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Mp-t«Ijâhr8ch 1^0 Mk., monatlich 60 Pfg., für tn* jvLrtige Wonneutm mit dem betreffenden Psstaufschlag, Die rmjelae Nummer kostet 10 Pfz.

ElarückttugSgeLLqr

WotLÜmrSdruck und Verlag der Buchdrucker« des Meta.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Hanan.

A Waisenhauses ia Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sinn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die füafzespaüen« Petüzeile oder der« Kaa» 20 dich» tat Srrklameutvl die Zelle 36 M.

Serantmera. R^akteur: S. Schrecker » Hauau.

Nk. 138 F«rnspr«chanschl»tz Nr. 605.

Amtliches.

Landkreis fsanau.

' ., II des Königliche« La«drats«ints.

Der Betrieb der fliegenden Fähre bei Klein-Krotzen­burg ist vom 16.18. d. Mts. wegen Vornahme von Reparaturen eingestellt.

Hanau den 16. Juni 1907.

Der Königliche Landrat.

V 4282 v. Beckerath.

Unter den Schweinen zu Kilianstädten ist die Schweine- seuche festgestellt worden.

Hanau den 14. Juni 1907.

Der Königliche Landrat.

V4226 J. A: Conrad, Kreissekretär.

Unter den Schweinen zu Roßdorf ist die Schweineseuche festgestellt worden.

Hanau den 14. Juni 1907.

Der Königliche Landrat.

V 4227 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Gtsiiudenc und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 7 Körbe (auf dem Marktplatz), 4 Schlüssel an einem Ring, 1 silberne Vorstecknadel (Edelweiß) 1 silberne Damenuhr, 1 graue Kapuze von einem Herren-Umhang, 1 weißer durchbrochener Damenhandschuh (linker), 1 dunkel- grüner Pompadour, 1 zweiräderiger Handkarren.

Verloren: 1 Geldbörse mit 430 Mk. (von Burg- aKee 34 bis Wilhelmsbad Wartesaal IL KI.), 1 Brosche mit Photographie, 1 Paar gelbe Damen-Glacehandschuhe, 1 gelbes Handtäschchen mit gelbem Portemonnaie mit 89 Mark Inhalt, 1 silbernes Armband, 1 Portemonnaie mit 10,50 Mk. (im Lamboywald), 1 Damen-Regenschirm (im Lamboywald), 1 silberne Damenuhr, 1 Wagenschild mit dem Ramen Hermann Zeller Groß-Krotzenburg.

Zugeflogen: 1 chinesische Nachtigall.

Entlaufen: 1 großer gelber Zughund.

Hanau den 17. Juni 1907.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanau, 17. Juni.

* Ernannt wurde Amtsrichter Dr. Lucas in Wies­baden, früher in Langenselbold, zum Amtsgerichtsrat.

* Ordensverleihung. Der König von England verlieh dem Landgrafen von Hessen das Großkreuz des Viktoria-Ordens.

Gegen die hohen Fleèschpreise hat der Stadt­verordnete Holm bei der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag eingebracht, durch den der Magistrat ersucht wird, mit her hiesigen Fleischerinnung wegen Herabsetzung der Fleischpreise zu unterhandeln. Falls der erwartete Erfolg nicht erzielt wird, soll die Stadt eine öffentliche Verkaufsstelle für Fleisch von außerhalb eröffnen.

sch. Submisflousblüten. Bei Taun in der Rhön werden zwei Brücken über die Ulster geschlagen und der Fluß reguliert. Die Arbeiten wurden ausgeschrieben und bei Los II lauten die Angebote: höchstes 16 096 Mk. von Jo­hann Bräuning in Habel (Rhön) und 3 634 Mk. von Ruhl in Angersbach. Letzterer nimmt also für die gleiche Arbeit fünfmal weniger als der Erstere; wer von beiden ist nun der schlechtere Rechner? Solche Unterschiede bei Kostenan­schlägen sollte man doch im Baugewerbe nicht für möglich halten!

