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LezagSpreSt âterlShrNch 1^0 DL, meaatüch 60 Pfg.. Ph «* •äxtige Abonnenten mit dem betreffenden Pojtaufjchlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
NrtânSdruck und Berlaz der Buchdruckeut bd eczcte. es, Watsachauft» tu H-rmm.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana».
Erscheint täglich mü Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EimeücktitgSgebÜM^
Die fäufgefponetu Petttzeils oder deren Moe« W ^
vsnmtwsrü. StoftRe#: T. Schrecker tat ^tu,
Nr. 215 Fernsprechaufchlust Nr. 605
Snmstlig den 14. September
Ferusprechanschlutz Nr. 603. 1907
Amtliches.
Eandhreis Rana«. BekMiitmlilhilWeii des KöiiigWen LmdriitsLsits.
Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Fleisch- und Trichinenbeschauer nicht berechtigt sind, für die ihnen obliegenden amtlichen Geschäfte niedrigere Gebührensätze zu erheben, als in dem Tarif vom 26. Februar 1904 festgesetzt ist.
Hanau den 12. September 1907.
Der Königliche Landrat.
V 9283 v. Beckerath.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 blau emaillierter Eimer.
Verloren: 1 goldene Damennadel mit 1 Brillant, 1 Kinderschuh, 1 schwarzer Ebenholzspazierstock (Griff schwarz mit stud. Widmung), 1 goldner Ring mit herzförmigem Anhänger.
Zugelaufen: 1 schwarzer Dachshund mit gelben Füßen und Brust m. Geschl.
Entlaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzem Kopf m. Geschl.
Hanau den 14. Septbr. 1907.
Hus Banau Stadt und Eand.
Hana«, 13. September.
* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 2—9 Uhr die Engel-Apotheke geöffnet.
Dee Spätzng der Kahlgrnndbuhn. Um vielfachen Wünschen entgegen zu kommen und unter Berücksichtigung des sehr günstigen Wetters verkehrt morgen Sonntag den 15. d. M. der Spätzug ab Schöllkrippen 8.05 Uhr abends, an Kahl 9.26 Uhr abends noch einmal. — Ferner wirb uns mitgeteilt, daß am Montag den 16. d. Mts. größere Divisions-Manöver mit nachfolgendem Biwack in der Nähe von Mömbris (Kahlgrund) stattfinden. Es soll bei event. Bedürfnis auch an diesem Tage ein Sonderzug gefahren werden.
* Militärtransport auf bet Kahlgruudbahu. Am Donnerstag den 12. d. Mts. fanden größere Militärtransporte auf der Kahlgrund-Eisenbahn statt. Es wurden innerhalb 3 Stunden 22 Offiziere und 1000 Mann be- sördert. Die Personenwagen der Königs. Bayer. Staatseisenbahn wurden teilweise auf die Kahlgrundeisenbahn übergeleitet. Die Beförderung ging ohne Storung und flott von statten. Der von dem Generalstabe festgelegte Fahrplan konnte präzise eingehalten werden. Die beiden Trains bestanden aus 70 Achsen.
