Hanauer K Anzeiger
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vierteljKhrli- 1,80 Mk,, monatlich 60 ^, für aui* sättige Abonnenten mit dem betreffenben PsKauffchla-, Die einzelne Nummer kostet 10 $fr
General-Anzeiger
A»lliâts Organ für Stadt- and FanÄLreis Kanan.
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Erscheint tâgüch mit Än-mchme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer BeUage.
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Freitag den 15. November
^ernsprechanschlusz Nr. 605. 1907
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14 Seiten.
Amtliches.
Eandkreis Ranau.
Bekamitmchmkeil des Königlichen Lnndrntsnnits.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, etwaige noch dort befindliche Empfangs-Bescheinigungen über Emiliens Unterstützungen für Angehörige der zu Uebungen eiube- rufen gewesenen Mannschaften bis spätestens den 25. h. M. hierher einzureichen.
Hanau den 14. November 1907.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
A 8845 v. Beckerath.
Bekanntmachung.
DaS auf den Namen des Gärtners Heinrich Nix zu Hanau lautende Sparkassenbuch Nr. 620 ist angeblich verloren gegangen. Der etwaige Besitzer wird ausgefordert, seine vermeintlichen Ansprüche bei dem unterzeichneten Vorstand binnen 8 Monaten geltend zu machen, widrigen- falls das Sparkonto gelöscht und dem Verlierer ein neues Einlagebuch ausgestellt wird.
Hanau am 15. November 1907. 23631 ______Der Vorstand der Kreissparkasse.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Mittelbuchen belegene, im Grundbuche von da Band XI Art. 572 Abt. I Nr. 3 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Kaufmanns Reinhold Opifieius in Bockenheim (jetzt in Hanau) eingetragene Grundstück:
Krtbl. 4 Parz. Nr. 189/25, Acker auf dem Wolfsacker, = 3 ha 86 ar 18 qm groß, jetzt bebaut mit:
a) Arbeiterwohnhaus,
b) Verwalterwohnhaus,
c) Pferdestall mit Knechtstube (B).
d) Ringofen mit Halle (C) und Schornfi ein (v),
e) Maschinenhaus, belegen Roßdorferweg Nr. 144,
— eingetragen in der Grundsteuermutterrolle sub. Nr. 360 und Gebäudesteuerrolle Nr. 149 — veranlagt zur Grundsteuer mit 208 Mk. 38 Pfg. Reinertrag und zur Gebäudesteuer mit 1335 Mk. Nutzungswert —
am 28 Dezember 1907, vormittags 91/» Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanan den 4. November 1907.
____Königliches Amtsgericht Abt. 2. 23583
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Großauheim belegene, im Grundbuche von da Band 44 Blatt Nr. 2143 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsver- merkes auf den Namen des' Schlossers Johann Karl Väppler und Ehefrau Margarete geb. Kleespies von Großauheim je zur ideellen Hälfte eingetragene Grundstück: Krtbl. R Parz. Nr. 430/120, Hofraum, Vogelsangstraße
Nr. 1,
a) Wohnhaus mit Hofraum,
b) Stallanbau am Hause (A) mit Abtritt,
c) Schlosser- und Schmiedewerkstätte, groß 3 ar 98 qm —
— Gebäudesteuernutzungswert zu a = 120 Mk. —
— Gebäudesteuernutzungswert zu o — 48 Mk. — (Grundsteuermutterrolle Art. Nr. 1840, Gebäudesteuerrolle Nr. 371)
am 15. Januar 1908, nachmittags S1/! Nhr, durch das unterzeichnete Gericht in Grostanheim im Gasthans zum Löwen versteigert werden.
Hanau den 7. November 1907.
Königliches Amtsgericht, Abt. 2. 23601
Politische Rundschau.
Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die Novelle zum Flottengesetz genehmigt. Diese enthält die Herabsetzung der Ersatzfristen für Linienschiffe von 25 auf 20 Jahre. Die Begründung deckt sich mit den in der Presse bereits gemachten Angaben.
Aus der Diplomatie. Dem bisherigen preußischen Gesandten beim Päpstlichen Stuhl, Freiherrn v. Rotenhan, ist unter Verleihung des Großkreuzes des Roten AdlerordenS der erbetene Abschied bewilligt worden. Zu seinem Nachfolger ist der bisherige Unlerstaatssekretär im Auswärtigen Amt, Wirkt. Geh. Nat Dr. von Mühlberg, ernannt worden. Herrn von Mühlberg wurden die Brillanten zu Roten Adlerorden 1. Klasse verliehen. Dem Kaiserlichen Botschafter am österreichisch-ungarischen Hofe v. Tschirschky ist der Rote Adlerorden 1. Klasse verliehen worden. Dem bisherigen Legationssekretär bei der Kaiserlichen Gesandtschaft in Mexiko, Grafen von Breßler-Nayski, ist der erledigte Posten des zweiten Sekretärs bei der Kaiserlichen Botschaft in Konstantinopel übertragen worden.
