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welche Schecks ausgestellt werden können, außer auf die öffentlichen, dem Geldverkehr dienenden Institute auf die in das Handelsregister eingetragenen Firmen, welche gewerbsmäßige Bankgeschäfte betreiben, beschränkt ist. Der Entwurf steht von Strafbestimmungen gegen denjenigen, der bei Begebung des Schecks wußte oder wissen mußte, daß ihm beim Bezogenen kein zur Einlösung des Schecks ausreichendes Guthaben zur Verfügung stand, ab; er setzt lediglich die zivilrechtliche Haftung des Ausstellers fest. Es ist zu erwarten, daß die an der Ausbreitung de« Scheckverkehrs vornehmlich interessierten Bank- und Geschäftskreise nunmehr Veranlassung nehmen werden, ihre Ausstellungen an dem Entwurf und ihre Wünsche zur Kenntnis der Regierung zu bringen.
Zum Oberbürgermeister von Köln wurde Oberpräsidialrat Walraff-Koblenz gewählt.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat nunmehr gegen den ehemaligen Bureaubeamtcn des Flottenvereins Oskar Janke, der de« Diebstahls der Briefe deS Generals Keim bezichtigt ist, die Anklage auf schweren Diebstahl erhoben. Vom Personal des Bayrischen Kuriers in München werden in der Angelegenheit in den nächsten Tagen mehrere Herren, darunter nahezu sämtliche Expeditionsbeamte, vernommen werden. In Münchener Blättern wird übereinstimmend behauptet, daß der bisherige Chefredakteur Siebertz vom Bayrischen Kurier, der München kürzlich verlassen hat, um die Chefredaktion des Wiener Vaterland zu übernehmen, in München während der letzten Tage seines Aufenthalts von zwei Berliner Kriminalbeamten überwacht worden sei.
Allianzfragen. Mit der ihr eigenen Entschiedenheit erklärt sich m einer Zuschrift an den „Jntransigeant" die Schriftstellerin G y p (Gräfin Martel) für eine deutsch- französische Allianz, weil eine solche Verbindung ihr die einzigvernünftige erscheine und überdies Frankreich vor der Gefahr schützen werde, eine Allianz mit England einzugehen, welche Frankreich einige Provinzen kosten könnte.
Der Mörder Petkows. Der Fürst von Bulgarien bestätigte das Feldgerichtsurteil im Prozeß Peirow. Sonntag soll der Mörder Petkows hingerichtet werden.
Amerikanischer Flottenskandal. Von einem bevorstehenden Flottenskandal in den Vereinigten Staaten wissen New-3)orker Blätter zu berichten. In einem diesen Gegenstand betreffenden Artikel weist der New-Dorker „©lobe" auf den Bericht des Marineblattes „Navy" hin. Danach hätten die amerikanischen Linienschiffe „Kearsage" und „Kentucky" vor der Europareise evidente Fehler an den Geschütztürmen durch angestrichene Holzpanzer verdeckt. Ueber- Haupt werde die Flottengefechtsstärke allzu hoch angegeben.
Die Gefamtverlnste in Südwestafrika vom 25.
Oktober 1903 bis 31. März 1907, mit welchem Tage der Kriegszustand offiziell aufhörte, stellen sich nach einer amtlichen Zusammenstellung, die wir in dem sechsten (Schluß-) Hefte der vom großen Generalstabe herausgegebenen Schrift: Die Kämpfe der deutschen Truppen in Südwestafrika (Verlag von E. S. Mittler u. Sohn, Berlin) finden wie folgt:
Offiziere Unteroffiziere
Sanitätsoffiziere und Summe
Beamte Mannschaften
A. Gefechtsverluste und Unglückssälle:
Tot
62
614
676
Vermißt
2
74
76
Verwundet
89
818
907*)
Summe
153
1506
1659
B. An Krankheiten gestorben:
26 663 689
Wenn man die Vermißten als tot rechnet, so ergibt sich als Gesamtsumme der Toten: 96 Offiziere und 1395 Mannschaften — 1491 Mann. Diese Zahl wird verständlich, wenn man erfährt, daß vom 25. Oktober 1903 (Bondel- swarts-Aufstand) bis zum 8. Februar 1907 nicht weniger als 295 Gefechte stattgefunden haben, und zwar 88 gegen die Hereros und 207 gegen die Hottentotten.
