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Mittwoch

10. Aprtt

Der Vcrtcidisur von Granden;.

Alè nach den schweren Niederlagen bei Jena und Auer­stedt die preußische Armee, unter Friedrich dem Großen die erste Europas, und mit ihr der ganze Staat zusammen- gebrochen war, öffneten die meisten Festungskommandanten dem korsischen Eroberer ohne Schwertstreich ihre Tore. Aber es gab auch noch einige Festllngen, deren Kommandanten sich mit altpreußischem' Heldenmut ruhmvoll hielten, selbst unter den denkbar schwierigsten Verhältniffen. Der mutige Heldensinn ihrer tapferen Verteidiger hat die Ehre der preußischen Nation gereitet. Einer dieser Braven war der General von Courbiöre, der Kommandant der Festung Graudenz.

Guillaume Rens Baron de Fromme de Cou bière, aus einer nach Holland ausgewanderten Hugenottenfamilie stammend, wurde am 23. Februar 1733 geboren und be­gann mit 14 Jahren im Regiment seines Vaters seine mili­tärische Laufbahn. Der Kriegsruhm Friedrichs des Großen, der sich über ganz Europa verbreitete, veranlaßte ihn im Jahre 1756, in preußische Dienste überzutreten. Nachdem er sich im Jahre 1758 als Jngenieurhauptmann bei der Be­lagerung von Schweidnitz ausgezeichnet hatte, wurde ihm im folgenden Jahre unter Beförderung zum Major die Führung eines Freibataillons übertragen. Mit diesem verteidigte er das Städtchen Hernstadt in Schlesien mit solcher Tapferkeit gegen die wiederholten Angriffe der Russen, daß ihn sein König im Jahre 1760 zum Oberstleutnant und Chef des Freibataillons ernannte. Noch in demselben Jahre war Courbiöre bei der Belagerung Dresdens tätig und leitete hier die Jngenieurarbenen mit einer solchen Umsicht, daß ihm Friedrich der Große den Orden pour le mérite verlieh. Im folgenden Jahre führte er eine Herresabreilung gegen die Ruffen in Pommern, wurde in dem Gefecht bei Baum­garten verwundet und gefangen genommen, aber bei der Thronbesteigung des Zaren Peter HL, der ein großer Ver­ehrer Friedrichs IL war, wieder ausgeliefert,

Nach dem Frieden von Hubertnsburq kam Courbiöre zunächst nach Ost-Friesland, wurde 1780 Generalmajor und übernahm, im Jahre 1787 zum Generalleutnant be­fördert, unter König Friedrich Wilhelm H. einen Teil der Neuorganisation der Armee, indem er in Magde­burg 2 Füsilierbrigaden errichtete. In dem Kriege gegen Frankreich im Jahre 1792 führte er ein Korps, eroberte Verdun und erstürmte als Führer des linken Flügels in der Schlacht bei Pirmasens am 14. September 1793 die Weißenburger Linien, wodurch die siegreiche Entscheidung her- beigeführt würbe. Im Jahre 1797 errichtete Courbiöre das Infanterieregimentv. Courbiöre" Nr. 58, das heutige Grenadierregiment König Wilhelm L (2. westpreußffches) Nr. 7, wurde im folgenden Jahre General der Infanterie und bald darauf mit dem Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet.

Unsterblich hat Courbiöre seinen Namen gemacht durch die wahrhaft heldenmütige Verteidigung der Festung Graudenz, deren Kommandant er im Jahre 1803 geworden war. Mit einer kleinen Besamung von nur 4500 Mann schlug der dreiundsiebzigjährige General alle feindlichen Angriffe mutig zurück und erhielt den Platz seinem Könige. Alle Drohungen und Aufforderungen der französischen Generale, die Festung zu übergeben, wies der greife Held mit Entschiedenheit zurück und beantwortete ihre Briefe, obwohl er dre französische Sprache besser beherrschte als die deutsche, immer mit einem nicht mißzuverstehenden Deutsch. Als die Franzosen ihn bann durch List zur Uebergabe bewegen wollten und ihn mit der Nachricht überraschten, einen König von Preußen gebe es nicht mehr, soll er stolz erwidert haben:Wenn es keinen König von Preußen mehr gibt, so bin ich König von Grau­denz !ü Trotzdem die Belagerer sich schließlich in einem Lauf­graben dicht vor den Wällen der Testung festgesetzt hatten, gelang es Gourbière, mit seinen wenigen Truppen ©rauben; zu halten und dadurch einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Bedingungen des Tilsiter Friedens auszuüben.

