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Hanauer K Anzeiger

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Gärtig« toomtadat mit dem betreffende« Postaufscht«»,

General-Anzeiger

Amillches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.

Mr. 163 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

Dienstag den 16. Juli

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907

Hierzu

Amtliche Beilage Nr. 13".

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Amtliches.

Landkreis ^anau.

BekmtmliAilgen des Kömilicheil LMratsWtS.

Unter den Schweinen zu Roßdorf ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau, den 12. Juli 1907.

Der Königliche Landrat.

V 4943 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Unter den Schweinen zu Bruchköbel ist die Schweine­seuche festgestellt worden.

Hanau den 13. Juli 1907.

Der Königliche Landrat.

V 4932 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Mit Bezug auf die Bekanntmachung des Kgl. Reg.-Präs. in Cassel vom 21. 6. d. J. ÄUG 365 a in Nr. 157 desHan. Anz." veröffentlicht bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß die Gehilfinnen-Prüfungsordnungen für Damenfriseusen, Damenschneiderinnen und Putzmacherinnen vom 15. v. Mts. ab in meinem Bureau aus- liegen.

Hanau den 12. Juli 1907.

Der Königliche Landrat.

V 4922 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Bekanntmachung.

Im November d. Js. finden die Neuwahlen der Mit­glieder und stellvertretenden Mitglieder der Apothekerkammer für die Provinz Hessen-Nassau für die Wahlperiode vom ;L Januar 1908 bis Ende Dezember 1910 statt.

Die Liste der im Regierungsbezirk Cassel wohnhaften wahlberechtigten Apotheker liegt im Zimmer des Kreissekretärs des Königlichen Landratsamts Hanau vom 17. V. Mts. Äb 14 Tage lang öffentlich aus.

Einwendungen gegen die Liste find innerhalb 14 Tagen Nach beendigter Auslegung der Liste bei dem Vorstande der Apothekerkammer in Cassel anzubringen.

Cassel den 10. Juli 1907.

Der Vorstand der Apothekerkammer.

W. N a g e l l, Kgl. Hofapotheker.

Vorsitzender. V 5005

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Bus Banau Stadt und £and.

Hanau, den 16. Juli.

* Verliehen. Dem Betriebsdirektor 2. Klasse a. D. Wilhelm Wagner in Hanau wurde der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen.

* Mondfinsternis. Eine partielle Mondfinsternis, von der man bei günstiger Witterung und günstigen örtlichen Verhältnissen einen kleinen Teil des Verlaufs wird beobachten können, eignet sich in den frühen Morgenstunden des 25.

* Professor Dr. Suchier ^. Wie wir bereits meldeten, verschied Samstag vormittag im fast vollendeten 84. Lebens­jahre unser in weiten Kreisen beliebter, allverehrter Mit­bürger, Herr Prof. Dr. R e i n h a r d Suchier. Sein edler Charakter, sein bescheidener Sinn, seine uneigennützige Tätigkeit im Dienste der Wissenschaft sichern ihm ein ehrendes Andenken bei allen, die ihn kannten, bei allen, die mit ihm gemeinsam schaffen und wirken durften besonders im Interesse der geschichtlichen Erforschung unseres engeren Heimatlandes, um welche sich der Verstorbene hervorragende und unver­gängliche Verdienste erworben hat. Geboren am 20. Juli 1823 in Karlshofen, besuchte Reinhard Suchier später ^das Gymnasium in Rinteln, studierte von 1842 an in Marburg und Berlin und trat am 20. Juli 1846 als Gymnasial- praktikant in das Gymnasium zu Hanau ein. Im Jahre 1848 promovierte er. Nach 33jähriger erfolgreicher Lehr­tätigkeit am Hanauer Gymnasium trat er am 1. April 1879 in den Ruhestand. Seine Schaffenskraft im Dienste der Geschichtsforschung aber hielt auch nunmehr noch in unver­minderter Frische an. Von 25 größeren Veröffentlichungen hatte er nicht weniger als 17 der hanauischen Geschichte ge­widmet. Und von welchem Erfolge seine Forschungen auf diesem Gebiete begleitet waren, beweist der Umstand. daß

