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General-Auzelger
Ailllllihes Orga« für Stadt- «ad Laadkrets Kaaaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die Aas gespalten« Petttjvt« »der der« Raa» K W^ an Nellameateil die Zelle 36 Pf«.
•ectmhwtfl. Redakteurr V. Schreiter » H««.
Nk. 87 Fernsprechanschltttz Nr. 605»
Amtliches.
Landkreis Ranau.
StTannfmaAungcn des KÄizlicheii LlnidntsLmtS.
Die Wetterdienststelle zu Weilburg a. b. Lahn wird voraussichtlich am 1. n. Mts. den telegraphischen Wetternachrichtendienst wieder aufnehmen. Bei der allgemeinen Bedeutung dieser Wettervorhersagen insbesondere für die Landwirtschaft ist die Unterstützung dieses Unternehmens erwünscht.
Ich empfehle deshalb von neuem den Bezug der Wetterkarten, der durch alle Postanstalten erfolgen kann. Der monatliche Abonnementspreis beträgt neben der Postbestell- gebühr von 14 Pfg. nur 50 Psg.
Hanau den 10. April 1907.
Der Königliche Landrat.
V 2529 v. Beckerath.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Wagegelder, Pensionen, Witwen- und Waisengelder und Witwen- und Waisenrenten, sowie Witwenpensionen und im voraus zahlbare Unterstützungen und Erziehungsbeihilfen bis zum Monats- betrage von 800 Mk. innerhalb des Deutschen Reiches im Wege des Postanweisungsverkehrs ohne Monatsquittungen bezogen werden können, sofern die Zahlung an die Bezugsberechtigte selbst — nicht an einen dritten (Vormund, Pfleger, Bevollmächtigten) — zu erfolgen hat.
Bei Waisengeldern gilt hierbei die witwengeldberechtigte Mutter als bezugsberechtigt.
Die Zusendung erfolgt ttitt auf schriftlichen Antrag deS Berechtigten. Formulare zu diesen Anträgen werden bei den zahlenden Kaffen unentgeltlich verabfolgt.
Cassel den 12. Juli 1904.
Königliche Regierung.
K 1458 Mejer.
Vorstehende Bekanntmachung wird von neuem veröffentlicht.
Hanau den 9. April 1907.
Der Königliche Landrat.
V 2517 J. V.: Conrad, Kreissekretär.
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In das GenoffertsAastsregister ist eingetragen:
Zu Nr. 1: Borschuhverein zu Langenselbold, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht in Langenselbold:
Durch Beschluß der Generalversammlung vom 27. März 1907 ist der bisherige stellvertretende Direktor, Landwirt Friedrich Grebe hier, zum Direktor auf die Dauer von 6 Jahren und der seitherige Kassierer Hermann Lehr als solcher für die gleiche Zeitdauer wiedergewählt worden.
Langenselbold den 5. April 1907.
___Königliches Amtsgericht._________8190
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Emaillebrosche, 1 Peitsche, 1 Stück graublaue Seide (ungefähr 8/* Meter lang), 4 ganze und 2 halbe Jnvalidenversicherungsmarken (â 24 Pfg.), 1 gold. ovales Medaillon mit schwarzer und blauer Emailleverzierung.
Verloren: 1 goldnes Kettenarmband mit Schlößchen, 1 Kinderphotographie sKabinettbild), 1 Etuis mit 1 Monatsfahrkarte zur Fahrt Hanau-West—Frankfurt-Ost und einer Fahrradkarte für Karl Belschner.
Abhanden gekommen: 1 Mülleimer.
Hanau den 15. April 1907.
Aus Hanau Stadt und fand.
Hanau, 15. April.
* Musterung. Dienstag den 16. Avril: Musterung ver Militärpflichtigen der Gemeinden Roßdorf, Rüdigheim, Rüdigheimerhof, Rückingen, Wachenbuchen, Windecken, Wolfgang, Wilhelmèbad, sowie derjenigen Militärpflichtigen der Stadt Hanau, welche im Jahre 1887 geboren sind und deren Familiennamen mit den Buchstaben 21 bis einschl. G, beginnen.
