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âtchShrRch 1,80 Mk., uwnatlich 60 Pfg., für aus. Bärtige Abonnenten mit dem betreffenden Poftauffchlag, Die ernzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Eotationldruck »mb Verlag der Buchdruckers det »aria. n. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Saun- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EiurülkuagsgebLyr v

X)it fünfgespaltene Petrtzerle oder deren Kas.a 20 im Reklamentell bk Zeile 3b Pfg.

ttertmh»»rtL Redakteur: G. Schrecket w Ha»«.

Ak. 110 Fer»spr-chanschI»s; Nr. 605.

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Montag den 13. Mai

Dernfprechanschluß Nr. 605

Amtliches.

Bekanntmachung.

Wegen Reparatur der Mainfähre MühlheimDörnigheim muß das Uebersetzen von Fuhrwerken und Vieh bis auf Weiteres eingestellt werden.

Offenbach den 10. Mai 1907.

Der Kreisallsschuß des Kreises Offenbach.

v. H o m b e r g k. V 3372

5£ci<^en£änöwnx5.

Am 10. April d. Js. wurde hier die Leiche eines unbe- kannten Mannes aus dem Main gelandet, dessen Personalien noch nicht bekannt sind.

Beschreibung: 4045 Jahre alt, 1,80 m groß, rötliche Haare, rötlichen, kurz geschnittenen Vollbart, kräftige Gestalt, Tätowierling am rechten Unterarm R. G. 1896, Säge, Hobel und Anker. Kleidung: Grüner Lodenanzug, braunes Kamisol, Normalhemd und Unterhosen, braune wollene Strümpfe und Zugstiefel.

In den Taschen wurden gefunden: Taschenuhr mit Kette, 1 Taschenmesser unb 5 Schlüssel am Ning, Notizbuch, 2 Bleistifte, 1 Taschentuch.

Frankfurt a. M. 6. Mai 1907. III L. K. 302. Königl. Polizei-Präsidium.

^ctdienfitnö.

Am 28. März d. J. wurde hier die Leiche eines unbe­kannten Mannes, der sich durch Erschießen entleibt hat, im sogen. Nizza auf einer Bank aufgefunden, dessen Personalien noch nicht bekannt sind.

Beschreibung: 2527 Jahre alt, 1,651,70 m groß, hellbraune Haare und Anstug eines ebensolchen Schnurrbarts und war bekleidet mit Makkohemd, braun karriertem Zacket, gräulich gestreifte Hose, Stehkragen, schwarz-bläulich gestreiften Schlips, Jägerhut, blaue Schürze, braune Strümpfe und schwarze Schnürschuhe mit Zwicken beschlagen.

In den Kleidern befanden sich: 1 silberne Uhr mit Kette, 2 Portemonnaies mit 11 Pfg., I Visitenkartenlaschc, 1 Schlüssel, 1 Kneifer und 1 Revolver.

Frankfurt a. M., 8. Mai 1907. III L. K. 301. Königl. Polizei-Präsidium.

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Bus Hanau Stadt und Cand.

Hanart, 13. Mai.

* Manöder. Die Manöver des 18. Armeekorps werden in diesem Jahre im nördlichen Teile des Kreises Büdingen und dem angrenzenden Kreise Schotten abgehalten.