♦) An den Folgen der Verwundung gestorben : 5 Offiziere, 1 Ober- veterinär, 44 Mann.
Die Ausreise Dernburgs. Der Staatssekretär des Reichskolonialamts Dernburg trat Sonntag vormittag mit dem Chef des Kommandos der Schutztruppen Oberstleutnant Quade, dem Geh. Baurat Baltzer und dem Rittmeister Grafen Henckel zu Donnersmarck die Ausreise nach Deutsch-Ostafrika an. Zur Verabschiedung hatten sich neben dem Unterstaalssekretär in der Reichskanzlei v. Löbell,, die Familienangehörigen der ausreisenden Beamten des Reichs- kolonialamtS und die Offiziere des Kommandos der Schutz- truppen fast vollzählich eingefunden. Die Rückkehr Dernburgs erfolgt voraussichtlich in der ersten Hälfte des November. Seine Vertretung führt bis Anfang Oktober, der in Aussicht stehenden Rückkehr des Unterstaatssekretärs von Lindequist aus Südwestasrika, der Direktor im Reichskolonial- amt Dr. Conze.
Die Vorgänge in Frankreich.
Toulon, 14. Juli. Manifestanten wollten gestern gegen Mitternacht eine Volksmenge, die einem Konzert auf dem Place d'Armes beiwohnte, vertreiben. Bei dieser Gelegenheit kam es zu einem Zusammenstoß mit der Polizei. Auf beiden Seiten gab es mehrere Verwundete. Auch wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die Polizei ging mit blanker Waffe vor. Es wurden Feuerwerkskörper gegen die Beine der Pferde geschleudert und Revolverschüsse abgegeben.
Paris, 14. Juli. Der allgemeine ArbeitSverband^ veranstaltete in Paris und in mehreren Städten des Südens Protestversammlungen gegen die Haltung der Regierung ihm selber gegenüber und gegenüber den Ereignissen in den Weinbaudistrikten. In Paris kam es zu einigen leichten Zusammenstößen; etwa zehn Verhaftungen würben, vorgenommen. Die Versammlung verlief ohne ernsten Zwischenfall.
Paris, 14. Juli. Nach den bis 1 Uhr mittags vorliegenden Nachrichten ist die Truppenschau in der Provinz
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ohne Zwischenfall verlaufen. Präsident Fallières gab das gewohnte Frühstück zu Ehren der Generäle, welche an der Truppenschau teilnahmen. Auch der Ministerpräsident Clemenceau sowie der Minister Picquart und Thomson waren geladen.
Paris, 14. Juli. Die Truppenschau von Longchamp verlief äußerst glänzend. Die Ankunft Fallières erfolgte um 8 Uhr. Unter den Begrüßungskundgebungen fuhr derselbe in Begleitung des Ministers Clemenceau in einem Daumont die Front ab, und nahm auf der Prästdententribüne Platz. Unmittelbar darauf begann der Vorbeimarsch der Truppen. Der Militärluftschiffer Lebaugy führte während der Truppenschau über dem Hippodrom Uebungen aus. Als bei der Rückfahrt ins Elysee der Wagenzug des Präsidenten in die Avenue Marigny einbog, gab ein Mann zwei Revolverschüsse ab. Niemand wurde getroffen. Der Mann wurde verhaftet; derselbe scheint irrsinnig zu sein.
Paris, 14. Juli. Der Bund der Patrioten veranstaltete heute vormittag die gewohnte Kundgebung vor dem Denkmal der Stadt Straßburg. Etwa fünftausend Personen waren anwesend, darunter Deroulede und mehrere Gemeinde- räte. ES ereignete sich kein Zwischenfall. Die Polizeipräfektur teilt mit, baß der in der Avenue Marigny verhaftete Mann in einer Entfernung von 150 Metern vom Wagen des Präsidenten in die Lust schoß. Im Bois von Boulogne wurden vierzig Personen verhaftet, welche: „Es lebe der Siebenzehnte" gerufen hatten.
Paris, 14. Juli. Der in der Avenue Marigny verhaftete Mann, welcher bei der Rückkehr Falliöres von der Truppenschau mehrere Revolverschüsse in die Luft abgab, ist ein in letzter Nacht aus Rouen hier eingetroffener eingeschriebener Seemann, namens Leon Marie Maille.
