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General-Anzeiger

Amtliches

Zeiger

für Stadt- and Fandkreis Kanan.

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Erscheürt täglich mit Ausnahme der Saun- und Feiertage, mit belletristischer Bellage.

Mx. 157 Fern sprech«» Ich!»?! Nr. 605.

Dienstag den 9. Juli

^ernsprechanschlutz Nr. 605. 1907

Amtliches.

Auf Grund deS § 131 b der Neichsgewerbeordnung habe ich im Einvernehmen mit der Handwerkskammer zu Cassel Gehilfinnenprüfungsordnungen für folgendeHandwerkeerlassen:

1. für Damenfriseusen,

2. für Damenschneiderinnen,

3. für Putzmacherinnen.

Ich werde alsbald nach Vervielfältigung der Gehilfinnen- prüfungsordnungen jeder Aufsichtsbehörde und jedem Prü­fungsausschuß je einen Abdruck übermitteln.

Die Prüfungsordnungen liegen vom 15. Juli d. J. an bei den Aufsichtsbehörden zur Einsicht aus und sind außer­dem bei der Handwerkskammer zu Cassel käuflich zu haben. (A. II. G 635a)

Cassel am 21. Juni 1907.

Der Regierungs - Präsident.

J. A>: Schenk zu Schweinsberg. V 4539

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen 1) das in der Gemarkung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langenselbold Blatt 2502 zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungsvcrmerkes auf den Namen der Ehefrau des Maurers Wilhelm Friedrich Ditter, Marie geb. Gasche, zu Langenselbold eingetragene Grundstück:

Krtbl. 37 Nr. 107/85, Der Linsenberg, Acker, 18,81 ar, 2,60 Tlr. Reinertrag,

2. das in derselben Gemarkung belegene, im Grundbuch von Langenselbold Blatt 2453 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Schlossers Johann Konrad Schömber und dessen Ehefrau Mar­gareta geb. Ditter, verwitweten Betz, zu Langenselbold zu gleichen Teilen eingetragene Grundstück:

Krtbl. 65 Nr. 50/7 rc., Feldstraße Nr. 38, 3,29 ar,

a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten,

170 Mk. Nutzung? wert,

b) Stallgebaude,

am 30. Aitgitst 1907, vormittags 11 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, versteigert werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 15. Juni 1907 in das Grundbuch eingetragen.

Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grund­buche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungs­termine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an­zumelden und, wenn bei Gläubiger widerspricht, glaub- WBOmsmM^rWimiMHguaiin lilialMlMBlMB»JU,*l.WMI«BgWaaWMIIMMUMMMM

Feuilleton.

Die Gurke.

Gegenwärtig, wo auf vielen Gebieten, besonders im po­litischen und sozialen Leben die berüchtigteSauregurkenzeit" von sich reden macht, dürften wohl einige kulturgeschichtliche Bemerkungen über die saftige Gurke, welche jetzt neben dem vielgestaltigen Salat im Vordergründe der großen Pflanzen­gruppeGemüse" steht, nicht ohne Interesse sein. Hat sich doch auch die Gurke die fast keinen Nahrungsstoff, son­dern nur ihr erfrischendes saftreiches Fleisch darbietet so tiefgehend bei uns eingebürgert, daß sie in allen Gestalten als frische, salatgebende, sowie als gedämpfte, gesäuerte und gepfefferte Frucht stets gern genossen wird. Wir haben es bei Cucumis sativius wie die gemeine Gurke fachwissen­schaftlich genannt wird mit einer uralten Frucht zu tun, denn bereits auf altägyptischen Gemälden prangt sie durch­gängig schon in saftigem Grün; nur in überreifem Zustande dargestellt, weist sie als beachtenswertes Charakteristikum eine gelbe Spitze auf. Erinnern sich doch auch die aus dem frucht­baren Gosen, dem heutigen Nildelta, entwichenen Israeliten auf ihrem bekannten Zuge durch die dürre, wasserlose Wüste sehnsüchtig der in Aegypten verspeisten Gurken und Melonen (4. Mose 11, 5), und noch heute spielt eine gurkenähnliche Frucht im nordöstlichen Afrika als beliebtes Nahrungsmittel eine wichtige Rolle. Daß auch im heiligen Lande selbst die Gurke viel angebaut wurde, bezeugt schon der biblische Aus­druck Gurkenfc'.d (Luther:Kürbisgarten", Jes. 1, 8), und auch an mehreren Stellen des Talmud ist davon die Rede. Noch jetzt werden in Palästina nach vollbrachter Gerstenernte, zahlreiche Aecker mit Gurken bestellt, deren etwas süß schmeckenden Früchte bei des Tages Last und Hitze von dem Volke meist roh gegessen werden. Auch kann man auf solchen

haft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigcrungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden.

Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehen­des Recht haben, werden anfgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeiznführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegen- standes tritt.

Langenselbold den 1. Juli 1907.

Königliches Amtsgericht. 14323

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanan, 9. Juli.

* Verliehen. Dem aufsichtsfübrenden Richter am hiesigen Königs. Amtsgericht, Amtsgerichtsrat G ö ß m a n n, wurde der Charakter alsGeheimer Justizrat" verliehen.

* 16. Hessischer Feuerwehrtag in Hersseld. Am Samstag von 1 Uhr an trafen die Gäste aus unserem schönen Hessenlande in Hersfeld ein, jedesmal vom Empfangs­ausschuß am Bahnhof begrüßt und von einer Musikkapelle in die festlich geschmückte Stadt geleitet. Gegen 4ftz Uhr füllte sich der weite Saal der Turnhalle mit den Abgeord­neten zum 16. hessischen Feuerwehrtag und als Herr W. Schäfer-Cassel um 5 Uhr die Verhandlungen eröffnete, da konnte er mit Recht seiner Freude über einen sehr zahlreichen Besuch des Feuerwehrtages Ausdruck geben. In seine Be­grüßungsansprache schloß Herr Schäfer den Dank ein für das Erscheinen der Herren Geh. Regierungsrat Dr. Knorz, Regierungsrat v. Tettau und Baninspektor Fitz aus Cassel, der Herren Bürgermeister Strauß und Gymuasialdirektor Dr. Steiger dou hier und zweier Herren vom Nassauischen Feuerwehrverband. Herr Regierungsrat v. Tettau erwiderte dankend für die Begrüßungsworte des Vorsitzenden, daß die Königliche Regierung den Bestrebungen des Zentralverbandes stets ihr regstes Interesse und ihre Unterstützung entgegen­bringe, Herr Bürgermeister Strauß hieß alle Erschienenen herzlich in Hersfeld willkommen und wünschte den Verhand­lungen günstigen Verlauf und besten Erfolg, Herr Geh. Re­gierungsrat Dr. Knorz versicherte die Anwesenden stets seines wärmsten Interesses für die Feuerwehrsache, auch die Landes­brandkasse sei immer bereit, den Gemeinden des Regierungs­bezirks bei Anschaffung von Feuerlöschgerätschaften mit Unter­stützungen zur Seite zu stehen. Er hebt noch hervor, daß seit dem 1. Januar 1907 die Beiträge der Merseburger Unterstützungskaffe für im Feuerwehrdienst Verunglückte sich verdoppelt hätten. Nachdem der Vorsitzende Herr Schäfer

ausgedehnten Gurkenfeldern noch heutzutage die von Jesaias erwähnten Nachthütten sehen, welche sich die angestellten Feld­hüter aus Pfählen und Zweiggeflecht notdürftig errichteten.

Uebrigeus gilt ja Asien als heimatlicher Erdteil unserer Gurke. Schon im Jahre 1855 behauptete der gelehrte Pflanzenkenner Decandolle von ihr:Das Vaterland ist wahrscheinlich das nordwestliche Indien, z. B. Kabul oder ein angrenzendes Land. Alles deutet darauf hin, daß man dasselbe eines Tages in diesen noch wenig bekannten Regionen entdecken wird." Diese auf Grund eines sanskritsprachlichen Ausdrucks gemachte Vermutung wurde bald von verschiedenen Botanikern zur Gewißheit erhoben, denn die von ihnen ge­fundene, wildwachsende Cucumis Hardwickii zeigte sich in Stengeln, Blättern und Blüten unserer Gurke ganz gleich; nur ihre Frucht ließ einen starken . Bittergeschmack wahr­nehmen. Obgleich nun die Cucumis sativa schon vor wenigstens 3000 Jahren in Indien angebaut worden sein muß, so kam sie doch erst im zweiten Jahrhundert v. Chr. durch einen gewissen, von seiner Gesandtschaft in Baktrien zurückkehrenden Shangkien nach China, dem sonst alles schon sehr früh aufweisendenReich der Mitte." Hat man doch in unserem abendländischen Erdteile schon vor diesem Zeit­punkte das saftige Gewächs gekannt, nämlich bei den alten Griechen und Römern. Bei Homer und Hesiod finden sich zwar keine Angaben, die auf eine einmalige Kenntnis der Cucurbiten schließen lassen, höchstens könnte nach Hehn eine gelinde Andeutung in dem Namen der Stadt Sicyon liegen, denn dieser griechische Ausdruck bedeutetourken- stadt"; doch reicht dieselbe in kein hohes Altertum hinauf, denn vordem war die betreffende Siedelung als Mekone, d. b.Mohnstadt" bekannt. Der römische Kaiser 4.1bonus tagtäglich Gurken und ließ nach Columellas Bericht diese seine Lieblingsfrucht in mit Marienglas überdeaten Beeten züchten, um eben das ganze Jahr hindurch sich lhres Ge­nusses erfreuen zu können.Man kann den Gurken seoe beliebige Gestalt geben, wenn man eine Form um sie legt,