HauptverfammlAng Des Vereins von Leh­rern höherer Unterrichtsanstalten der Provinz Hessen-Nassau und des syürftentnms Waldeck. Unter diesem Namen tagte der Verein in diesem Jahre zum letzten Male, da beschlossen wurde, ihn fortanPhilologen­verein für Hessen-Nassau und Waldeck" zu nennen. Die Versammlung fand am 7. und 8. Mai in Hofgeismar statt, wo sie zuletzt vor 17 Jahren war. Am Abend des 7. Mai vereinigten sich alle bis dahin erschienenen Vertreter zu einem geselligen Beisammensein im HotelDeutscher Kaiser", an dem auch Herr Provinzialrat Dr. Kaiser aus Cassel tell- nahm. Mit, besonderer Freude wurde auch die Anwesenheit des hochverdienten und allverehrten Ehrenmitgliedes des Ver­eins, Herrn, Realgymnasialdirektor a. D., Dr. Wittich, aus Cassel, begrüßt. An sein segensreiches Wirken dachte mancher mit dankbarem Herzen, als er in der Begrüßungsansprache hörte, daß vor 17 Jahren nur 15 Vertreter an dieser Vor­feier teilgenommen hatten, während ehre Zahl jetzt gegen 100 betrug. Die Verhandlungen begannen am Mittwoch um halb 11 Uhr. An Stelle des leider durch Krankheit verhin­derten Herrn Direkror Körsch eröffnete sie Herr Prof. Dr. Krischan und begrüßte die Ehrengäste. Im Namen der Stadt und des Kuratoriums hieß Herr Pfarrer Weiß die Versammlung mit herzlichen Worten willkommen. Hierauf erteilte, der Leiter der Versammlung dem Vorsitzenden des ständigen Ausschusses, Herrn Prof. .Dr. Peters vom Real­gymnasium zu Cassel, das Wort zum Jahresbericht. Was Herr Peters bot, war weit mehr als der geschäftliche Aus- druckErstattung des Jahresberichtes" besagt. Durch die gründliche, nur durch umsichtiges Verfolgen der Ergebnisse mögliche Beherrschung des Stoffes und durch die meisterhafte Handhabung der Form hielt er seine Zuhörerun ausgesetzt im Bann. Die Geschichte des preußischen Oberlehrerstandes des letzten Jahres wurde da in einer Weise beleuchtet, die keinen

Widerspruch zuließ und dem noch so kritischen Zuhörer nichts zu wünschen übrig ließ. In wie vornehmer Weise wurden da die Standesbestrebungen behandelt! Wie wurde Aeußeres und Inneres in das rechte Verhältnis gesetzt. Wie einleuch­tend wurde der dem Stande aufgedrungene Kampf um Materielles als eine Pflicht im Dienste des Ideals hinge­stellt. Unanfechtbar und erschöpfend im Inhalt, geistvoll und fein in der Ausführung mußte die aus warmen Herzen kom­mende Rede jedem Hörer hohen Genuß bieten, selbst abge­sehen davon, ob darin seine eigene Sache behandelt wurde. Trefflich und tiefgründlich" nannte Herr Prof. Dr. Lohr aus Wiesbaden die Rede. Dieser um seinen Stand und Be­ruf so außerordentlich verdiente Vorkämpfer teilte hierauf aus dem reichem Vorräte seines Wissens manches Wichtige und Interessante mit. Sodann hielt H^rr Prof. Franz aus Hof­geismar seinen Vortrag.Ein Gang durch deutsches Land und Volk." In höchst anschaulicher und fesselnder Rede führte der Vortragende die Zuhörer durch die verschiedenen Teile des Vaterlandes, überall die Bewohner in schlagender Weise charakterisierend, die Wechselwirkung zwischen Natur und Menschen wissenschaftlich beleuchtend. Nach einer Pause wurde daun über geschäftliche Angelegenheit verhandelt. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Ems gewählt. Gegen 4 Uhr sand das Festessen statt. Hierauf traten die meisten Teilnehmer die Rückreise an. Allgemein war die Freude über den prächtigen Verlauf des Tages unb man trennte sich in dem Bewußtsein, daß die Verhandlungen einer guten Sache gedient hatten. Daß dieses Bewußtsein mich außerhalb der beteiligten Kreise lebendig ist, das haben die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses vom 13. April ds. Js. dem deutschen Volke deutlich gezeigt.