; Hessische Vereinigung für Volkskunde. In Büdingen tagte am Samstag unter äußerst zahlreicher Beteiligung die diesjährige ordentliche Hauptversammlung. Der von der Stadt zur Verfügung gestellte Rathaussaal war dicht besetzt und unter den Erschienenen befanden sich auch Kreisrat Böckmann und Schulrat Scherer. Der 1. Vorsitzende Pfarrer Schulte- Großen-Linden erstattete den Jahres­bericht. Die Vereinigung besteht jetzt 10 Jahre, ihre Mit­gliederzahl ist auf 1070 gestiegen. Das Vereinsblatt kann sich allen anderen Fachblättern würdig zur Seite stellen. Der Jahresbeitrag ist 1,50 Mk., dafür erhält das Mitglied 3 große Hefte. In den nächsten Jahren beginnt die Samm­lung der hessischen Volkslieder. Ein Zusammengehen mit der Vereinigung in Kurhessen wird nngcstrebt. Die An­näherung an den Heimatpflegeverein hat sich nach Verhand- lungen der gegenseitigen Vorstände ergeben, liegt doch das

Montag den 17. Juni

Arbeitsfeld beider Vereine auf dem gleichen Boden. Die Jahresrechnung zeigt eine Einnahme von 4712,02 Mk., eine Ausgabe von 2462,94 Mk., sodaß sich ein Ueberschuß von 2588,72 Mk. ergibt, der jedoch durch den zu erfolgenden Druck der Zeitschrift mehr als verbraucht wird. Die Mit­gliederbeiträge, darunter vom Protektor der Vereinigung, dem Großherzog und den Patronen, betragen 3990 Mk. Der Druck der Zeitschrift erforderte 1682 Mk. Professor Dr. Helm- Gießen erstattet Bericht über die am 24. Mai in Eisenach stattgehabte Delegierten-Versammlung des Verbands deutscher Vereine für Volkskunde. Diese billigte die geplante Gründung einer volkskundlichen Zentrale, wonach alle Sammlungen nach gleichem Muster geschehen sollen, mit Schweiz und Oesterreich soll in Fühlung getreten werden. Dies soll besonders bei Sammlung der deutschen Volkslieder, Zaubersprüche und Sagen geschehen. Die nächste Versamm­lung ist im September 1908 zu Berlin. Schulrat Scherer- Büdingen stellt den Antrag, daß das Material der Volkskunde für die Schule gesammelt und in einem Büchlein den Lehrern zugänglich gemacht werden möge. Dr. Hepding-Gießen hofft, daß sich Schulmänner dieser Sache annehmen. Schulrat Scherer und der Vorsitzende werden diese Angelegenheit weiter beraten. Um 41/? Uhr begann eine öffentliche Versammlung mit mehreren Vorträgen. Pfarrer Schulte sprach überSitte und Brauch bei Taufen in einem Orte Oberhessens im Laufe von zwei Jahrhunderten". Mit fortgesetztem Beifall und Heiterkeit wurden die seltsamsten Bräuche von dem zahlreichen Publikum ausgenommen, besonders die Sitte, daß die Paten vor der Taufe sich einer Prüfung in den 4 Hauptstücken unterziehen mußten. Besonders interessant war ein Vortrag des Oberlehrers F a h z - BüdingenBüdinger Kinderlieder und -Reime". In bunter Reihe ließ er alle Arten von Kinder- voemen vom Neck- unb Spottreime bis zum Neigengesang folgen. Auf den Vortrag folgte die Vorführung einiger Kinderreigen und -Spiele, die muntere Kinderschar erntete für ihre Darbietungen lebhaften Beifall, ebenso ein kleines Mäd­chen, das ein Werbeliedchen in Büdinger Mundart vortrug. Dr. Hepding-Gießen gab Erläuterungen über die Fragebogen, die demnächst zwecks Sammlung der Kinderreime und -Spiele in alle Teile Hessens versandt werden. Um 1/a7 Uhr schloß Pfarrer Schickte die schön verlaufene Versammlung. Die nächstjährige Hauptversammlung findet in Starkenburg statt.

* Das Opfer des Automobils. Samstag vor­mittag gegen 10 Uhr trieben 2 Schäfer aus dem Odenwald etwa 200 Stück Schafe und Lämmer auf der Straße von Langenselbold nach Gelnhausen, zur gleichen Zeit passierten eine Anzahl Automobile, von der Tannuswettfahrt zurück­kehrend, die Straßenstrecke. Eins derselben hatte die Schaf­herde zu spät bemerkt und wäre beinahe in dieselbe hinein­gefahren. Im letzten Augenblick gelang es dem Führer noch, zu halten, sodaß nur ein Hammel sein Leben lassen mußte. Der Automobilfahrer bezahlte das getötete Tier, lud es auf sein Auto und fuhr davon.

