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«§rtchâhÄich 1,80 TIL, monatlich 60 Pfz., für «* •artige Abonnentm mit dem betreffenden PostiUlff4'-«1» Die einzelne Nummer kostet 10 Pfz.
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General-Aazeiger
Midies Grgs« fit Stadt- Mb Laadtlktis Sam.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 188 F-rnspr-chanschl'ch Nr. 605. Mitttvvth VM 14. MM
-fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.
Die List- der für das St-u-rjahr 1907 sieuertrei veranlagten Personen (Einkommen unter 900 Mk.) liegt vom 15. August 1907 ab zwei Wochen lang im Bureau der Steuerverwaltung, Neustädter Markt Nr. 14 1 Treppe hoch, Zimmer Nr. 25, aus. Einsprüche sind binnen 4 Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist bei uns anzubringen.
Hanau den 13. August 1907.
Der Magistrat.
Bode. 16585
Ausschreiben.
Der Bedarf von Lebensmitteln, wie ^ldfdb Brot, Milch, Butter, Gemüse und Kolonialwaren vom 1. September 1907 bis 31. März 1908 für das städtische Pflegehaus soll vergeben werden.
Die Angebote sind bis zum 21. d. Mts ^ vormittags 10 Uhr, im Zimmer Nr. 15 des Rathauses abzugeben.
Die Lieferungsbedingungen liegen im Zimmer Nr. 2 des Armenamtes, Rathaus, Langstraße Np. 43, zur Einsicht auf. Hanau den 12. August 1907.
Der Magistrat, Armmamt.
Hild. 16553
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
G e s n n d c n: 1 Sack mit Schuhmacherwerkzeug, 1 weißer Stickereihut, 1 Kinderlätzchen, 1 Schlüsselbund mit 4 Schlüsseln, 1 Herrenschirm (stehen geblieben im Laden bei Cahn, Hammerstraße).
Verloren: 1 Emaillebrosche mit gold. Einfassung und Bildnis eines Kindes, 1 goldner Deckel vom Medaillon, 1 weißes Kinderhäubchen mit blauer Einfassung, 1 Regenmantel von Mittelbuchen nach Hanau.
Hanau den 14. August 1907.
Hus Hanau Stadt und Cand.
Hanart, 14. August.
* Militärisches. Die Formierung des 3. Bataillons beim hiesigen Infanterie-Regiment Hessen-Homburg Nr. 166 erfolgt am 24. d. Mts.
* Bei der Felddierrftübimg verunglückt. In der Nähe von Rendel stürzte am Dienstag morgen der Leutnant Tölle bei einer Felddienstüaung des 81. Jnf.-Regmts. mit seinem Pferde und trug innere Schäden davon, so daß er nach dem Garnisonslazarett verbracht werden mußte. Sein Pferd war gegen einen Baum gerannt und stürzte sich das Genick ab.
