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W«tch8hrNch 1^0 Mk., monatlich 60 Pfg., für auS» wUtig« Abonnenten mV dem betreuenden Postanfichtag, Die «tujeta« Nummer teilet 10 Ps»,

Ootatiourdruck und Verlag der Buchdruckerei de» emie.

Gtlieral-Anzeiger

KAllichts Organ für Stadt- Md Faadkttts Hanan.

EinrückuugSgeSLh»;

Cit jüsf gespaltene Pemzeil« oder ixtet Staut 89 HA, im NekUuneateil die Zeile 35 Ptz.

n, Waisenhaus«» ta Hemau»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Eeranvoorü. SRebofteur: 0. Schrecker ia Hana»,

Mk. 36 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

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Dlklistag den 12. Fcbrnlir

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907

AmU!ch-S.

Eandkrets Ran au.

Sthntminwi des KSiiiülichtii Laiidras^iiitè.

An Pangenfclholb ist die Schweineseuche festgestellt.

Die Gehösts'perre ist ungeordnet.

Hanau den 8. Februar 1907.

Der Königliche Landrat.

V 987 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Gelnhau'en ist die Tollwut unter den Hunden fest- gestellt. Ueber den vorgenannten Kreis ist die Hunde^perre angeordnet.

Hanau den 8. Februar 1907. V 986

Betrifft: Bekämpfung der Blutlaus.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 2. November 1906 V 8088 abgedrucki in Nr. 263 drs Hanauer Anzeiger" pro 1906 veranlasse ich die Herren Bürgermeister, die Baumbesitzer rc. durch ortsübliche Bekannt­machung auf dir Vertilgung der Blutlaus nochmals hinzu- weisen.

Hanau den 4. Februar 1907.

Der Königliche Landrat.

Y 992 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen re. Angelegenheiten wird ini April d. I. in der Stadt Hünfeld ein außerordentlicher katholischer Präparandenkursus (Ostmarkenkurms) eröffnet werden. Die Schüler, welche in dit'em Kursus eintreten, müssen sich verpflichten, nach Ab- schluß des dreijährigen Kursus und nach erlangter Aufnahme­reise in ein von der Unterrichtsoerwaltung zu bestimmendes Lehrerseminar, insbesondere in ein solches der östlichen Pro­vinzen einzutreten. An Unterstützungen sind von dem Herrn Minister für die Zöglinge durchschnittlich 150 Mk. jährlich pro Kopf in Aussicht genommen, doch werden besonders be­dürftigen und würdigen Schülern auch noch weitere Unter­stützungen bewilligt werden.

Schulgeld wird für den Unterricht nicht erhoben.

Die Aufnahmeprüfung ist auf den 20. M5 z d. J. sschriftliche Prüfung) imb auf den 21. desselben Monats (mündliche Prüfung) angeietzt worden.

Anmeldungen zu diesem KurluS sind bis zum 10. März d. J. an den Leiter der Hünfelder Kurse, Herrn Seminar­lehrer D o r st m a u n in Fulda, zu richten.

Den Anmeldungen sind beimfügen:

a) ein von dem Zögling selbst angefertigter Lebenslauf,

b) der Geburtsschein,

o) der Impfschein, ein Nachimpfschein und ein Gesund- beitszengnis, ausgestellt von einem zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arzte,

d) die Schulzeugnisse,

e) ein Sittenzeugnis,

f) ein von der Ortsbehörde beglaubigter Revers des Vaters oder Vormundes, zu dem das Formular von dem Herrn Seminarlehrer Dorstmann zu Fulda zu beziehen ist.

Der Aufzunehmende muß das vierzehnte Lebensjahr vol­lendet haben.

Cassel am 10. Januar 1907.

Königliches Provinzial-Schulkollegium.

Die Herren Bürgermeister in Groß-Auheim, Groß­krotzenburg, Oberrodenbach und Biitterstadt ersuche ich, vor­stehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden nach Möglich­keit zu verbreiten.

