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Nr. 292 e#ni»r«h»iif<6iu6 Nr. 605. Samstag den 14. Dezember
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34 Seiten.
poliMcke Rundschau.
Dem bayrischen Landtage ging ein Nachtragsetat von 19 Millionen Mark zu zum Bau neuer Eisenbahnen und zwar: eine eingleisige Hauptbahn von Garmisch— W .Partenkirchen bis zur Landesgrenze bei Scharnitz im Anschluß an die österreichische Fortsetzungsbahn nach Innsbruck, ferner zur Erwerbung der Privatbahn Murnau—Garmisch, der Lokalbahn von Garmisch bis zur Landesgrenze bei Griesen und für eine eingleisige Hauptbahn von Gemünden nach Bad Kissingen.
Zurückaeikehrt. 20 Offiziere, sowie 475 Unteroffiziere und Mannschaften sind gestern vormittag mit dem Dampfer „Prinzessin" als Schluß-Rücktransport aus Südwestafrika in Cuxhaven eingetroffen.
In der hessischen Zweiten Kammer wiesen bei der Beratung des Antrages Schmidt und Genossen über die Vereins- und Versammlungsfreiheit mehrere Redner darauf hin, daß daS Reichsvereinsgesetz für Hessen, daS bisher ein liberales Vereinsgesetz gehabt habe, einen Rückschritt bedeute. Staatsminister Ewaldt verwahrte sich gegen den Vorwurf, die hessische Regierung habe im Bundesrat ihren Standpunkt nicht energisch genug vertreten. Wenn aber ein Reichsvereinsgesetz zustande kommen sollte, so müßten die einzelnen Staaten Opfer bringen. Die Kammer vertagte sich alsdann bis DienStag vormittag.
Kamerun. Die englisch - deutsche Grenzvermessungs- kvmmisston hat den letzten Teil ihrer Arbeiten an der Grenze der Provinz Zola in gebirgigem, schwierigem Gelände vollendet. Die Eingeborenen zeigten sich freundlich gesinnt. Die Mitglieder der Kommission befinden sich wohl.
Türkisch - monterregrinische Spannung. Seit voriger Woche ist die Lage an der türkisch - montenegrinischen Grenze gespannt. Beiderseits vorliegende Depeschen widersprechen einander. Die Pforte beauftragte den Gesandten in Cetinje, Schritte zur Einstellung der Feindseligkeiten und Bestrafung der Schuldigen zu unternehmen. Der montenegrinische Geschäftsträger ist seit Samstag täglich auf der Pforte und im Aildiz. Türkischerseits sollen 1400, von montenegrinischer Seite 4000 Mann konzentriert worden sein.
Unruhen in Ostindien. Ernste Unruhen erregte in Villupuram und Suedarcot ein Streit zwischen den eingeborenen Christen und Hindus wegen einer religiösen Prozession, der sich die Hindus widersetzten. Die Polizei befahl »«"» I — ■■■■........ ■ .11. ■■ ■■ —
der Menge, sich zu zerstreuen. Als die Hindus mit Steinen warfen, gab die Polizei Feuer, durch das mehrere Personen getötet oder verwundet wurden. Militärische Hilfe wurde von Madras erbeten. Authentische Einzelheiten fehlen noch.
Hus Hanau Stadt und Cand.
Aanau, den 14. Dezember.
• Cine prachtvolle Lichterschetuuug wurde gestern abend kurz nach 5 Uhr am dunklen Nachthimmel wahrge- genommen. In ungefähr nordöstlicher Richtung flammte plötzlich ein helles Licht auf und schoß fast senkrecht in die Höhe. Die Erscheinung dauerte nur wenige Sekunden.
* Verstorben. Am 11. d. Mts., abends 61/» Uhr, entschlief in Honnef a. Rh. sanft nach zweijährigem schweren Herzleiden der Geh. Ober-Reg.-Rat und vortragender Rat im Staatsministerium a. D. Frhr. von Broich, früher Landrat der Kreise Malmedy, Hersfeld und Hanau.
