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«artüiâhrllch 1,80 M., mouaüich 60 Pfg., sät m» Bärtige Absnn«t«n mit dem betreffeuden Postausjchtag, Die etazelue Nummer kostet 10 Pfg.

«etatleukdruck und Verlag der Buchdrucker«! da» Mtk t». Waisenhauses ia H-mau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint tägkch mit Ausnahme der S»nn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Ei»<ku»gsgebS-r

im Acktameatsll dis Zeile 35 Mz.

Ml. 112 Fernsprechanschltch Nr. 605.

Amtliches.

Eandkreis Fjanau.

VÄmitmBilUe« des KchAM LmdratsmtS.

Der Metzger Philipp Esch in M i t t e l b u ch e n be­absichtigt auf seinem Grundstück Kartenblatt 9 Nr. 35 Brandversicherungsnummer 16 ein Schlachthaus zu errichten.

Einwendurrgen gegen die Anlage, zu welcher Beschreibungen und Zeichnungen im Bureau des Kreisaus­schusses hier offen liegen, sind innerhalb 2 Wochen mündlich oder schriftlich in zweifacher Ausfertigung beim Unterzeichneten anzubringen. Später eingehende Einsprüche bleiben unberücksichtigt.

Zur Erörterung der rechtzeitig eingegangenen Einsprüche wird Termin auf

Samstag den 1. Juni 1907, vormittags 10 Uhr, in das Bureau des Kreisausschusses Kreishaus, Hain­straße Nr. 10 hier anberaumt. Die Interessenten wer­den zu diesem Termin mit dein Bemerken geladen, daß im Falle ihres Nichterscheinens gleichwohl mit Erörterung der etwa erhobenen Einsprüche vorgegangen werden wird.

Hanau den 13. Mai 1907.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A 2268 v. Beckerath. 10541

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Archi­tekten und Bauunternehmers Heinrich Usener, alleinigen Inhabers der Firma I. C. Jäger U. I. M. Rumpf, Hauptniederlassung in Hanau, ist zur Abnahme der Schluß­rechnung des Verwalters, zur Anhörung der Gläubiger über die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer Ver­gütung an den Verwalter und die Mitglieder des Gläubiger­ausschusses der Schlußtermin auf

den 7. Juni 1907, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte hierselbst im Schwurgerichts­saale des Landgerichtsgebäudes hier, Bangert 2, bestimmt.

Hanau den 10. Mai 1907.

k Der Gerichtsschreiber ____ des Königliches Amtsgerichts 5. 10481

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Ge­markung Langenselbold belegenen, im Grundbuche von Langen­selbold Artikel 2020 zur Zeit der Eintragung des Versteige- rungsvermerkcs auf den Namen des Weißbinders Iohannes Lamm 7r und dessen Ehefrau Margareta geb. Schleich, zu Langenselbold eingetragenen Grundstücke:

1. Krtbl. 60 Nr. 79, Hinter dem Kloster, Acker, 7,88 ar, 2. Krtbl. 60 Nr. 78 daselbst, Acker, 4,56 ar,

zu 1 mit einem Reinertrag von 1,71 Tlr., zu 2 mit einem solchen von 0,99 Tlr.

MU 10. Juli 1907, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 6. Mai 1907.

___Königliches Amtsgericht. 10485 Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Krankenscheinheft für Joseph Fischlein, t Kneifer im Walde auf dem Wege nach dem Wolfgang, bares Geld, 1 Spazierstock, 1 Portemonnaie mit 2,70 Mark. Verloren: 1 Portemonnaie mit 7 Mk. Inhalt, 6 Paar weiße Lederhandschuhe (gez. W. S.), 1 Porte­monnaie mit ca. 11 Mk. Inhalt.

Zugelaufen: 1 junger gelber Hund, 1 weißer Foxterrier mit gelben Abzeichen und mit Halsband mit gelben Messingknöpfen.

Hanau den 15. Mai 1907.

Hus hanau Stadt und Eand.

Hanau, 15. Mai.

* Marienkirchenchor. Morgen abend letzte Probe vor Pfingsten. Alle Mitglieder sind darum freundlichst ein­geladen.

* MMianische Jüuglings-Congregattou. Heute abend fällt der Konferenz-Vortrag aus-

Mittwoch den 15. Mai

* Evang. Männerabend. In der letzten Versamm­lung des evangelischen M ä n n e r b u n d e s wurde nach einer kurzen Charakterisierung des Monistenbundes auch darauf hingewiesen, wie die Sozialdemokratie in der Be- kenntnislosigkeit eine Charakterfestigkeit sieht, und daß man, entgegen dem von ihr behaupteten aber nicht angewandten Grundsatz:Religion ist Privatsache", wohl sagen könne, daß Religionsfeindschaft bei ihr zur Parteisache geworden ist. Hierzu wurden folgende Angaben und Ausführungen ge­macht :

Ueber die religiöse Stellung der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten gibt KürschnersDeutscher Reichs­tag" folgende Nachricht, die durchweg aus den eigenen An­gaben der Beteiligten beruhen dürfte.