ihm von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg anläßlich seines 50jährigen Doktorjubiläums am 26. März 1898 das Doktordiplom erneuert wurde hauptsächlich mit Rücksicht auf seine durch besondere Zuverlässigkeit ausgezeichneten Forschungen auf dem Gebiete der Hanauer Landesgeschichte. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm vom^ Kultusminister auch der Professortitel verliehen. Naturgemäß mußte den Gelehrten bei seiner Liebe zur Hanauer Geschichte ein besonders enges Band mit dem Hanauer Ge­schichtsverein verbinden, dem er am 14. März 1873 als Mitglied beitrat. Ein Jahr darauf, am 9. März 1874, wurde er in den Vorstand gewählt und übernahm das Amt des Bibliothekars. Im Jahre 1889 trat er an Stelle des Prof. Dr. Wolff an die Spitze des Vereins, der ihn anläßlich der Feier seines 50 jährigen Bestehens im Jahre 1894 zum Ehrenmitglieds ernannte, und zwar mit vollem Rechte, denn keiner seiner Mitglieder hatte wohl so viel für den Verein und seine Zwecke getan, bildeten doch den Kern der Lebensarbeit dieses echten und rechten Gelehrten die Forschungen auf dem Gebiete der heimatlichen Geschichte, obgleich er sich auch in der Forschung des Münzwesens, der griechischen Sitte und römischen Kultur anerkennenswerte Verdienste erworben hat. Kein Wunder deshalb, daß das meiste von des Forschers Tätigkeit den Bestrebungen des Geschichtsvereins zu gute kam. Wenn wir recht unterrichtet sind, erschien die letzte größere Veröffentlichung aus der Feder Suchiers im Jahre 1897, betitelt:Die Münzen der Grafen von Hanau", als Jubiläumsgabe des Geschichtsver­eins zur 300jährigen Neustadt-Jubelfeier. Bei dieser Feier wurde ihm auch der Rote Adlerordcn 4. Klasse verliehen. Mit Herrn Prof. Dr. Suchier ist ein echtes Kind unserer hessischen Heimat dahingegangen, dessen Andenken stets in Ehren bleiben wird.

* Internationaler Kongreß für Sonntags­feier in Frankfurt a. M. Das vorläufige Programm des Kongresses ist nunmehr wie folgt festgesetzt worden: Freitag, den 27. September, vormittags Sitzung: Die Aus­dehnung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Nachmittags Sitzung: Die Ausdehnung der Sonntagsruhe in der Land­wirtschaft und im Gastwirtsgewerbe. Abends öffentlicher Vortrag: Die hygienischen Beziehungen der Sonntagsfeier. Samstag, den 28. September, vormittags Sitzung: Bericht über die Fortschritte der Gesetzgebung. Abends öffentliche Versammlung. Thema: Die Sonntagsruhe der Handlungs­gehilfen. Sonntag, den 29. September, abends, Volksver­sammlung. Thema: Verwertung und Mißbrauch des Sonntags.

* Der Verschönerungsverein Hanan hat die am Wege zwischen Wilhelmsbad und Hochstadt stehende Schutz­hütte reparieren und reinigen lassen. An alle Passanten er­geht die Bitte, mit darauf achten zu wollen, daß die Schutz­hütte in ihrem jetzigen Zustande erhalten bleibt.

* Sommerfell der Ersten Zimmerschüi;en-Ge- fellfchaft Hanan-Keffelstadt. Am 4. August ds. Js. beabsichtigt die 1. Zimmerschützen-Gesellschaft zu Hanau- Kesselstadt auf den staubfreien Terrassen wie auch in den sämtlichen Restaurationsräumen derSchönen Aussicht" und auf dem anliegenden kleinen Sportplatz ein in größerem Rahmen gehaltenes Sommersest zu feiern. Das Programm wird im einzelnen noch bekannt gegeben werden, jedoch möge beute schon daraufhingewiesen sein, daß ein paar hübsche Stunden in Aussicht stehen.

* Alpenvereitt. Der in Innsbruck seine General­versammlung abhaltende Deutsche und Oesterreichischc Alpen­verein bewilligte u. a. der Sektion Hanau für die Erweiterung derHanauer Hütte" 3700 Mk.

* Gewerbegericht. Die früheren Diamantschleifer der Firma A. M e s ch e l s o h n , welche ihren Betrieb am 11. vorigen Monats eingestellt hat, hatten auf Bezahlung einer Ferienwoche geklagt. Die Arbeiter wurden mit ihrer Klage heute vom Gewerbegericht abgewiesen.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab, findet zu Withelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Jnf.-Negts. Heffen-Homburg Nr. 166 statt.

* Deckeneinbruch. Wie man uns berichtet, brach heute morgen um ^9 Uhr im Restaurant Weismantel die Decke über dem Buffet und dem Stammtisch zusammen. Einige Gäste, welche gerade beim Frühschoppen saßen, kamen mit dem Schrecken davon, dem Hilfsweicheusteller Bett e n - hausen gelang es, durch einen Seitensprung in Sicherheit zu kommen, jedoch traf ihn ein Stück von der Decke am

^n^ Verhaftet wurde gestern durch die hiesige Kriminal­polizei ein Kesselflicker und Fensterputzer Rehm aus dem Badischen, der sich bei einer am Wasserturm bet Kesselstadt

kampierenden Kesselflickergesellschaft aufhielt und am 3. d. M in Frankfurt a. M. schwere Körperverletzungen verübt hatte

