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General-Anzeiger

MtâUdnrck Md Verla, der Buchdruckers deS a, Saisenhaus«» in Hamm.

AAlliches Orga« für Stadt- und Landkreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EiarLckuugZgebühr i

Die ['äafiefoaftm Petitzrüe »da deren Stu « M Uz. im Xenaauntsl dia Zeil» 36 Ug.

Setmihwra. Redakteur: S. Schrecker m H««»

Nr. 63 Fernsprecha»?chI»K Nr. 605

Freitag den 15. März

Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1907

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Amtliches.

Eandkreis Fyanau.

Bekamtiiiachiiiigtii des Königlichen Lnndrntsaniis.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher mache ich auf die Bestimmung im Art. 801 der Ausführungs-An­weisung vom 6. Juli 1900 zum Einkommensteuergesetz auf­merksam, wonach die Einkommen- und Erfläuzuufls- steuci- 3«= und Abgaugslisten für das Ik Halb- jähr 1906 mit den zur Begründung der Zu- und Abgänge gehörigen Belägen am 20. d. Mts. dem Unterzeichneten einzureichen sind.

Hanau den 14. März 1907.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.

St. 1908 I. D.: Siemon, Reg.-Assessor.

Mittelungen nach dieser Richtung leider erst vom Jahre 1898/99 ab. Anders für die Stadtkreise, da für dieselben schon vom Jahre des Inkrafttretens der neuen Einkommen­steuergesetzgebung, also von 1892/93 ab Ermittelungen nach dieser Richtung möglich sind. Unsere Stadt beispielsweise tritt da mit folgendem, steuerbarem Gesamteinkommen und folgendem Anteil aus gewinnbringender Beschäftigung der Einkommensteuerpflichtigen mit einem Einkommen von über 3000 Mk. in die Schranken, und zwar:

LMmrtsWilher KreiSserei« Hm«.

Nächste Versammlung Samstag den 16. d. M., nachmittags S1^ Uhr, im Gasthauszum goldnen Löwen" hier.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Besprechung über gemeinschaftlichen Bezug von Saat­kartoffeln.

3. Vortrag des Herrn Direktor Wagner aus Gelnhausen überFrühjahrsbestellung und Düngung."

4. Berichterstattung der Delegierten über die Ausschuß- sitzung der Landwirtschaftskammer.

5. Erteilung der Decharge zur Vereinsrechnung für 1906.

6. Sonstige Mitteilungen.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau, den 11. März 1907.

Der Königliche Landrat. v. Beckerath.

1892/93

6 968 676

Mk.

bezw.

1 233 982

Mk.

1893 94

6 944 279

1 201 430

1894/95

6 798 191

II

ff

1 231 523

II

1895/96

7 108 955

II

ff

1 309 124

II

1896/97

7 355 369

II

ff

1 337 404

ff

1897/98

7 813 949

II

ff

1 420 715

II

1898'99

8 482 096

II

1 741 016

ff

1899 00

9 311 996

If

II

1 826 884

If

1900/01

9 818 647

II

II

1 946 956

190L02

10 619 771

ff

2 132 884

1902/03

10 937 168

//

II

2 298 675

ff

1903/04

11 118501

//

fl

2 318 264

ff

1904 05

11 267 938

2 459 966

II

1905/06

11 582 086

ff

n

2 386 719

ff

Das Gesamteinkommen

ging

in

unserer Stadt in den

in Rede

stehenden '

14 Jahren

sonach um

fast das

hier

Doppelte seines Betrages in die Höhe. Der in ihm ent­haltene Anteil an Einkommen aus gewinnbringender Be­schäftigung aber hielt sich mit seinem Vorwärts nahezu ebenso, eine Tatsache, die mit besonderer Genugtuung erfüllt. Um einen weitergehender Ueberblick zu ermöglichen, wird es nicht uninteressant sein, hier noch anzuflechten, daß das an­gegebene Gesamtsolleinkommcu in unserer Stadt für 1905/06 wie folgt zusammensetzt:

Aus

n ff ff

sodaß

Kapitalvermögen Grundvermögen

2 920 139 Mk.

1 286 501

Handel, Gewerbe, Bergbau . . 4 988 727 gewinnbringender Beschäftigung 2 386 719

n n ft

zusammen 11 582 086 Mk.

das Einkommen aus gewinnbringender Beschäftigung

GcsiiiidtNk tittb verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Säckchen mit Brötchen, 1 Peitsche mit gelbem Stiel, 1 Eintrittskarte zum 2. Konzert des Weins- schen Gesang-Vereins, 1 Uebungsbuch für stotternde Schüler, 1 Paar graue Damen-Handschuhe (in einem Geschäft liegen geblieben), 1 Stickscherchen, 1 Mitgliedskarte des Marken- Konsumvereins für Johann Nix,

Verloren: 1 Schirm mit oliv-grünem gebogenen Griff.

