BezugSprelSt
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Hanan.
au «tat,«Hauses in Hamm.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Siurückuagsgebühr;
Vie sâ-s-es-aUeu, P-titM »bet beten Nam» 8» ^ im Rektameutea die Zeile « W»
Betontem«. Nedakteurr 0. 6 ^tttfet m Hamm.
9?L 40 Fernsprechanschluff Nr. 605.
Samstag den 16. Februar
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
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14 Seiten.
Amtliches LandtviMgstlicher KmsnerckKW«.
Nächste Versammlung SamStag den 23. d. M., nachmittags 21/« Uhr, im Gasthaus „zum goldnen Löwen" hier.
Tagesordnung t
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Wahl der Delegierten für die Ausschußfitzungen der Landwirtschaftskammer im Jahre 1907.
8. Besprechung über gemeinschastlichen Bezug von Früh- »jahrssaatfrüchten und Kartoffeln.
4. Vortrag deS Herrn Direktor Wagner aus Gelnhausen über „Frühjahrsbestellung und Düngung."
4. Sonstige Mitteilungen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschafilichen KreisvereinS in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau, den 15. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
v. Beckerath.
Hus Hanau Stadt und fand.
Hanan, 16 Februar.
• Kirchliche Mitteilung. In der Johannis- k i r ch e findet morgen abend um 5 Uhr das JahreSfest des DiöeesanvereinS für Innere Mission statt. Herr Seemannspastor Münchmeyer aus Stettin wird die Festpredigt halten; der Kirchenchor der Johannisgemeinde wird durch Vortrag einiger Lieder den Festgottesdienst verschönern helfen. Abends ^iS Uhr soll dann im evangelischen Vereinshaus eine Nachversammlung gehalten werden, bei der außer dem Festprediger die Herren Superintendent Fritsch- Hanau und Metropolitan Reich- Hochstadt Ansprachen halten werden.
* Nationalliberaler Verein. Wie uns mitgeteilt wird, kam in der gestrigen Sitzung des Vorstandes deS Nationalliberalen Vereins anläßlich eines eingegangenen Briefes eines hiesigen Geschäftsmannes die Boykottierung katholischer Geschâflsleute zur Sprache. Der Vorstand legt Wert darauf,
Feuilleton.
Paul Gerhardt-Feier.
Am 12. März b. J. sind es 800 Jahre, daß der geist- liche Liederdichter Paul Gerhardt zu Gräfenhaincken bei Wittenberg geboren wurde. Die evangelische Christenheit rüstet sich, diesen Tag würdig zu begehen, um dem großen Toten eine Dankesschuld für die vielen, herrlichen, seelenvollen und echten Trost spendenden Lieder, die er dem deutschen evangelischen Volke geschenkt hat, abzutragen. Die in dem Paul Gerhardt-Jahr veranstalteten Feiern haben aber auch den Zweck, seine Lieder wieder aufleben zu lasten und sie dauernd in den Mittelpunkt der Gottesdienste, der liturgi- schen Feiern und der Kirchenkonzerte zu stellen.
Der Kirchenchor der JohanniSkirche wird den 300jährigen Geburtstag durch ein V o l k S k i r ch e n- konzert am Sonntag den 10. März d. abends ^»8 Uhr, in der JohanniSkirche f e i- e r n. Die fraglichen Konzerte sind gewiß noch in lebhafter Erinnerung unserer Bürgerschaft. Der ungeheure Zudrang zu den bisher veranstalteten läßt wohl darauf schließen, daß sie Anklang gefunden haben und daß der Kirchenchor der JohanniSkirche zu den musikalischen Vereinigungen unserer Vaterstadt gehört, die sich einer steigenden Wertschätzung unserer Bürgerschaft erfreuen.