* Meisterkurse, Meisterprüfung und Ausbildung von Lehrlingen. Die Handwerkskammer veranstaltet auch in dem bevorstehenden Winterhalbjahr wiederum an allen Orten des Kammerbezirkes, wo sich genügend Teilnehmer, d. h. mehr als 10 melden, sog. theoretische Meister- kurse. In diesen Kursen wird einfache gewerbliche Buchführung, Kalkulation (Kostenberechnung), Geschäftskorrespondenz, Gewerbegericht, Arbeiterversicherungsrecht, Wechsellehre und Genossenschaftsrecht gelehrt. Zur Teilnahme sind berechtigt selbständige Handwerker und ältere Gesellen. Von der Wichtigkeit und Notwendigkeit dieser Kurse dürfte wohl jeder Handwerker überzeugt sein. Es erübrigt sich daher, hier näher darauf einzugehen. Nur soviel sei kurz darüber gesagt, baß in dem heutigen schweren wirtschaftlichen Kampfe gute praktische Kenntnisse und Fertigkeiten allein nicht genügen, um einen selbständigen Handwerksbetrieb begründen und was noch wichtiger ist, lebensfähig erhalten zu können. Mit dem praktischen Können muß vielmehr ein umfangreiches theoretisches Wissen verbunden sein, wenn ein Betrieb gedeihen soll. Für die Erlernung dieser theoretischen Kenntnisse sind die Meisterkurse bestimmt. Die Teilnahme an diesen kann also jedem selbständigen Handwerk« r nur dringend empfohlen werden. Für diejenigen selbständigen Handwerker, welche erst innerhalb der letzten fünf Jahre selbständig geworden sind und die Meisterprüfung noch nicht abgelegt haben, kommt hierbei noch in Betracht, daß sie sich nach dem 1. Januar 1908 nachträglich der Meisterprüfung unterziehen müssen, wenn sie das Recht zur Anleitung von Lehrlingen weiter behalten wollen. Am 1. Januar 1908 soll nämlich das Gesetz über die Einführung des sog. kleinen Befähigungsnachweises in Kraft treten, das nach Artikel 2 auf 5 Jahre zurückwirken soll. Alle Handwerker, welche von dieser gesetzlichen Beftimmuna betroffen werden und das dürften viele
^Hunderte sein, haben in den bevorstehenden Meisterkursen die beste Gelegenheit, sich auf die Meisterprüfung in sachgemäßer Weise vorbereiten zu können. Keiner von den jüngeren selbständigen Handwerkern sollte darum diese günstige Gelegenheit unbenutzt lassen. In dem gleichen Maße gilt dies von den älteren Gesellen, welche sich demnächst selbständig machen wollen. Auch für sie ist nach dem 1. Januar 1908 die Ablegung der Meisterprüfung obligatorisch, wenn sie die Befugnis zur Ausbildung von Lehrlingen erwerben wollen. Da die Meisterkurse Ende September beginnen, empfiehlt es sich, die Meldungen bei der Haudwerkskammer bezw. bei den Leitern der einzelnen Kurse bald zu bewirken. Die Kurse finden nur im Herbst und Winter statt. Alle Kurse werden von der Handwerkskammer in der ausgiebigsten Weise unterstützt. Die Teilnehmer haben daher nur eine verhältnismäßig niedrige Gebühr zu zahlen im Vergleich mit den Vorteilen, welche ihnen die Kurse bieten.
* NaLionattibsrales Fest in Wilhelmsbad. Für das Familienfest, welches die nationalliberalen Vereine von Hanau, Frankfurt und Umgebung morgen in Wilhelmsbad veranstalten, ist, falls das gute Wetter anhält, ein außerordentlich starker Besuch zu erwarten; der Frankfurter Verein rechnet nach den bisherigen Anmeldungen auf eine Beteiligung von etwa 800 Personen allein aus Frankfurt. Auch die meisten Landorte des Landkreises Hanau haben ihre Beteiligung zugesagt. — Darum ist jedem, der sich auf dem Festplatz einen Platz sichern will, zu empfehlen, daß er sich zeitig einftndet. — Zu dem Fest sind nicht nur die Mitglieder der Vereine, sondern auch alle national gesinnten Bürger in Stadt und Land eingeladen. — Der Eintritt ist frei.
* Kirchweihfest. Morgen findet in G r o ß k r o tz e n-^ bürg das Kirchweihfest statt.
* Frankfurter Quartett - Vereinigung. Die Herren Konzertmeister Hermann Hock, Fritz Dippel, Aug. A l l e k o t t e und Heinr. A p p u n n werden auch in dieser Wintersaison wieder einen Zyklus von drei Kammer- mustk-Abende in dem Saale der „Centralhalle" veranstalten. Das künstlerisch vollendete Spiel genannter Herren ist hier in Hanau so bekannt, daß es überflüssig erscheint, noch darauf hinzuweisen. Trotzdem wollen wir nicht verfehlen, dennoch unser konzertliebendes Publikum auf obengenannte Konzerte aufmerksam zu machen. Das definitive Programm für die drei Abonnementskonzerte wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Eine Liste zum Einzeichnen auf Abonnements- karten zirkuliert.