* Stadttheater. (Spielplan b e 8 Stadttheaters zu Hanau.) Sonntag den 15. Dezember, nachmittags Va4 Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen: „Die wilde Katze". Abends 7 Uhr: „Die schöne Marse i l l a i s e r i n", Schauspiel in 4 Akten von P. Berton. HI. Serie Nr. 8. — Dienstag den 17., abends 8 Uhr: 3. Volksvorstellung bei kleinen Preisen: „Wohltätige Frauen", Lustspiel von L'Arronge. — Mittwoch den 18., abends 7 Uhr: „R o S m e r 4 h o l m" von Ibsen. III. Serie Nr. 9. — Freitag den 20., abends 7 Uhr: „Unsere K ä t e", Lustspiel von DavieS. III. Serie Nr. 10. — Sonntag den 22., nachmittags */-4 Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen: „PrinzAdolar und dasTausend- schönchen", Weihnachtsmärchen von Nickisch. Abends 7 Uhr: „E r' und seine □ $ »ü e jl tr" , Posse von B. Buchbinder. III. Serie. Nr. 11. — Spielplan- Entwurf vom 23.-29. Dezember 1907. Mittwoch den 25. Dezember, nachmittags */,4 Uhr: „Prinz Adolar". Abends 7 Uhr: „Mamzelle Nitouche". — Donnerstag den 26., nachmittags ^*4 Uhr: „Lustige Doppelehe". Abends: „Schöne Marseillaiserin". — Freitag den 27., abends 7 Uhr: „Renaissance". — Samstag den 28.: Gastspiel Lamborg. — Sonntag den 29., nachmittags Vs4 Uhr: „Prinz Adolar". Abends 7 Uhr: „Er und seine Schwester".
* Stadttheater. „Die schöne Marsetllaiserin", Pierre Bertons erfolgreiches Schauspiel wird morgen Sonntag erstmalig zur Aufführung kommen. Der Verfasser, auch hier bekannt durch sein SittenstUck: „Zaza", erweist sich in seinem neuen Werke wieder als ein geschickter Dramatiker. In Sardouscher Manier geschrieben, ist eS so spannend und fesselnd, daß es den Zuhörer von der ersten bis zur letzten Szene in packender Weise gefangen nimmt. Mit dem Ge-
Fernsprechanschlich Nr. <>65. 1907
wände der Phantasie umkleidet, bilden zwei Attentate auf Napoleon I. tue eigentliche Grundlage des Strickes, aber die Hauptfigur ist die Titelrolle, die junge Marquise Jeanne de Briantes genannt „die schöne Marseillaiserin". Wie in „Madame Sans Gène" die Herzogin von Danzig, so bildet die „schöne Marseillaiserin" in diesem Stücke den Mittelpunkt und gibt der Darstellerin dieser Partie eine Ausgabe, in der sie alle Skalen ihrer schauspielerischen Fähigkeiten in glänzendster Weise erschöpfen kann. Frl. Rohn-Ressel, die sich bereits durch manche prächtige Leistung ausgezeichnet hat, wird in dieser Rolle Gelegenheit finden, einen neuen Beweis ihres trefflichen Könnens zu erbringen. Der „Marquis de Tallemont", ihr Gatte, ist das Haupt der royalistischen Verschwörung in Frankreich und wird in Herrn Krack einen vorzüglichen Vertreter finden. Den Napoleon Bonaparte wird Herr Commer geben und könnte man kaum einen geeigneteren Verkörperer für diese Rolle wünschen. Der Adjutant Bonapartes Criseno gibt Herrn Korff wieder Gelegenheit zur Entfaltung aller seiner Vorzüge. Mit größter Sorgfalt von Herrn Dir. S t e f s t e r selbst inszeniert, wird auch hier die hervorragende Schauspiel-Novität sicher den großen Erfolg erzielen, den bis jetzt jede Aufführung deS Stückes begleitete. Ein überaus genußreicher Theaterabend ist bestimmt zu erwarten. — Am Sonntag nachmittag geht die hübsche Gesangsposse Mannstaedt u. Wellers „Die wilde Katze" nochmals in Szene und sei auf diese bei kleinen Preisen stattfindende Vorstellung nochmals sonder« hingewiesen.