* In den Mainkanal geradelt. Am Samstag nachmittag fuhr der Sohn des am Mainkanal wohnenden R. mit seinem Fahrrad in den Mainkanal, wurde jedoch glücklicherweise von einem vorübergehenden Manne gerettet.

* Verhaftet wurde gestern ein hier arbeitender Schuh- machergesclle W. aus Schlierbach wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an einem achtjährigen Kinde.

* Kurse für Fachzeichnen. In der Zeit vom 26. August bis 5. Oktober d. I. findet in der Stadt Cassel ein Vorbereitungskursus für Zeichenlehrer an gewerblichen Fort­bildungsschulen für Lehrer aus dem Regierungsbezirk Cassel statt. In der Stadt Schmalkalden wird in der Zeit vom 30. September bis 19. Oktober d. Js. ein Fachkursirs für Fachzeichnen der Werkzeugschlosser für Lehrer aus den Pro­vinzen Ostpreußen, Brandenburg, Schlesien, Sachsen, Schles­wig-Holstein, Hannover, Westfalen, Hessen-Nassau und Rhein­provinz abgehalten werden.

* Die Kirschen beginnen zu reifen. Wenn die Reisezeit der Kirschen ihren Ankang nimmt, dann beginnt auch der Kreuzzug gegen die Stare, weil sie die Kirschen- bäume plündern. Es ist ja gewiß ärgerlich, von diesen Kirschenliebhabern die Ernte vermindert zu sehen, aber das ist noch lange kein Grund dafür, bem munteren Star mit Pulver und Blei 31t Leibe zu gehen. Ja ein solches Ver­gehen ist direkt zum Schaden eines jeden Gartenbesitzers. Der Schaden, den der Star durch seine Kirschennäscherei an­richtet, ist nämlich ein verschwindend geringer gegenüber dem Nutzen, den er im Garten stiftet. Jeder Gartenbesitzer kennt den ungeheuren Schaden, den insbesondere Nachtschneckeln d. h. diejenigen Schnecken, die überhaupt kein Kalkgehäuse oder nur ein rudimentäres, vom sogenannten Mantel bedecktes haben, an den Kulturpflanzen anrichten. Liebhaber von Schnecken sind aber gerade die Stare. Sie vertilgen eine Unmenge von Schnecken und säubern von ihnen den Garten besser als es der Mensch vermag. Wohl dem Garten daher

Fernsprechanschlus; Nr. 665. 1907

auch, in den Stare einfallen. Laßt den Star also gern einige Kirschen naschen, schont ihn, er vergilt es durch die Vertilgung von Schnecken mehr, als es gar mancher ahnt.,

* Wettspiel. Am vergangenen Sonntag standen sich auf dem hiesigen Exerzierplätze die Fußballriege der Turn­gesellschaft Hanau und der erste Großauheimer Fußballklub 1906 im Wettspiel gegenüber und gelang es Turngesellschaft nach schönem Spiel das Feld mit 4:0 Toren zu behaupten-

