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Erscheint täglich mit Ansnaome der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Sil, 162 F««isprech»»schli»tz Mr. 605.

Montag den 15. Juli

Fernsprechanschlutz R«. 605. 1907

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Der Bahnmeister Paul Lehmann, wohnhaft in Langendiebach, wurde zum Kleinbahn-Polizeibeamtem ernannt und als solcher heute bestellt und vereidigt.

Hanau den 12. Juli 1907.

Der Königliche Polizei-Direktor.

D 5851 J. D.: Siemon, Reg.-Assessor.

Stadt- und Candkreis Hanau.

Zündhölzer und andere Zündwaren, die unter Verwendung von weißem oder gelbem Phosphor her­gestellt find, dürfen nach § 3 des Gesetzes, betreffend Phos­phorzündwarm vom 10. Mai 1903 (R.-G.-Bl. S. 217) vom 1. Januar 1908 ab nicht mehr feilgehalten, verkauft oder in den Verkehr gebracht werden.

Hanau den 13. Juli 1907.

Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.

$ 6026 J. D.: Siemon, Reg.-Assessor.

Candkreis Hanau.

BekmtmchuiW des Königlichen LllnSrntssnitS.

Der Metzger Heinrich Waas in W i n d e ck e n be« »bstchtigt, auf seinem daselbst gelegenen Grundstück Karten- 175 i7ß blatt 7 Nr.^ ein Schlachthaus zu errichten.

Einwendungen gegen die geplante Anlage, zu welcher Zeichnungen und Beschreibungen im Bureau des Kreisaus- schusseS hier offen liegen, find binnen 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, schriftlich in zweifacher Ausfertigung hier anzubringen.

Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einsprüche ist Termin auf

Samstag den 3. Augitst d. I., vormittags 10 Uhr, in das Bureau des Kreisausschusses anberaumt. Die Inter­essenten werden zu diesem Termin mit dem Bemerken vor­geladen, daß im Falle ihres Ausbleibens gleichwohl mit der Erörterung der Einsprüche vorgegangen werden wird.

Hanau den 12. Juli 1907.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A 3050 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor. 14725

Stadtkreis Hana«. Bekanntmachung.

Wegen Ausbruchs von Masern bleibt die Kinderkrippe von Montag den 15. d. Mts. ab 14 Tage ge­schloffen.

Hanau, den 13. Juli 1907.

Der Magistrat.

Hild. 14693

Hus Ban au Stadt und Cand.

Hanan, den 14. Juli.

* Verliehen. Dem Oberlehrer an der hiesigen Ober­realschule, Herrn Dr. phil. Hermann Arendt, ist vom Herrn Kultusminister der Charakter als Professor verliehen worden.

Profeffor Dr. Suchier f. Im Alter von nahezu 84 Jahren verschied am Samstag Herr Dr. R. Snchier, Gymnasiallehrer a. D., der langjährige Vorsitzende des Ge- schichisvereins Hanau. Wir werden' auf den Lebensgang dieses schlichten verdienstvollen Gelehrten noch zurückkommen.

Hanau als Festort. Der Vereinsausschuß der Landwirtschaftskammer, der seine diesjährige Generalversamm­lung in Melsungen abhielt, beschloß, im nächsten Jahre in Hanau zu tagen. Mit dieser Generalversammlung ist zu­gleich die alljährliche große Bezirkstierschau ver­bunden.

* Prüfung. Im Stadttheater wurde am Samstag die Regenvorrichtung, welche zum Schutze gegen Feuersgefahr angelegt ist, einer Prüfung unterzogen und tadellose Funktio­nierung festgestellt.