* Die Manöver in Oberheffen, 13. Septbr. Tiefe Dunkelheit lag noch über der hügeligen Wetterau, als in aller Frühe dir in den Biwaks liegenden Truppen der 25. Division alarmiert wurden. In vorzüglicher Ordnung wurden die Zelte abgebrochen und die Tornister gepackt. Die blaue 50. Brigade stand unter dem Befehl des Generalmajor von Nieder, sie lag um Friedberg im Biwak. Es erstreckte sich von der Nauheimer Straße bis zur Ufa — hier lagen die 117er auf Vorposten — bis ins Fauerbacher Feld—118er. Die ihr zugeteilten übrigen Truppen lagen im Quartier um Friedberg, Assenheim, Nieder-Wöllstadt, Ockstadt, Beienheim, der Brigadestab lag in Friedberg. Die rote 49. Brigade hatte ihr Biwak in Nieder-Mörlen bis vor Bad-Nauheim, die 116er lagen Nauheim am nächsten, sie hatten Vorpostenbiwak, bei Nieder-Mörlen lagen die 115er und II. Bat. 168er. In Ober-Mörlen war I. und III. Bat. 168er ein- quartiert, die 25er Feldartillerie lag in Ostheim, Rockenberg, Butzbach, Nieder-Weisel, die 24er Dragoner in Hochweisel, Griedel, Oppershofen, Butzbach, die Pionierabteilung hatte Biwak bezogen. Die Schlachtenbummler, die aus der gesamten Umgegend, aus Butzbach, Gießen, Friedberg, Bad- Nauheim, ja sogar aus Frankfurt herbeigeeilt waren und den ganzen Tag in ungeheurer Zahl das Gelände bevölkerten, strömten in hellen Haufen in die Biwaks. Sie kamen nicht mit leeren Händen. Die vorher in 14tägigem Standquartier geschlossene Freundschaft bewährte sich glänzend. Um 9 Uhr, als die Musik den Zapfenstreich spielte, mußten die Zivilisten das Lager räumen, denn die Truppen brauchten Ruhe, da der vorausgegangene Tag anstrengend war und Anstrengungen bevorstehen. Wie bereits anfangs erwähnt, erfolgte das Wecken in dunkler Nacht. Lautlos rückten die Kolonnen vor, für die 49. Brigade galt es, die gestern auf den Höhen um Kaichen und Ober-Wöllstadt erlittenen Schlappen gut zu machen. Sie war verstärkt worden durch das Regiment 168. Bereits die ganze Nacht über waren Militärpatrouillen und Meldereiter unterwegs, um die feindliche Stellung auszukundschaften. Bei Tagesanbruch gerieten die Truppen aneinander; zuerst wechselten die Vorposten Schüsse, bis sich um ^slO Ubr das Gefecht entwickelte. Es beaann auf den Löben
zwischen Ufa und Wetter, Bad-Nauheim, Steinfurth, Nieder« Mörlen, Melbach, Friedberg und Dorheim. Auch der Großherzog war längere Zeit im Gefechtsgelände, Heute Freitag beziehen Fußtruppen mit Ausnahme des II. Bat. 168 Biwak, das für die Gegend Echzell, Gattenau, Wölfersheim, Södel. Berstadt angemeldet ist. Somit schiebt sich der morgige (Samstag) letzte Manövertag in der Division mehr nach Hungen, Utphe und Nidda. DH 21. Division kämpfte heute wieder in den Tälern deß Nidder und des Seemenbachs. Die Truppen hatten in derst nördlichen Kreis Büdingen, 42. Brigade, bis hin in den Kreis Schotten, 41. Brigade im Quartier gelegen und hatten anstrengende Märsche, besonders galt dies auch von den 8 lent und 80ern. Auch diese Division bezog zum großen Teil, Biwak. — Ueber das nächsten Montag beginnende drei« tägige Korpsmanöver sei zur Orientierung folgendes angeführt: Sie spielen sich zwischen Nidda, Gedern und Wächtersbach, also im südlichen Vogelsberg bis zum Kinzigtal ab. Der Korpskommandeur von Eichhorn trifft morgen im Schloß zu Gedern ein unb leitet von dort aus die Korpsmanover. Zu Birstein, Bü- dingen und Ortenberg sind Pferdesammelstellen