Auch das in Aussicht genommene Konzert dürfte wieder viel Anregung und erhebenden Genuß bringen. Ihm liegt ein gediegenes, einheitliches Programm zugrunde, das fast ausschließlich Lieder (Chöre und Sologesänge) mit Paul Gerhardt'schen Texten aufweisen wird. Mit den Vorbereitungen ist der Verein eifrig beschäftigt, um auch diese- Volkskirchenkonzert den vorausgegangenen würdig anzureihen.
Auf das Programm und die solistische Mitwirkung kommen wir demnächst zurück.
daß weiteren Kreisen bekannt wird, daß er dieser Bewegung vollständig fernsteht. •
* Personalien. Schlevoqt, Meister bei der Pulverfabrik Hanau, wurde zum etatsmäßigen Meister ernannt.
* Stadttheater. Hermann Sudermann's Schauspiel: „I o h a n n i S f e u e r" wird morgen Sonntag neu einstudiert zur Aufführung kommen. Das große Interesse, welches man allen Werken des bekannten Schriftstellers entgegenbringt, dürfte auch morgen wieder Gewähr für die beste Aufnahme dieses hervorragenden Stückes bieten. In sorgfältigster Weise durch Herrn Oberregiffeur Steger inszeniert, wird eS sicher auch diesmal seine außergewöhnliche Zugkraft bewähren. In der Rolle der „Manikke" hat Fräul. Sarno wieder Gelegenheit, alle Vorzüge ihrer gänzenden künstlerischen Fähigkeiten in vorzüglicher Weise zu entfalten. * Die „Trude" wird Frl. Berger in liebreizender Weise verkörpern. Für die „Frau Vogelreuter" wird Frau Anders in bester Weise eintreten und als „Weßkalnene" hat Frl. Jai da eine Aufgabe, in der ihr treffliches Charakteriesierungstalent glänzend hervortreten wird. Den „Vogelreuter" wird Herr Steger in mustergültiger Weise wiedergeben, den „Georg" spielt Herr Pu ft ar und als „Haffke" erhält Herr Nygrin eine seiner künstlerischen Individualität besonders entsprechenden Rolle. Der Chor zu Anfang des 4. Aktes wird unter gütiger Mitwirkung eines hiesigen Gesangvereins gesungen, sodaß ein genußreicher Theaterabend bestimmt zu erwarten ist, — Auf das nachmittags ^14 Uhr als Kinder-Vorstellung bei kleinen Preisen letztmalig in Szene gehende Märchenspiel: „Dornröschen" sei nochmals aufmerksam gemacht. Der Vorverkauf für beide Vorstellungen findet heute SamStag nachmittag von 4—5 Uhr an der Theaterkaffe statt. ,
* Parolemusif. Die Kapelle des Jnf.-Regts. Heffen- Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke: 1) „Bruderherz", Marsch von C. Teike; 2) Ouvertüre „Die Amazone" von Ed. Kiesler; 3) „Vönètia" Valse von G. Lowthian; 4) „Kaiserblumen" Lied von Fr. Abt; 5) „Ouverturen-Kongreß", Fantasie von A. Schreiner.
* Don den Apotheken ist morgen nachmittag von 8—9 Uhr die Hof-Apotheke geöffnet.
* Das Hahnenkammhans ist nur Sonntags geöffnet.
* Hundetollwut. In unserem Nachbarkreise Gelnhausen ist die Tollwut ausgebrochen und demgemäß die Hundesperre verhängt worden. Hunde, Sie in dieses Gebiet mitgenommen werden, müssen mit Maulkorb versehen an der Leine geführt werden. Zuwiderhandlungen haben die polizeiliche Konfiskation und eventl. Tötung des Hundes zur Folge. Außerdem empfiehlt es sich, große Reinlichkeit walten zu lassen. Die Hunde müssen öfters mit einer starken Soda- und
Stadtlheatcr in Hanan.
— Hanau, 15. Februar.