* Erfolgreich. Der Radfahrerklub Langenselbold unternahm gestern den 14. ds. Mts. mit 15 Mann eine Fernfahrt nach dem in schöner, waldiger Höhenlandschaft gelegenen Städtchen Schotten. Der dortige Radfahrerverein

hatte ein größeres Fest arrangiert und war durch auswärtige Vereine stark besuchte Den musikalischen Teil hatte die Kapelle des Hess. Artillerie-Regiments Nr. 63 in Frank­furt a. M. übernommen. Nachdem vormittags größere Straßenrennen abgehalten wurden, ging nachmittags ein Preiskorso durch die Straßen der Stadt. Den 1. Preis errang mit 12,92 Punkten der Radfahrerklub Langenselbold, den 2. Preis mit 11,65 Punkten Gießen, den 3. Preis mit 11,20 Punkten Nidda, den 4. Preis mit 10,76 Punkten Alsfeld, den 5. Preis mit 10,31 Punkten Fulda, den 6. Preis mit 9,39 Punkten Wieseck, den 7. Preis mit 8,90 Punkten Birstein. Dem wackeren Langenselbolder Radfahrer­klubAll Heil" ! In der 2. Abteilung errang den 1. Preis mit 12,33 Punkten der Radfahrerverein Wächtersbach, den 2. Preis mit 11,23 Punkten der RadfahrervereinFalke" Rückingen.

* Kriegerdenkmalsenthüllung in Afchaffen- burg. Tausende von alten Kriegern und ehemaligen Sol­daten hatten sich gestern in Aschaffenburg zusammengefunden, um der Weihe des dortigen Kriegerdenkmals beizuwohnen. Die Feier verlief programmgemäß. Das Denkmal ist nach einem Entwürfe des Bildhauers Jakob Hofmann in München gefertigt und hat ein Siegfriedmotiv als Unter­lage. Die Verwirklichung der Idee ist hier eine ganz eigen­artige, vom gewohnten Typus der Denkmäler bewußt ab­weichend. Während anderwärts die Darstellung des Gegen­ständlichen vorherrscht (Waffen und Emblemen, Soldaten­figuren), sollte hier in symbolischer Weise dem Gedanken der deutschen Wehrkraft Ausdruck verliehen werden, der deutschen Manneskraft, welche zum Siege der nationalen Wiederge­burt, welche zur Gründung des deutschen Reiches geführt hat: jung und stark sehen wir so den Sohn deutscher Erde, wie er, seiner Überlegenheit sich bewußt, den Gegner ruhig ins Auge faßt und sich anschickt, ihn mit dem Schwerte anzugehen. In herber Anlehnung an die Natur ist auf jede süßliche Schönheit verzichtet, die Glieder sind straff geschlossen, jede Muskel spielt, so wie wir uns Jung - Siegfried, den Drachentöter, denken. Die künst­lerische Umrahmung dieser Hauptfigur ist in die gärt­nerische Umgebung hinein komponiert: Als ihr Träger schießt zwischen den umgebenden hohen Bäumen ein ein schlanker Säulenschaft empor, au welchen sich im Halb­runde Bänke anschließen, durch Löwen flankiert, welche auf die quadratischen Grundrisse als Pfosten streng stilisiert sind. Die Siegfriedfigur tritt gewissermaßen aus dem Walde her­vor. Am Säulenschafte befinden sich die Namen der hervor­ragendsten Schlachten des deutsch-französischen Krieges, an welchen Bayern teilgenommen haben, die Widmungs- und Stiftungsschrift, ferner am Fuße eine Ringkâmpserszene als symbolische Darstellung der Kraftmessung feindlicher Volker. Die Siegfriedfigur wurde von der Kgl. Bayer. Akademie der Künste zu München mit der silbernen Medaille pro 1906 ausgezeichnet. Als Inschrift gab das Komitee dem Denkmal die Worte:Der Bayern Treue und Deuscher Kraft 1866, 1870/71", um zum Ausdruck zu bringen, wie die bayerischen Helden dieser Jahre gekämpft haben in Hingebung an ihren höchsten Kriegsherrn, den König, ge­kämpft aber auch 1870/71 im Verein mit dem früheren Gegner im Bewußtsein der Stammzusammengehörigkeit und unbezwingbarer deutscher Einheit und Kraft.