Bülow und Derubura. Der Reichskanzler Fürst v. Bülow hatte mit dem aus Afrika zurückgekehrten Staatssekretär des Reichskolonialamts Dernburg eine längere Besprechung.
Aus Ofiasrika zurück. Der von Ostafrika zurückgekehrte Geheime Medizinalrat Professor Doktor Robert Koch wurde gestern mittag von dem Siaatssekretär des Innern Staatsminister Dr. von Bethmann-Hollweg empfangen, welcher ihm zugleich im Namen des Kultusministers das Patent als Kaiserlicher Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz überreichte. Im Auftrage des Kaisers sprach der Staatssekretär des Innern dem großen Forscher zugleich die wärmste Anerkennung aus für seine bisherigen außerordentlichen Verdienste um die Wissenschaft und das Vaterland und das sich würdig anreihende Wirken zur Bekämpfung der Schlafkrankheit.
Eine Beurteiluna der Teuerungszulagen. Aus Lübeck wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Auf mehrfache Anregungen des Vereins der Staatsbeamten und auch der Bürgerschaft um Gewährung einer Teuerungszulage an die mittlern und untern Beamten hat der Senat jetzt dem Bürgerausschusse eine Vorlage unterbreitet, die dieser Forderung gerecht werden soll. In der Begründung erklärt der Senat, er könne der Auffassung, die namentlich unter den Beamten viele Anhänger findet, nicht zustimmen, daß eine jede Teuerung der wichtigsten Lebensbedürfnisse zu einer Gehaltsaufbesserung führen müsse. Abgesehen davon, daß der Preis der Lebensmittel selbst schwankend sei, und auf teure Jahre billige folgten, litten unter einer Teuerung nicht allein die Beamten, sondern alle Bürger, und es sei ein Irrtum, anzunehmen, daß der Gewerbetreibende, der Kaufmann in der Lage sei, die Mehrerfordernisse dadurch für sich zu gewinnen, daß er seine Arbeitskraft höher ansetzt, seine Waren teurer verkauft. Jede Preiserhöhung in solchen Zeiten schwäche wiederum den Absatz und damit den Verdienst. Soweit jedoch die Verteuerung des unumgänglichen Lebensbedarfs aus dem Gehalte nicht mehr zu bestreiten und die Teuerung anhaltend sei, müßten ihre Folgen durch Gehaltserhöhung wieder ausgeglichen werden. Der Senat hat es nun abgelehnt, eine Teuerungszulage zu gewähren, will vielmehr die Aufbesserung der Gehälter für die untern und einen Teil der mittlern Beamten auf andere Weise erreichen. Er schlägt zu diesem Zwecke bei einzelnen Klassen die Erhöhung des Anfangsgehaltes, bei andern die Erhöhung des Endgehaltes vor und ferner die Einführung der zweijährigen Zulagefristen statt der bisherigen dreijährigen. Man glaubt, daß diese kürzere Frist das ständig wachsende Bedürfnis eines Beamtenhaushalts besser berücksichtigt als die längere. Denn jedem Beamten werde cs schwerer fallen, die innerhalb dreier Jahre oft erheblich anschwellenden Ausgaben mit den gleichbleibenden Einnahmen in Einklang zu bringen, als wenn sich die Einnahmen zwar in geringerm Betrage, aber doch schon nach je zwei Jahren steigern. Diese Neuerung soll sich nur auf die ersten neun Klassen des Besoldungsetats erstrecken. Die 9. Klasse schließt mit einem Endgehalt von 3300 Mk. Beamte mit einem Änfangsgehalt von über 2200 Mk. sind ausgeschlossen.
Sächsische Zweite Kammer. Die Nationalliberalen gaben gestern in der Zweiten Kammer ihrer Genugtuung über die Erklärung des Ministers v. Hohenthal Ausdruck, daß unter seiner Amtsführung der verfassungsmäßige Weg stets innegehalten werden solle. Der Minister betonte nochmals, er mißbillige die Nadelstichpolitik. Der Vorsitzende der freikonservativen Gruppe, der Abgeordnete Grumb gab fol
gende Erklärung ab: „Bei aller Anerkennung der unleugbaren Verdienste der konservativen Partei für alle Interessen des Landes, halten wir es bei der enormen Entwicklung von Industrie, Handel und Gewerbe an der Zeit, daß diese Erwerbsgruppen ihre Interessen direkt auch im freikonservativen Sinne vertreten, um vermittelnd zwischen links und rechts zu wirken." Die Etatsberatung wurde gestern endlich beendet.
Die Lage in Marokko. In der Moschee zu Tanger wurde ein Brief des Sultans Abdel Aziz unter Abfeuerung eines Salutes von 21 Schuß verlesen. In dem Brief heißt es: „Obgleich Udschda und Casablanca sich in den Händen der Franzosen befänden, würden jetzt Vorkehrungen zur Wiederherstellung geordneter Zustände getroffen. Der Sultan habe in die Gegend von Casablanca und Mogador Mahallas entsendet, um die dortigen Stämme zur Einstellung der Kämpfe zu zwingen. Die Ruhe im Lande werde bald wieder hergestellt sein.