Verleitung zum Meineid. Ein erneutes Bei- spiel, aus welch geringfügigen Ursachen mitunter Meineide geschworen bezw. dazu verleitet wird, erbrachte heute vormittag die Verhandlung gegen den Kaufmann Ludwig St. hier, der einige Bäckerburschen, denen er Schnaps im Ausschank verabreichte, während er nur Erlaubnis zum Verkauf des­selben in versiegelten Flaschen hatte, zu falschen Aussagen vor Gericht zu verleiten suchte. Er hatte ein Strafmandat von 100 Mk. erhalten, gegen das er Einspruch erhob. Um zu einem obsiegenden Urteil zu gelangen, suchte er zwei der Schnapskäufer zu überreden, dahin auszusagen, daß sie keinen Schnaps von ihm bekommen, auf jeden Fall aber keinen be­zahlt hätten, ihn also, falls sie welchen bekommen, geschenkt erhalten hätten. Diese gaben diesem Ansuchen aber keine Folge. Einen dritten soll er ersucht haben, zu behaupten, daß der eine der beiden ersten den Branntwein sich in Abwesen­heit des Besitzers selbst eingeschenkt habe. Der Angeklagte leugnet entschieden, doch kommt das Gericht bezüglich der ersten beiden Fälle zu einem Schuldig, während der letzte Fall mit Rücksicht auf die Unbestimmtheit des Zeugen als nicht erwiesen angesehen wurde. Das Urteil lautet unter Annahme einer einheitlichen Handlung für die beiden Fälle auf ein Jahr Zuchthaus. Das Gericht hatte mit Rücksicht darauf, daß es auf keine Schädigung abgesehen war und daß der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, die geringste zulässige Strafe für ausreichend gehalten.

* Luft- und Sonnenbad. Wie aus dem Anzeigen­teil ersichtlich, wird am 21. Juli das Luft- und Sonnenbad an der Adamschen Badeanstalt eröffnet. Nach einem Vortrag über das Baden in Luft und Sonne wird sich die Jugend an Spiel und Turnen erfreuen. Schon von heute ab kann jedermann bei freier Ueberfahrt und freiem Eintritt das Luft­bad besichtigen. Wer nicht überfahren will, möge den Weg über die Mainbriicke wählen.

* Kellerfest. Auf der schönen Aussicht in Kesselstadt findet heute abend großes Kellerfe st statt. Den konzert­lichen Teil hat die Jnfanteriekapelle unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Schmidt übernommen. Da allem Anschein nach endlich eine Besserung in den trostlosen Witterungsverhältnissen eingetreten ist und heute nach langer Zeit der erste schöne Sommerabend in Aussicht steht, so dürfte das Kellerfest seine alte Anziehungskraft aufs neue bewähren, vielleicht diesmal in besonderem Maße, dennlang ists her", daß man einen schönen Abend im Freien verleben konnte. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, hat auch der Restaurateur besondere Veranstaltungen getroffen, seinen Gästen gerecht zu werden. Der Jugend wird zum Schluß noch ein kleines Tänzchen vergönnt sein.

* Mainwasserwärme gestern abend 141/» Grad.

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- 8t. WindeSen, 16. Juli. (Jubiläumsfeier.)

Mit dem gestrigen 3. Festtage erreichte die Jubelfeier des MäunergesangvereinsLiederkranz" ihr Ende. Der Tag verlief in jeder Hinsicht gut, sich würdig dem Hauptfesttage anschließend. Herr Festpräsident Wilhelm Seitz hat es während der Dauer des Festes mit Geschick verstanden, alle Arrangements des Vereins in die rechten Wege zu leiten. Dem gestrigen Hauptbericht ist noch ergänzend nachzu- tragen, daß der Fürstenpreis an den GesangvereinKonkordia - Darmstadt fiel. An Ehrungen wurden dem Jubelverem noch zu teil: je eine Fahnenschleife von dem in Amerika lebenden Windecker Jakob Weider und dem Gesangverein Liederkranz"-Hungen, je ein Fahnennagel von den Ge­sangvereinenThalia"-Heldenbergen undLiederkranz- Andernach. Bis zum gestrigen Mittag weilten noch die Sänger von Biebrich usw. in Windeckens Mauern, ein Be­weis, daß diesen der Aufenthalt bei dem Windecker Bruder­verein sehr behagte.

S-reMaM

8 Uhr-Ladenschluß.

Kaum ist ein Jahr verflossen, daß sich ein großer Te'u der Hanauer Geschäftswelt' gegen den 8 Uhr-Ladenschluß zu wehren hatte. Die damalige Abstimmung fiel zu ungunsten der Antragsteller aus. Heute stehen wir wieder vor der Abstimmung, und es mögen einem Klein-Geschäftsinhaber einige Worte gestattet sein:

Die Verhältnisse in vielen kleinen Geschäften Hanaus sind, infolge des Umsichgreifens der Warenhäuser rc., die Ar­tikel vieler Arten von Fachgeschäften führen, äußerst gedrückt und es ist ihnen bei der scharfen Konkurrenz kaum noch möglich, einen kleinen Nutzen zu erzielen. Die meisten deut­schen Städte haben sich bisher mit Erfolg gegen dm 8 Uhr- Ladenschluß aewebrt. das sollte man doch in Hanau nicht