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^ ^abti ist allerdings eine Ausnahme hinsichtlich der be­denklichen Verteuerung der Lebensmittel zu machen, für welche wir nachstehend statistische Nachweise auS den letzten 8 bezw. 6 Jahren aniühren. Mag man immer­hin zugeben, daß an der allgemeinen Aufwärtsbewegung der Warenpreise naturgemäß auch die Lebensmittel teilgenommen haben, und daß Ernteausfälle an Getreide wie an Futter­mitteln sowie das am 1. April 1903 voll in Kraft getretene Fleischbeichaugesetz mit seinen Einfuhrbeschränkungen und hohen Untersuchungsgebühren zu der Verteuerung mitgewirkt haben, so zeigt sich doch andererseits, daß in Erwartung oder im Gefolge der erhöhten Zölle auf Getreide, Futtermittel, Vieh und Fleisch die Lebensmittel noch eine weitere erheb­liche Steigerung erfahren haben, und dies hat offenbar für manche andere, an sich unbeteiligte Artikel, wiederum ebenfalls Preiserhöhungen nach sich gezogen. Schon der eine Um­stand, daß die Verteuerung des täglichen und allgemeinsten Lebensbedarfs notwendig zu einer Desserbezahlung der Arbeiter führen mußte, und daß diese natürlich ihre Wirkung auf Produktionskosten und Verkaufspreise nicht verfehlen konnte, mag zum Beweis dafür genügen, in wie engem Zusammen- Hang die Zölle auf Nahrungsmittel mit der Preisbildung aller übrigen Waren stehen nnd welchen Anteil sie an der allgemeinen Teuerung der gegenwärtigen Zeit haben werden.

Zugegeben ferner, daß die Hochkonjunktur begreiflicher­weise auch einen Anreiz zu spekulativer Ausnutzung bietet, so liegt doch ebenso unverkennnbar aller Grund vor, die Mehr­belastungen, welche unser neuer Zolltarif gebracht hat, mit­verantwortlich zu machen für die Spannung der Preisver- Hältniffe, die wir heute auf fast allen Gebieten des Waren- Marktes erblicken Soweit dieser Anteil der Zollpolitik an der Teuerung reicht, wird diese offenbar bestehen bleiben,

Dounerstag

auch in eine Zeit hinein, in welcher ein Rückgang der Kon­junktur die spekulativen Momente der Preissteigerungen zurücktreten läßt, und wie alsdann die große Masse der Be- völke'ung sich, bei verringerter Arbeitsgelegenheit und schmälerem Einkommen, mit der teureren Lebenshaltung ab- finden wird, diese Frage möchten wir hier nur andeuten und mit dem Wunsch begleiten, daß ihre Lösung sich allmählich nud in milden Formen vollziehen möge.

kFott'ttzuna fo'flt.)

Zum Kotillon.

Nicht nur bei langen Kotillons mit verschiedenen Touren, sondern auch bei kleineren Tanzfestlichkeiten bildet die Blumen- tour den Glanzpunkt. Für Kinderfeste ganz besonders hübsch, aber doch auch für Tanzgesellschaften der jungen Welt ge­eignet, läßt sich da mit wenig Kosten ein überraschend reizenderBlumenwagen" auS einem Kindersportwagen Her­richten. Mit Hilfe einiger Rollen buntfarbigen Kreppapiere« läßt sich selbst ein etwas ausgedientes Wäglein zum hoch- eleganten Gefährt für die duftigen Kinder Floras umwandeln. Man bekleide mit diesem Kreppapier sämtliche Holzteile deS Wagens, die Speichen der Räder, die Handhaben u. s. w., wozu man das Papier in Streifen schneidet und damit alles schräg umwickelt. Der Radreifen kann mit Bronzefarbe ver­goldet werden, in der Mitte bringt man eine große Papier- rosette an, auf der man die Orden und Schleifen befestigt. In das Innere des Wagens, das meist einen Vorder- und einen Rücksitz hat, werden nun entweder zwei Blumenkörbchen oder Füllhörner gestellt, in denen die Kolillonstraußchen recht hoch arrangiert sind, oder man spanne einfach oder kreuz­weise Reifen oder zur Rundung gebogenes spanisches Rohr

über den Wagen und umwickele dieses ebenfalls mit Krepps papier. Dann dreht man kleine Ringe auS Draht, die mal um die Reifen biegt, und besteckt sie dicht mit Sträußchen Das Innere des Wagens wird dann nur mit Tannen- odef Spargelg'ün gefüllt und einige Sträuße lose hineinyesteckt, Ein solcher Wa^en sann sowohl bei kleinen Gesellschaften als großen Bällen benützt werden, denn er kann meli Sträußchen bergen, sieht aber auch mit wenigen allerliebst aus. Da auch die älteren, nicht mehr tanzenden Damen bei Beginn des Kotillons mit Dlumevfträußchen bedacht werden, sind immer eine größere Anzahl notig, so daß der Wagest genügend mit Blumen geschmückt werden kann. Die für ältere Damen bestimmten Sträußchen werden gewöhnlich so angebracht, daß ihr Fehlen nicht gleich den Eindruck stört. Es ist ratsam, einfaches Kreppapier, wie rosa, hellgrün, jarh lila u. s. w., zu verwenden, da die Blumensträuße den Wagen noch bunt genug machen. Wem das Kreppapier zu kost­spielig, der kann auch gewöhnliches Seidenpapier dazu ver­wenden, nur muß es zuerst gekreppt werden, was in be­kannter Weise geschieht, indem man es bogenweise der Länge nach zusammenfaltet und wiederholt fest durch die Finger zieht.

Wo Kinder zu Hause sind, kann man den feenhaften Eindruck, den ein solcher Blumenwagen macht, noch wesent­lich erhöhen, wenn man ihn von einem in ein duftiges Phantasiekostüm gehüllten Kinde hereinfahren läßt. DaS lustig flatternde Fähnlein mit goldener Inschrift, daß inmitten gebogener farbiger Papierblätter aufragt, lockt bei den Klängen der Tanzweisen zur luftigen Plünderung deS hübschen Ge- . sährts.

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