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Ge»eral-A«zeiger
KAtlilhes Olga» für Stadt- and Landkreis Kanan.
«. WaijenhauleS in ÖOMU,
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- u«d Feiertage, mit belletristischer Beilage»
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Die fünfgespâm Petitzei!« oder deren Raum 8t Pf«, im RektamMtell die Z«U LH Psg.
Äercmtworü. Redakteurr «. Schrecker M Hemaq,
Nr. 288 Fe«nsp»echa»schlnk Nr. 605.
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Amtlich,?.
Landkreis Ranau.
Nkkiümi- !!!!!gt!l des KSiiiglicht» LackatscAik.
Nachdem auf Grund des Gesetzes, betreffend die Be- kämpfung übertragbarer Krankheiten vom 28. August 1905 (G.-S. S. 373) für den Landkreis Hanau 4 amtliche Desinfektoren ausgebildet worden sind, hat der KreisauSschuß die Bildung folgender Desinsektionsbezirke beschlossen.
I. Bezirk.
Die Orte: Bergen-Enkheim, Bischofsheim, Dörnigheim, Fechenheim, Hochstadt und Wachenbuchen.
Desinfektor: Drogist Karl Meier in Fechenheim.
II. Bezirk.
Die Orie: Hüttengesäß, Langendiebach, Langenselbold, Neuwiedermus, Niederrodenbach, Oberissigheim, Oberrodenbach, Ravolzhausen, Rückingen, Rüdigheim und Rüdig- heimerhof.
Desinfektor: Schreinermeister Konrad Grebe in Langenselbold.
III. Bezirk.
Die Orte: Bruchköbel, Butterstadt, Eichen, Erbstadt, Gronau, Kilianstädten, Mittelbuchen, Niederissigheim, Niederdorfelden, Oberdorfelden, Osthein^, Marköbel, Roßdorf und (Windecken, sowie die Gutsbezirke Baiersröderhof, Dottenfelderhof, Gronauerhof und Kinzigheimerhof.
Desinfektor: Drogenhändler Zean Konrad Walther in Windecken.
IV. Bezirk.
Die Orte: Großauheim und Großkrotzenburg, sowie die Gutsbezirke Oberförsterei Hanau, Philippsruhe, Pulverfabrik, Wilhelmsbad und Oberforsterei Wolfgang.
Desinfektor : Zigarrenhändler Heinrich Kleinschmidt in Großauheim.
Indem ich auf meine Verfügung vom 5. Oktober 1907 ~ Â 3514 — betreffend die Regelung der Gebührenfrage verweise, ersuche ich die Herren Bürgermeister und GutS- vorsteher, den betreffenden Bezirksdesinfektor zur Ausführung der erforderlichen Desinfektionen heranzuziehen. Ich bemerke ausdrücklich, daß der Hin- und Rücktransport des DeS- infektionsapparates mit allem Zubehör aus Kosten der Gemeinde bezw. Gutsbezirke zu erfolgen hat.
Wenn der zuständige Desinfektor verhindert ist, bleibt eS der Ortspolizeibehörde überlasten, einen der anderen Desinfektoren zu beauftragen.
Hanau den 2. Dezember 1907.
Der Königliche Landrat.
A 3961 v. Beckerath.
Feuilleton.
Hanauer Stadttheater.
■= Hanau, 9. Dezbr.
Die gestern hier gebotene Lustspielnovität „Unsere Käte" von Hubert Henry Davies gehört zu denjenigen Stücken, die man nicht allzu genau unter die kritische Lupe nehmen kann, da sich. den darstellenden Künstlern einige recht dankbare Rollen bieten, um deswillen manche Bedenken zu verscheuchen sind. In kurzen Umristen dargetan, ist die Handlung wie folgt zu erzählen: Die noch sehr jugendliche, unter dem Einflüsse des Vikars Bartlett stehende, stark religiös empfindende Anny Spencer ist mit dem Maler Frank Desmond verlobt. Kurz vor der Hochzeit gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verlobten und Frank reist ab. Im Hause Spencer herrscht darob große Aufregung, aber die Familienmitglieder erhoffen von „ihrer" Käte, einer zu Besuch erwarteten Cousine, die sich schon oft als rettender Engel bewährte, Nat und Hilfe. Käte Curtis trifft ein. Auf der Herreise hat sie die Bekanntschaft eines reizenden Herrn gemacht. Es ist „Frank Desmond", der von seiner Flucht vor der Hochzeit zurückkehrte. Da sie sich einander nicht vorgestellt hatten, konnte Käte keine Ahnung haben, wer ihr Reisegefährte war. Käte dringt nun in „Anny", einen versöhnenden Brief an Frank zu schreiben und alles freut sich, daß die Hochzeit nun doch noch stattfinden wird. Man sendet Käte nach bem zukünftigen Wohnsitze des jungen Paares, dem „Eulennest", um die Zimmer zu lüften, und dort erfcheint plötzlich ihr dem Namen nach unbekannter, jedoch unvergessener Reisegefährte. Zwischen den beiden Personen entspinnt sich nun ein Dialog, der, als ein meisterhaftes Kunstiverk von fein empfundener Siimmungsmalerei, den Höhepunkt des Stückes bildet. Sie plaudern, necken und
Dienstag den 10. Dezember
In Kilianstädten und Niederdorfelden ist die Schweineseuche ausgebrochen.