Hanau den 15. März 1907.

bei uns also an dritter Stelle steht. Die Reihe der zur Zeit vorhandenen vier hessen-nassauischen Stadtkreise aber weist für 1905/06, den neuesten Zeitraum, der nach Lage der Siaatssteuerstatistik bis jetzt in Betracht gezogen werden kann,

folgende Einkommensziffern aus gewinnbringender

schästigung auf:

Frankfurt a. M Gaffel . . . . Wiesbaden . .

Hanau. .

44 402 783

12 986 993

11 342 957

2 386 719

Von den 72 preußischen Stadtkreisen, die

Be­

Mk.

ff

ff

ff

uns an Ein

Hus Banau Stadt und Eand.

Hanan, 15. März.

Hanan und das Einkommen aus gcwinn- brinflciibtr Beschäftigung.

Für die Zwecke der Statistik der Einkommensteuer-veran­lagung ist die Unterscheidung des Gesamteinkommens der Einkommensteuerpflichtigen nach den vier Einkommensarten aus Kapitalvermögen, aus Grundvermögen, ans Handel, Gewerbe und Bergbau sowie aus gewinnbringender Be­schäftigung von hervorragendem Werte. Volkswirtschaftlich von ganz besonderem Interesse ist jedoch ein Blick in die an vierter Stelle aufgeführte Einkommensquelle, also in das Einkommen aus gewinnbringender Beschäftigung, und zwar deshalb, weil diese Quelle denArbeitslohn" in seiner ver­schiedenen Gestaltung umfaßt, vom Gehalte des höchsten An­gestellten ab bis hinab zu demjenigen, der mit seinem Ein­kommen bis auf 3000 Mk. zurückgeht: denn leider hat die Statistik dieser Vierteilung des Einkommens sich noch nicht tiefer hinabgewagt.

Das Einkommen aus gewinnbringender Beschäftigung

wohnerzahl übertreffen, haben 19 eine geringere Ziffer auf­zuweisen, als Hanau. Wir können in dieser Hinsicht noch immer zufrieden sein!

war in dem Gesamteinkommen enthalten 1898/99

im preußischen Gesamtstaate mit 21,34 °/» in unserer Provinz mit . . . l9,10 in unserem Regierungsbezirke mit 26,18

1905/06

23,99 °/o

20,47

27,15

und hat mithin nach allen diesen drei Richtungen eine er' freuliche Zunahme erfahren.

Die staatliche Einkommensteuerstatistik gestattet Er-

* Religiöse Versammlung. Um 4^2 Uhr hält Herr Pfarrer Michaelis- Bielefeld Bibelstuude in der Marienkirche. Die Kirche ist geheizt. Um 81/» Uhr spricht derselbe in der Marienkirche über das Thema:Retter oder Richter

* Reichsbankrebenstelle. Am 8. April d. J. wird in Bitterfeld eine von der Reichsbankstelle in Halle (Saale) abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

* Zur Eingemeindung Ke^elstaDts. Das Herren­haus hat in seiner gestrigen Sitzung den Gesetzentwurf be­treffend Erweiterung des Stadtkreises Hanau (Eingemeindung Kesselstadls) ohne Debatte einstimmig angenommen. Der Gesetzentwurf lautet:D'e Landgemeinde Kesselstadt wird mit dem 1. April 1907 vom Landkreise Hanau abgetrennt und bem Stadtkreise Hanau nach Maßgabe des Vertrags vom 22. November 1906 einverleibt." Wie man uns aus Berlin berichtet, wird sich das Abgeordnetenhaus nächsten Montag an erster Stelle mit der Beschlußfassung über den Gesetzentwurf zu befassen haben.

* Elektrische Straßenbahn. Nachdem die Kom­mission zur Erbauung einer elektrischen Straßenbahn in Hanau den Vertrag mit der G. m. b. H. Heckern. Co. in Wiesbaden abgeschlossen hat, werben sich die städtischen Körperschaften nächsten Freitag in gemeinschaftlicher Sitzung mit einer dicsberüglichen Vorlage zu besassen haben.

* Elektrische Beleuchtung der Bühne des Stadttheaters. Die im Haushaltsplan für 123/ !außer­ordentlich) vorgesehene Einrichtung elektrischer Beleuchtung der

Bühne im Stadttheater (Kostenpunkt 12000 Mk.) ist in der Sitzung der Bau- und Finanzkommission nach dem Magistrats­antrage angenommen worden.