* Deutsche Kolonialgesellschaft. Die Abteilung ■ Hanau wird am Donnerstag den 25. b. M. in der Central- | Halle eine Versammlung abhalten, zu der außer ihren Mitgliedern auch alle Freunde unserer kolonialen Bestrebungen : Zutritt haben. Herr Amtsrichter Dr. Lucas wird die Güte haben, am gedachten Abend die Eindrücke zu schildern, j die er auf seiner im vorigen Jahre in Gemeinschaft mit 1
Montag den 15. April
anderen Reichstagsabgeordneten unternommenen Reise nach China und Japan gewonnen hat. Wir glauben schon jetzt auf diesen überaus intereffanten Vortrag die weitesten Kreise aufmerksam machen zu sollen.
• OFterdinoer-Feier. Es waren zwar schon am 1. April d. J. 25 Jahre vergangen, seitdem Herr Prof. Offterdinger im Alter von 27 Jahren als Lehrer an der Zeichenakademie eingetreten war, aber man hatte die Feier des Jubiläums für die ersten Tage des neuen Semesters aus triftigen Gründen aufgeschoben. Am vorigen Samstag hat sie stattgefunden. Um 12 Uhr versammelten sich die Mitglieder der Direktion und des Lehrerkollegiums in dem Amtszimmer des Direktionssekretärs. Der Vorsitzende der Direktion der Zeichenakademie, Herr Landrat v. Beckerath begrüßte den Jubilar und überreichte ihm im Auftrage des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe die „Staats- Medaille für Verdienste um das Gewerbe". Die Beleihung erfolgte mit Rücksicht auf die verdienstvolle Tätigkeit des Jubilars bei Vertretung des Direktors der Zeichenakademie in der Zeit vom April 1905 bis Oktober 1906. Darauf richtete Herr Direktor Petersen eine herzliche Ansprache an den Kollegen und übergab ihm als Andenken ein sehr sinniges Geschenk des Lehrerkollegiums, bestehend in einer kleinen bemalten Holztruhe, deren Aeußeres und deren Inhalt nur von den Kollegen und Freunden des Gefeierten hergestellt ist. Der geschmackvolle Entwurf des Ganzen rührt von dem Direktor selbst her, der auch die mit vieler Arbeit verbundene künstlerische Leitung der Gesamtausführung übernommen batte. In die Bemalung hatten sich die Lehrer Schiinte, Estler und Koch-Honnef geteilt, die Beschlage hat Herr Fortbildungsschullebrer Ebbecke gefertigt. Das Innere birgt eine von Prof. Schultz bemalte Pergamenturkunde, deren von Dr. Quilling verfaßter Text folgenden Wortlaut hat: „Hochverehrter Herr Professor, lieber Kollege! Auf ein Lebenswerk von fünfundzwanzig Jahren blicken Sie heute zurück. Die fruchtbarste Spanne menschlicher Schaffenskraft haben Sie der Anstalt gewidmet, die uns zu gemeinsamer Tätigkeit vereint: eine Zeit, reich an Mühe und Arbeit, aber auch köstlich an Befriedigung und Erfolg. Ihrer künstlerischen Leitung verdanken 750 Schüler ihre Ausbildung, in alle Weltteile haben sie die Samen Ihrer Kunst getragen. Ihrer regen Einwirkung auf die Hebung heimischer Kunst ist unsere Edelmetallindustrie sich mit Dank und Anerkennung bewußt. Ihre Fachgenoffen schätzen in Ihnen den hervorragenden, feinfühlenden Künstler. Wir aber, Ihre Kollegen, die wir glauben, Ihnen, dem Künstler wie dem Menschen am nächsten zu stehen, wir sind stolz darauf, Sie zu den Unseren zu zählen, wir empfinden es mit Genugtuung und Freude, Ihnen als Zeichen unserer Verehrung, zum Andenken an Ihren Jubiläumstag und mit herzlichstem Glückwunsch diese kleine Gabe darbringen zu dürfen: Dosin öligen te philen te (eine kleine aber von Herzen kommende Spende). Unter der Urkunde liegt eine Ledermappe mit einer Anzahl von den Akademielehrern ausgeführter Kunstblätter. An der