Gustav Kadelburg, der altbewährte Mitarbeiter mannigfacher Liistspielfirmen, der erst vor wenigen Wochen durch die mit Skowroneck herausgegebene Lustspielnovität „Husarensieber" einen geradezu glänzenden Erfolg an unseren deutschen Bühnen erfahren konnte, fand gestern wieder einmal als Kompagnon Schönthan's durch die Aufführung des immer wieder gern gesehenen dreiaktigen Lustspiels „Die b e- rühmte Frau" in unserem Musentempel gebührende Berücksichtigung. Recht interessante Dialoge und eine Fülle gesunden Humors liegen dem Werke in feinsinniger Weise zu Grunde, in welchem die beiden Autoren inhaltlich einen lustigen Feldzug gegen die immer sich mehr bahnbrechende Frauenemancipation unternehmen. In äußerst amüsant gehaltener Form wissen sie die ursprüngliche Bestimmung der Frau zu predigen, die als solche lediglich ihre Pflichterfüllung am häuslichen Herde und nicht in rastlosem Streben nach eitlem Ruhmesglanz in der Kunst zu suchen habe. Durch einen Kunstgenuß seltener Art sollte der als Benefiz für unsere Anstandsdame Frau Clara Reinhardt geltende gestrige Theaterabend eingeleitet werden, indem der weithin über die Grenzen seiner Wirkungsstätte renommierte Herzogs. Sächs. Kammersänger Herr Ejnar Forchhammer vom Opernhaus in Frankfurt a. M. drei Lieder („Komm flieh' mit mir" und „Der Jüngling am Bache" von W. Sommerfeld sowie „Erlkönig" von Schubert) zu Gehör brachte. Durch sein erstaunlich kräftiges und überaus wohlklingendes Organ wußte der geschätzte Sänger die Hörer derart zu bannen und zu begeistern, daß der nicht endenwollende Beifallsjubel ihn noch zu zwei weiteren gesanglichen Zugaben veranlaßte, für welche ihm ebenfalls die rückhaltlose Anerkennung des recht gut besuchten Hauses nicht vorenthalten blieb. Die Klavierbegleitung sämtlicher Gesangspiecen führte in äußerst feinfühlender Weise Herr W. Sommerfeld aus Frank
Schmierseifelösung gewaschen werden, damit etwaige Bakterien und Ungeziefer völlig vernichtet werden, waS sich durch ein bloßes Wafferbad nicht erreichen läßt. Bakterien und Ungeziefer von durch Tollwut infizierten Hunden können bei anderen mit ihnen verkehrenden Hunden Ansteckungen herbeiführen. Die häufige Reinigung mittelst Soda und Schmierseife ist überhaupt zur Verhütung der mannigfachsten Krankheitsübertragungen durch die Hunde unbedingt erforderlich.
* Centralffalle. Morgen, Sonntag den 17. Februar, abends 8 Uhr, großes Militär-Konz e rt (Solisten- Abend), ausgeführt von der Kapelle des Infanterie-Regiment- Nr. 166 (Hessen-Homburg) unter Leitung ihres Mufikdiri- denten Herrn C. Schmidt.
* DaS grotze öffentliche Preisschieffen des Schieß- klub „Gut Ziel", das sich zahlreicher Beteiligung erfreute, fand vergangenen Samstag seinen Abschluß. Der 1. Preis (Regulator) wurde in scharfer Konkurrenz von einem Mitglied des F.-K. Viktoria. Herrn Gg. Wolff, gewonnen. Die lebende Gans gewann Herr Kalbfleisch, den 3. Preis (Bierservice) Herr H. Koch. Ter an demselben Abend stattge» fundene Kappenabend nahm in den närrisch dekorierten Klubräumen „zum gold. Rad" einen glänzenden Verlauf. Wahr» Lachsalven erregte das närrische Protokoll, insbesondere aber auch die urwüchsigen Vorträge des Herrn J. Vollert, der sich wieder von seiner humoristischsten Seite zeigte, so daß die zahlreich erschienenen Gäste aus dem Lachen nicht heraus- kamen. Ein Tänzchen hielt die Teilnehmer noch recht lange zusammen.