Ein solches Beispiel altpreußlschen .Heldenmutes war ein Lichtblick in jenen trüben Tagen, denen noch viel trübere folgen sollten. Sein dankbarer König ernannte ihn für diese mutige Tat am 22. Juli 1807 zum Generalseldmarschall und Gouverneur von Westpreußen. Nach seinem am 23. Juli 1811 erfolgten Tode ordnete Friedrich Wilhelm I l. die Beisetzung seiner Leiche auf Bastion III der Festung Graudenz' an^ von wo aus Courdiöre die Belagerungsarbeiten zu beobachten pflegte.

Das 2. Poseisichs Infanterieregiment Nr. 19 in Görlitz trägt heute mit Stolz den Namenvon Courbiöre".

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direkte Forderum en höher lauteten, seitens hiesiger Importeure etwas mehr Deckungsfrage. Der Umstand, daß der Bedarf für Roggen nur geringe Ansprüche stellt, sowie das Kehlen neuer Exporffrage machte sich in Anbetracht M schwachen Angebots weniger fühlbar. Für Hafer ist der Bedarf ziem­lich zurückhaltend, auch scheint sich M tteldeuè-'chland aus den angenommenen Winterladungen von Schlesien und Vosen vorerst genügend versorgt zu haben; da sich in den Nach­beschaffungsverhältnissen aber nichts geändert hat, blieb die Haltung vorwiegend fest. Die durch Schwierigkeiten im Hamburger Hakenbetrieb noch verschärfte Knappheit in greif­barer Futttergerstk sowie in Mais haben die Preise für diele beiden lebhaft begehrten Futterartikel weiter angelten lassen.

Es stellten sich die Getreidepreise am letzten Markttage in Mark pro 1000 k§ je nach Qualität, wobei das Mehr (-tz) bezw. Wenigers) gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist, wie folgt:

Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Rostock Hamburg Hannover Braunschweig Düsseldorf Köln

Weizen

189

196

186

187

182

191

(4 2 (43

Roggen ) 166 (3 ) 166 (-4 ) 168 ( 41 ) 162 (43 ) 163 ( ) 170i/â( 1'8

Hafer

Frankfurt a.M. 195

42

190

(45

) 171

(4-2

197

(410 ) 177

( 4*3

201

(+9

) 178

(+2

182

) 169

(-1

184

( 42

) 172

(-2

185

(

) 175

190

(4 3

) 175

(4-1

191

(4-1

) 177

14I

188

) 173

Mannheim Straßburg München

194

195

205

(-1/* ) 177 (4l/t ( ) 182ty~

(41 )186 (-

) 175 ) 168 ) 168 ) 166 ) 169 ) 185 ) 181 ) 182 ) 192 ) 170 ) 184 ) 188 ) 188 ) 189 ) 190 ) 194

1

(42

) I91x/2(i/s

) 1971' ) 184

Mai

3l

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin

(-0,251, Sept. 185, (-1,50), Budapest Mai 132,10 (1,55). Paris April 186,65 (4-1,65), Liverpool Mai 144,- (4 0,30), New-York loko 129,45 (-0,75). Roggen: Berlin Mai 174, (1,25), Sevt. 164, (- 2,25). Haier: Berlin 176,75 (1,25) Mark.

189,75

Kurzer Getteide-Wschenbericht her Preisberrchtsstelle des Deutschen ^^n)wirt- schafLsrats vom 26. Mârz bis 8. April 1907*

Das schöne, trockene Fruhjahrswetter während des größten Teils der Berichtszeit kam den Landwirten sehr zu statten; dennoch ist es fraglich, ob die in manchen Gegenden voll- ständig ausgewinterien Wencuflächeu noch rechtzeitig mit Sommerweizen bestell! werden konnten. Den meist gut durch den Winter gekommenen, aber rückständigen Roggen­saaten boten die frischen Ostwinde und die noch vielfach vor- gekommenen Nachtfröste keine günstigen Entwicke-ungsbe- dingungen. Die während der Bestcllzeit nicht ungewöhnliche Erscheinung, daß das landwirtschafiliche Angebot eine Ein­schränkung erfährt in Verbindung mit der allgemein schwachen Versorgung hat namentlich in Mitteldeutschland ein stärkeres Kautbedürfnis zu Tage treten lassen, dessen Befriedigung nur

Mus aller Mett.