* Fechenheim, 17. Juni. (Iahresfe st.) Die diesjährige Fe st feier des Hanauer Bezirksver­eins der Gustav-Adolf-Stiftung wurde am gestrigen Sonntag in unserer Gemeinde gefeiert und nahm unter sehr reger Beteiligung auS unserer eoangel. Gemeinde und der umliegenden Orte einen schönen und erhebenden Verlauf. In dem Festgottesdienste in der wohl bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche hielt nach einleitender Liturgie Herr Pfarrer Hattendorf- Fulda die Festpredigt, welcher das Evangelium des gestrigen Sonntags, die Gleichnisse vom verlorenen Schaf und Groschen (Luc. 15, 110, zu Grunde lagen, die beide ungesucht auf das Werk des Gustav-Adolf- Vereins hinweisen, da es aus der Liebe geboren ist, welche ist sein heiliger Ursprung und dem Reiche Gottes dienen will, das allein sein Zweck. Die suchende und rettende Liebe, die der gute Hirte der Menschheit entgegengebracht und in ihr geweckt hat und welche in der inneren und äußeren Mission ihren Ausdruck findet, ist auch das Reis, aus dem das Werk des Gustav-Adolf-Vereins hervorgewachsen ist, denn nur die Not seiner evangelischen Glaubensbrüder hat unbestritten einst jenen Kriegeshelden herübergetrieben über das Meer, und die evangelische Christenheit setzt auf friedlichem Wege sein Rettungswerk fort an den in der Diaspora lebenden Glaubens­genossen. Es sei ferne auch nur einen einzigen katholischen Christen in seinem Glauben und seiner Treue zu seiner Kirche irre zu machen, gelte es doch mit ihnen gemeinsam zu arbeiten an dem Wohl des gemeinsamen Vaterlandes und der Lösung sozialer Aufgaben. Nur an die evangelischen Glaubens­genossen wendet sich der Gustav-Adols-Verein, bamit evan­gelisch bleibe, was evangelisch ist, damit die, welche in der Zerstreutheit schwach und unfähig sind, ihres Glaubens zu leben, der evangelischen Kirche und ihrem Glauben erhalten bleiben, bamit sie merken, man legt Wert auf sie, wie das Weib auf den verlorenen Groschen. Damit dient der Gustav- Adols-Verein aber auch unserm Volke, unserm Vater­land, der gesamten Kultur, denn auf dem Geiste des Protestantismus beruht der Aufschwung auf allen Gebieten und die Gesundung des öffentlichen Lebens und aller sozialen Verhältnisse. An den Festgottesdienst reihte sich sogleich die Generalversammlung des Bezirksvereins. Zunächst er­stattete der Vorsitzende, Herr Pfarrer Hufn agel-Kesselstadt Bericht über die letzte Jahresversammlung in Orb und die dort gefaßten Beschlüsse, ferner über die Abrechnung des vorigen Jahres, welche in Einnahme 4434,04 Mk. und in Ausgabe 4363,75 Mk. aufwies, von denen zugewiesen waren an Salmünster 670 Mk., Großauheim 837,98 Mk., Orb 200 Mk., Großenlüder 184,93 Mk., Neuhof 100 Mk., Ullrichshausen 200 Mk., Großenmoor 50 Mk., Wirtheim 50 Mk. und Hilders 50 Mk., ferner nach bem Auslande für die evangelischen Gemeinden in Brasilien 100 Mk., in Böhmen 39,68 Mk., endlich an den Casseler Hauptverein 1639,68 Mk. Das Vermögen des Vereins beträgt 2331,71 Mark. Im weiteren erledigte die Versammlung die Nech- nungsablage für dieses Jahr und beschließt endgültig die Ueberweisung von 600 Mk. an Salmünster, 800 Mk. an Großauheim, 200 Mk. an Orb, 100 Mk. an Neuhof, 100 Mk. an Ullrichshausen, ferner für brasilianische Gemein­den 100 Mk. und Godesheim 100 Mk. und überläßt weitere Zuwendungen von Unterstützungen dem Vorstand nach Maßgabe des Bedürfnisses und der vorhandenen Mittel. Die Nach­feier war wiederum sehr rege besucht und verlief gleichfalls in schönster Weise. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden hielt zunächst Herr Pfarrer Webe r-Bergen eine Ansprache, in welcher er an der Hand der Geschichte sehr eingehend und interessant uachi-ies, wie in der Hand anderer Konfessionen der Krieg ein Mittel war, seine Macht zu erlangen und zu erhalten, dem gegenüber der Gustav-Adols-Verein den Weg des Friedens eiuschlägt. Eine weitere Ansprache hielt sodann Herr Lehrer Möller-Großauheim, der die Notlage der dortigen evangelischen Gemeinde darlegt, mit herzlichen Dank für alle bisherige Hilfe des Gustav-Adolf- Vereins, aber auch mit der Bitte um weitere Unterstützung. Eine sofort vorgeiiommene Kollekte für diese Gemeinde ergab 4. Nik., welcher sofort die Festkollekte im Betrage von 40 Mark zugefügt werden. Die ' Schlußansprache hielt Herr Metropolitan Reich- Hochstadt, welcher den Festbesuchern zur