S. Sondeizitfl nach München. Am Psingst- Samstag arrangiert eine Frankfurter Gesellschaft einen Sonderzug nach München, an dem sich jedermann beteiligen kann. Die Abfahrt erfolgt in Frankfurt Hauptbahnhof Samstag nachmittags 12.40, Aschaffenburg 1.40, München an 8.40 abends. Rückfahrt München Hauptbahnhof Dienstag 21. Mai, nachmittags 4 Uhr, Aschaffenburg an 9.55, Frank­furt an 10.58 abends. Der Fahrpreis ist ein sehr billiger und beträgt nur 12.50 Mk. Dillete, Reiseprogramme rc. sind bis spätestens Mittwoch abend bei den Herren B a r b a r i n o, Cigarrenhandlung, Kaiserstraße 15, Telephon 3391 und Holz, Cigarrenhandlung, Weserstraße 33, Telephon 4439, zu lösen. Dieser außerordentlich billige Fahrpreis dürfte viele unserer Leser veranlassen, über Pfingsten der Kunststadt München mit seiner reizenden Umgebung einen Besuch abzustatten,^ umsomehr, da niemand nach der Ankunft in München an ein bestimmtes Programm gebunden ist. Wir machen nochmals auf nächsten Mittwoch als Schluß­tag des Billetverkaufs aufmerksam., Der Sonderzug führt auch 2. Klasse. In Aschaffenburg hält der Sonderzug, jedoch siud die Billette nur durch die Frankfurter Verkaufs­stellen erhältlich und zwar zu 9 Mark.

* Diebstahl bei Der Wohnungsbesichtigimg. Die beiden Gauner, welche kürzlich hier bei Besichtigung einer zu vermietenden Wohnung eine goldene Herrenuhr ent­wendeten, haben am 6. b. M. auch in Worms mit Erfolg operiert. Beim Besichtigen einer noch bewohnten, jedoch zu vermietenden Herrschaftswohnung entwendeten sie einen goldenen Damenring mit einer Perle, einem Stein und mehreren kleinern Brillantsplittern besetzt, im Werte von 400 M.

* Gardevereisr. Wie wir an dieser Stelle schon im vergangenen Jahre berichteten, gedenken der Gardeverein Frankfurt, der Jägerverein Aschaffenburg und der Garde­verein Hanau, in diesem Jahre, anstatt der üblichen Zu­sammenkunft in einer der 3 Städten, eine Rheinfahrt zu veranstalten. Der Gardeverein Frankfurt, der die Vorarbeiten übernommen hatte, hat diese beendet und so konnte denn hier in Hanau eine Gesamtsitzung der 3 Vereinsvorstände statt­finden, gelegentlich dieser sollten die getroffenen Anordnungen genehmigt ober den Umständen entsprechend geändert werden. Das Ergebnis dieser Sitzung ist nun folgendes: Die Rhein­fahrt findet am 11. August b. J. statt und zwar soll bis Mainz die Bahn benutzt werden, von da bis Rüdesheim ist Dampferfahrt geplant. Hier werden sich die Teilnehmer zur Stärkung für die Ereignisse des Nachmittags auf die einzel­nen Wirtschaften verteilen müssen. Nachmittags 2 Uhr Appell und patriotische Feier am Niederwalddenkmal, hierauf Ab­marsch über Rossel, Zauberhöhle nach dem Jagdschloß und nach einer Kaffeepause hiersclbst Abstieg nach Aßmannshausen, hier sollen einige Stunden der geselligen Unterhaltung ge­widmet sein. Abends Dampserrückfahrt nach Mainz. Für den musikalischen Teil der ganzen Veranstaltung ist die Ka­pelle der Biebricher Unteroffizierschule gewonnen worden. So ist die Fahrt bis auf das Kleinste ausaearbeitet und werden

alle Teilnehmer, wenn der Himmel gutes Wetter beschert, auf ihre Kosten kommen. Für die Mitglieder des Garde­vereins sei noch gesagt, daß die Einzelheiten der Fahrt gele­gentlich der heutigen Monatsversammlung besprochen werden sollen. Da aber auch noch andere, äußerst wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, so ist ein reger Besuch bei Versammlung zu empfehlen.

* Nächtlicher Ueberfall. In der Nacht vom Sams» tag auf Sonntag von einem Kommers heimkehrende hiesige Herren stießen an derWiener Spitze" auf einige Burschen, die um Ueberlassung einer Zigarre baten. Einer der Herren öffnete seine Zigarrentasche und willfahrte bereitwillig dem nächtlichen Ersuchen. Die betreffenden Herren gingen weiter bis in die Nähe der Akademie, woselbst sie sich von einem dort wohnenden, in ihrer Begleitung befindlichen Kommers­teilnehmer, verabschiedeten. Wieder an der Wiener Spitze angelangt, wurden sie nun von den dort sich noch auf falten= den Burschen ohne jede Veranlassung überfallen und mit Schlagringen und anderen gefährlichen Gegenständen schwer mißhandelt. Der Vorgang spielte sich in der Zeit zwischen 3 und 4 Uhr morgens ab. Sachdienliche Mitteilungen, die mit zur Ermittelung der gefährlichen Burschen beitragen kön­nen, werden auf Zimmer Nr. 1 der Kgl. Polizeidirektion entgegengenommen.