* Der Deutsche Handwerks- und Gewerbe- kammertag hat an den Reichstag und an den Bundesrat eine Eingabe gerichtet, in der um die Einführung weiterer Lohnklassen in das Jnvalidenversicherungsgesetz ersucht wird, und zwar sollen unter Beschränkung der bisherigen Klasse 5 auf die Lohnhöhe von 1150—2000 Mk., eine Klasse 6 für die Höhe eines Lohnes von 2000—3000 Mk. und eine Klasse 7 für eine Lohnhöhe von mehr als 3000 Mk. hinzugefügt werden. In der Begründung wird ausgeführt, daß der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag, da seine Bestrebungen, die selbständigen Handwerker in die Zwangsinnung einzubeziehen, bei der Reichsregierung auf grundsätzliche Bedenken gestoßen seien, und da auch ein Teil der selbständigen Handwerker selbst sich dagegen ausgesprochen habe, sich nunmehr auf die Verbesserung der freiwilligen Versicherung beschränke. Von der freiwilligen Versicherung komme die Selbstversicheruiig für das Handwerk im allgemeinen nicht mehr erheblich in Betracht, da von der heutigen Generation, soweit sie nach dem Jahre 1864 geboren sei, nur wenige Prozent nicht dem Versicherungszwang als Arbeitnehmer unterlegen hatten. Für diese sei somit die Weiterversicherung von größter Bedeutung. Wenn aber die selbständigen Handwerker trotz der intensiven Belehrung durch die Landesversicherungsanstalten Und die Handwerks- und Gewerbekammern so wenig von diesem Rechte der Weiter- versicherung Gebrauch machten, so sei der Hauptgrund die geringe Höhe der erreichbaren Renten. Für eine große Zahl ^er selbständigen Handwerker sei die im günstigsten Falle erreichbare Altersrente von 230 Mk. bezw. Invalidenrente von 450 Mk. pro Jahr kein aenügender Ansporn zur
Weiterzahlung der Versicherungsprämien. Sie würden jedoch ^ern höhere Beiträge bezahlen, wenn sie dementsprechend hohe Renten erzielen könnten. Die Eingabe schließt mit der Bemerkung, daß die Erfüllung der darin niedergelegten Forderungen ein kleines Entgelt für die großen Lasten wäre, die durch die soziale Gesetzgebung ben Arbeitgebern, namentlich den selbständigen Handwerkern aufgebürdet sei und die in diesen Kreisen oft lauten Unmut Hervorrufe.
* Rhönturnsest. Bei dem Turnfest auf der Wasserkuppe errang den 4. Preis Holzschuh von der Turngesellschaft Hanau, den 6. Preis Pfeifer von der Turngesellschaft Lang^ldiebach.
* Sommerfest. Der Erste Hanauer Kutscher-Verein hält am Sonntag den 18. b. Mts. in dem schattigen Garten „zur guten Quelle" sein diesjähriges Sommerfest ab.
* Bluttat. Die beiden Knechte Dietrich Hager von Sindlingen a. M. und Joses Ufftring von Groß-Auheim lebten seit ihrem Dienstverhältnisse auf dem Hofgute Maisen- hausen in ununterbrochener Feindschaft. Am Samstag abend gerieten dieselben in der Dey'schen Gastwirtschaft in einen heftigen Wortwechsel, der jedoch ohne Tätlichkeiten verlief. So glanzvoll der Verlauf dieses Wortgefechtes war, so schlimm waren die Folgen am nächsten morgen. Ufftring wurde von seinem Mitknechte Hager überfallen und in ganz barbarischer Weise mit einem Eisenstück bearbeitet. Nicht weniger als 7 Wunden am Kopfe, wovon verschiedene bis auf die Schädeldecke gedrungen waren, wurden ihm bcige- bracht; außerdem erhielt er noch mehrere tiefgehende Stiche an den . Armen. Der Schwerverletzte wurde in das Krankenhaus nach Alzenau überbracht, während man ben Täter in Nummer Sicher brachte. Ufftring, von dem man am Sonntag allgemein glaubte, er würde jede Stunde den schweren Verletzungen erliegen, befindet sich wieder auf bent Wege der Besserung.
* Viehmarkt. Am heutigen Viehmarkt betrug der Auftrieb 3 Ochsen, 425 Kühe und Rinder, 59 Kälber und 5 Bullen. Der Handel ging flott, die Preise waren ziemlich hoch.
* Maittwâfferwärme gestern abend 17 Grad.
GerichLssaal.
Sitzung Des Schöffengerichts vom 13. August.