Hanau den 31. Januar 1907.

Der Königliche Landrat.

Y 724 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Hus Hanau Stadt und fand*

Harm«, 12 Februar.

* Vlbelftunde. Heute abend 8-/- Nhr findet Bibel- stnnde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.

* Die Kanalisierung des Mains. Die soeben ausgegebene Nr. 5 der Preußischen Gesetzsammlung enthält die Uebereinfunft zwischen Preußen, Bayern, Baden und Hessen wegen der Kanalisierung des Mains von Offenbach bis Aschaffenburg vom 21. April 1906. Es sei noch einmal der Artikel 13 hervorgehoben, welcher lautet: 1. Der Be­ginn der Bauarbeiten bleibt in so lange aufgeschoben, bis die

Frage der Einführung von SchiffabrtSabgaben auf dem Rhein und dem Main im Einverständnisse der vertragschließenden Staaten geregelt ist. Die vertragschließenden Staaten gehen davon aus, daß hierdurch ihrer Stellungnahme zur Frage der Einführung der Schiffahrtsabgaben im Rheingkbiete in keiner Weise vorgegriffen wird. 2. Die Ausführung der Kanalisierungswerke soll auf der Strecke OffenbachHanau innerhalb drei wahren und auf der Strecke HanauAschaffen­burg innerhalb fünf Jahren nach Herbeiführung der im Ab­satz 1 Seite 1 erwähnten Regelung vollendet sein; doch können diele Termine durch Vereinbarung der beiden unter­nehmenden Regierungen beliebig verändert werden.

* Mittetrsteinischer Turntaa. In der bekannten Lahnstadt Marburg wird am 3. März, morgens 11 Uhr beginnend, der 69. Kreisturnlag des Mittelrheinkreises ab­gehalten. Folgende Tagesordnung liegt demselben zugrunde: 1. Mitteilungen; 2. Aufnahme neuer Vereine; 3. Abände­rung der Wetturnordnung und Musterriegenturnordnung; 4. Berichterstattung des Kreisvertreters, des KreisturnwarteS und des Vertreters für die Presse; 5. Rechnungsablage für 1906 und Bericht der Rechnungsprüfer; 6. das 28. Kreis- turnfest in Hanau; 7. Neuwahl des geschäftssührenden Ausschuffes und des Turnausschusses; 8. Wahl der Abge­ordneten zum 14. Deutschen Turntag; 9. die zu gründende Kreiszeitung, für deren Bestreitung der Kosten die Steuer um 3 Pfg. für jedes Mitglied erhöht werden soll; 10. daS 11. Deutsche Turnfest in Frankfurt a. M.; 11. Antrag des Gaues Hessen, betreffend Abänderung der Wahl der Abge­ordneten zu den Kreisturulagen durch die Gaue, welche auf je 1000 Mitglieder einen Vertreter stellen sollen; 12. An­trag des Turners Scherer von der Turngemeinde Offenbach a. M., einen besonderen Gedenktag für den Turnvater Iahn festzusetzen; 13. Bekanntmachungen. In Marburg tagen die Abgeordneten zum ersten Male ohne Verabreichung von Speisen und Getränken, ebenso wird gehofft, daß die Ver­treter das Rauchen unterlassen. Der Turntag findet in der Turnhalle des Marburger Turnvereins statt.

* Oralorienvrrein. Heute abend Probe für Damen um 7/» und für Herren um 8 Uhr.