Die Vorgänge in Rußland.
Die Anklageschrift gegen Stössel, Fock, Reuß und Smir- noff wurde heute veröffentlicht. — Die Anklage gegen Stössel enthält unter anderem folgende Punkte: Er hat dem Befehle des Oberkommandierenden der Mandschureiarmee, das Kommando von Port Arthur Smirnoff zu übergeben und die Armee zu verlassen, nicht Folge geleistet, und ist in der Festung geblieben. Stössel verletzte den Befehl des kaiserlichen StadthalterS, mischte sich in die Funktionen Smirnoffs ein und erteilte bezüglich der Ausführung der Verteidigungsarbeiten in der zweiten und dritten Befestigungslinie Gegenbefehle. Stössel traf keine Vorkehrungen für eine Beschaffung von Lebensmitteln, und erstattete über das Gefecht von Kincheon einen Bericht, in dem er behauptet, selbst mit großer Euergie die Aktion geleitet zu haben, während er in Wahrheit in Port Arthur geblieben war, und an den Kämpfen nicht teilgenommen hatte. Stossel stellte in dem Berichte die Flucht Focks als geordneten Rückzug dar. Er berichtet am 14. Juni 1904, daß er an allen Gefechten teilgenommen habe, während vom 8. Februar bis 14. Juni überhaupt nur daS Gefecht von Kincheon stattgefunden habe, wobei Stössel nicht zugegen war. Um die beabsichtigte Uebergabe von Port Arthur zu rechtfertigen, berichtete Stössel am 29. Dezember 1904 an den Kaiser, die Japaner seien Herren der Situation, Port Arthur könne er nur noch einige Tage halten, es fehle an Munition. Die große Mehrheit des Kriegsrates hatte sich dagegen für die Verteidigung Port Arthurs bis zum äußersten ausgesprochen und erklärt, es sei genügend Munition vorhanden. Stössel hat ferner bewußt und mit Unrecht Fock für das Gefecht von Kincheon, das Fock verloren und in dem er eine vollständige Unfähigkeit bewiesen hatte, den Georgsorden überreicht und denselben auch Reuß überreicht, der selbst eingestanden habe, daß er nichts getan habe, um eine solche Auszeichnung zu verdienen. Stössel hat, ohne alle Verteidigungsmittel zu erschöpfen, mehrere Forts ohne Kampf geräumt und Reuß ermächtigt, für Rußland schmähliche Kapitulationsbedingungen zu unterzeichnen. Stössel hat selbst das Schicksal der Garnison nicht geteilt und sie nicht in die Gefangenschaft begleitet. Für alle diese Verbrechen sieht das Militärstrafgesetzbuch die Todesstrafe vor. Fock ist Mitschuldiger an allen Verbrechen Stössels, hat sich unfähig gezeigt und den Befehlen Stössels nicht Widerstand geleistet. Ueber das Gefecht von Kincheon hat Fock falsche Berichte erstattet; unter dem Vorwande, daß es an Munition fehle, hat er bei hellem Tage den Rückzug angetreten, und die Truppen großen Verlusten ausgesetzt. Reuß ist gleichfalls angeklagt, Mitschuldiger Stössels zu sein. Smirnow ist angeklagt, nicht Energie genug gezeigt zu haben, um die verbrecherischen Akte Stössels, Focks und Reuß zu verhindern.
Kiew, 14. Juli. Das Kriegsgericht verurteilte von 101 wegen der Teilnahme an der Meuterei vom 17. Juni angeklagten Soldaten sechs zum Tode, 12 zu lebenslänglicher Zwangsarbeit, 20 zur Zwangsarbeit verschiedener Länge, 17 zur Versetzung auf drei Jahre in ein Strafbataillon, 30 zu vier Monaten Militärgefängnis und 14 zu Disziplinar- arrest; 2 wurden freigesprochen.
Die Vereinigten Staaten und Japan.
