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Hinweisen. Wir werden unS ja demnächst beim Antrag Kanitz über die Kohlenverteuernng damit beschäftigen, in welch außerordentlicher Weise die Löhne der ^anba^i^r gestiegen sind. Mir liegt eine Statistik vor, wonach z. B. die Arbeiter im Kohlenbergbau heute 60 Prozent mehr ver­dienen als 1886. (Hört, hört.) Bei andern Handarbeitern liegen die Verhältnisse ganz ähnlich, sodaß heute in einer Familie, wo erwachsene Söhne Mitarbeiten, sehr oft mehr verdient wird, als ein Oberlehrer Gehalt hat. (Hört, hört!) Das ist auf die Dauer unhaltbar. (Sehr wahr!) Aber in allen Zweigen des Erwerbslebens haben sich die Gehälter der kaufmännischen technischen Beamten usw. seit 20 Jahren ganz außerordentlich verbessert.

Wenn dies die Folge der großartigen wirtschaftlichen Ent» Wicklung ist, so wollen wir doch nicht vergessen, daß wir diese wirtschaftliche Entwicklung namentlich auch unsern Schulen und unsern Lehrern verdanken (sehr richtig 1), namentlich auch den Lehrern an den Realschulen. Wir haben den großen Vorsprung gegenüber England im wesentlichen unsern vorzüglichen technischen und realen mittlern und höhern Schulen zu urbanen (Sehr gut! links.) Und wenn wir einmal das Fazit ziehen, wer für die Erhöhung des National- Wohlstandes mehr geleistet hat, unsere Richter oder unsere Lehrer, so ir^nc ich, daß es die Lehrer gewesen sind. Der allgemeine Wohlstand b-dingt eine erhöhte Lebenshaltung und gerade besteht rn Mißverhältnis zwischen den Gehältern der Lehrer und den Ansprüchen an die heutige LebenS- Haltung. Tie Wohnungsgeldentschädigung beträgt häufig nur die Hälfte deffen, was für Miete wirklich ausgegeben wird. (Sehr richtig! links.) Ich möchte bei dieser Gelegcn- Heil besonders auf die Lage der seminaristisch gebildeten Lehrer an den Höbern Lehranstalten Hinweisen, deren GehaltS- oerhältnisse sich seit Jahren verschlechtert haben im Verhältnis zu denen der Volsschullehrer. Der Redner belegt dieS mit Beispielen.

ES ist kein Wunder, wenn der Nachwuchs fehlt und nur selten die Söhne von Lehrern wieder Lehrer werden, während der größere Teil der Söhne von Juristen auch wieder Juristen werden, woraus sich ergibt, daß der Stand an und für sich ein recht behagliches Dasein bietet (Sehr richtig 1), und woraus sich daher auch die Ueberfüllung der Richterkarriere einiger­maßen erklärt. Oberbürgermeister AdickeS hat die Frage wiederholt erörtert, ob wir nicht mit weniger Richtern auS- kommen könnten. Er hat namentlich auf England hinge­wiesen. Aus meiner persönlichen Kenntnis englischer Ver­hältniße möchte ich seststellen, daß man dort mit der

Rechtspflege bei einer weit geringeren Anzahl von Richtern Bei dem übermäßigen Zudrang

durchaus zufrieden ist. Bei dem übermäßigen Zudrang zur Richlerkarriere erscheint mir, daß daS ÄtaatSinteresse erfordert, zunächst dort Gedaltsverbesserungen eintreten zu lassen, wo ein Mangel an Bewerbern ist und nicht dort, wo Ueberfluß vorhanden ist. Aus diesem Grunde hoffe ich,

daß mir uns möglichst einstimmig für das Prinzip der vor­liegenden Anträge entscheiden. Meine politischen Freunde werden dem Antrag Hevdebrand zustimmen, weil er nach unserer Ansicht praktisch dasselbe besagt wie der Antrag Äossei. Ob wir den Antrag Cassel annehmen, wird sachlich nichts ändern' denn wir werden ohne gleichzeitige Erhöhung doch unser Ziel nicht erreichen. Ich hoffe, daß wir den An­trag einstimmig onnehmen. (Lebhafte Zustimmung.)

Abg. Schmid t-Warburg (Ztr.): Beide Anträge kom-

Abg. Schmid t-Warburg (Ztr.): Beide Anträge kom­men schließlich auf dasselbe heraus. In allen Parteien ist

man einig, und diese alte Seeschlange muß endlich einmal zur Ruhe kommen. (Sehr richtig!) Man wirst den Ober­lehrern die vielen Ferien vor. Ich habe noch niemals gehört, daß die Ferien für unsere Kinder zu lang sind, und wenn der Lehrer da auch Ferien hat, so gönne ich ihm das, und auch ein höheres Gehalt, denn Ferien sind teuer. (Heiterkeit.) Die Schlacht von König- grätz hat nicht nur der Volksschullehrer gewonnen, da haben auch die Oberlehrer tüchtig mitgcwirkt, als Reserve­offiziere und als diejenigen, die unser Offizierkorps vorge- bildet haben.