eingerichtet. Am 16. und 17. September erhalten alle Truppen Magazin« Verpflegung aus den Proviantämtern und der größeren Feldbäckerei und Metzgerei bei Ranstadt. Am 18. September stellen die Truppen, die per Bahn abrücken, ihre Verpflegung selber, 117er, 118er, 168er und Unteroffizierschule Biebrich erhalten Mittagskost in der Kriegskochküche Wächtersbach. Die 25. Division erhält ihre Verpflegung von Ranstadt, die 21. Division aus Birstein, 166er, 168er, 28« Dragoner und 63er Artillerie „Frankfurt" aus dem Proviantamt zu Gedern. Während des Korpsmanövers werden an Munition ausgegeben: für jedes Gewehr 35 Platzpatrone^ für den Karabiner 10 Platzpatronen, für jedes Geschütz 40 Manöverkartuschen. Der Abtransport der Fußtruppey geschieht mit der Bahn; die 80er und 81er werden in Salmünster und Soden verladen, die 87er und die 88er in Steinau, die 115er in Stockheim, die 116er in Büdingen, die 168er I. Bat. in Büdingen, II. und III. Bat. in Wächtersbach, 117er und 118er in Wächtersbach, die Pioniere in Wächtersbach, die Telegraphenabteilung in Wächtersbach, di« schwere Artillerie in Stockheim.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteraui« schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis ^xl Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet. — „Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 11—121/» Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
* Kornhaus Hanau. Die Generalversammlung deK Kornhauses Hanau wird Sonntag den 15. d. M., nachmittags 3x/2 Uhr, im Gasthaus „zur Sonne" dahier abg^ halten. Die zu erledigende Tagesordnung ist eine reichhaltige zu nennen. (Siehe Inserat.)
* Das Hahnenkammhans ist täglich geöffnet.
* Maittwafferwärme gestern abend 16 Grad.
* Gesangverein Sumser. Durch die ungünstigen Witterungsverhältnisse konnte der Gesangverein Sumsor in diesem Sommer keine Festlichkeiten abhalten, daher soll am Sonntag den 22. September, abends 6 Uhr, im Deutschen Haus ein Familienabend stattfinden, wozu alle Mitglieder, Freunds und Gönner des Vereins eingeladen werden.
* Ausflug. Der Club Concordia hält am 15. d. MtS.^ nachmittags 4 Uhr im neuen Saale des Herrn Herty- Klein-Steinheim seinen diesjährigen Ausflug ab und werdest den Besuchern einige recht vergnügte Stunden in Aussicht stehen.
* Stiftungsfest. Die Ges. Verb. „Hassonia" feiert M diesjähriges Stiftungsfest am Sonntag den 29. Septbnj abends 7 Uhr, im großen Saale der Centralhalle.
* !♦ Hanauer F.-K. 1893 (E. B.) — Stratzburgetz Fustballverein. Das morgen nachmittag 4 Uhr an yeH „Schönen Aussicht" stattfindende Wettspiel wird Voraussicht lich ein sehr scharfes werden. Das im Schaufenster des HetiH Louis Stassen, Krämerstraße, aushängende Bild zeigt unD die gewandte Straßburger Mannschaft. Sie hat noch VeD stärkung erhalten. So wird der in allen Fußballkreisen b« kannte Heck, der früher in der 1. Mannschaft des Karlsruhe« Fußballvereins spielte, als Halbrechter Stürmer StraßbUrgÄ Farben vertreten. Ebenso steht Gräf, der im gleichen GereW teils halblinks, teils Läufer spielte, morgen als Halvlirckâ Stürmer. Die Hanauer Mannschaft wird wiederum ttni erheblichem Ersatz antreten, so daß Hanau 93 einen sM schweren Stand haben wird. Straßburg spielt in blau-weiß-W Hanau in schwarz-weißer Kleidung. Karten sind im VoroeZ kauf bei Herrn Salzmann, Zigarrenhandlung, KrÜmâcckßZ sowie bei allen Mitgliedern erhältlich.