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W»»rdriick mtb Verlag her Buchdruckerei der »«ria. «. «taisenhauscS m Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- and Fanddreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

BeranhwttL Redakteur: ®. Schrecker re H«U»,

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Nr. 108 Fernfprecharrschlttsr Nr. 605.

Freitag den 10. Mai

Uernsprechanschlitß Nr. 605. 1907

M hcMeMmer umfasst Mr b.llitnhtltWiilitt

14 Seiten

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanau, 10. Mai.

BsamLsn-Personalnachrichten.

Ernannt: die Rechtsanwälte Dr. A r n t h a l und Coch in Cassel zu Notaren, der Gerichtsassessor v. Blende in Bensberg zum Amtsrichter in Amöneburg, der Gerichts­assessor Dr. Martin in Eschwege zum Amtsrichter in ( Grebenstein, der Referendar Dr. Schaub zum Gerichts- ! assessor, der Forstaufseher Siebert zu Helsa, Oberförsterei Oberkaufungen, zum Förster o. R., an Stelle des früheren f Stadthauptkassenrendanten Becker in Hanau der Ober- i assistent Gerling daselbst zum Stellvertreter des Standes­beamten für den Standesamtsbezirk Hanau.

Versetzt: der Amtsrichter Dr. Neff in Nenters­hausen als Landrichter an das Landgericht in Wiesbaden.

Verliehen: dem Straßenmeister Sauerwein in Hanau das Allgemeine Ehrenzeichen.

Entlassen auf Antrag: der Referendar Drub e aus dem Justizdienst.

* Ernannt. Der Geheime Finanzrat und vortragende Rat im Finanzministerium v. Baumbach (früher Landrat in Gelnhausen) ist zum Geheimen Oberfinanzrat er­nannt worden.

* Znr Nenregelnnft der Gehälter der städti­schen Beamten. In der Dienstagssitzung der Stadt- Verordnetenversammlung wurde einem Anträge der Kommission zugestimmt, die Neuregulierung der Gehälter der städtischen Beamten in der Gehaltsklasse 15 nach Erledigung der Gehaltsregelung der Staatsbeamten eintreten zu lassen.

Kreis Herrschaft Schmalkalden. Der König hat mittels Allerhöchsten Erlasses vom 26. April 1907 zu genehmigen geruht, daß dem Landkreise Schmalkalden im Regierungsbezirk Cassel die BezeichnungKreis Herrschaft Schmalkalden" beigelegt werde.

* Sprechverkehr. Vom 7. Mai ab sind Gelnhausen, Hanau und Salmünster zum Sprechverkehr mit der nieder­ländischen Anstalt in Grevenbicht zugelassen. Gebühr 1 Mk. 50 Pfg.

* Offene Stellen. Die Rentmeisterstellen bei den Königlichen Kreiskassen in Ziegenhain und Gelnhausen sind zu besetzen.

Jg- Ein prächtiger Himmelfahrtstag war der gestrige. Was wir nach der kühlen Temperatur der letzten Wochen kaum zu hoffen gewagt, das wurde uns beschieden: goldener Sonnenschein lag über der Natur und ein klarblauer Himmel wölbte sich über ihr, sodaß die traditionelle Be­deutung dieses Festes als ein Tag des Wanderns und der Ausflüge voll und ganz zur Geltung kam. Die Sommer­wirtschaften in der Nähe und Ferne wie unsere bekannten Ausflugsorte waren das Ziel von tausenden froh gestimmten Menschen, die zum Teil in herrlicher Morgenluft, zum Teil in den Nachmittagsstunden hinauspilgerten in die Wälder und Fluren, um hier den ganzen Zauber des lieblichen Festes und später in geselligen Kreisen einige frohe Stunden zu genießen. Nach solch schönem Himmelfahrtstage können wir drum wohl auch auf ein gleich schönes Pfingstfest hoffen, von dem uns nur noch wenige Tage trennen und das würdig zu feiern Alt und Jung sich schon mit allen Kräften vor­bereitet.