Weil er sich aus der Mitte einiger jungen Burschen mit seinem Spitznamen gerufen horte, eilte der Tagelöhner Karl Friedrich Wilhelm D. hier rachcschnaubend auf jene zu, packte in Ermangelung des richtigen, der ausgerissen war, den Joseph Müller und bearbeitete ihn mit der Peitsche auf den Rücken. Urteil: 20 Mark Geldstrafe. — Im März wurde einem hiesigen Einwohner der Handwagen aus dem Garten gestohlen. Sechs Wochen darauf entdeckte der Bestohlene sein Eigentum im Besitze des Tagelöhners Michael Schr. hier, doch in einem Zustande, der das Wiedererkennen sehr erschwerte. Der Anstrich war erneuert und sonstige Veränderungen vorgenommen worden. Schr. verschanzt sich hinter den großen Unbekannten und hat mit diesem Manöver Glück, denn das Gericht hält seine Behauptung, er habe den Wagen von einem unbekannten Manne für 20 Mk. gekauft, nicht für völlig unwahrscheinlich und spricht ihn frei. — Der Dienstknecht Friedrich H. lief seinem Dienstherrn, dem Russen- steinfabrikanten und Landwirt Müller in Bruchköbel, ohne Kündigung davon und wird, da dies zu seinen Gepflogenheiten zu gehören scheint, denn die letzte Stelle verließ er auf dieselbe Weise, mit einer Geldstrafe von 15 Mk. bedacht. — Am 26. Juli stellte sich der Sohn Gustav des Invaliden August H. in der Lamboystraße an seines Nachbars Hühnerstall und beobachtete dessen Hantierungen. Dieser, der Fabrikarbeiter Paul O., fühlte sich dadurch belästigt und warf, als er auf seine Aufforderung zum Fortgehen eine höhnische Antwort erhielt, mit einem Stein nach dem Jungen. Auf das darauf vom Vater H. eröffnete Schimpfkonzert begab sich O. an dessen Zaun, schimpfte auf den darinnenstehenden und erhielt von H. zwei Hiebe mit einem Knüppel über den Kopf. O. sprang Einlaß suchend nach der Gartentür, stieß dort mit H. zusammen und bald lagen beide katzbalgend auf der Erde. Nachdem H. wieder aufgekommen, schlug er gemeinsam mit seinem Sohne mittelst Knüppel resp. Rechen auf den Untenliegenden los, bis dieser gehörig blutete. Bezüglich des Sohnes nimmt das Gericht berechtigte Notwehr im Interesse des Vaters an und spricht ihn frei; der H. muß" 30 Mk., der O. für das Werfen mit Steinen 20 Mk. zahlen. — Das Dienstmädchen Kath. M. soll ihren Dienst vor der Zeit verlassen haben. Sie behauptet, eine Spezialabmachung habe dahin gelautet, daß sie sofort gehen könne, wenn sie Ersatz beschaffe, daß. sie aber im anderen Falle 14 Tage aushalten müsse. Der Dienstherr behauptet, ihr das
Gehen ixt 14 Tagen erlaubt zu haben, wenn sie Ersatz bis dahin beschaffe, andernfalls die gesetzliche Kündigungszeit ausgehalten werden müßte. Das Mädchen beschaffte keinen Ersatz und ging nach 14 Tagen, an welchem Zeitpunkte ihrer Meinung nach das Dienstverhältnis abgelaufen war. Sie muß 6 Mk. Strafe zahlen.
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Vereins- u. Bergnügnngsnachrichten
für Mittwoch den 14. August.
Ev. Männer- u. Iünglingsverein: Posaunenblasen (Ev. Vereinshaut.
Turngemeinde: Abends 9—10 Uhr: Turnen der Männerabteilung.
Turngesellschaft: Abends von Vr9—*/,10 Uhr: Turnen der Damenabteilung Turn- ir. Fechtklub: Von 8Vi—10 Uhr: Fechten; von 9—10 Uhr: Turnen der Mäunerabteilung.
Turnverein; Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Männerabteilung. Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Verband, Ortsgruppe Hanau, Ler- einSabend im „Hotel Riesen".
Kaufmännischer Verein Hanau: Vereinsabend im Restaurant Mohr. Gesangverein „Germania": Singstunde im „Löwengärtchen". Gesangverein „Tonblüthe": Singstunde in der „Stadt Bremen". Evang. Arbeiterverein: Singstunde im Vereinslokal (Paradeplatz Nr. 1). National - Stenographenverein: Uebungsstunde für die Praktiker-Abteilung (Lokal: „Zur großen Krone").
Esperantisten-Griippe : Abends 9 Uhr: Versammlung und Eratisunter« richt in der Esperanto-Sprache in der „Eentralhalle".