* Eine bevorstehende Garnisouvermehrung in Hanan. Aus strategischen Gründen soll die Verlegung des 3. Eisenbahn-Regiments, gegenwärtige Garnison Schöne- berg-Berlin, nach Hanau erfolgen. Als Zeitpunkt für diese Verlegung ist der 1. Oktober 1910 vorgesehen. Die er­forderliche Kaserne soll die Stadt Hanau erbauen und dann dem Militärfiskus mietweise zur Verfügung stellen. In mehreren nichtöffentlichen Sitzungen hat die Stadtverordneten­versammlung über das Projekt der Erbauung einer Kaserne und die hiermit zusammenhängenden Vorlagen, wie über den provisorischen Abschluß der Verträge beraten. Den Mit­gliedern der städtischen Körperschaften war Geheimhaltung der Vorlage zur Pflicht gemacht worden, jedoch scheint eine Entbindung von dieser Verpflichtung stattgefunden zu haben, indem die Einzelheiten am Samstag bekannt gegeben worden sind Aus dem den Stadtverordneten zugegangenen Material und' den gefaßten Beschlüssen werden folgende Einzelheiten bekannt gegeben: Als Bauplatz für die neue Kaserne ist vorgesehen der jetzige Exerzierplatz sowie ein Teil vor dem Lamboywald, auf demselben Gelände, wo das Bekleidungs­depothaus steht, also östlich der Ulanenkaserne. Die Haupt­kaserne kommt mit der Front nach der Lainboystraße zu, also in der Verlängerung der Wirtschaft zumThüringer | Hof". Das Eisenbahnregiment besteht zunächst, da es ein | neu gebildetes Regiment ist, aus zwei Bataillonen zu je

vier Kompagnien, später wird ein drittes Bataillon gebildet. Neben dem Bauplatz bleibt das Terrain reserviert für weitere Neubaubedürfnisse. Hinter der Kaserne, also nördlich, nach dem Kohlbrunnen zu, erstrecken sich die Depotbauten, welche mit einem Schienenstrange vom Nordbahnhof aus verbunden werden. Eine Feldbahn nach dem Gänseberg bei Oberisstg- heim wird von den Eisenbahnern gebaut. Ein Wasser- übungsplatz kommt pn die Kinzig etwas oberhalb der Lamboybrücke, ein großer Nebungsplatz auf beiden Seiten des Mains zwischen Groß-Auheim und Groß-Krotzen- burg. Beide Uebungsplätze werden mit der Kaserne durch Feldbahnen verbunden, die ebenfalls das Regiment selbst baut. Ein neuer großer Exerzierplatz von 100 Hektar Größe wird hergerichtet hinter dem Schaffst und dem sogenannten Goldacker in der Gemarkung von Groß- Auheim. Auf diesem Exerzierplatz wird das Jnf.-Regt. 166 und das Ulanen-Regiment Nr. 6 exerzieren, da der seitherige Exerzierplatz zu klein und durch die vorzunehmenden Bauten unzureichend ist. Der Platz vor dem Lamboywald rechter Seite dient zur Herstellung eines Offizierkasinos und Woh­nungen für verheiratete Unteroffiziere, ein anderer Teil ist vorgesehen für das 3. Bataillon unseres Infanterie-Regi­ments. Die Kosten des Kasernenbaues und des Gelände­erwerbs für die Uebungsplâtze und den großen Exerzierplatz betragen rund 5 000 0Ö0 Mk. Die Stadt Hanau baut die Kaserne und die Depoträume und erwirbt den Grundbesitz, während der Staat eine entsprechende Miete zahlt und Amor­tisation leistet. Unter den gleichen Bedingungen wird jeden­falls die Stadt Hanau auch ein Garnisonlazarett in der Nähe des Lamboywaldes errichten. Die Kaserne für das Eisenbahn-Regiment muß bis zum 1. Oktober 1910 fertig sein, da zu dU^m Zeitpunkte das Regiment nach hier ver­legt werden soä. Die Pläne für die Bauten find bereits fertiggestellt und von den in Betracht kommenden Behörden geprüft, so daß, nachdem der Reichstag die etatsrechtliche Seite erledigt hat, im Frühjar 1908 mit dem Bau begonnen werden kann. Das neue Regiment zählt rund 1600 Mann und besteht überwiegend aus freiwilligen, technisch gebildeten Leuten, die vermöge ihrer sozialen Stellung der Stadt auch tatsächlich Vorteil bringen werden. Die Ver­legung des Regiments nach Hanau ist sicherlich von großem Vorteil für unsere Stadt.