Eine netteMessirnt,s"art zur Neberführnng bet Verbrecher hat ein Zahnarzt au findig gemacht. In seiner langen Praxis beobachtete er, daß kein Teil des menschlichen Körpers solche Verschiedenheiten aufiveist, wie der Oberkiefer. Die Stellung der Zähne ist sowohl von Natur als durch Kunst bei jedem Menschen verschied-nartig. Deshalb glaubt der Arzt, daß man durch einen Wachs­abdruck des Oberkiefers, der dann aufbewahrt wird, die Per­sönlichkeiten der Verbrecher leicht feststellen könnte. Gegen­wärtig sind bekanntlich das Bertillon'sche Messungssystem und der Abdruck des Daumens bei den Kriminalisten im Gebrauch.

Furcht vor dem Photographen haben unsere schwarzen Landsleute in Deutsch-Ostafrika. So berichtet Weiß im Globus", daß die Leute von Mpororo (Nordwestecke von Deutsch-Ostafrika) non ihm nur schwer dazu gebracht werden konnten, sich photographieren zu lassen. Mit vieler Mühe hatte er sich eine Gruppe von Waparo, bestehend aus Män­nern, Weibern und Kindern zusammengestellt, um gu photo­graphieren. Nachdem er ihnen Geschenke, und zwar Stoffe von Perlen, angeboten hatte, ließen sie sich endlich dazu her­bei. In dem Altgenblick jedoch, als Weiß unter dem schwarzen Tuch verschwand, um das Bild scharf einzustellen, liegen alle rote der Wind davon. Nachdem sie von den Boys zurückgerrnen worben waren, fragte sie Weiß nach dem Grlinde der Flucht, worauf die schwarzen Leute antworteten: Ja, das ist ein großes Gewehr, und Du willst uns schießen." Weiß versuchte nun nochmals in längerer Rede den Leuten klar zu machen, daß die Kamera ein durchaus friedfertige? Instrument sei und sie keine Furcht haben sollten. Aber sie schüttelten mißtrauisch den Kopf. Da stellte sich Weitz vor die Kamera und befahl feinem Boy ab- zudrücken. Als dies geschehen war, sagte er Zu den Leuten: Jetzt könnt ihr mir doch glauben, daß dies kein Gewehr ist, sonst müßte ich doch tot fein. Aber auch jetzt noch schüttelten sie mißtrauisch den Kopf und antworteten:Dir schadet dieses Gewehr nicht?, denn Du hast vorher ein Zaubermittel dagegen gegessen." Weiß mußte es aufgeben, die Leute zu überzeugen. Das tat ihm um so mehr leid, als es besonders große Schwierigkeiten macht, die schwarzen Frauen überhaupt zu dem Versuch, sie zu photographieren, Zu bewegen, namentlich sind barin die Wahimairauen sehr spröde, die für die durchmarschierenden Weißen überhaupt nicht sichtbar sind. Hat man sich einmal ohne Geräusch und ungesehen einem Dorfe genähert, so kann man wohl für einen Augenblick die verhüllten Frauen vor dem Dorfe er­blicken, in dem Moment aber, wo man selbst gesehen ist, sind sie in den Hütten verschwunden. Nur die Männer bleiben vor dem Dorfe sitzen, um den Fremdling grußlos mit mißtrauischen Blicken vorüberziehen zu lassen. Ist man aber mit ihnen bekannt ober hat man sein Eintreffen an­melden lassen, so daß sie über die Person und deren fried­liche Absichten unterrichtet sind, so kommen sie dem Euro­päer mit sreundi-chem offenen Gesicht entgegen, um ihn mit Handschlag zu begrüßen unb ihn zum Lagerplatz zu ge* leiten. Kaum steht daS Zelt, so sind auch die üblichen Ge­schenke, wie Milch und Butter, Ziegen, Schafe, häufig sogar ein Mastochse, zur Stelle. Nie jedoch wird, auch wenn man mit den Wah Ima längere Zeit bekannt und befreundet ist, ein Wahimaweib oder -Mädchen, wie das bei anderen Stämmen Brauch ist, zum Verkauf oder Austausch von Lebensmitteln das Lager betreten. Daß eS Weiß trotzdem

unter Bewilligung erhöhter Preiscmsprüche erfolgen konnte. Erwerbungen von ausländischen Weizenarlen, die als Ersatz für das deutsche Erzeugnis in Betracht kommen, wurden in größerem Umfange vorgmommen. Auf dem zeitweise durch feste amerikanische Berichte anaeregteu Terminmarfte machte sich andauernd Deckungsdedürfnis geltend, zum Teil infolge her verzögerten Erfüllung rumänischer März- und Aprilver- »flichtungen. Auch für Roggen zeigte sich aus diesem Grunde .......^- .........♦,-.....-