* Verbrauchsabgaben. Im Laufe des Monats Januar 1907 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet:

103

Ochsen, weniger gegen

den Monat Januar 1906

5

Stück

97

Kühe,

» rt V V

24

ff

45

Rinder,

M H 1t M

ff

969

Schweine, mehr

!t » 1 ttt

77

*

404

Kälber, weniger

11 11 «

24

ff

182

Hämmel, mehr

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8

ff

~'

Lämmer,

ff ff ff ff

^

ff

2

Ziegen,

ff ff 11 ff__

*

Die Accis-Einnahme hiervon beträgt . Mk. 4180.80

An eingeführten Fleischwaren rc. wurden versteuert: 33 482 Kilogramm, weniger gegen den Monat Jan. 1906: 15 459 Kilogramm. Hiervon die Accis-Einnahme mit . . Mk. 1118.97 Summa Mk.' 5299.27

Gesamt - Accis - Einnahme im Monat Januar 1906 ..... Mk. 5806.45

Mithin weniger gegen die gleiche Zeit des Vorjahres . . . . . Mk. 507.18

Accis - Einnahme vom 1. April 1906 bis 31. Januar 1907 . Mk. 51 894.40

Accis - Einnahme vom 1. April 1905 bis 31. Januar 190 6 ..... 53 631,37.

Mithin weniger gegen die gleiche Zeit des Vorjahres ......Mk. 1736.97.

* Stabttfwter» Morgen Mittwoch wird Ludwig Fuldas geistvolles Lustspiel:I u g e n d f r e u n d e" als 10. 'statt 11.) Vorstellung der IV. Abonn.-Serie nochmals in Szene gehen. Das seine, liebenswürdige Stück hat bei seinen hiesigen Aufführungen durch seinen köstlichen Humor und seine ganz hervorragend gezeichneten Charaktere stets außergewöhnlichen Bestall gefunden. Das Werk ist eines der trefflichsten neueren Lustspiele und wird auch morgen seine Zugkrast bewähren, zumal die Hauptrollen in ganz vorzüg­licher Weise bind? bie Damen: Sarno, Holm, Mac­donald und Jai da, sowie die Herren : Pu st ar, Hauser, Steger und Kempf vertreten sind. Mor- gen nachmittag wird das reizende KindermärchenDorn­röschen" nochmals zur Aufführung gelangen. Für die heutige Vorstellung sind bereits alle Plätze bis auf wenige GaleriebilletS vergriffen.

* Geburtstagsfeier'Gabelsberger". Der hiesige StenographenvereinGabelsberger" veranstaltete am Samstag den 9. Februar im Saale derTurngemeinde" die

GeburtstagsfeierFranz Xaver Gabelsberger", verbunden mit Abendunterhaltung und Tanz. Der Verlauf des Festes kann als ein recht schöner bezeichnet werden. Die von dem Fest­ausschuß getroffenen Veranstaltungen wickelten sich in be­friedigender Weise ab. Kurz nachdem die Klänge des Fest- marsches verhallt waren, wurde die Feier durch einen Prolog mit lebendem Bild eröffnet, in welchem mit ergreifenden Worten der genialen Erfindung des Altmeisters gedacht wurde. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Lehrer G o n d r u m, begrüßte die Anwesenden und schilderte in trefflicher Weile das Leben und Wirken Gabelsbergers und wies im besonderen darauf hin, wie unentbehrlich heutzutage die Kunst der Schnellschrift in allen, mit Schreibarbeit ver­bundenen Berufszweigen geworden ist. Dem geehrten Diri­genten, Herrn Lehrer Hamburger, sowie den Mitgliedern des GesangvereinsEintracht", welche die Güte hatten, in bereitwilligster Weise durch Vortrag einiger wohlgelungenen Chöre zur Verherrlichung des Festes beizutragen, sei auch hier an dieser Stelle der Dank des Vereins ausgesprochen, Für die Komik sorgte der hinlänglich bekannte Humorist Herr Louis Müll er und erntete für seine Leistungen reichen Beifall. Zwei flotte Theaterstücke, gespielt von Mit­gliedern des Vereins, verfehlten ihre Wirkung auf die An­wesenden nicht, welche den Spielern volle Anerkennung zollten. Dem Tanz wurde in überaus reichem Maße ge­huldigt, sodaß auch der Jugend voll und ganz Rechnung ge­tragen wurde.