London, 13. Juli. Der New-Uorker TimeS-Korrespon- bent erklärt, eS sei schwierig, über die wahre Lage in Kalifornien Nachricht zu erhalten. Die aus San Francisco eingetroffenen Berichte melden von erheblichen Reibungenzivischen Amerikanern und Japanern in Vallepo und Drohungen der dort liegenden Marine- Soldaten, die Japaner aus der Stadt zu vertreiben. Hiervon wurde kein Wort nach New-Pork telegraphiert. In meist wohl informierten Kreisen glaubt man, daß die offiziellen Dementi nicht die wahre Stimmung über die Entsendung der amerikanischen Flotte nach dem Stillen Ozean widerspiegeln.
Washington, 13. Juli. Die Küstenverterbi- gungSbehörde hat Fachleute des Torpedowesens mit dem Befehl abgesandt, die Häfen an der Küste deS Stillen Ozeans durch Auslegung von Minen zu schützen.
Wiederaufnahme der Arbeit.
Hamburg, 12. Juli. Eine heute abgehaltene Versammlung der Seeleute hat beschlossen, die Arbeit sofort bedingungslos wieder aufzunehmen.
_____ ________________ 15. Juli
Zur Lage in Marokko.
Tanger, 13. Juli. Eine Expedition, bestehend aus 1000 Mann Fußtruppen und 200 Reitern ist von Fez abgegangen, um den Versuch zu machen, den Gefangenen Maclean zu befreien. Zwei andere Truppen-Abteilungen sind ebenfalls aufgebrochen, um Raisuli zu umzingeln.
Tanger, 13. Juli. (Reuter.) Aus Eingeborenen-Quell« wird berichtet, die Truppenbewegung nach dem Gebiet, da? die Stellung Raisulis umgibt, mache großen Eindruck auf die Stämme und die Machtentfaltung der Regierung werde Raisuli wahrscheinlich veranlassen, Maclean im letzten Augenblick auszuliefern, wenn ihm selbst persönliche Sicherheit verbürgt werde. Aus derselben Quelle wird gemeldet, Kriegsminister Gebbas habe von Raisuli in der letzten Nacht Nachricht erhalten, Raisuli werde sich mit Maclean auf den Weg nach Alcazar machen und die Regelung der Frage der AuS- lieferung MacleanS beschleunigen.
Generalversammlung des Vereins- ansschnsses der Landwirtschastskammer.
Melsungen, 12. Juli 1907.
Unser altes schönes Fuldastädtchen prangt im schönsten FesteSschmuck, gilt eS doch die Vertreter der Landwirtschaft des ganzen Regierungbezirks in ihren Mauern willkommen zu heißen.
Am Morgen deS heutigen ersten Tages trafen die Gäste schon zum Teil mit den ersten Zügen ein und wurden mittels am Bahnhof bereitgestellter Fuhrwerke dem Festplatze zugeführt. Gegen 10 Uhr vormittags hieß der Vorsitzende der Landwirtschastskammer, Herr v. Stockhausen, die erschienenen Delegierten herzlichst willkommen. Er gab seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck und dankte dem Landwirtschaftlichen Kreisverein Melsungen für seine Mühewaltung. Hierauf erklärte er die landwirtschaftliche Ausstellung für eröffnet und schloß seine Ansprache mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser.
Die Ausstellung ist in diesem Jahre so reichhaltig beschickt daß man mit Recht behaupten kann, daß sie alle ihre bisherigen Vorgänger übertrifft.
