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MrtchShrkch 1,80 M., monatlich 60,ös^ für au», «trtig» «Bonitäten mit dem betreffenden Pojtaufschlat, Sie einzelne Nummer kostet 10 Pfz.
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General-Aazeiger
EisrLckaagsgeSLtzM^
AMilihes GrgW für ÄsR- aa6 Fssdürtis |mi.
Erscheint tägÜÄ mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. mit SelletristisLer BeUage.
i» SReKamoM die AM 35 M.
Akt. 216 Fermprechaitschlittz Nr. 605»
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Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Handelsregister.
Firma The Dunlop Pneumatic Tyre Company, Aktiengesellschaft zu Hanau a. M.
Die Prokura des Kaufmanns Nathan Hermann in Frankfurt a. M. ist erloschen.
Dem Kaufmann Bernhard Oehmigen in Hanau ist derart Prokura erteilt, daß er berechtigt ist, die Firma in Verbindung mit einem der Vorstandsmitglieder als Prokurist zu zeichnen.
Hanau den 10. September 1907.
Königliches Amtsgericht 5 18801
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Bekanntmachung.
Zur Erleichterung des Geldverkehrs mit den städtischen Kassen haben wir angeordnet, daß zunächst die Stadt- hanpttkaste und die Stenerkafse anstelle der Barzahlung Schecks annimmt, die auf die R e i ch s b a n k Hanau oder auf eines der hiesigen Bankhäuser
M. Bacharach,
I. Benjamin,
Gebr. Fürth & C o.,
Gebr. Stern,
oder den Hanauer Kreditverein, G. m. u. H., bezogen sind.
Wir ersuchen, von dieser Einrichtung weitgehendsten Gebrauch zu machen und bemerken, daß die Aussteller und die Indossanten für die Einlösung der Schecks haften und daß die von den Kassen ausgestellten Quittungen (die zum Zeichen, daß Zahlung nicht in bar erfolgt ist, mit dem Stempel „durch Scheck bezahlt" versehen werden) keine Gültigkeit haben, sobald die Einlösung der Schecks durch die Bezogenen abgelehnt wird.
Hanau den 3. September 1907.
Der Magistrat.
Dr. Geb es chus. 18405
Politische Rundschau.
Neâgelitng der Beamtengehälter. Entgegen anders lautenden Mitteilungen erfahren die „Dtsch. Nachr." von bestinformierter Seite, daß die Regierung bei der Neuregelung der Beamtengehälter bei den kleinen und mittleren Gehältern die Vereinheitlichung der Gehaltskl assen mit der Aufbesserung der meisten Gehälter Hand in Hand gehen
Feuilleton»
Ans Konrad Appels Chronik von Hochstadt.
Aus den Aufzeichnungen Konrad Appels, eines in der zweiten Hälfte des 16. und zu Anfang des 17. Jahrhunderts in Hochstadt lebenden Landwirts, hatten wir in Nr. 210 unseres Blattes Begebenheiten gebracht, die von 1553 bis 1603 reichen. Nachstehend folgen die Aufzeichnungen jenes Chronisten von 1608 bis 1617, mit welchem Jahre diese Chronik endet.
1609 hat man 4 Wochen vor Petri angefangen in den Weinbergen zu schneiden, nachdem ' ein sehr gelinder Winter vorhergegangen war. Ein Achtel Korn wurde nur mit 2 Gulden acht Schilling, ein Maß Weip aber hier bei dem Wirt mit 7 und in Hanau mit 8 auch 9 Albus bezahlt. Die den 2. Junius zu Bischofsheim entstandene Feuersbrunst wurde, nach Abbrennung von vier Scheunen, glücklich wieder gelöscht. Unsere gnädige Herrschaft zu Hanau hat den Weg auf der Kirschale mit Sand auffüllen und von den Fuhrleuten Wegegeld zu Dörnigheim erheben lassen. Der Preis des Kornes stieg von 2 Gulden 8 Schilling bis 3 und 4 Gulden großer Währung. Der Wein ist gut geraten, und hat das Fuder 70 Gulden gekostet.