* Eingesandt vom Lande. Die nachfolgende Notiz wird manchem Leser von großen! Interesse und darum der Veröffentlichung wert sein. Für die Erbauung der katho­lischen Kirche in Hanau wurde im Jahre 1836 eine HauSkollekte in allen evangelischen Gemeinden KurhessenS von den zuständigen kirchlichen Oberhörden, den Konsistorien in Cassel, Marburg und Hanau, zu erheben angeordnet. In den evangel. Gemeinden des Hanauer Landes wurde der Anordnung mit stattlichen Erträgnissen an Kollekten entsprochen. Aus Niederhessen wird uns noch dazu folgende Mitteilung gemacht: Infolge Verfügung des evangel. Konsistoriums in Cassel vom 1. Juli 1836 wurde zum Bau der katholischen Kirche in Hanau eine Hauskollekte in den evangelischen Gemeinden erhoben, die eintrug:

auS Ziegenhain . 8 Tlr.

8 Slbgr. 4 Heller.

Wasenberg . . 2

0

8

ff

ff

Willingshausens

ff

15

'

ff

Merzhausen . 2

16

ff

M

ff Zella . . . . 6

ff

22

ff 6

ff

Niedergrenzeb ach 5

ff

2

ff 8

ff

O b e r gr en ze b a ch 4

w

18

ff

Ropperhausen 5

ff

4

ff

ff

Spieskappel 9

4

//

ff

also aus dem kleinen Ziegenhainer Bezirke

allein

49 Taler

21 Silbergr. 6 Heller 151 Mark 18 Pfg. Gewiß ein schönes Zeichen allezeit geübter evangel. Toleranz. H.

* VieHmarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.

* Das Nachspiel zum Bischofsheimer Giftmord, prozest. Im vorigen Jahre wurde, wie noch erinnerlich fein wird, der Fabrikarbeiter Weidenmüller von Bischofsheim wegen Giftmordoersuchs an seiner Ehefrau durch daS hiesige Schwurgericht zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Weidenmüller, der damals in der Chemischen Fabrik in Fechenheim als Vorarbeiter tätig war, hatte dort ein Verhältnis mit einer Arbeiterin, Maria Craß, angeknüpft, daS nicht ohne Folgen blieb. Um dieses Mädchen ehelichen zu können, suchte èr sich seiner Frau zu entledigen. Aus den bei Weidenmüller beschlagnahmten Briefen seiner Ge­liebten schien hervorzugehen, daß diese um den geplanten Mord gewußt hat, ja in dem damaligen Prozesse war man geneigt, sie alS Triebfeder zu dem Verbrechen hinzustellen. Für eine solche Handlungsweise haben sich jedoch keinerlei Anhaltspunkte ergeben, doch erhob man Anklage gegen sie unter der Beschuldigung, von dem Morde gewußt zu haben zu einer Zeit, wo eine Verhütung deS Verbrechens noch möglich war. Weidenmüller, der zu der gestrigen Verhand­lung vor der hiesigen Strafkammer aus dèm Zuchthaus vor- gefiihrt wurde, stellt bestimmt in Abrede, der Craß jemals etwas von seinem verbrecherischen Vorhaben gesagt oder auch nur derartige Andeutungen gemacht zu haben. 'DaS Gericht mißt seinen Aussagen aber trotz der eidlichen Erhärtung keinen vollen Glauben bei, da dieser wohl von dem Wunschz beseelt sein mag, das Mädchen, daS er ohnehin unglücklich genug gemacht hat, nicht auch noch ins Gefängnis zu bringen. Nichtsdestoweniger konnte der Gerichtshof nicht die Ueberi zeugung erlangen, daß die Craß glaubhafte Kenntnis von dem geplanten Verbrechen hatte und erkennt demgemäH auf kostenlose Freisprechung,