* Der Vrtchbergverein, e. V., trat am 15. Juli 1906 ins Leben. Längere Zeit betrug die Mitgliederzahl nur etwa 25 Personen und es schien anfangs, daß man auch von ihm werbe sagen können, der Prophet gilt nichts in seiner Heimat, denn obwohl die Gründung zu dem Zweck erfolgt ist, einen 30 m hohen Aussichtsturm zu erbauen, von dem aus man eine herrliche Aussicht in das schöne Kinzigtal genießen wird, herrliche Wälder, Höhen und Täler dem Wanderer zu erschließen und näher zu bringen, war doch wenig Interesse vorhanden. Heute ist es anders. Der Buchbergverein zählt nunmehr 500 Mitglieder und besitzt ein Baukapital von nahezu 4000 Mk. und besitzt Gönner, die ihm auch fernerhin treu bleiben und ihn fördern werden. Wesentlich das Verdienst dieser Tätigkeit ist es, daß man die reizenden Partien in der Bulau, in der vorderen sowohl wie auf den Höhen jenseits Niederrodenbachs doch jetzt mehr und mehr schätzen lernt und ihnen seine Aufmerksamkeit zu­wendet. Allgemein hört man jetzt sagen, ja dort hinten ist es doch schön. Es ist klar, daß solche Tätigkeit geeignet ist, die Liebe zur Heimat zu erhöhen und daß dadurch auch die Vaterlandsliebe gefördert wird, wurzelt doch die Vaterlands­liebe in der Liebe zur Heimat. Es ist also heute der Ge­burtstag des Buchbergvereins, etwaigeGeburtstagsgeschenke wird die Redaktion dieses Blattes mit Dank annehmen.

* Ausgestelltes Kunstwerk. Im Schaufenster des Glasermeisters J. Bergmann, Hospitalstr. 28, vorm. Glaserei I. C. Koch, ist während dieser Woche ein Bild des bekannten Hanauer Künstlers Gg. Cornicelius, Christus darstellend, ausgestellt, das durch Herrn S ch e i d a s e n. Hanau-Kesset­stadt mit einem wahrhaft künstlerischen Rahmen versehen wurde. Das Kunstwerk verdient allgemeine Beachtung.

* Gauturnfest des Gaues Offenbach - Hanau. Unser Nachbarort Klein-Auheim stand gestern im Zeichen der edlen deutschen Turnerei. Die Turngesellschast Klein-Auheim feierte ihr 25jähriges Bestehen, zugleich war dem Jubiläums-Verein die Abhaltung des 32. Gauturn- fest e s des Gaues Offenbach - Hanau übertragen worden. Der Festort prangte aus diesem Anlasse in schmuckem Kleide, woraus deutlich hervorging, daß die gesamte Einwohnerschaft freudigen Anteil an den turnerischen Vorgängen und den Jubilâumsieierlichkeiten nahm. Samstag abend wurde das Fest durch einen Kommers eingeleitet. Am Sonntag früh begann das Einzelwetturnen, nachmittags bewegte sich ein