Ard gegen nach Sachsen verkauften russischen Roggen, dessen | Sonntag die Berliner KrstninglpolM. $« Mnn, der sich

gelang, eine ganze Reihe photographischer Ausnahmen von Wahimaweibern und -mädchen zu machen, verdankt er nur der Freundschaft und Dankbarkeit des Sultans Kassilerobo.

Einen falschen Riltergulsbesitzer entlarvt hat am

I Rittergutsbesitzer und Rittmeister a, D. o. Stoll nannte suchte durch Anzeigen Inspektoren mit Bürgschaft von 200( Mark. Er gab an, ba§ Rittergut Hermsdorf bei Wismar zu besitzen, und fand bei mehreren burgschastskübigen Leuten Glauben. Zu spät erfuhren sie dann, daß sie an einen Schwindler geraten waren, daß das Gut gar nicht besteht Am Cüliniag wurde der Schwindler in einem Hotel er

I mittelt Und als ein früherer Müh len besitzet Thieme feftge» stellt, der wegen solcher Schwindeleien schon mehrmals be­straft ist.

Nnglüchsfâlle in Ven Bergen beginnen sich jetzt wieder regelmäßig einzustellen. Ein Erdrutsch begrub bei Atgui in Italien ein Haus mit acht Personen. Trotz eifriger Arbeit gelang es nicht, die Verschütteten zu befreien. Im Berg­walde bei Villeneuve am Genfer See wurden Spazier­gänger von einer Steinlawine überrascht. Ein junger Mann wurde von einem Stein erschlagen. Auf Flexenspaß im Arlberg gebiet wurden 30 Arbeiter von einer Schnee­lawine verschüttet. Einer der Leute büßte daß Leben ein. Die Sdmeeverhältniffe fangen an auch unheilvoll 34 werden. Der Säntisgipfel hat zum Beispiel noch über 3 Meter Schneehöhe, anderswo schwanken die Sckmeelagev zwischen 1 unb 2 Meter. Man erwartet tagtäglich Lawinen­stürze und Unglücksfälle. Das Hochwild leidet unter der Futternot entsetzlich, viel Wild ist bereits dem Hungertode anbeimgefaden. Aus den serbischen Bergen kommt die Nachricht einer plötzlichen Schneeschmelze. Bei Deva steigen die Wasserläufe rapid. Der Marosflutz hat weite Strecken überschwemmt. Die Behörden mußten Schutzmaßnahmen treffen.

Die neue deutsche Kriegsdenkmünze für diejenigen, die an der Niederwerfung der Aufstände in Siidwestafrika beteiligt waren, zeigt auf der Vorderseite den Kopf der Germania und die InschriftSüdwestasrika 190406, auf der Rückseite den Namenszug Kaiser Wilhelms n., darüber die Kaiserkrone und bei der Denkmünze aus Bronze darunter 2 gekreuzte Schwerter sowie die Inschrift:Den siegreichen Streitern", bei derjenigen aus Stahl: unter dem kaiserlichen Namenszuge einen Lorbeerzweig sowie die Inschrift:Ver­dienste um die Expedition". Die Denkmünze wird auf der linken Brust an einem an beiden Bändern mit schwarzen und weißen Längsstreifen und in der Mitte mit roten und weißen Querstreifen versehenen 36 Millimeter breiten Bande getragen und rangiert an der Ordensschnalle unmittelbar vor der Chinadenkmünze. Diejenigen Besitzer der Denkmünze, welche während der Niederwettung der Ausstände in SUo« westafrika an Gerechten teilgenommen haben, sind berechtigt, auf dem Bande dieser Denkmünze Spangen mit dem Namen der Gefechte, an denen sie leilgenommen, zu tragen. Die Spange besteht aus vergoldetem Messing, der Rand und die Inschrift sind glatt und poliert, die Buchstaben erhaben. Die Spangen sind an dem Bande so zu befestigen, daß sie wagcreebt liegen. Die SpangenHereroland" undGroß- Namaland" sind auch solche Persönlichkeiten zu tragen be­rechtigt, die zwar keines der in der kaiserlichen Kundgebung besonders genannten Gefechte mitgemacht, aber als Feld- signalisten. Feldtelegraphisten, Funker, im Etappendienst und im Reichspost- und Reichstelegraphendienst mit dem Feinds gekämpft haben.