1610 war anfangs der Preis vom Korn 3 Gulden und stieg bis zu 4 Gulden, von Gerste 3, von Weizen 4 und von Erbsen ebenfalls 4 Gulden. Die gnädigste Herrschaft überließ den Untertanen das Korn für 3 Gulden 8 Schilling. ' Der Wein dieses Jahres war sehr gut, und bezahlte man das Fuder mit 50 Gulden, welches zwei Jahre nachher schon 100 Gulden kostete.
Im Jahre 1611 sind die Lebensmittel teuer gewesen, indem ein Ei 4 und 6 Pfennige grkoM «OS noch nie &
Montag den 16. September
lassen will. Die Gebaltsklassen sollen auf 62 reduziert werden. Nach den Vorschlägen des Finanzminister?, sollen die Beamtenklassen, die in diesem Jabre bereits eine Gehaltserhöhung erfahren haben, nicht weiter auf gebessert werden; aber selbst für diese beantragt der Eisenbahnminister, soweit sie in sein Ressort fallen, ein um durchschnittlich 800 Mark erhöhtes Höchstgehalt und Erreichung bedielten in 18 statt in 91 Jahren. Der Minister des Innern hat dagegen eine Gehaltserhöhung für die mittleren Polizeibeamten nicht für notwendig erachtet. Einzelne Unterbeamtenklassm werden auch eine Verschlechterung erfahren, wenn ihnen nicht, soweit sie Militäranwärter sind, ein Teil der Militärdienstzeit angerechnet werden sollte, was allerdings ziemlich sicher erscheint.
Gleichstellung der Oberlehrer mit den Richtern. Die Frage der Gleichstellung der Oberlehrer mit den Richtern steht, wie Berliner Blätter hören, demnächst zur Entscheidung der maßgebenden Stelle. Es ist anzunehmen, daß sie im Sinne des Votums des Abgeordnetenhauses fallen wird, das sich bekanntlich seinerzeit einstimmig für die Gleichstellung aussprach.
Der englische Kriegsminister Haldane sprach gestern in Blair-Athol über den neuen Heerwesenplan. Er führte aus: Die militärischen Streitkräfte der Krone sollen in zwei Linien eingeteilt werden, nämlich in eine Expeditionstruppe, die vorgeschobene Posten in den fernen Teilen des Reiches, ihren Kern aber in den regulären Truppen des vereinigten Königreichs hat, und zweitens in eine Territorialtruppe, deren Hauptaufgabe in der Verteidigung des Vaterlandes beruht. Die freiwilligen Truppen sollen den regulären Truppen soweit als möglich gleich gemacht werden, und zwar, ohne daß ihnen lästige Bedingungen auferlegt werden. Sodann bemerkte Haldane: Auf der jüngst abgehalteneu Kolonialkonferenz übernahmen es die Premierminister, lokale Streitkräfte derart zu organisieren, daß eine große zweite Verteidigungslinie hinter'der der regulären Streitkräfte des vereinigten Königreiches geschaffen wird. Diese Linie würde sich im Bedarfsfalls bei einer großen Reichsattgelegenheit verschmelzen, wie sie es im Jahre 1900 getan habe, und sie würde der Welt zeigen, daß das britische Reich, obwohl es ein friedfertiges sei, immense militärische Machtmittel hat. Der Kriegsminister ging dann auf Einzelheiten ein und sagte: Neben den Divisionen regulärer Truppen sollen 14 Territorialdivisionen geschaffen werden, zwei davon in Schottland. Die Gebirgsbatterien sollen wieder ins Leben gerufen werden und die Jnfanteriebataillone sollen 1000 Mann zählen. Zwischen der Friedens- und Kriegsstärke soll kein Unterschied gemacht werden; sie soll bei der Kavallerie, Aeomanry und Artillerie die gleiche sein. In einer Be- sprechung mit den Lord-Leutnants hätten diese ihre Freude
hört worden. Den 16. März ist der Tannenwald auf der Leuchte auf Befehl der Obrigkeit wegen des Wildes mit einem Zaun umgeben. Der Monat April war so warm und trocken, daß das Korn schon in der Blüte stand; aber die auf Walpurgistag eingetretene Kälte war den Feldfrüchten sehr nachteilig und machte den Weinstock erfrieren. Um Johannis mußte man das Achtel Korn mit 5 Gulden großer Währung bezahlen, und ein Laib Brot von 21/* Pfund galt 2 Schilling. Diesem Mangel und der ferneren Teuerung abzuhelfen, wurde von der Herrschaft den Untertanen das Achtel Korn zu 4 Gulden 6 Schilling angeliehen. Der Wein von diesem Jahre wurde sauer und fast nicht trinkbar; selbiger kostete 36 Gulden und noch weniger.