* Christliche Gemeinde. Die morgen nachmittag um 8 Uhr angesetzte Allianzoersammlung fällt aus und findet an deren Stelle um halb 5 Uhr eine EvangelisationSver» sammlung statt.
* Parolemusiik. Die Ulanenkapelle spielt morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke: „Kavallerie- Parademarsch" (Graf Wrangel-Marsch) von C. Wilhelm; ^J'Mgfrau von Orleans", Ouvertüre von O. Kessel; „Weihnachtsklänge", Walzer von Weißenborn; Fantasie aus „The Geisha" von S. JoneS; „Kommandeur-Marsch" von Urbach.
* Regierungspräsident Dr. V. Meister. Auf Grund zuverlässiger Erkundigungen teilt der „Rhein. Kur." gestern mit, daß das zuerst vom „WieSb. Tagbl." wiedergegebene Gerücht über eine anderweite dienstliche Verwendung bei Regierungspräsidenten Dr. v. Meister jeder Begründung entbehrt.
* Beilage. Der heutigen Ausgabe ist eine Beilage der Elwertschen Verlagsbuchhandlung in Marburg beigefügt, auf die wir unsere Leser aufmerksam machen.
* Schwedische Krone. Sonntag nachmittag von 4 Uhr an konzertiert die beliebte oberbayrische Sänger-, Jodler- unh Tänzertruppe „D'Altbayern". Im Saale findet Tanzmusik statt.
* Im Konzerthaus „Frankfurter Bau" finden heute SamStag und morgen Sonntag große Konzerte einer italienischen Kapelle (8 Damen und 4 Herren) statt.
Feuilleton.
L r; 'kouzert der MantttieksMe.
= Haitair, 12. Dezbr.
Geraume Zeit ist verflossen, seit dem es unS vergönnt war, die treffliche Kapelle des hiesigen Infanterie-Regiments in größeren Aufgaben beschäftigt zu sehen, sodaß der Entschluß deS Leiters der Kapelle Herrn C. S ch m i d t, mit einer Reihe von Sinfoniekonzerten vor die Oeffentlichkeit zu treten, mit Genugtuung begrüßt werden konnte. Heute abend wurde nun im Stadttheater das erste der vorgesehenen Konzerte gegeben, daS eine stattliche Zahl hiesiger Musikfreunde herangezogen hatte und, was vorauszuschicken ist, von neuem den Beweis erbrachte, daß Herr Musikdirigent C. Schmidt mit seiner Kapelle es versteht, selbst für den verwöhntesten Geschmack noch eine Quelle reinsten Genusses zu bieten.
DaS Programm war als ein geschickt gewähltes und sehr anregende« zu bezeichnen. Als erste Nummer wurde Robert Schumann 's C-dursSinfonie (op. 61) geboten, ein Werk, das insofern Beachtung verdient, alS hierbei der Komponist hohe pathetische Intentionen verfolgt hat, es sich um Faust- sche Probleme handelt. Die Glanznummern der Sinfonie sind der zweite und dritte Satz. Die Wiedergabe dieser Tonschöpfung befriedigte nach jeder Richtung hin. Vortrefflich war die Auffassung und Beleuchtung, sauber und seingeschliffen die Ausführung, sodaß nach jedem Satze lebhafter Beifall gespendet wurde. Weiter bot die Kapelle noch „Waldweben" aus dem Musikdrama „Siegfried" von Richard Wagner und zum Schluß die Beethoven-Ouvertüre von Ed. Lassen. Auch hierbei zeigte die gute Schulung des Orchesters, die.zielbewußte Hand des Dirigenten.