* Kahltalhahn. Nachdem der Spätzug an Sonn- und Feiertagen ab Schöllkrippen 8.05 abends, ab Herrn- mühle 8.53, an Kahl 9.26, an Hanau-Ost 9.58, an Frank­furt-Ost 10.52 und an Frankfurt-Hauptbhf. 10.34 abends bei den Spessart- und Hahnenkamm-Besuchern so großen Anklang gefunden hat, wurde auf ganz speziellen Wunsch der Spessart-Touristen-Vereine dieser Spätzug auch im Sommer­fahrplan pro 1907 ausgenommen. Es bietet dieser Zug den günstigsten Anschluß in der Richtung Hanau-Frankfurt und ist allen Spessartbesuchern sehr zu empfehlen.

* Marktpreise. Im Monat April 1907 be- ] trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 19.01, Roggen Mk. 17.49, Gerste Mk. 17.04, Hafer Mk. 18.98, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19., Speise- Bohnen (weiße) Mk. 26.39, Linsen Mk. 60., Eßkartoffeln Mk. 7.14, Richtstroh Mk.' 5.76, Krummstroh Mk. 4.70, Heu Mk. 6.58, Rindfleisch im Großhandel Mk. 137.; im Kleinhandel für 1 kor von der Keule Mk. 1.70, vom Bauche i Mk. 1.50, Schweinefleisch Mk. 1.78, Kalbfleisch Mk. 1.60, 1

Hammelfleisch Mk. 1.55, Sveck (geräuchert) Mk. 2.29, Eßbutter Mk. 2.55, Eier ein Schock = 60 Stück Mk. 4.20.

* Ladenpreise. Im Monat April 1907 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 k? Mehl _ zur Speisebereitung aus Weizen 36 Pf., Roggen 28 Pf., Gersten- Graupe 45 Pf., -Grütze 38 Pf., Hafergrütze 46 Pf., Hirse 33 Pf., Reis, Java (mittlerer) 48 Pf., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 30 Pf., gelber (in gebrannten Bohnen) 2 Mk. 90 Pf., Speisesalz 19 Pf., Schweineschmalz 1.40 Mk.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Fulda: Veitsteinbach, Hattenhof; Kreis Gelnhausen: Gelnhausen, Wächtersbach, Waldensberg; Kreis Marburg: Marburg (Ver­dacht); Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Altengronau, Voll­merz, Bellings, Steinau, Jossa (Verdacht), Züntersbach; Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Vollmarshausen, Niederzwehren, Wilhelmshausen, Neue-Mühle, Oberkaufungen, Ihringshausen, Altenritte, Weimar; Kreis Eschwege: Wanfried, Schemmern, Grebendorf, Niddawitzhausen; Kreis Frankenberg: Heine, Dainrode, Dorf-Itter; Kreis Fritzlar: Hof Fehrenberg, Gudensberg. Werkel; Kreis Gelnhausen: Neuses, Radmühl, Fischborn, Schlierbach, Hettersroth; Landkreis Hanau: Roßdorf, Ravolzhausen, Langenselbold, Rückingen; Kreis Hersfeld: Lautenhausen; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Calden, Beberbeck, Veckerhagen, Immenhausen; Kreis Hom­berg: Hebel, Borken, Homberg; Kreis Hünfeld: Hofaschen­bach, Hünfeld, Wehrda, Rückers; Kreis Melsungen: Alten­burg, Spangenberg; Kreis Grafschaft Schaumburg: Domäne Möllenbeck, Hessendorf; Kreis Schmalkalden: Mittelstille; Kreis Witzenhausen: Fürstenhagen: Kreis Wolfhagen: Nieder­elsungen; Geflügelcholera: Stadtkreis Cassel: Cassel; Influenza der Pferde: (A. Brustseuche): Stadt­kreis Cassel: Cassel; Kreis Fritzlar: Geismar, Fritzlar, (B. Pferdestaupe): Landkreis Cassel: Ochshausen; Kreis Schmal­kalden : Herrenbreitungen.

* Sommcraufenèhalt in der Schweiz. Soeben erschien die Sommerausgabe 1907 des Verzeichnisses von etwa 800 Hotels, Pensionen und Sommerwohnungen der Schweiz, deren ausführliche Prospekte beim Verkehrsbureau Basel aufliegen. Die Liste, sowie einzelne darnach gewählte Hotel-Prospekte, werden gegen Einsendung von 10 Pfennig (eine Antwortpostkarte wird als Portovergütung angenommen) unterBezugnahme auf dieses Blatt, gratis anJedermannversandt.