Nach Eröffnung der Ausstellung begaben sich die Delegierten nach der Stadt zurück zum „Hessischen Hof", woselbst kurz nach 11 Uhr die Verhandlungen der 21. Generalversammlung des Vereinsausschusses der Landwirtschaftskammer ihren Anfang nahmen. Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß man die Anwesenden auf nahezu 300 schätzen konnten. Herr v. Stockhausen eröffnete die Versammlung und dankte dem Landwirtschaftlichen KreiSverein Melsungen sowie der Behörde und der Einwohnerschaft der Stadt Melsungen für den herzlichen Empfang und die herrliche Ausschmückung der altertümlichen Holzhäuser dieser althessischen Stadt. Sodann begrüßte er die Vertreter der staatlichen und Kommunalbehörden, denen ja, wie man wiffe, das Wohl der Landwirtschaft am Herzen liege und gedachte dann mit ehrenden Worten der durch den Tod abgeschiedenen Mitglieder, zu deren Andenken sich die Anwesenden von den Sitzen erhoben. Nachdem er noch mehrere am Erscheinen verhinderte Herren von der Regierung entschuldigt, machteer Mitteilung von der von einer Kommission bearbeiteten neuen Prämiierungsordnung bei Tierschauen, welche dem Ministerium noch zur Begutachtung vorliege, indem er sich in längerem über diesen Punkt verbrenete. NamenS der StaatS - regierung nahm nunmehr Herr Regierungsrat Lucke-Cassel das Wort, um das Bedauern des Regierungspräsidenten an seinem durch Krankheit verursachten Fern- bleiben zu übermitteln und die Versammlung deS warmen Interesses seiner Behörde sowie seines Chefs zu versichern uud den Verhandlungen besten Erfolg wünschend. In gleichen Sinne sprach sich auch Herr Geheimrat Dr. OsiuS im Auftrage des verhinderten Landeshauptmanns und der Bezirksverwaltung aus. Der folgende Redner, Herr Inspektor Schmidt, begrüßte namens deS landwirtschaftlichen KreiS- vereinS die Gäste und gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß nach langem 40jährigen Hoffen und Harren endlich einmal die Generalversammlung in den Mauern Melsungens tage. Im Auftrage der Kreisbehörde begrüßte Herr Landrat v.'Aschoff auch an seinem Teile die Tagung, der er ein ersprießliches Resultat wünschte, worauf Herr o. Stockhausen dem Vorredner für seine erfolgreiche Tätigkeit im Dienst und Interesse der Landwirtschaft den Dank aussprach. Städtischer- seits sprach Herr Bürgermeister O. Gleim warme BegrüßungS- worte, welche von dem Grundgedanken ausgingen, daß Stadt und Land zusammengehöre im gemeinsamen Jnteressenaus- tausch. AlS erster Referent ergriff nunmehr Herr Dr. Sprenger das Wort, um in mehr als einstündigem sorgfältig auSge- arbeiteten Vortrage über das Thema „Maßnahmen zur Hebung der Rindviehzucht" ein erschöpfendes Bild von der langsamen, aber stetigen Entwickelung der gesamten Viehzucht im großen deutschen und namentlich im engeren hessischen Vaterlande zu geben. Ausgehend von der Pferdezucht ging er zu der des Rindviehs über, um nach einer kurzen Behänd* hing der erfolgreichen Tätigkeit der einzelnen Kreisbehörden und Kreisvereine auf dem Gebiete der Viehzucht, namentlich im Rahmen der Zuchtviehgenossenschaften und einer knappen Skizzierung der Schweinezucht, Schafhaltung und Geflügelzucht seinen Vortrag mit dem Wunsche schloß, daß es sich Staatsregierung, Landwirtschastskammer und Kreisoereine nach wie vor angelegen sein lassen müßten, ihr Bestes zu tun zur Hebung der Viehzucht.
Der mit lebhaftem Beifalle aufgenommene Vortrag zeitigte eine lebhafte Diskussion, an der sich die Herren Landrat v. Trotha-Hünfeld, Regierungsrat Lucke, Oekonomierat Gerland, v. Stockhausen und Bürgermeister Claus-Ravolzhausen (Kr. Hanau) beteiligten. Es drehte sich hierbei um die von dem Referenten in seinem Vortrage gestreifte Viehversicherung für Private, welche nach dem Gesetze vom 12. Mai 1901 der behördlichen Aufsicht unterstellt sind, welches nach den Ausführungen des letztgenannten Diskussionsredners zu vielen Scherereien und Unzuträglichkeiten geführt habe. Herr ClauS stellt deshalb den nachfolgenden Antrag: „1. Der Vereint- auSschuß beschließt, daß die Landwirtschaftskammer bei königlicher Regierung dahin wirken möge, daß die im § 53 der Gesetzes über private Versicherungsunlernehmungen vom 12. Mai 1901 bezeichneten kleineren Vereine von dem Gesetze ausgeschlossen werden. 2. Landwirtschaftskammer möge bei dem Herrn Regierungspräsidenten vorstellig werden, daß die Anforderungen an die kleineren Vereine auf das Mindestmaß beschränkt werden möchten." Dieser Antrag wurde jedoch gegen einige Stimmen abgelehnt und will er die Kammer nochmals versuchen, die Leinen Versicherungen zu «new