Als Solistin hatte der Leiter des Konzertes, Herr Musik- dirigent C. Schmidts die Pianistin SMuL Gertrud»
Ruscheweyh auS Berlin gewonnen, der ein vorzüglicher Ruf vorauSging. Die junge Künstlerin, eine sympathische Erscheinung, bot das Klavier - Konzert G-moll op. 25 (mit Orchester) von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Andante F-dur von L. van Beethoven, Gavotte et Musette von Eugen d'Albert und Rigoletto - Fantasie von F. Liszt. Alle Vorträge zeigten, daß die genannte Pianistin eine vorzügliche Schulung und Begabung besitzt. Sie verstand es in reichem Maße, die musikalischen Reize und Eigentümlichkeiten der zum Vortrage gebrachten Werke den Hörern voll zu erschließen. Auch die Technik des Spiels reizte zur unumwundenen Anerkennung bezw. Bewunderung. Der gezollte, nicht endenwollende Beifall veranlaßte die Solistin eine Zugabe zu spenden.
Wir geben unS der Hoffnung hin, daß das mit der Einrichtung von Sinfoniefongerten betätigte künstlerische Streben deS Herrn C. Schmidt Unterstützung in weitestem Maße finden wird, damit auch nach anderer Richtung hin der Erfolg nicht ausbleibt.
Das 2. Sinfoniekonzert findet am Donnerstag den 16. Januar n. I. statt.
Hamucr Stadttheater.
----- Hannu, 14. Dezbr.
Auch die gestrige Wiederholung der reizenden Operette „Mamsell Nitouche" fand vor a u s v e r k a u ftem Hause statt — vor Weihnachten ein in Hanau bisher noch nie dagewesener Besuch I — Hunderte von Besuchern mußten, da sie keine Eintrcktskarten erhalten konnten, wieder von dannen ziehen! Frl. Lila Harves als „Nitouche", sowie die andern Hauptdarsteller wurden mit Beifall überschüttet, Direktor Adalbert Steffter ivurbestürmisch hervorgejubelt und konnte sich unter tosendem Beifall dem Publikum zeigen. Es war wieder ein genußreicher Abend.
Die WeihmchtSnSßcIlur des Mittete.
KottektionsauSstettung Ludwig Koch-Hanau.
Wie alljährlich, vor Weihnachten, hat auch in diesem Jahre zur gleichen Zeit der Kunstvcrein eine Gemälde - Ausstellung in der Aula der Kgl. Zeichenakademie eröffnet. Im Vordergrund deS Interesses steht dieseSmal die Gruppe der Hanauer K ü n st l e r, von welchen Paul Koch - Honnef, Richard Estler, Wilhelm Vick, Else Hertel, K. Schüßler mit Werken und Ludwig Koch - Hanau mit einer Kollektivem^ stellung vertreten sind. Koch-Honnefs Porträt deS Dr. Linnartz in Jouy-aux-Arches bei Metz, in ganzer Figur, zeigt alle Vorzüge des Künstlers: lebenswahre, vornehme Auffassung und scharfe Charakterisierung, Sicherheit in der Zeichnung, feine Durchbildung der Formen, ohne kleinlich zu werden, erschöpfende, nicht bloß andeutende Technik und daS Arbeiten auf eine dezente koloristische Wirkung hin. Richard Estler hat drei reizvolle Aquarelle, Motive auS Alt-Hanau, ausgestellt, die zu den besten Arbeiten des Künstlers gehören, eine feine Stimmung, sichere Zeichnung und flotte Technik zeigen und von denen eins zur Verlosung angekauft ist. Wilhelm Vicks zwei ernstgestimmte Landschaften „Haidetümpel" und „Der Weg zum ewigen Frieden", ganz im Sinne seines großen Meisters Eugen Bracht gehalten, find in koloristischer Beziehung und in der Wahl der Motive recht beachtenswert. Frau Else Hertel- Kesselstadt bringt mehrere hübsche Motive aus dem Wald bei WilhelmSbad, di« gediegene fleißige Arbeit und künstlerisches Weiterstreben verraten. K. Schüßler hat vier landschaftliche Motive aus der Umgegend Hanaus (Steinheim, Wilhelmsbad) zur Ausstellung gebracht, die vortrefflich gewählt und in einer eigen* artigen bestechenden Technik ausgeführt'sind. Wir wollen hier auch, der Vollständigkeit wegen, der vier kleinen Radierungen von Wilhelm Ohler gedenken, eines jungen Hanauer Künstlers, der noch bis vor wenig Monaten Schüler der Leickeuukademie war. Die Heinen küwruLsloien Blättcken.