O Keffelstadt-Kriegervereitt. Vergangenen Sams­tag hatte der hiesige Kriegerverein einen Vortragsabend im Gasthaus zum Schwan" veranstaltet. Der Vortragende, Herr Lehrer Schnell, sprach über das Thema:Die Jugenderziehung in ihren Beziehungen zur Wehrkraft." Es war eine prächtige Rede, die wir da hörten. Mit Be­geisterung brachte der Referent die tiefdurchdachten, inhalts­schweren Ausführungen zu Gehör. Anhaltender, lebhafter Beifall der sehr zahlreichen Versammlung war der wohlver­diente Lohn. Nachdem der Vorsitzende dem Redner den Dank des Vereins ausgesprochen hatte, teilte er noch mit, daß der geplante Ausflug leider ausfallen müsse, würde die Witterung sich ändern, so werde derselbe Sonntag den 12. Mai unter­nommen werden. Auf diesem Wege wird nun bekannt ge­geben, daß der Ausflug nächsten Sonntag den 12. Mai statt­findet. Abfahrt von Hanau-West mittags 2 Uhr. Wünschen wir, daß der Wonnemonat an diesem Tage seinem Namen Ehre macht, und daß eine recht zahlreiche Beteiligung zeigt, daß Kesselstadt's Kriegerverein in Blüte steht.

* Schauturnen. Wie alljährlich feierte der Turn- und Fecht-Klub am vergangenen Sonntag den Abschluß des Winterturnens durch ein Schauturnen sämtlicher Abteilungen. Die einzelnen Darbietungen dabei können durchweg als wohl­gelungen bezeichnet werden, und sie sind ein schönes Zeugnis für den Ernst und den Eifer, mit dem man sich im Turn- und Fecht-Klub der Turnsache widmet. Seit das Kreisturn­fest in unseren Mauern gefeiert wurde, scheint man er­freulicher Weise am Turnen mehr Interesse gefunden zu haben, denn auch im genannten Verein hat die Beteiligung an den Turnabenden so stark zugenommen, daß oft die Turnhalle für die Masse der Turner und Fechter kaum aus- reichte. Die Zahl der bei dem Schauturnen Mitwirkenden gab neue Beweise dafür. Im Namen des Vereins begrüßte der Vorsitzende Herr W i l l a m o w i tz die erschienenen Gäste und Mitglieder und wies kurz auf die Vorteile hin, die das Turnen in erzieherischer wie in gesundheitlicher Hinsicht bietet. Mit einer Mahnung an die Eltern, ihre ans der Schule ent­lassenen Söhne und Töchter weiter zum Turnen zu schicken, um auf dem in der Schule gelegten guten Grunde weiter­bauen und einer Verweichlichung vorbeugen zu können, schloß die begeisterte Ansprache. Die Feier wurde eröffnet durch

die Uebungen der Damenabteilung an Langstäben. Paar­weise an einem Stab wurden die einzelnen Uebungen miß turnerischer Exaktheit ausgeführt, ohne es dabei an eckt weib» licher Grazie fehlen zu lassen. Es folgte dann ein 'iegen- turnen der Jugendabteilung, bei dem sich auch ältere Turnet in durchaus löblicher Weise beteiligten. Es wurde geturnt am Reck, Barren, Bock und Pferd und an allen Geräten Gutes geleistet. Einige mit viel Geschick und turnerischer Gewandtheit ausgeführte Einzelleistungen, besonders am Reck, sollen nicht unerwähnt bleiben. Als dritter Punkt folgt« eine Vorführung im Keulenschwingen seitens der Damenab­teilung, die ungeteilten Beifall fand. Es war erstaunlich, mit welch bewunderungswürdigem Geschick die zum Teil rech? schwierigen Uebungen ausgeführt wurden. Anschließend daran zeigte die Fechterabteilung ihre Fertigkeit im Florettfechten. Vorgcführt wurde Schulfechten, Stoß und Parade in fester sowie in loser Stellung. Zum dritten Male wurde dann bie Damenabteilung in Anspruch genommen, um auch im Geräte­turnen an drei Barren darzutun, daß sie den Turnern auch in dieser Beziehung nicht nachsteht. Interessanter als das vorausgegangene Schulfechten gestaltete sich das Einzelfechten gegeneinander mit den verschiedenen Waffen; Florett und leichter Säbel in fester und loser Stellung, schwerer Säbel in fester Stellung. Die Gewandtheit und Fertigkeit der Einzelnen kam hier mehr zur Geltung und einige recht schöne Gänge nahmen die ganze Aufmerksamkeit der Zuschauer in Anspruch. Den Schluß der turnerischen Darbietungen bildeten die von 45 Turnern ausgeführten Stabübungen, die durch ihre gute und einheitliche Durchführung wie alles andere den lebhaften Beifall der Anwesenden fanden. Der Vor­sitzende dankte hierauf mit einem kurzen Schlußwort den Anwesenden für die Aufmerksamkeit, die sie den Darbietungen entgegenbrachten und schloß mit einem dreifachenGut Heil" auf die deutsche Turnerei. Nach einer kurzen Pause ging man jetzt zum gemütlichen Teil des Abends, zur Familien­feier über. Die Jugend und auch verschiedene Alte zeigten, daß sie nicht nur im Turnen, sondern auch im Tanzen er­staunliches leisteten. Eine höchst angenehme Ueberraschung brachte die Aufführung eines wohlgelungenen Zigeuner­reigens. Er war, ohne die turnerischen Leistungen irgendwie herabsetzen zu wollen, die Glanznummer des Abends. Zur weiteren Unterhaltung trugen noch die Vorführung von Licht­bildern bei, die in humoristischer Weise Begebenheiten aus dem Vereinsleben brachten. Nach Mitternacht erst trennte man sich wohl befriedigt von dem Verlauf der kleinen Feier. Dem Turn- und Fechtklub wünschen wir, daß er auch fernerhin wachse, blühe und gedeihe; möge sein Turnplatz immer sein eine Pflegestätte echt deutschen Volksbewußtseins und vaterländischer Gesinnung.Gut Heil" !