Gabelsberger Stenographen - Verein (Lokal: „Frankfurter Bau", Eingang Lindenstraße): Abends von 9—10 Uhr: Uebungsstunde : Redeschrift. Verein der Hochspcssartfreunde Rothenbuch, Abteilung Hanau: Vereins- abend im „Restaurant Ratskeller". Kaninchenzucht-Verein Hanau: Zusammenkunft im „Schützenhof". Kaufmännischer Verein FrankfuU: VereinSabend in der Bra.urei Orschler« Kegel-Klub „Hanovia": Gasthaus „;ur guten Quelle". Schützenverein „Tell" zur „Wiener Spitze": Schießen. Zimmerstutzengesellschaft „Patrontasche"; Schießen. Zimmerstiltzengesellschait „zur schönen Aussicht"-Kesselstadt: Schießen. Hanauer Schntzenverein: VereinSabend im Restaurant Mohr. Gesellige Verbindung „Hassonia" • Stammtisch im „großen Kurfürsten". Gesellschaft „Treu beim Alten": Vereinsabens (Brauerei Orschler). Hanauer Radsport 1895: Vereinsabend in der „Stadt Bremen". 9 Uhr-Stammnsch-Klub „Konkordia" im „Deutschen Haus". Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp. im „goldnen Herz", Steigerkorps in der Brauerei Beck.
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Für Errichtung eines Slusstchtsturmes auf dem Vuchberge bei Langenselbold gingen ein: Dr. I. B.......3.- M.
Wilh. Bein . . . ' . . . 2.— „
Frau Elise Vein . 1.— „
Voriger Betrag..... 1684.— „
Zusammen bis jetzt 1690.— Mk
Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion des „Hanauer Anzeiger^'
Die SLadiverordneLen-Kartdidaten für Cattaus Keffelstadt.
Eine von „mehreren Wählern der bürgerlichen Partei" einberufene Versammlung tagte gestern abend im Gasthaus zum Schwanen in Kesselstadt, um sich über die nach dem Eiugemeindungsverlrag auf Kesselstadt entfallenden 3 Stadtverordneten, deren Wahl am 19.—20. d. Mts. erfolgen soll, zu einigen.
Es entspann sich zunächst eine lebhafte Auseinandersetzung darüber, von welcher Seite die Einladungen ergingen. Während auf der einen Seite die Initiative für die Wahlbewegung von den Mitgliedern der vereinigten Vereine „Kolonie- und Gemeinnütziger Verein" in Anspruch genommen wurde, nahm man dieses Verdienst auf Kesselstädter Seite in Anspruch. Als man diese wohl nebensächliche Frage für geklärt glaubte, stellte sich Herr I u st i z r a t Hecht als Kandidat der I. W a h l a b t e i l u n g vor. Da nur ein Wähler dieser Abteilung anwesend war und dieser wohl auf Seite der vereinigten Vereine steht, erfolgte gegen diese Kandidatur kein Widerspruch.
Anders bezgl. des Kandidaten der II. Abteilung: Der von den Vereinen vorgeschlagene Kandidat mußte fallen gelassen werben, da er als „Gesellschafter eines Fabrikbe- iriebs" den gesetzlichen Anforderungen nicht genügte. An seiner Stelle wurde der Ringfabrikant Herr Philipp Wild vorgeschlagen und von der Versammluna als Kandidat angenommen.
.Lebhafte Auseinandersetzungen erfolgten nach den Vorschlägen für die III. Abteilung. Für diese präsentierten die „Kolonisten" den Schlosser Herrn Ferdinand Riese, der „Gemeinnützige Verein" bestand, nachdem sein Kandidat für die II. Abteilung ausgefallen ist, auf der Wahl seines Mitgliedes des Herrn B u ch d r u ck e r e i b e s i tz e r s K i t t st e i n e r. Nach langem Hin und Her trat Herr Kittsteiner im Hinblick auf die der III. Abteilung drohenden Gefahr, um eine Stimmenzersplitterung zu vermeiden, zu