Hanau den 6. Dezember 1907.
Der Königliche Landrat.
V 11890 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Ran au. Oeffentliche Bekanntmachung.
Steuer-Deraulagunft für daS Steuerjahr 1908.
Auf Grund des § 25 des Einkommensteuergesetzes wird hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mk. veranlagte Steuerpflichtige in der Stadt Hanau aufgefordert, die Steuererklärung über sein Jahreseinkommen nach dem vorgescbriebenen Formular in der Zeit vom 4. bis eiiisihl. 20. Zamr 1908 dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewisten gemacht sind.
Die oben bezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn ihnen eine besondere Aufforderung oder ein Formular nicht zugegangen ist.
Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr deS Absenders und deshalb zweckmäßig mittels Einschreibebriefs. Mündliche Erklärungen werden im Bureau der Steuer-Verwaltung — Marktplatz 14, 1 Treppe hoch — während der Stunden von 10 bis 12*/, Uhr zu Protokoll entgegengenommen.
Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegen^ n Steuererklärung versäumt, hat gemäß § 31 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes neben der im VeranlagungS- und Rechtsmittelverfahren endgültig festgestellten Steuer einen Zuschlag von 6 vom Hundert zu derselben zu entrichten.
Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von Einkommen in der Steuererklärung sind im § 72 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht.
Gemäß § 71 des Einkommensteuergesetzes wird von Mitgliedern einer in Preußen steuerpflichtigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung derjenige Teil der auf sie veranlagten Einkommensteuer nicht erhoben, welcher auf Gewinnanteile der Gesellschaft mit beschränkter Haftung entfällt. Diese Vorschrift findet aber nur auf solche Steuerpflichtige Anwendung, welche eine Steuererklärung abgegeben und in dieser den von ihnen empfangenen Geschäftsgewinn besonders bezeichnet haben. Daher müssen alle Steuerpflichtigen, welche eine Berücksichtigung gemäß § 71 a. a. O. erwarten, mögen sie bereits
— verlieben sich, unterlassen es aber im seligen Rausche ihres jungen Glückes sich gegenseitig ihre Namen zu nennen, da im Begriffe, die Vorstellung wechselseitig zu vollziehen, die Klingel ertönt und „Anny" erscheint, nachdem Frank vorher den Rückzug angetreten hatte. Am Abend des ereignisvollen Tages geht Frank zu der vom Dichter mit köstlichen Strichen gezeichneten Mutter Spencer, um ihr mitzn- teilen, daß er auf Anny verzichten müsse, da eine andere Neigung sein ganzes Herz erfülle. Mutter Desmont ist wieder „furchtbar aufgeregt" und sendet Käte, die die Sache schlichten soll. Nun erfahren beide Personen, die sich ihre Liebe geschenkt, wie die Sache gestellt ist. Käte will großmütig verzichten, um Annys Glück nicht zu zerstören, jedoch hat Anny draußen im Garten schon ein anderes Glück gefunden, denn als man die Türe öffnet, um sie zu rufen, erblickt man sie in liebevoller Umarmung mit dem Vikar Bartlett. Große Ueberraschung, Versöhnung und zwei glückliche Paare bilden den Schluß, der schließlich für den Zuschauer kaum noch als Ueberraschung zu betrachten ist.
Das Lustspiel bietet, wie schon bemerkt, den Darstellern dankbare Rollen und besitzt den schließlich auch manchmal nicht zu unterschätzenden Vorteil, nur wenig Personal zu beanspruchen. „Unsere Käte", die Titelrolle, spielte Fräulein Rohn-Ressel, die eine entzückende Anmut und Schelmerei entwickelte und dabei auch reizend kokett sein konnte. Als gefeierte Schriftstellerin hat sie ja sonderbare Ansichten über die Ehe dargetan, schließlich aber doch ihren Meister gefunden .und sich gar raich bekehrt. Diese Wandlung überzeugend wiederzugeben, gelang der Künstlerin in hohem Maße. Ganz allerliebst war das Spiel im 2. Akt mit dem famosen Tee- tische und dem Feueranzünden, auch die Herzenstöne im 3. Akte gelangen ihr vorzüglich. Die schon frühzeitig mit Grundsätzen auSgestatlete „Anny Spencer", die Tochter des Hauses und Braut des Malers Frank Desmont, wurde von Frl. Else Plaschke gegeben. Mit viel Geschick verstand es die talentvolle junge Darstellerin, das Charakteristische ihrer
Ferusprechauschlutz Nr. 605. 1907
im Vorjahr nach einem Einkommen von mehr als 3000 Mk. veranlagt gewesen sein oder nicht, binnen der oben bezeichneten Frist eine, die nähere Bezeichnung des empfangene« Geschäftsgewinns aut der Gesellschaft mit beschränkter Haftung enthaltende Steuererklärung einreichen.