Schützet die nützlichen B-gel. Die Zahl der land», forft" und gartenwirtschaftlichen Interessen ist so groß, daß der Mensch ohne Hilfe der insektenvertilgenden Vögel, Mer- fünfer und einiger nützlicher Jnsektenarten selbst im Kampfe gegen sie unterliegen würde und seine Kulturen preisgeben müsste. Mit den Fällen, wo bei einem Maffenauftreten schädlicher Jnsektenarten durch die Natur ein Gegengewicht geboten wird zur Wiederherstellung des Gleichgewichts, ist nicht zu rechnen. Auch alle menschlichen Vorsichtsmaßregeln können die Schädigungen nur verringern, aber nicht beseitigen. Der Mensch steht der Insektenplage ohnmächtig gegenüber und erleidet an seinen Kulturen in Feld, Forst und Garten alljährlich durch Massenauftreten einzelner Jnsektenarten Schädigungen und Verluste, die wenn sie berechenbar wären, ihn mit Angst und Bangen erfüllen würden. Wie viele Menschen könnten leben allein von den Verlusten l Die Art der Schädigungen an Wurzeln, Halm, Blatt, Frucht, an Baum unb Strauch sind so mannigfaltig nnb dabei viel­fach so versteckt und so verborgen, daß der Mensch ohne Entomologe und Beobachter zu sein, nicht einmal den Sitz der Schädigung, nur die Folgen, die Erkrankung, nicht die Ursache erkennt. Nur in den Vögeln, den Jnsektenfreffern, ist uns die einzige sichere Hilfe im' Kampf gegen die Schäd­linge geboten. Darum schützet die Vögel!

Ein reicher Fang. Zwei Londoner Herren, die mit einem Selbstfahrer auf einem Feierragsausfiug am Strande von Filey begriffen waren, verließen während der Zeit der Ebbe ihren Motorwagen, um einige photographische Auf­nahmen am Strande zu machen. Als sie bald darauf zurück­kehrten, bemerkten sie zu ihrern Schrecken, daß ihr Vehikel im Begriff war, langsam aber sicher in dem Flugsand zu ver­sinken, und schon bis über die Achsen eingesunken war. Vergeblich waren ihre Bemühungen, es von der Stelle zu bewegen. Ein glücklicherwesie vorüberfommenber SM ter er­bot sich, Fischerleute zur Hilfeleistung herbeizuhocen. Die Fischer des benachbarten Dorfes waren indessen gerade vom Fange zrwückgekehrt unb damit beschäftigt, ihren reichen Fang umzuladen. Die Aufforderung des Reitersmanns, den Auto­mobilisten und ihrem versinkenden Fahrzeug zur Hilfe M kommen, wurde daher als eine wenig willkommene Geschäfts* störung angesehen. Die Besorgnis, 'ihren reichen Fang nicht mehr rechtzeitig verladen zu können, und dadurch des Ge­winne- daraus verlustig zu gehen, ließ sie daher zunächst jede Hilfeleistung ablehnen. Auch die Versprechungen reick)-^ sicher Belohnung für ihre Mühe halfen anfänglich nichts. Es blieb den in ihrer Angst schließlich herbeieilenden Auto­mobilisten nichts andere? übrig, als den Fischern ihren gan­zen Fantz nach ihrer Wertschätzung abzukaufen, damit sie sich dazu verstanden, das versinkende Fahrzeug wieder flottmachen zu helfen, andernfalls hätten sie ihren teuern Motorwagen mit einbrechender Flut gänzlich verloren gehen sehen. Sie erstanden also die Fischladung, ur.b mit lautem Horridoh ging eS nun zu dem versinkenden Automobil. Pferde wur­den angespannt und vereinten Kräften gelang es dann end­lich, das Fahrzeug zu befreien. Und es war höchste Zeit, denn bald darauf spülte die Flut über die UnfaUstelle. Da die beiden Ausflügler indessen die von ihnen erstandene Fischladung nicht gut mirnehmen konnten, so blieb ihnen nichts anderes übrig, als sie auf den Rat eines Freundes hin an den Meistbietenden der Fischer wiederum zu ver­steigern. In dem Fischerdorfe war man über den reichen Fang an diesem Tage doppelt zufrieden.