* Wettspiel. Am Sonntag den 17. Februar wird das mit größtem Interesse erwartete Entscheidungsspiel um die Meisterschaft des Nordkreises seine Erledigung finden und zwar auf dem Sportplatz des 1. Hanauer Fußballklubs 1W3 an der ,-Schönen Aussicht". Bis jetzt ist von dem H. F.-C. 1893 heiß um die viel umworbenene Meisterschaft vom Nordkreise gestritten worden, und wenn es ihm bis jetzt nicht leicht gemacht worden ist, immer und immer wieder durch sämtliche Spiele hindurch den Sieg zu erringen, so wird er sich nunmehr ganz gewaltig anstrengen müssen, einem solchen gefürchteten Gegner wie Mannheim 96 gegenüber die Führung zu behalten. Mannheim, bis jetzt ebenfalls in allen Gaumeisterschaften unbesiegt, wird alles daran setzen, um Meister des NordkreiseS zu werden und dann in die engere Konkurrenz um die Süddeutsche Meisterschaft zu kommen. Hanau 93, Erste Mannschaft, die sich jedoch zur Zeit eifrig mit dem Training für das am 29. März mit London hier in Hanau stattfindende Wetttpiel befaßt, befindet sich in bester Verfassung und wird den Mannheimern die besten Kräfte gegenüberstellen. Beide Mannschaften werden sportlich hervorragendes leisten. Jedoch ist es noch nicht abzusehen, nach welcher Seite hin sich das Zünglein der Sieges- wage neigen wird. Anfang des Spieles ist nachmittag- halb 8 Uhr.
furt a. M. aus. Während sich Herr Forchhammer für einen ihm dargereichten Lorbeerkranz dankend verneigen konnte, empfing Herr Sommerfeld ein stattliches Blumenarrangement als äußeres Zeichen der Dankbarkeit.
Die Darstellung unter der Regie des Herrn Hauser bot recht Erfreuliches. Die alte „Paula Hartwig" mit ihrem jungen Herzen, die seiner Zeit auf dem Ozean deS — Globus ihren Liebsten fand, verstand Frau Reinhard mit bestem Gelingen humorvoll wiederzugeben, der sich Herr Steger als der Mann, „der bei seiner Frau nie Glück hatte" in ritterlicher, launiger Art als „Baron Römer Saarstein" glücklich anschloß. Gewandt und sicher im Spiel stellte Frl. Berger den Backfisch „Henna" in best gelungener Weise auf die Bühne. Was uns an dieser Leistung besonders gefiel, war neben der aus innerstem Herzen hervorquellenden Drolerie und Schalkhaftigkeit die ungezierte Natürlichkeit, die die junge Darstellerin für diese Lustspielfigur trefflich zu wahren wußte. Mit dem Sprichwörtermenschen Grafen „Bela Palmay", „der Busserl und Almosen nicht abweisen kann", sicherte sich Herr Hauser wieder einen höchst löblichen Erfolg. Die charakteristischen Züge, welche die Gestalt dieses stark verliebten, heißblütigen Ungarn aufweist, brachte seine fein durchgearbeitete Leistung klar zu tage. Di» populäre Schriftstellerin und berühmte Frau „Agnes" erstand in Frau Anders vornehm und interessant, der gutmütige, vernünftige „Ullrich von Traunstein" in Herrn P u st a r mit der nötigen Würde und Ruhe. Ferner konnte man mit der einsichtsvollen, strebsamen „Ottilie Friedland" deS Frl. Sarno und der übermütigen „Wally" von Frl. Holm sehr zufrieden sein. In kleineren Partien betätigten sich noch bic Herren Hopkirk, Schröder und Matter sowie Frl. Macdonald. Außer einem Lorbeerkranz empfing Frau Reinhard eine Anzahl Blumengebinde zur freudigen Ueberraschung.