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NotânSdmck uns Verlag b« Buchdmckerü W M m Waisenhaus«-. in Hanaw-
Amtliches Grgas für Mt- ««L Landkreis Zana».
Erscheint täglich mit AuSnahM der Ssrm-> und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
vwmtwsrü. Rid-ktzmr «. SH,«Z«r tu HEH,
Al. 236 Fer»sp»«ch«»schl»tz Nr. 605.
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Amtliches.
Stadtkreis F)anau.
Bekanntnrachnng.
Das städtische Brausebad in der BangeEvatze ist von heute mittag 2 Uhr wieder ununterbrochen geöffnet.
Hanau den 9. Oktober 1907.
Der Magistrat.
Dr. GebeschuS. 20663
Städtisches Wannen- und Brausebad.
Bangertstrahe 2 (Eingang: Große Dechaneistraße),
Geöffnet für Männer:
Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
Sonntag von 8—12 Uhr vormittags.
Geöffnet für Frauen:
Dienstag und Freitag von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
Preise der Bäder:
Brausebad mit Wäsche 10 Pfg.,
Wannenbad mit Wäsche 25 Pfg., Wannenbad ohne Wäsche 20 Pfg.
Hanau den 26. September 1907.
Der Magistrat.
Dr. GebeschuS. 20661
Städtische Sparkasse.
Das am 10. Sept. 1906 für Toni WeinS ausge- fertigte Ginlagebuch Nr. 11473 ist angeblich abhanden gekommen. Der etwaige Besitzer des Buches wird gemäß § 26 der Satzungen aufgefordert, sich zu melden und seine Ansprüche auf das Guthaben beim Vorstande der Sparkasse geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf von drei Monaten ein neues Einlagebuch der Verliererin ausgefertigt werden wird.
Hanau den 8. Oktober 1907.
20665 Der Vorstand.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Satteltasche, 1 kleiner schwarzer Kinder-Schnürschuh, 1 weißseidener Damengürtel mit gelben Schnallen, 1 schwarzes Portemonnaie mit 35 Pfg. und verschiedenen Näh- und Maschinennadeln re., 1 großer Müll-
Feuilleton.
Kammermusik-Abend.
Hanatt, 9. Oktober.
Die Kammermusik-Abende der „Frankfurter Quartett- Vereinigung" — Herren Hermann Hock, Fritz Dippel, August Allekotte - Frankfurt und Heinrich A p p u n n- Hanau — sind bei unserem musikliebenden Publikum zu einer ständigen Einrichtung von großer Beliebtheit geworden, die auch vorgestern abend wieder bei dem ersten Konzert hervortrat. Auf dem Programm stand als erste Nummer das reizende Streichquartett in G-dnr von Jos. Haydn. In den beiden folgenden Nummern wirkte die hierorts noch nicht ausgetretene Pianistin Frau Elsa Gipser au« Dresden mit, dir in das Programm zugleich eine hübsche Abwechslung brachte. Die Künstlerin spielte zwei Kompositionen von Liszt „Sonnetto del Petrarca" und „Au bord d'une source" sowie „Soiree de Vienne" von Schubert-Liszt. Den dritten Teil des Konzertes bildete das A-dur^lauierquartett op. 26 von Joh. Brahms. Der Vortrag der Künstlerin, deren feiner musikalischer Anschlag sehr zu rühmen ist, war ungekünstelt und von hoher Vollendung und fügte sich bei dem Klavierquartett trefflich in das Spiel ihrer hier mit Recht so beliebten Partner ein. Die letzteren standen mit ihrem Spiel wieder vollkommen auf der Höhe, ihr zarter und reiner Vortrag war ein Genuß. Das Konzert war gut besucht, die Zuhörer spendeten den einzelnen Nummern lebhaften Beifall.—Im zweiten Kammermusik-Abend (Montag den 9 Dezember) wirkt Herr Dr. Frank L. Limbert mit.
Mittwoch den 9. Oktober
eimer, 1 Militärpaß für Johannes Jenior. 2 ältere Pferdedecken (abzuholen Herrnstraße 10.)
Verloren: 1 braungelber Leder-Damengürtel mit vergoldeter Schnalle, 1 Deteranen-Quittungsbuch für Konrad Traxel IV (Langendiebach), 1 20-Markstück.
Zugelaufen: 1 junger schottischer Schäferhund mit weißen Abzeichen, m. Geschl.
Entlaufen: I schwarze Dachshündin mit gelbem Halsband.
Hanau den 9. Oktober 1907.
Hus Hanau Stadt und Tand.
Hanau, 9. Oktober.
