bahngeleise anfge- funden. — Im Armenhause in M e I b a u (Neünbürg v. Wald) brach ein Brand aus, dem der Dachstuhl zum Opfer fiel. Ein 4jähr. Kostkind des Gewerkschaflsarbeilers Hofbauer, welches unter dem Dachstuhl schlief, verbrannte. — Der frühere Direktor des Bad- und Saliuenvereins Bad Dürkheim, Beaufort, soll laut „Fränk. Kur." zum Schaden dieser Gesellschaft etwa 10 000 bis 15 000 M. für sich verwendet haben. Untersuchungen sind im Gange.
In den Frankenthaler Kanal sprang die 24jähr. Fabrikarbeiterin Friederika Stork und ertrank.
Durch stürzenden Fersen erschlaqea wurden in einem Steinbruch bei St. Moritz im Kanton Graubünden drei italienische Arbeiter, während vier aridere lebensgefährlich verletzt wurden.
Eine schwere KohleustaubexPLosioa, durch Lie zwei Arbeiter getötet und zwei verletzt mürben, erfolgte gestern nachmittag in Senftenberg (Niederlausitz) in der Anhaltischen Brikeltfabrik. Die Fenster in der Nachbarschaft wurden durch die Explosion eingedrückt. Der Brand, der durch die Explosion entstanden war, konnte erst heute morgen gelöscht werden.
Der lt'ytr A^l eines EyedranLNs spielte sich gestern abend in Karlsruhe ab. Der 36 Jahre alte Geschäftsreisende Kunzmann, der eben von einer Geschäftspartie zurückgekehrt war. trat an das Bett seiner noch wachenden Frau und gab einen Revolverschuß auf sie ab, der sie an der Brust nicht unerheblich verletzte. Hierauf schloß sich Kunzmann in sein Wohnzimmer ein und tötete sich durch zwei Schüsse. Kunzmann, der als Trunkenbold bekannt war, lebte mit seiner sieben Jahre älteren Frau in Unfrieden.
Eine „Wunderknr" hat sich in Walbach (Kreis Mülhausen) zugetragen. Ein beim Käsereibesitzer W. in Diensten stehender Bursche war seit einer Reihe von Jahren infolge eines Unfalles völlig taubstumm geworden. Am vorletzten Sonntag geriet der Taubstumme, welcher Mitte der zwanziger Jahre steht, mit einigen Burschen in Streit, im ©erlaufe dessen ihm von einem derselben eine tüchtige Ohrfeige versetzt mürbe. Seit dieser Ohrfeige hört und spricht der Bursche wieder wie jeder andere. Die Geschichte hat sich, wie die „Straßb. Post" versichert, tatsächlich zugettagen.
Anonyme Briefe gingen in Bromberg in den letzten Wochen Magiftra t? beamten, besonders den im Steuerbureau beschäftigten, und anderen höheren Beamten zu. In diesen Briefen wurden die Adressaten in der schamlosesten Weise der gemeinsten Vergehen und Verbrechen beschuldigt. An die meisten Beamten richtete der Briefschreiber seine Schmähbriefe unter dem Pseudonym einer Bromberger unbescholtenen jungen Dame, die er außerdem durch eine in die Tagespresse lancierte Geburtsanzeige aufs gröblichste beleidigt hat. Wie das „Bromb. Tagevs." schreibt, ist es jetzt endlich gelungen, den anonymen Briesschreiber in der Person des auf dem städtischen Steuerbureau beschäftigten, erst 16jährigen Hilfsarbeiters Alfred Stegemann zu ermitteln. Er hat zum großen Teil bereits ein Geständnis abgelegt. Die Anregung zu seinen Schreibereien will der Bursche durch Lesen verschiedener Hintertreppenromane erhalten haben. Ob es sich um einen Geistesgestörten handelt, wird erst die nähere Untersuchung ergeben.
Ein Selbftntorbvsrfuch mit komischem Erfolge wirb ausder Rheinpsalz berichtet: Von der Zinne des 28. Meter hohen Aussichtsturmes auf dem sagenberühmten Trifels bei Winnweiler stürzte sich eine lebensmüde Maid aus Ludwigshafen in die Tiefe. Ihre Röcke, unter denm ein krinolineartiger gewesen sein muß, bildeten jedoch einen Fallschirm, so daß die Jungfrau sänftiglich zu Boden schwebt». Sie landete zu allem Ueberfluß auf' einem Düngerhausen, womit der.sonderbare Selbstmord versuch seinen Abschluß fand
Genickstarre. Die Genickstarre hat in Köln wiederum zwei Opser gefordert, und zwar ein dreijähriges Kind und eine 21jährige Person. Bisher hatte die gefährliche Seuche fast ausschließlich Kinder schulpflichtigen Alters betroffen.
Gesunken. Der englische Dampfer „Arawatta" überrannte unweit Brisbane das dänische Barkschiff „Ingeborg", das sofort sank. Kapitän Schmidt und 6 Mann dèr Besatzung ertranken. Der Dampfer „Arawatta" mußte beschädigt in Brisbane einlaufen.
Das Eisenbahnunglück bei Tremefsen. Die Unte^ suchung des Staatsanwaltes in Sachen des Eisenbahnunglücks von T rem essen hat keine Anhaltspunkte zur Erhebung einer Anklage gegen irgend einen Beamten ergeben. Der zuständige Bahnmeister war in der Unglücksnacht beurlaubt und fein Vertreter war angeblich nicht verpflichtet, die Geleis-Auswechslungsarbeiten ân der Unglücksstelle beständig zu überwachen.
Ein Vierzehnjähriger verurteilt. Die Straflammer Arnsberg verurteilte den 14jährigen Schüler Hoffmann, der im Februar ds. Js. den siebenjährigen Schulknaben Vollmer erschlagen und in den Bach geworfen hatte, wegen Totschlages zu 6 Jahren und 6 Monaten Gefängnis.
Morv und Selbstmord. In Pribbernow bei Stettin wurde die unverehelichte Alwine Witte von dem Arbeiter Stüber aus Stepenitz, der längere Zeit bei der Witte gewohnt und, weil arbeitsscheu, von ihrem Tische gelebt hatten erschossen. Die Tat geschah aus Rache, weil die Witte von dem vagabundierenden Stüber nichts mehr wissen wollte. Stüber erschoß sich dann selbst.
Ein Todessturz vom Treppengeländer hat einem 5jährigen Knaben in Mainz ein trauriges Ende bereitet. Er stürzte drei Stockwerke tief herab. Dem Kinde war der Schädel geborsten und das Gehirn zum Teil herausgetreten.
In einem Berliner ©ariété stürzte ein Luftgymnastiker, als er am Abend auf dem schwebenden Reck in der Arena tätig war, ab und schlug so unglücklich mit dem Kopf aus den Erdboden, daß er das Genick brach und auf der Stelle tot war.
Kein Tag ohne Touristenunfälle! Im A l g ä uist Ingenieur Reiter von Augsburg beim Edelwèißpfiücken abgestürzt. Er ist ziemlich schwer'verletzt. — Auf dem GamS- köpf bei Lienz glitt der Berliner Tourist Frangel aus, stürzte 60 Meter tief ab und erlitt nicht unbedeutende Verletzungen. — Von der Bretterspitze im Kaiser Tal stürzten zwei Reichsdeutsche und ein Wiener Tourist ab. Der eins Reichsdeutsche ist schwer, die beiden anderen Herren syrd leicht