Schneidermeister Albrecht (Kalbe Aschersleben): kon­fessionslos ;

Parteisekretär Auer (Glauchau-Merane): konfessionslos; Schriftsteller Bebel (Hamburg 1): religionslos;

Kaufmann Böhle (Stadt Straßburg) : konfessionslos; Verbandsvorsitzender Bömelburg (Dortmund): kon­fessionslos ;

Redakteur Brey (Hannover): evang;

Schuhmachermeister Brühne (Homburg-Höchst): evang.; Schriftsteller Dr. David (Mainz): evang.;

Verlagsbuchhändler Dietz (Hamburg 2) : evang.; Tapeziermeister Ehrhart (Speyer): konfessionslos; Redakteur Eichhorn (Pforzheim) : evang.;

Kaufmann Emmel (Mülhausen t. E.): konfessionslos; Buchdruckereidirektor R. Fischer (Berlin 2): katholisch getauft ;

Rechtsanwalt Dr. Frank (Mannheim): jüdisch;

Schriftsteller Frohme (Altona): konfessionslos;

Buchdruckereibesitzer Geck (Karlsruhe) : konfessionslos ; Zigarremabrikanl Geyer (Leipzig-Land): konfessionslos; Chefredakteur Goldstein (Stollberg): Dissident, bis 76 evang. (so wörtlich !);

Rechtsanwalt Heine (Berlin 3): evang.;

Juseratenvertreter Hengsbach (Duisburg) : konfessionslos; Redakteur Hildenbrand (Stuttgart) : evang.; Schriftsteller Hoch (Hanau) : konfessionslos ; Redakteur Horn (Dresden-Land): katholisch; Gewerkschaftsbeamter Huè (Bochum) : evang.; Zigarrenfabrikant Kaden (Dresden-N.) ; Dissideitt; Schriftsteller Ledebour (Berlin 6): konfessionslos ;

Vorsitzender der Generalkommission Legien (Kiel) : kon­fessionslos ;

Buchhalter Lehmann (Wiesbaden): freireligiös; Journalist Metzger (Hamburg): konfessionslos; Redakteur Noske (Chemnitz): Dissident;

Vorsitzender des Bergarbeiterverbandes Sachse (Walden­burg) : konfessionslos;

Redakteur Scheidemann (Solingen) : konfessionslos ; Arbeitersekretär R. Schmidt (Berlin 5): Dissident; Geschäftsführer Schwartz (Lübeck) : evang.; Gewerkschaftssekretär Severing (Bielefeld) : reformiert; Privatier Singer (Berlin 4): mosaisch ;

Schriftsteller Stadthagen (Niederbarnim) : mosaisch ; Gastwirt und Gärtner Stolle (Zwickau): freireligiös; Redakteur Stücklen (Mittweida) : freireligiös ; Schriftsteller Dr. Südekum (Nürnberg): evang.; Buchdruckereibesitzer Ulrich (Offenbach) : freireligiös ;

Schriftsteller v. Vollmar (München 2): Relig. grund­sätzlich nicht angegeben.

Expedient Zubeil (Teltow-Charlottenbiirg): Dissident.

Es sind also 25 Abgeordnete Dissidenten (konfessionslos, freireligiös); zu ihnen tritt noch ein Religionsloser, und wohl auch einkatholisch getaufter." Es nennen sich weiter 10 evangelisch, einer reformiert, einer katholisch und drei jüdisch (mosaisch). Einer, v. Vollmar, erklärt jetzt wie früher, daß er grundsätzlich hierüber keine Angaben mache. Die entschiedene Mehrzahl der sozialdemokratischen Abge­ordneten steht außerhalb jeder christlichen Gemeinschaft, mögen sie nun konfessionslos, freireligiös oderDissident" als Wort brauchen, Am schärfsten scheidet sich Bebel vom Christen­tum, indem er sichreligionslos" nennt. Was die Minder­heit bewegt, sichevangelisch" oderkatholisch" zu nennen, ist nicht zu sagen. Bei einzelnen wie bei Heine und David wissen wir, daß sie öffentlich den evangelischen Glauben ihrer Väter abgesagt haben. Bei diesem und jenem aber dürfte doch ein glimmender Docht vorhanden sein. Bezeichnend ist, daß bei den jüdischen Mitgliedern der Sozialdemokratie es nicht als Parteisache gilt, dem Glauben der Väter treu zu bleiben. Frank, Singer, Stadthagen scheiden nicht aus ihrer Konfessionsgemeinschaft. Die Feindschaft der Reichstagsab- geordneten- aleichmäßig der Revisionisten und her

Aeruspr-chanschlich Nr. 605. 1907

Radikalen geht nur gegen die christliche Religion. Von 40 sozialdemokratischen Abgeordneten haben 26 der christlichen Kirche förmlich den Rücken gekehrt. Den Hauptpunkt des Männerabends bildete der nach den einleitenden Mitteilungen des Vorsitzenden von Herrn Pfarrer Lambert gebotene VortragDer Einfluß des Protestantismus auf die wirtschaftliche Entwickelung der Völker." Gründlich bearbeitet und interessant gestaltet, war der Vortrag so recht geeignet, ein getreues Spiegelbild der früheren und jetzigen Verhält­nisse in den verschiedenen Ländern zu geben und Vergleich« zu stellen, die höchst beachtenswert waren und deshalb auch von Anfang bis zu Ende in hohem Maße fesselten. Dem Vortragenden wurde reicher Beifall gespendet. Die lebhafte Debatte, welche sich an das Referat knüpfte, bekundete eben­falls noch, daß das Thema die Besucher in weitgehendem Maße bewegt hatte.