* Bibelstunde. Heute abend um ^sO Uhr wird Herr Pfarrer Fuchs im evang. Vereinshause seine biblischen Vorträge wieder beginnen. Er wird heute das Thema: „Jesus und seine Mitarbeiter" behandeln.
* Verliehen. Dem Eisenbahnschaffner Heinr. Fritsch dahier wurde bei seinem Uebertritt in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
* Hanau-Büdinger Bahn. Die Urkunden über die Verpflichtung der hessischen Gemeinden zur Stellung des zur Hanau-Büdinger Bahn erforderlichen Geländes sind nun von den beteiligten Gemeinden: Büdingen, Düdelsheim, Hainchen, Himbach, Langenbergheim und Hof Marienborn eingeliefert. Auch die Urkunden über die Aufbringung eines Barzuschusses zu den Baukosten in Hohe von 80 000 Mark oder Aktienübernahme zu diesem Betrage sind von den Gemeinden Düdelsheim, Hainchen, Himbach, Langenbergheim und Hof Marienborn beigebracht. Eine Schwierigkeit über die Anlage des Bahnhofs Düdelsheim ist durch Entgegenkommen der Bahnbaugesellschaft behoben. Jetzt wird dies« das Projekt ausarbeiten lassen und der Großh. hessischen Regierung zur Erlangung der Konzession vorlegen. Es wird nun darauf ankommen, daß auch für die preußische Strecke die Arbeiten bald soweit gedeihen, damit keine weitere Verzögerung eintritt. Einzelne Meinungsverschiedenheiten über die Führung der Linie können dem landespolizeilichen Prü- sungsverfahren vorbehalten bleiben.
* Gegen die übermäßige Dauer der Schularbeiten richtet sich eine vom preußischen Unterrichtsminister gebilligte Verfügung des Posener Provinzialschulkollegiums. Das Höchstmaß de täglichen Hausarbeit soll betragen: für Sexta 1 Stunde, OuintaP/a, Quarta und Untertertia 2, Obertertia und Untersekunda2^/s, Obersekunda und Prima 3 Stunden. Das Höchstmaß darf aber nicht erreicht werden, wenn die Schüler noch Nachmittagsunterricht haben. — Im Interesse der Schüler wie der Eltern dankenswert ist die soeben ge-
Hanauer Stadttheater.
— Hanatt, 9. Oktober.
Gemäß seiner Ankündigung bot uns gestern Herr Direktor Adalbert Steffter im Stadttheater einen literarischen Abend und in demselben zwei Novitäten, nämlich Oskar Wilde's „Salome" und Rudolf Presbers „Herbst- zaub er".
Salome! Es gibt selten ein Motiv, mit dem sich die Kunst so viel beschäftigt hat, wie mit der Liebe und dem Schicksal der schönen Prinzessin von Judäa, der Enkelin Herodes des Großen. Am bekanntesten ist uns, daß sie uns als die Persönlichkeit geschildert wird, die von ihrer Mutter Heriodias angestiftet wurde, deren zweiten Gatten Herodes Antipas zur Hinrichtung Johannes des Täufers zu verleiten. Maler, Bildhauer, Dichter und Musiker, sie alle haben seit langem dieses Thema im Sinne ihrer Zeit aufgegriffen. Die Tonkunst erteilte dem Johannes-Salome-Grundthema zumeist auf dem Gebiete des Oratoriums das Wort, als Oper behandelte diesen Stoff Massenet in seiner interessanten „Heriodias". Die Erörterung über die Behandlung des Salomestoffes in der bildenden Kunst würde zu weit führen. Wenden wir uns nun Oskar Wildes „Salome" zu. Bei ihm ist Salome das Produkt eines lasterhaften Milieus, ein verwöhntes, lüsternes Prinzeßchen, Herodes ein nervöser, zerfahrener Weichling, die Beute jeder Augenblicksstimmung. Salome, der Heriodias Tochter, tanzt vor ihrem Stiefvater Herodes, der ihr für diesen Tanz die Erfüllung jeden Wunsches verspricht. Am Hofe des Herodes wird Johannes, der bei Wilde Jochanaan heißt, gefangen gehalten. Mit Hilfe des in sie verliebten Hauptmanns Narraboth hat Salome auf kurze Zeit die Befreiung des Gefangenen bewerkstelligt. Bei seinem Anblick ergreift sie bald ein wildes sinnliches Feuer, eine Begierde, ihn zu besitzen, schon weil er so ganz anders ist als alle Männer, die {k bisher aefaunt bat. Aber Jochanaan verschmäht alle
^erusprechauschlutz Nr. 605. 1907
troffen« allgemeine Anordnung des preußischen Unterrichtsministeriums, daß der Staat nach den Provinzen und Regierungsbezirken, entsprechend der Art der Bevölkerung, in große Bezirke eingeteilt werden soll, in denen ein und dieselben Lehrbücher zu benutzen sind.