Abg. Cassel (Frs. Vpt.) : Der Antrag v. Heybebrand erkennt daS Prinzip unseres Antrages durchaus an. Eine Kommissionberatung beider Anträge ist aber nötig. Die heutigen Erklärungen des Regierungsvertreters zeigen, wel­cher Widerstand noch besteht. Wir mußten unS wundern,

___M-»taS_______________

II ,G» ,>»»»> «f. 'jiMuua^-jffif,»»-»1!1 ui*.'»-, ^"^^^- - - daß wir heute noch eine solche Rede gehört haben. (Sehr richtig! links.) Wir halten die ganze Auffassung für veraltet. Dr. König (Ztr.l unh Viereck (freifonf.) schlichen sich den Vorrednern an. Der Antrag v. Heydebrandt wird mit großer Mehrheit, der Antrag Cassel einstimmig, ohne daß eine Kommissionsverwe'limg erfolgt, angenommen.

Montag 11 Uhr: Höhere Lehranstalten. Schluß halb 4 Uhr. - _________________

politische RundTebau.

«eine Wahlbttiâffunq. Die9brbb. »tigern. Ztg." schreibt : Nach den Berichten über die letzte Sitzung der Wahlprüfungskommission des Reichstages ist die Kassie­rung der Wahl des Frhr. v. Rickihofen wegen eines angeb­lichen Telegramms des Reichskanzlers erfolgt, in welchem die Mehrheit der anwesenden Kommisstonsmitglieder eine un­zulässige Wahlbreinfliissunq gesehen haben soll. Wie wir hören,'ist dieses angebliche Telegramm nichts anderes als ein Bruchstück aus dem Antwortschreiben deS Fürsten Bülow auf eine von privater Seite aus dem Wahlkreise Schweidnitz- Striegau ergangene Anfrage. DaS vom 16. Januar datierte Schreiben besagt folgendes:In meinem Briefe an den Generalleutnant Liebert habe ich deutlich ausgesprochen, woraus eS in dem gegenwärtigen Wahlkampfe ankommt, und habe unter den zu bekämpfenden Gegnern die Sozialdemokratie in erster Linie genannt. Ich muß mir aber grundsätzlich ver­sagen, über die Erfordernisse der Lage in den einzelnen Wahlkreisen von hier aus ein persönliches Urteil abzugeben." DieNordd. Allg. Ztg/ fügt hinzu: Der Wortlaut des Schreibens scheint der Kommission nicht besannt gewesen zu sein. Nach unserer Auffassung ist eine Wablbeeinfluffung darin nicht zu sehen und wir glauben nicht, daß das Plenum des Reichstages sich dem Votum der Kommission anschließen wird.

Der Gegenbesuch der englischen Journalisten. Nach dem vorjährigen Besuche deutscher Redakteure in Eng­land wurde bekanntlich alsbald eine Gegeneinladung eng­lischer Journalisten nach Deutschland geplant. Die Vor­arbeiten sind in die Hände eines DorbereitungsauSsckusseS gelegt worden. An über 100 hervorragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens irt Deutschland sind bereits Ein­ladungen für den Beitritt zum Empfangskomitee ergangen. Gleichzeitig ist die erste offizielle Einladung nach England geschickt worden, die der Fürst v. Hatzfeld, Herzog v. Trachen- berq, Franz v. Mendelssohn und Friedrich Dernburg im Auftrage des repräsentativen Komitees unterzeichneten. Der Aufenthalt der englischen Journalisten in Deutschland soll nicht mehr alS zwölf Tage umfassen, da die vielbeschäftigten Mitglieder der englischen Presse nicht auf längere Zeit hinaus zusammengehalten werden können. Nach dem vorläufigen Programm erfolgt die Abfahrt der englischen Gäste von Dover am 26. Mai auf einem Sonderdampfer deS Norddeutschen Lloyds, die Ankunft in Bremen am 27. Mai vormittag-, wo vom Senat und Lloyd Festlichkeiten vorbereitet werden, in Hamburg am 28. und in Berlin am 29. Mai, wo ein Aufenthalt von 2'/, Tagen vorgesehen ist. In beiden Städten ist eine Reihe von Festlichkeiten, Besichtigungen usw. geplant. Am 1. Juni ist die Ankunft in Dresden, am 2. in München, am 4. in Frankfurt a. M. und am 5. in Köln in Aussicht genommen, wo der offizielle Teil der Reise seinen Abichluß findet.