* Stadttheater. Auf das heute zum Benefiz jüt Herrn Felix Hauser in Szene gehende Lustspiel Gustav v. Moser's:D e r V e i l ch e n f r e s s e r", sei nochmals hingewiesen. Die zu Anfang und Schluß der Vorstellnng durch Frau Antonie H a u s e r - G u a st a l a als Gast zur Darstellung gebrachten O p e r n - S z e n e n im Äoftüm dürften dem genußreichen Abend noch ein besonderes Interesse verleihen. Anfang 7/a Uhr.H u s a r e n f i e b er", die erfolgreichste Lustspiel-Novität der letzten Jahre, die gegen­wärtig an allen größeren Bühnen das Repertoir beherrscht, wird am Sonntag nachmittag ^24 Uhr bei halben Preisen nochmals zur Aufführung kommen. Abends 7 Uhr geht als 8. Vorstellung der V. Serie das Volksstück aus dem Schwarz­wald :D i e Else vom Erle u h o f" mit Fräul. Marie Lautermann von Darmstadt als Gast in der Titelrolle neu einftubiert in Szene. Die trefflich gezeichneten Charak­tere der Hauptpersonen, die fesselnde Handlung mit ihren wuchtigen dramatischen Szenen hat dem hier ganz besonders beliebten Werke stets vollen Beifall gesichert und dürste es auch jetzt wieder der besten Aufnahme geiviß sein. Der Vor­verkauf für beide S o n n t a g s v o r st e l l u u g e n findet am Samstag nachmittag von 45 Uhr an der Theaterkasse statt.

* Volksvorsielluttg. Als letzte Vorstellung 'dieser Spielzeit wird nächsten Dienstag abend 8 UhrI o h a nnis- feuer", Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann zur Aufführung kommen. Eintrittskarten von 2060 Psg. sind in den 3 Verkaufsstellen (siehe Inserat) zu haben.

* Oratorien verein. Samstag den 16. März, abends ^28 Uhr Probe für Damen und Herren mit Orchester.

* Gute Bücher. Als vor einigen -tagen der Abge» ordnete I u n g h e n n im preußischen Abgeordnetenhause auf das Nichtanhalten der D-Züge in Hana n zu sprechen kam, konnte er mit Recht darauf Hinweisen, welch geachtete Stellung Hanau durch seine Industrien, besonders aber durch seine Edelmetallindustrie, nicht bloß in Deutschland, sondern auch im Auslande einnimmt. Aber auch durch geistige Er- zeugniffe ist unsere Stadt im deutscher! Vaterlande bekannt. In vielen Realschulen und anderen höheren Lehranstalten Deutschlands ist dem französischen Unterricht das Buch von Roßmann ii. Schmidt, dem Direktor unserer Ober- realschule, zu Grunde gelegt. Das vorzügliche Werk, das sich dadurch auszeichnet, daß es von der Anschauung, als dem Ursprung und der Quelle aller höheren Erkenntnis auSgeht, erfreut sich ungeteilter Anerkennung und weitester Verbrei­tung. In Handels- und kaufmännischen Fortbildungsschulen handelt es sich im französischen Unterricht darum, die Schüler auf kürzestem Wege zum Lesen und Schreiben kaufmännischer Briefe und Kontorformulare zu bringen. Diesen Weg schlägt der französische Leitfaden von B. Pfeifer, dem Direktor unserer kaufmännischen Fortbildungsschule, ein. Auch dieses Buch erfreut sich weitester Beliebtheit und erscheint alljährlich in neuer Auflage. Möge es beiden Verfassern vergönnt sein, sich noch lange des gleichen Erfolges ihrer Werke erfreuen zu dürfen.

* Der Hanauer Ofibahuhof. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 12. d. Mts. gelangten, wie schon kurz berichtet, auch die Verhältnisse des Hanauer Ostbahnhofs zur Sprache. Der Vertreter unseres Wahlkreises, Herr Abg. Emil Jung heun führte aus: Die Aufmerksamkeit des Herrn Ministers erlaube ich mir auf die unhaltbar gewor­denen Verhältnisse des O st b a h n h 0 f e s i n Hana it hinzulenken. Ungeachtet, daß die Bahnhofsanlagen von großer Ausdehnung sind und eine Reihe von Linien in den Bahnhof einlaufen, ist dieser Bahnhof mit Unterführungen nicht versehen. Es ist dieses höchst bedauerlich. Es hat am 22. Dezember u. I. noch zur Folge gehabt, daß ein der Marine angehörender junger Mann überfahren worden ist. Ein mir näher bekannter Herr war Augenzeuge des gräf­lichen Unfalles. Seiner Ueberzeugung nach trifft die Beamten an dem Unfall keine Schuld. Der junge Mann habe wohl leichtsinnig gehandelt, wäre aber am Leben geblieben, wenn oie Verhältnisse am Ostbahnhof andere waren. Auch sonst herrscht die Ansicht, daß das Unglück auf die unzulänglichen Vorrichtungen auf dein Bahnhof zurückzuführen sei. Die Handelskammer Hanau hatte sich an die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. gewandt und um Errichtung von Unter­führungen gebeten. Es ist ihr hierauf der Bescheid gewor­den, ein Entwurf, betreffend den Umbau Hanau-Ost unter möglichster Berücksichtigung der Vermeidung bezw. Beseitigung aller Wegeübergänge, befände sich in Arbeit. Ob und wann ein solcher Umbau zur Ausführung genehmigt werden würde.