* Batt von ArbeiLerwohttUngen. Im Jahre 1906 sind von feiten der LandeSverstcherungsanstalt Hessen- Nassau an Darlehen zum Bau von Arbeitern» ohnungen zm Auszahlung gelangt:
Zu so/ot
1. an den Biebricher Bauverein in Biebrich 37 500 Mk.
2. an den gemeinnützigen Bauverein für
den DillkreiS in Dillenburg . 53 625 „
3. an den Bauverein für den Kreis Fulda
in Fulda ..... 80 800 „
4. an die gemeinnützig« Baugenossenschaft in Homburg v. d. H. . . 22 500 „
5. an die gemeinnützige Baugenoffenschaft des Kreises Höchst in Höchst a. M. 5 200 „
6. an den Oberurseler Bau- und Sparverein in Oberursel . . . 21 450 „
7. an die Rödelheimer Spar- und Baugenossenschaft in Rödelheim . 20 000 „
8. an den gemeinnützigen Bauverein für den Rheingaukreis in Rüdesheim . 24 340 „
9. an die Spar- und Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins in Schmalkalden . . • 21 575 „
10. an Gutsbesitzer Reinhold Rusche und Ehefrau in Kleinenglis . . 4160 „
11. an di« Kreissparkasse in Fritzlar . 13 800 „
12. an die Kreissparkasse in Melsungen . 18 468 „
13. an die Kreissparkasse in Witzenhausen 57 740 „ 14. an 67 einzelne Arbeiter unter Bürgschaft von Darlehnskassenvereinen 227 755 „
558 913 Mk.
Zu 3 V» °/o:
15. an den Verein „Christliches Kellnerheim" in Frankfurt a. M. . 190 000 Mk.
16. an den Bischöflichen Stuhl in Fulda 80 000 „ 270 000 Mk.
Zu 3-/4 °/e:
17. an die allgemeine Wohnungs- und Spargenossenschaft in Cassel . 90 000 „
18. an die Aktien-Baugesellschaft für kleine Wohnungen in Frankfurt a. M. 500 000 „ 590 000 Ä
Ueberhaupt 1 418 913 Mk.
ihre Verlockungen. Rachedürstend begehrt nun Salome für ihren Tanz vor Herodes das Haupt deS Jochanaan. Nur mit äußerstem Widerstrebe»:, durch sein Wort gebunden, willfahrt schließlich Herodes. Auf einer silbernen Schüssel wird seiner Stieftochter der abgehauene Kopf gereicht; am Haupt« des Toten stillt Salome ihre wilde Sinnenlust, heiße Küsse drückt sie auf die verwelkten Lipp«n. Das wird selbst Herodes zu viel. Er gibt Befehl, Salome zu töten und zerschmettert von den Schilden der Soldaten sinkt sie zu Boden. Das ist die knappe Inhaltsangabe der Wilde'schm Dichtung. Die Aufführung durch das hiesige Theater-Ensemble war eine geradezu musterhafte, in allen Teilen wohlgelungene, die selbst einer viel größeren Bühne als der Hanauer zur Ehre gereichen würde. Herr Josef Commer stellte beit „Herodes", bett nervösen haltlosen Fürsten, dar, und bot eine Leistung, mit der man wohl zufrieden sein konnte. Ihm würdig zur Seite stand Frâul. Eva K ö ch y, die die „Salome" in Auffassung und Spiel einwandsfrei wiedergab. In hervortretenden Rollen waren noch beschäftigt die Herren Rud. Korff (Jochanaan), Bernhardy (Hauptmann), Walter Krug und Herm. Linz als Nazarener, Frl. Stefanie Rohn-Ressel als „Herodias". Zu der sorgfältigen Einstudierung, um die sich Herr Direktor Steffter mit Liebe und hohem Kunstverständnis bemüht hatte, trat noch die beschaffte neue Dekoration, die den passenden Rahmen zu dem ganzen gab. Die Aufführung des Dramas würbe von dem zahlreich er> schienenen Publikum mit rauschendem Beifall ausgenommen, sowohl die Hauptdarsteller, wie auch Herr Dir. Stesftev wurden mehrfach hervorgerufen.
Die Aufführung von Rud. Presbers reizendem Mond» scheinszenchen „H e r b st z a u b e r" bildete den zweiten Teil des literarischen Abends. Wir haben gestern eingehend« Stimmen der Presse über das graziöse Märchenspiel, ba# uns der auch in Hanau bekannte Amor geboten hat, ver- öAeMlM. io datz «s ück VM ertchè. heute «K nähe?