Steuerpflichtige, welche gemäß § 26 deS ErgänzungS- steuergesetzeS von dem Rechte der VermSgeusauzeige Gebrauch machen wollen, haben dieselbe ebenfalls inner' halb der oben angegebenen Frist nach dem vorgeschriebenen Formular bei dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll abzugeben.
Auf die Berücksichtigung später eingehender BermögenS- anzeigen bei der Veranlagung zur Ergänzungssteuer kann nicht gerechnet werden.
Wissentlich unrichtige oder unvollständige tatsächliche Angaben über das Vermögen in der Vermögensanzeige sind im § 44 des Ergänzungssteuergesetzes mit Strafe bedroht.
Die vorgeschriebenen Formulare zu Steuererklärungen und zu Vermögensanzeigen werden vom 15. Dezbr. ab bei der Steuerverwaltung, Marktplatz 14, 1 Treppe hoch, kostenlos verabfolgt.
Hanau den 28. November 1907.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Stadtkreis Hanau.
Dr. Gebeschus. 28238
Bekanntmachung.
Von den in den Gemarkungen Hanau und Großauheim gelegenen, der Stadt Hanau gehörigen Grundstücken ist noch eine Anzahl Parzellen unverpachtet.
Termin zur Verpachtung derselben findet am Donnerstag den 12. d. MtS, nachmittags 8 Uhr, in der Stadthauptkafle (Neustädter Rathaus, 1. Obergeschoß, Zimmer 4) statt.
Pachtliebhaber werden hierzu mit dem Bemerken ringe» laden, daß über die Lage der betreffenden Grundstücke in der genannten Kasse bereits vorher während der Dienststunde«! von 8*/, bis 121/« Uhr vormittags an der Hand der Karte Auskunft erteilt wird.
Hanau den 9. Dezember 1907.
__StadchaupikaN«.__Ml»«
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Heine Meiseber in Metallhülse, 1 Paar Herren-Manschetten, 1 Ledertäschchen, 1 Acetylen-Fahrrad- latente, 1 gelbe Brieftasche und 1 alte Taschenlampe
Rolle hervorzukehren, sich hinein zu versenken in die Absicht des Autors. Die Rolle der „Mutter Spencer" lag bei Frau Mathilde Albes in recht guten Händen, die Wiedergabe dieser Figur gehört mit zu den besten Leistungen, die wir bisher von der Künstlerin entgegennehmen konnten. Fräulein Groß spielte den kecken „Robert" in frischer Art und Weise. Von den Darstellern der männlichen Rollen ist Herr . Korff zuerst zu nennen, der den Maler „Frank Desmont" zu verkörpern hatte und sich angemessen mit der Wiedergabe abzustnden wußte. Herr Marcel Strobl war als „Vikar James Bartlett" ebenfalls gut am Platze. Ohne zu übertreiben, fand er den paffenden Ton an der richtigen Stelle. Das Dienstmädchen „Jane" gab Frl. Hedwig Elsen leider in etwas starken Farben, eine Innehaltung der erforderlichen Grenzen hätte der Rolle nur zum Vorteil gereicht. Um dir Regieführung hatte sich Herr Korff verdient gemacht. — Das Haus war ausverkauft. Die Novität wurde beifallsfreudig ausgenommen.
Kammermusik - Abend.
— Hanau, 8. Dezbr.
Der heute im Centralhallensaale gebotene zweite Kammermusik «Abend der Frankfurter Quartett-Vereinigung (Herm. Hock, Fritz Dippel, Aug. Allekotte, Heinr. Appuun) hatte eine große Anziehungskraft ausgeübt, sodaß die Konzerträume fast bis auf den letzten Platz besetzt waren. Das Programm wies auf: 1) Streichquartett A-moll von Ernst Toch, 2) Sonate B-dur für Violine und Klavier von W. A. Mozart und 3) Klavierquintett Es-dur, op. 44, von Rob. Schumann, und bot sonach neben Schöpfung«» bekannter Meister auch das Werk eines jedenfalls noch weniger hervorgetretenen Komponisten, des Herrn Ernst Toch, welcher nach dem Inhalte einer Vornotiz zu urteilen, dem Konzert beiwohnte. Als mitwirkender Künstler war Herr Dr. ß.