* Eine wenig bekannte unv wenig beachtete Pol^zeiverorSnung kam in der gestrigen Sitzung des Schöffengerichts zur Sprache anläßlich eines Einspruches, den ein auf Grund derselben bestrafter hiesiger Geschäfts­mann gegen das fragliche Strafmandat erhob. Bei dem­selben war infolge Spiritusüberlaufens beim Teebereiten die Teedecke in Brand geraten. Bei ben behördlichen Fest­stellungen wurde ermittelt, daß der 13^2 Jahre alte Sohn die Teemaschine angezündet hatte. Da eine alte knrhessische Polizeiverordnung vom 25. März 1852 aber anordnet, daß Feuerzeug so aufbewahrt werden muß, daß es Kindern unter 14 Jahren nicht zugänglich ist, auch den Eltern und Er­ziehern die Pflicht auferlegt, darüber zu wachen, daß solche Kinder mit Streichfeuerzeug nicht umgehen, so erhielt der betreffende Geschäftsmann auf Grund dieser Verordnung einen Strafbefehl von 6 Mk., gegen den er gerichtliche Ent­scheidung beantragt. Man kann dem Einsprucherhebenden ja beipflichten, wenn er darauf hinweist, daß es einmal fast unmöglich ist, Feuerzeug so aufzubewahren, daß es größere Kinder nicht erlangen können und daß es zum anderen oft gar nicht angängig erscheint, den Kindern den Gebrauch des Feuerzeuges zu verwehren, z. B., wenn sie sich wie der in Betracht kommende Knabe mit Physik beschäftigen, doch das Gericht kann sich natürlich nur an die bestehende Polizei­verordnung halten, deren Rechtsgültigkeit außer Zweifel steht. Es hält aber die geringste zulässige Strafe von 1 Mk. für ausreichend. Wie wir eingangs schon erwähnt, ist dies wohl eine der am wenigsten bekannten und am wenigsten beachteten von allen Polizeiverordnungen und man kann sich bei aller Anerkennung des leitenden Grundgedankens der Ansicht nicht verschließen, daß ihre Befolgung bei dem jetzigen häufigen Gebrauch von Feuerzeug in den meisten Haushaltungen kaum durchzuführen oder mindestens mit wesentlichen Un­bequemlichkeiten verknüpft ist. Eine Anregung, dieselbe durch andere, den tatsächlichen Verhältnissen mehr Rechnung tragende Bestimmungen zu ersetzen, dürfte deshalb bei den zuständigen Stellen wohl kaum auf Widerspruch stoßen.

Viehmarkt. Der heutige Viehmarkt war befahren mit 6 Ochsen, 437 Kühen und Rindern und 43 Kälbern. Der Handel war flott, die Preise hoch.

Silberne Hochzeit feiern übermorgen den 17. Mai Herr Mineralwasserfabrikant J. Mengering und Frau.

Mainwafferwärme gestern abend 14 Grad.

Jg Zu dem Brand in Großauheim. Bei dem durch Blitzschlag verursachten Brand der Philips'schen Zigarren­fabrik in Großauheim, über den wir gestern berichteten, ist es dank dem energischen Eingreifen der dortigen freiwilligen Feuerwehr gelungen, den Brandherd auf den Lagerraum, das Bureau, die Bereiferei und Schreinerei 31t beschränken, das eigentliche Fabrikationsgebäude aber zu retten, sodaß der Be­trieb in vollem Umfange aufrecht erhalten werden kann, ein Feiern der Arbeiter also glücklicherweise nicht notwendig wird.

* Stenographeu-VereinGabelsberger" und Damen-Verein. Der Verein hielt am Montag abend seine diesjährige, Hauptversammlung, zu welcher sich eine stattliche Anzahl Mitglieder eingefunden hatte, in derCon­cordia" ab. Nach Verlesung des Berichtes vom Vorjahre, erstattete der 1. Vorsitzende, Herr Lehrer Gond r u m , den Jahresbericht, welcher zeigte, daß der Verein fleißig gearbeitet hat, und allen Grund hat, mit den erzielten Erfolgen zu­frieden zu sein. Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig 154 ordentliche und 2 Ehrenmitglieder, sodaß ein Zuwachs von 22 Mitgliedern gegen das Vorjahr zu verzeichnen ist. (Herren-Verein SO Mitglieder, Damen-Verein 74 Mitglieder.) 3m Laufe des Jahres ivnrbc je ein Sommer- und Winter- Kursus abgehalten, an welchem sich 28 bezw. 38 Personen beteiligten. Davon traten 43 Personen beut Verein bei. Außerdem wurde durch den Verein Unterntit in Gabels-