Entschädigung für Casablanca. Die Antwort Deutschlands auf dem französischen Vorschlag betreffend die Entschädigung der durch die Belagerung von Casablanca Betroffenen ist nach Paris abgesandt worden. Die Antwort wird zweifelsohne die Basis für weitere Verhandlungen bieten.
Hus Hab und fern.
r- Marburg, 14. Novbr. Die in der Presse schon vielfach besprochene sog. „Marburger Verschandelungsfrage" bildete heute den Gegenstand einer mehrstündigen Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht. Die ganze Bewegung wurde bekanntlich dadurch hervorgerufen, daß ein junger Referendar namens Emanuel Benda, der Sohn eines Staatsanwalts aus Lübeck, unter dem Titel „Marburger Brief an Herrn Tobias Knopp" eine Druckschrift veröffentlichte, in der gegen die Stadtverwaltung, den Berschönerungs- und Touristen- Verein usw. der Vorwurf erhoben wurde, Marburg und seine Umgebung sei durch unzweckmäßige Bauten und Anlagen in seiner historischen Eigenart verschandelt und zerstört worden. U. a. war auch hier das neue Kurhaus am Fuße des Frauenbergs erwähnt worden. Es hieß da z. B.: „Dem Wirt, der dieses Haus bauen ließ, mache ich keinen Vorwurf. Aber dem Publikum, das nichts verstehen will und mehr noch dem famosen Architekten, der schamlos diese Sünde gegen den heutigen Geist der Natur beging." Ferner: „Wenn ein Architekt an solch exponierter Stelle bauen soll, so muß er als anständiger Künstler ablehnen oder zum wenigsten ersuchen, seinen Bau dem Fleckchen Erde, das man ihm gibt, anzupassen. Nicht der Landschaft, auch seines Baues wegen." Der Erbauer des Hotels ist der bekannte Marburger Architekt Dauber, der dann auch Beleidigungsklage gegen den Verfasser anstrengte. Rechtsanwalt Dr. Külz, der den letzteren in dessen Abwesenheit vertrat, bestritt die Beleidigung und macht geltend, Benda habe berechtigte Kritik geübt und mit seiner Schrift nur die Absicht gehabt, weiteren Zerstörungen des Landschaftsbildes Einhalt zn tun. Rechtsanwalt Auth, als Vertreter des Klägers, erblickte in der Form des Kritik eine schwere Beleidigung und Verrufserklärung der Bauherrn. Das Gericht schloß sich ihm an und verurteilte den Beklagten auf Grund des § 263 der Straßprozeßordnung wegen Beleidigung zu 50 M. Geldstrafe oder 10 Tagen Haft und zur Publikation des Urteils.
r- Marburg, 14. Nov. Der 700jährige Geburtstag bet heiligen Elisabeth, Landgräfin von Hessen und Thüringen, die in Marburg lebt« und starb, soll durch Veranstaltung einer Ausstellung von Elisabeth-Erinnerungen im Königl. Staatsarchiv auf dem Schlosse von 17.—19. Nov. und durch eine Festfeier in den Stadtsälen am 9. Dezember in würdiger Weise gedacht werden.
(:) Seligenstadt, 14. Novbr. Behufs Entlastung des oberirdischen Telephongestängels wird gegenwärtig in den Hauptstraßen unseres Städtchens zwecks Herstellung weiterer Fernsprechanschlüsse ein Telephonkabel gelegt. Beim Ausgraben der Kanäle stieß man gestern nachmittag auf dem Marktplatze, ziemlich dicht beim Gasthaus „Zum Riesen" in einer Tiefe von nur 60 Zentimetern in gewachsenem Boden auf eine Menge in Klumpenform zusammengeballter Metall- stücke, die offenbar einer uralten Zeitepoche entstammen. Di- Stücke sind von Münzform und haben bei unscheinbarer Stärke teils die Größe eines Pfennigstückes, teils eines Fünfzigers und teils eines Markstückes. Durch nähere Untersuchungen wurde nach Ablösung einer ziemlich starken Grün- spanschicht festgestellt, daß die Stücke aus Silber mit erheblicher Kupferlegierung bestehen. Die Averssetten tragen durchweg ein von einem Quadrate umschlossenes, sehr deutlich heroortretendes Kreuz, während man auf den Reversseiten die weniger deutlich erkennbaren Formen einer Menschenhand wahrzunehmen vermag. Wappen, Schriftzeichen oder Jahreszahlen sind leider nicht erkenntlich. Die Fundstücke, etwa ein ganzes Zigarrenkistchen voll, werden für Münzen oder Medaillen aus der Römerreit gehalten. Die hiesige Gegend