* Turngemeinde. Am Himmelfahrtstage 7.30 Uhr vormittags vereinigten sich unsere Mitglieder am Ostbahnhof zu der alljährlichen Turnfahrt, die uns dieses Mal über Gelnhausen, Lützel, Bieber nach Bad Orb führen sollte. Schien es auch anfänglich, als wolle der Wettergott einen Strich uns durch die Rechnung machen, und fürchteten wir schon eine schwache Beteiligung, so konnten wir am Bahnhof doch 32 Teilnehmer begrüßen. Allein weitere Hindernisse harrten unser. Schon beim Einsteigen hatten wir Mühe, einen unserer Fahrkarte entsprechenden Platz zu finden, denn der Zug vermochte kaum alle Ausflügler zu fassen und mancher mußte, um eben nur milzukommen, im Wagenabteil 4. Klasse stehen, während andern das weiche Polster be­schieden war. Von Gelnhausen aus begann die eigentliche Turnfahrt. Inzwischen hatte sich das Wetter aufgehellt und vor uns breitete sich ein herrliches Frühlingspanorama aus. Zunächst führte uns unser Weg über Hof Eich, das Hufeifen nach Lützel, wo kurze Rast gemacht wurde. Waren uns bei dieser ersten Etappe einige Höhen hinderlich, so entschädigte uns nach deren Erklimmen das herrliche Panorama. Die zweite Etappe Lützel, Roßbach, Bieber stellte an die Teil­nehmer größere Anforderungen, doch frohen MutS und guter Stimmung langten wir in Bieber an. Hier gelang es dem eifrig um'uns bemühten Wirt bald, die durstigen Kehlen zu befriedigen und nur zu rasch nahte unter Absingen von Turner- rc. Liedern die Stunde, die uns zum Aufbrucg für die letzte Etappe BieberBad Orb mahnte. Hatte die Sonne inzwischen ihren Höhepunkt erreicht und manchem dadurch das Bergsteigen erschwert, so entschädigte dieser Abschnitt mit seinen landschaftlichen Reizen vollauf die Strapazen und konnten wir nach einer Gesamtmarschzeit von 6 Stunden um halb 5 Uhr nachmittags in das herrlich gelegene Bad Orb einmarschieren. In echt turnerischer Weise fand hier das Ganze seinen Abschluß und nur zu rasch verflossen die Stunden, die jeden: Teilnehmer in angenehmer Erinnerung bleiben dürften. Die Heimfahrt erfolgte um 7.50 Uhr. War es uns vergönnt, unsere Mitglieder wieder einmal in statt­licher Zahl froh vereint zu sehen, so wäre es zu wünschen, daß die nächste Tnrnfahrt eine noch größere Anzahl Teil­nehmer aufweisen würde.