* Unangenehme Dolgen einer Reise nach Det Großstadt. Vor einigen Tagen begab sich ein Hand­werker aus einem Nachbarorte in die Großstadt Frankfurt, um daselbst einen größeren Betrag für gelieferte Arbeit, man sprächt von 800 Mk., einzukassieren. Als er das Geld in der Tasche hatte, leistete er sich einen Scitensprung in zweifelhafter Gesellschaft. Später wieder zur Besinnung ge» kommen, wurde er gewahr, daß man ihm bcit Betrag von 800 Mk. aus der Tasche gestohlen hatte.

Jg. Grtrnntken. Gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr ertrank beim Spielen im Main in Groß-Auheim das sechs­jährige Söhnchen des Pulverhilssarbeiters Alexander Steig- ler von dort. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht ge- ländet werden. Beschreibung des Kindes: Anzug: schwarze Tuchhose, schwarze Strümpfe unb kar. Hemd nebst Knopf-

stiefel.

^ Statistik. Im

Monat April

1907 1 wurden

in Hanau lebend geboren

71 Kinder, 36 .

Knaben und 35

Mädchen. Gestorben

sind mit Ausschluß von 3 Tot-

geborenen 56 Personen,

34 männlichen un

b 22 weiblichen

Geschlechts, darunter 7

Ortsfremde. Für

unsere Stadt

selbst bleiben 49 und es 1

fommen auf 1000

Einwohner und

aufs Jahr berechnet 18,7

Todesfälle.

Gestorben sind:

13 Kinder im Alter von 01

Jahr

8 0

0 II 1 5

Jahren

1 Person

10-20

ff

2 Personen

20-30

"

5 ff ff

3040

ff

6 0

40-50

ff

50 60

ff

10 ,

60-70

ff

6 ;

7080

ff

O

80-90

ff

1 Person

90-100

An Unterleibstyphus starben 3 Personen, eine Ortsfremde und je ein Kind aus der Gärtuerstraße unb Erbseugasse, 2 Kinder starben an Diphtheritis, ein ortsfremdes und eins aus der Stcrnstraße und ein Kind aus der Hirschstraße an Maseru. An Tuberkulose starben 11 Personen, davon 6 hiesige und zwei ortsfremde an Lungenschwindsucht und 3 an Tuberkulose anderer Orgaue, und 7. Personen an nicht tuberkulöser Er­krankung der Atmungsorgane. In 4 Fällen waren die Todes­ursache Krämpfe, in 3 Herzerkrankung und Krebsleiden, in je 2 Fällen akuter Magen-Darmkatarrh , Kinderzehrung, Aderverkalkung und Nierenleiden und in je einem Fall Leukaemie, Leberschrumpfung, Knochenerweichung, Sarkom, HiruhautcntzÜitdung und Herzlähmung. Nicht durch Krank­heit war der Tod in 8 Fällen bedingt: 4 Personen starben' an Altersschwäche, 3 kleine Kinder an Lebensschwäche und eine Person beendete ihr Leben durch Selbstmord.

Sanitätsrat Dr. Zeh.

* Ausgestellt. Im Schaufenster von Fr. Königs Hof­buchhandlung (Altmannsperger) am Marktplatz ist eine vom Vorstande der Freiwilligen Feuerwehr seinem Mitglieds Herrn Karl Jacoby zu dessen silberner Hochzeit gestiftete Tafel ausgestellt. Die Tafel (Zeichner Herr Emmrich) mit den wohlgelungenen Photographien der sämtlichen Vor­standsmitglieder der ireiw. Feuerwehr, stammt aus dem photographischen Atelier des Herrn Louis King jr.

* Kellerfest. Der diesjährige Maimonat mit seiner, respektablen Hitze scheint schon früh zu hochsommerlichem Tun