Die Hungersnot in Deutsch-Ostasrika. Zu den Meldungen über eine Hungersnot in Deutsch-Ostalrika können wir folgendes mitteilen : Besonders heimgesucht sind die Land­schaften Ungoni (Ssongea) und Mahenge, d. h. diejenigen Bezirke, in denen im vergangenen Jahre der jetzt glücklich beendete Aufstand am Heftigsten entfesselt war und wo aus diesem Grunde die Eingeborenen ihre Felder nicht bestellt hatten.. Daß in den genannten Distrikten infolge der kriegerischen Ereignisse eine Schädigung der Landeskultur

und infolge dessen Nahrungsmangel eintreten würde, hatte das Gouvernement voransgesehen. Schon vor geraumer Zev wurde deshalb auf der Station Jringa ein Lebensmitteldepo^ eingerichtet, von welchem Mahenge beziehen kann. Des treueren ist Mahenge von Morogoro und joon der Küst« aus mit Lebensmitteln versehen worden, ferner hat der Gouverneur angeordnet, daß die in den Küstenländern 6t® belästigten sogenannten Strafarbeiter unter âckürzung ihrer Strafzeit, mit Lasten von Lebensmitteln reich versehen, wieder in ihre Heimat im Innern zurückgeschickt werden sollen. Ssongea kann vermöge seiner geographischen Lage zurzeit noch nicht von her Küste aus, sondern nur auf dem vom Nyaffa-- fec hinführenden Wege versorgt werden, nötigenfalls auch aus Mozambique, vielleicht auch Britisch-Zentralafrika und aus dem deutschen Distrikt Langenburg. Nack einem vom Gouvernement beim ersten Auftaudien der betreffenden Mel­dungen eingeforderten telegraphischen Bericht hat der Gou­verneur bereits den gesamten, seiner Verfügung unterstehender» Nolstandsfonds flüssig gemacht, um die Not an den von der Nahrungsknappheil am meisten betroffenen Plätzen. durch bie Heranziehung von Nahrungsmitteln aus den Ländern am Nyassasee zu lindern. Bei dem Mangel an Eisenbahnen muß leider damit gerechnet werden, daß selbst die unter Auf­bietung aller verfügbaren Mittel getroffenen Maßregeln viel­leicht nicht überall zureicken werden. Jedenfalls tut die Re­gierung das Ihrige zur Milderung der Lage.

Die Montagnini-Affâre. Minister Pichon beschloß, den französischen Gesandten bei den mittelamerikanischen Re­publiken, Le Marchand, wegen den in den veröffentlichten Papieren Montagninis über ihn enthaltenen Angaben vor den aus den Abteilungsdirektoren des Ministerium- des Aeußeren bestehenden Disziplinarrat zu stellen. Auch drei andere höhere Beamte sollen zu Erklärungen über die ihnen von Montagnini zugesckriebene Rolle angehalten werden.

Der Sultan verlieh dem Herzog Albrecht von Mecklen­burg den Jfticharorden.

Marokko. Der von El Roghi gefangen gehaltene Sohn des Militärgouverneurs der Insel Alhucemas wurde auf Roghis Befehl freigelassen.

Ministerkrifis in berstete. Der Minister deS Innern, der in letzter Zeit im Parlament mehrere Male wegen seiner Untätigkeit heftig angegriffen wurde, hat seine Entlassung gegeben.

Die Lane in Rußland.

Petersburg, 14. April. In Baku ist die Zahl der streikenden Arbeiter und Matrosen der Privatdampfer auf 7000 gestiegen. Auf 70 Werken wurde die Arbeit eingestellt. Auf dem Kaspisee wurden die Privatdampfer von Kriegs­schiffen eskortiert.

Petersburg, 14. April. Aus Lodz wirb gemeldet: Nachdem die Arbeiter der Fabrik Posnanski die Forderungen des Verbandes der Fabrikanten angenommen haben, wird die Wiedereröffnung der übrigen Fabriken des Verbandes ange-- kündigt. Den Arbeitern wurde erklärt, daß die Verletzung der Arbeiterverträge oder der Fabrikordnung abermals eine Schließung der Fabriken herbeiführen könne.

Petersburg, 14. April. Petersburger Blättern zu­folge ist der nach Beresow in Sibirien verbannte Vorsitzende des im Oktober 1906 verhafteten Arbeilerdeputiertenrates Chrustalew von dort nach dem Ausland entflohen.

Moskau, 14. April. In der Nähe der Station Sokolaiki der Kasanbahn stieß ein Güterzug mit einem Per- sonenzug zusammen. 27 Wagen wurden zertrümmert. Ein Schlosser und ein Arbeiter wurden getötet.

Warschau, 14. April. Das Feldkriegsgericht verurteilte gestern zwei Personen zum Tode.

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