Urkunde hängen 4 Siegelkapseln, zwei in Holz, von Naas bemalt, eine in Silber mit Filigranarbeit von Beschor, eine in Messing mit Nielloschmuck von Gertenbach; die in Wachs modellierten Einlagen stammen von Eitzen- b e r g e r und Reisner. Die kunstvollen Schnüre der Siegel und der Mappe sind von Frau Ihm gefertigt. Der Jubilar dankte für die Ehrungen in bewegten Worten. Abends vereinigten sich seine Kollegen und Freunde zu einem Kommers in dem festlich geschmückten Saal des „Deutschen Hauses". Nachdem die Ulanenkapelle unter der persönlichen Leitung deS Herrn Kgl. Musikdir. Urbach zwei Eingangsstücke gespielt hatte, begrüßte der Kommersleiter, Herr Bijouteriefabrikant Fr. Kreuter, die zahlreich Erschienenen und insbesondere den zu Feiernden. Prächtig vorgetragene Chore des Gesangvereins „Tonblüte" unter der Direktion deS Herrn Musikdirektors A p p u n n wechselten mit den Ansprachen der Vertreter der Zeichenakademie, des hiesigen Kunstvereins und der Korporationen der Akademieschüler. Der Kunstgewerbeverein ernannte den Jubilar zum Ehrenmitglied und ließ ihm eine kostbare, künstlerisch hervorragende Bronzegruppe von Fremier als Geschenk überreichen, die Verbindung Cellini spendet: eine fein ausgeführte Plakette, die Akademieschülervereinigung eine geschmackvolle Ehrenurkunde und die Samstagia hatte bereits am Vormittag ein reiches Blumenarrangement dem Jubilar in seiner Wohnung überreicht. Auch die Schüler der Ziselierklaffe im besonderen hatten schon einige Tage vorher ihren verehrten Lehrer durch eine von ihnen selbst gearbeitete, von ihrem künstlerischen Können das beste Zeugnis ablegende silberne Ehrentafel in Mahagonirahmen überrascht. Ein von den Schülern der Akademie gebildeter Sängerchor unter der Leitung des Herrn
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Lehrers Klein trug einige dem Charakter der Feier ent1 sprechende Chore vor. Prof. Offterdinger erwiderte auf bie zahlreichen Ansprachen mehlfach mit herzlichen Worten des Dankes für die vielen Zeichen der Liebe und Verehrung, die man ihm dargebracht hatte, und für die vielen Glückwünsche, die ihm von Nah und Fern zugegangen waren. Nachdem der offizielle Teil des Kommerses beendet war, trat unter der humorvollen geschickten Leitung des Herrn Professors Schultz die Fidelitas in ihre Rechte, die die Teilnehmer noch bis zu später Stunde zusammenhielt.
* Stenographie Gabelsberaer. Am Sonntag den 28. April ds. Js. findet in den Räumen der Turnhalle (Jahnstraße) der diesjährige Frühjahrs-Bezirkstag des Bezirks Offenbach, zu welchem auch der hiesige Stenographen- Verein „Gabelsberger" gehört, statt. Das Programm ist folgendes: Morgens 9 Uhr Empfang der Gäste am Ostbahn» bof, IO1/» Uhr Wettschreiben in der Turnhalle in 7 Abteilungen von 60—200 Silben, 1 Uhr gemeinsame Mittagstafel. Nachmittags 3 Uhr Vertreter-Versammlung. Aus der vorliegenden Tagesordnung greifen wir als Hauptpunkt heraus: Preisschreiben des Bezirks und Diplome, Anträge für den Verband und gemeinsamer Stenographentag» in Mannheim. Abends 7 Uhr: Bekanntgabe der Preisträger des Wettschreibens vom Morgen. Daran anschließend gemütliches Beisammensein. Es wird hiermit auf den sehr viel Interessantes versprechenden Tag hingewiesen und um zahlreiche Beteiligung seitens der hiesigen Gabelsberger'schen Stenographen gebeten. Die Mitglieder des hiesigen Vereins werden auf die heute abend 1/alO Uhr in den „drei Rindern" stattfindende Monatssitzung aufmerksam gemacht.