Im Anfang des Winters zwischen 1611 und 1612 hat größtenteils das Rindvieh in diesem Flecken Hochstadt böse Mäuler bekommen, daß es eine Zeitlang nichts fressen können. Auch sind verschiedene Schweine in der Mästung lahm worden. Der hohe Preis des Korns und des schwarzen Brotes blieb so wie im vorigen Jahr, dahingegen der Weizen und die Erbsen auf 6 Gulden, die Gerste auf 4 und der Hafer auf 3 Gulden gestiegen sind. Das Pfund Rindfleisch kostete 14 Pfennige, Kalbfleisch 2 Albus, Hammelfleisch 3l/a Albus und Schweinefleisch 21 Pfennige. Ein Maß Wein vom zweijährigen Gewächse 6 und vom einjährigen 3*/, Albus. Den 23. Junius 1612 traf der kurz vorher zu Frankfurt gekrönte Römische Kaiser Matthias mit seiner Gemahlin in Hanau ein. Der Zug ging durch die Altstadt nach der Neustadt. Das Gefolge desselben war so groß und zahlreich, baß es von morgens 9 bis 10 Uhr dauerte, ehe alles hindurch kam. Das Mittagsmahl wurde in erjagter Neustadt zur W. K. eingenommen. *) Den 9. August, morgens
*) Wahrscheinlich in der Schwanen-Apotheke am Nevüädter Markt, die nüber Sans zur „Wilden Katze" hieß.
Aernsprechanschluß Nr. 605» 1907
darüber ausgesprochen, nunmehr an die Formierung der Grafschaftsvereine gehen zu können, die am 31. März inS Leben getreten seien. Großbritannien werde in sechs große Territorialkommandos eingeteilt werden. Er schlage vor, daß für die Territorialtruppen 3 Millionen Pfund ausgegeben werden, was mehr sei, als was in der Bergangenyeit für die Volunteers ausgegeben wurde. Er hoffe, daß Volk und Heer sich enger zusammenschließen, als es jemals der Fall gewesen sei. Der neue Heeresplan werde vielleicht mit einem beträchtlichen Fehlbetrag an Mannschaften beginnen, aber er vertraue darauf, daß der Gemeinfinn seiner Landsleute ihn doch erfolgreich gestalte.
Die Lage in Marokko.
Casablarrea, 14. Septbr. (Agence Havas.) Gegenwärtig sind alle Mahallas zerstreut worden, außer der von Zenata und Medakra. Der Wunsch der Stämme, um Frieden zu bitten, scheint ernst gemeint zu sein. Wenn die Abgesandten nicht bis zum Mittag des heutigen TageS eintreffen, wird die Kasbah von Fedala, die Residenz des Scheichs der Zenata, bombardiert und die kriegerischen Operationen energisch wieder ausgenommen.
Paris, 14. Septbr. Admiral Philibert telegraphier unter dem 13. ds., daß der Panzerkreuzer „Gueydon" zur Kohlenaufnahme nach Gibralter ging. Die politische Lage ist unverändert. In Casablanca herrscht vollkommene Ruhe. Die Abgesandten der Stämme sind noch nicht eingetroffen.