* Erben gesucht. Nach einem Ausschreiben des Großh. Amtsgerichts zu Offenbach in der Samstagsnummer unseres Blattes werden die Nachkommen des Johann Georg Meurer, gestorben am 25. Oktober 1809 als Garnison- Auditeur und Hofgerichts'Prokurator in Hanau, gesucht. Dieselben sind an einem gerichtlich verwalteten Nachlasse beteiligt.
* Gewerbegericht. (Sitzung vom 13. April.) Aut 20. März legten 6 Arbeiter des Weißbindermeisters Appel im Nollschen Neubau am Salisweg die Arbeit nieder, weil es zu Differenzen kam zwischen diesen und dem Arbeitgeber über die Art der Entlohnung. Die Arbeiter behaupteten, im Tagelohn 311 stehen, Appel dagegen, es sei Akkordlohn vereinbart worden. Nach den Berechnungen des Meisters haben sämtliche Arbeiter noch ca. 40 Mk. zu fordern, während diese eine Forderung von über 120 Mk. geltend machen. Im Laufe der Verhandlung stellt sich heraus, daß diese Differenz nicht die Folge der abweichenden Berechnungen in Akkord- und Tagelohn, sondern auf verschiedenartige Vermessungen der Parteien zurückzuführen ist. Der Weißbindermlister hat nämlich nur die Hälfte dessen in Quadratmetern herausgerechnet, was die Arbeiter an hergestellter Arbeit berechnet haben. Unter diesen Umständen lassen die letzteren die Forderung auf Entlohnung nad) Tagelohn fallen und erklären sich mit einer solchen im Akkord einverstanden, falls durch einen unparteiischen Sachverständigen die Arbeit ansgemessen und das Resultat dieser Vermessung der Entlohnung zu Grunde gelegt wird. Auf dieser Basts kommt eine Einigung zustande. Als Sachverständiger wird Herr Weißbindermeister Förster in Aussicht genommen. — Der Metzgergeselle Wilhelm H. klagt gegen die Witwe H. auf Auszahlung eines Betrages von 44 Mk. wegen kündigungsloser Entlassung. Die Beklagte glaubte sich zur Entlassung auf Grund mannigfacher unreeller Manipulationen berechtigt, die sich W. soll zu schulden haben kommen lassen. Die in dieser Beziehung veranlaßte umfangreiche Zeugenvernehmung aber hatte ein fast völlig negatives Resultat. Etwas, das zur kündigungslosen Entlassung unzweifelhaft berechtigt hätte, wurde nicht nachgewiesen und so erklärt sich schließlich nach längerem hin und her die Beklagte zur Zahlung eines Wochenlohnes von 22 Mk. bereit, unter welche Summe der Kläger einen Vergleich nicht einqeht.
* Volkstümliche Theater-Borsrellungett. Der vorgestrige Abend führte die unter Leitung der Herren H a u s e r und N y g r i n stehende südliche Gruppe des Rhein- Mainischen Verbands-Theaters zum zweitenmale nach Frankfurt. Diesmal gelangte im Gasthaus zum Schwanen in Bockenheim unter der Regie des Herrn Pustar Lessings „Minna von Barnhelm" zur Aufführung. Wie bei der am vorigen Freitag in Bornheim veranstalteten Darstellung von Moliöres „Eingebildetem Kranken", so wußten auch diesmal die Künstler das dankbar lauschende Publikum zu begeistern und mitfortzureißen. Der Saal, der zirka 1200 Personen faßt, war bis auf den letzten Platz gefüllt und dabei herrschte doch eine wohltuende Stille und Ordnuna. Nachdem in