Paris, 15. Septbr. Die heutigen Depeschen aus Casablanca enthalten keine Nachricht darüber, daß die Stämme ihre Unterwerfung ausgesprochen haben. Wie Ministerpräsident Clemenceau heute abend erklärte, wird man erst morgen darüber Gewißheit haben. Auf die Frage, ob es wahr sei, daß Frankreich jetzt entschlossen sei, Casablanca dem spanischen Kommandanten zu übergeben, sobald die mili- kärischen Operationen beendet seien, erklärte Clemenceau, daß diese Frage noch nicht zur Erwägung stehe.
London, 14. Septbr. Wie dem Reuterschen Bureau aus Gibraltar gemeldet wird, ist der Befehl zur Entsendung einer spanischen Brigade aus Algeciras nach Marokko widerrufen worden.
Paris, 15. Septbr. (W. B.) Ein Telegramm des Ad» mirals Philibert meldet : B e n G h a r i mit seinem Gefolge befindet sich auf dem Wege nach Tanger. Di- politische Situation ist u n v e r ä n d è r t; an der Küste herrscht überall Ruhe.
Paris, 15. Septbr. Eine Meldung der Agence Havas aus Tanger bestätigt, daß der Gesandte Regnault an Bord des Kreuzers „Forbin" nach Casablanca unterwegs ist. Wie weiter gemeldet wird, haben die Abordnungen der Stämme den Konsul Malperthuy gebeten, Bevollmächtigte zu empfangen, die gestern vor ihm erscheinen sollten. Der s ch e r i f i s ch e Kriegsminister hat es übernommen, binnen kurzem die nach der Algecirasakte für Tanger vorgesehene Polizei zu organisieren.
zwischen 8 und 9 Uhr, starb Graf Philipp Ludwig II. zu Hanau, und tags darauf wurde dessem Söhne Philipp Moritz von den Untertanen gehuldigt. Den 23. September wurde der Hochselige Graf in Hanau begraben, nachdem in allen Flecken neunmal zur Leiche geläutet worden. Sonntags darauf hielt man in allen Kirchen des ganzen Landes die Leichpredigt. Der Wein ist in diesem Jahre nicht gut ausgefallen, und es hat nur wenig gegeben. Den 23. Oktober ist ein Stück neben dem Tannenwald mit Eicheln besetzt worden, und ein jeder Nachbar in Hochstadt hat einen Baum bei der sogenanten Schelmen- kaute gepflanzt. Den 7. November sind die Herren Räte aus Hanau auf der Leuchte gewesen und haben den Edlen und Ehrenvesten Philipp Heinrich den Untertanen als Oberamtmann von Hanau vorgestellet. Bei dieser Gelegenheit wurde zugleich befohlen, daß keiner zur Kanzlei kommen sollte, er sei denn vorher bei dem Oberschulz und Oberamtmann gewesen. Nicht wenige wurde verboten, daß keiner den andern Schulden halber vor das Landgericht fordern sollte. Der Weinpreis dieses Jahres war das Maß zu 5 Albus und das Fuder 60 Gulden.
1613 im Aprilmonat, sind die Weinstöcke und Nußbäume zum Teil erfroren, doch ist es ein fruchtbares Jahr an Korn gewesen, und hat das Achtel nur 2 Gulden gekostet. Der Wasserbau an derMühle zu Hanau ist von Grund auf mit gehauenen Quadersteinen samt dem Bollwerk gemacht worden. Der Herbst war wapm, daher es ziemlich guten und vielen Wein gegeben hat. Der Preis desselben ist 60 Gulden gewesen. Den 13, Dezember kam eine Gräfliche Verordnung heraus, vermöge welcher alle Untertanen ihre Judenschuld bei der Obrigkeit anzeigen mußten.
1614 im Anfang war der Kyrnpreis nur 2 Gulden; er erhöhte sich aber auf 3 Gulden. In diesem Jahre wurde ein Stück vom tauen Wall hinter bete âchloß