noch das Andenken an den vor kurzem verstorbenen lang- jubu en Vorsitzenden des Zentralverbandes Herrn Klebe durch Erheben von den Sitzen geehrt hatte, wurde in die Verhand- luugen eingetreten. Aus dem von Herrn Knorr-Cassel ge- gebenen Geschäftsbericht ist hervorzuheben, daß gegenwärtig 977 Wehren unseres Regierungsbezirks mit 72 536 Mit- glicbern dem Zentralverband angehören, daß aber immer noch nahezu 400 Feuerwehren diesem fernstehen. Diese auch noch zum Anschluß zu bewegen, soll im Laufe der nächsten Jahre angestrebt werden. Der von Herrn Boppenhausen- Cassel erstattete Jahresbericht gibt ein Bild der sehr günstigen finanziellen Lage der Zentralverbandskasse und schließt mit einem Ueberschuß von 4582.90 Mark aus letzter Periode (1. Juli 1905 bis 30. Juni 1907) ab. Auch der Voranschlag für 1907/09 ergibt einen Ueberschuß von 4300 Mark. Um das Weiterbestehen der Verbandszeitung zu sichern, ersucht der Vorsitzende um regere Mitarbeit. Mit Freuden wird die Anregung des Vorsitzenden Herrn Schäfer-Cassel, An­schluß an den Wiesbadener Feuerwehrverband zu suchen, be­grüßt. Es hat sich das Bedürfnis herausgestellt, den Zen­tralvorstand des hessischen Feuerivehrverbandes neu zu organi­sieren und zwar soll in Zukunft aus jedem der 22 Kreise des Regierungsbezirks rin Vertreter in den Vorstand gewählt werden, sodaß er in Zukunft aus etwa 25 Mitgliedern, ähnlich wie dies im Bezirk Wiesbaden schon der Fall ist, bestehen wird. Eine längere Besprechung rief die Gründung einer Unterstützungskasse für verunglückte Feuerwehrleute her­vor, deren Endergebnis in dem Antrag gipfelte, dahin zu wirken, daß die Unterstützungsfrage möglichst bald auf ge­setzlichem Wege geregelt werden möge. Nachdem noch auf Vorschlag der bisherige Zentralvorstand durch Zuruf wieder­gewählt und die Wahl des Ortes für den nächsten Ver­bandstag dem Vorstand überlassen worden war, erfolgte gegen 7 Uhr der Schluß der Beratungen und die Herren begaben sich nunmehr nach dem Marktplatz, auf welchem die Hersfelder Wehr bereits Aufstellung zur Schulübung ge­nommen hatte. Es wurden hier zunächst Marschübungen ausgeführt, diesen folgten Uebungen an den mechanischen Leitern und den Hakenleitern, danach traten die vier Kom­panien jedesmal zu zweien zu Schulübungen an und den Schluß bildeten Marschübungen mit den Geräten. Alle diese Vorführungen fanden den ungeteilten Beifall der auswärtigen Feuerwehrleute. Gegen 8 Uhr war die Schulübung zu Ende und es folgte ein recht gelungener Kommers.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab, sinket zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Jnf.-Regts. Hesien-Homburg Nr. 166 statt.

* Mainwasserwärme gestern abend 15 Grad.

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wenn sie wachsen", schreibt der altrömische Naturwissenschaftler Plinius und fährt dann fort:In Italien sind Jie grün und sehr klein, in den Provinzen dagegen sehr groß, wachs­gelb und auch dunkelfarbig. Vorzüglich beliebt sind die reichtragenden afrikanischen und mösischen Gurken, welche Pcponen heißen."

Jedenfalls wurde den beiden klassischen Völkern seitens der handeltreibenden Araber das saftige Gartengewächs zuge­führt, denn der arabische Schriftsteller Abd Allatif gedenkt schon sehr früh der walzenförmigen Frucht, und Dioscorides verbietet sich denn eines weiteren über die Wirkungen der Gurke, die er sogar als heilsames Mittel gegen gefährliche Hundsbisse bezeichnet. Ja in denGeoponices" ist von der Konser­vierung der Gurken durch Weißweinhefe und Salzlake die Rede. Nach Niebuhrs Bericht betrachteten arabische Musel­männer die Gurke als einen Leckerbissen, weshalb man sie sowohl als auch andere Gartenfrüchte von Kleinasien aus alljährlich an den Sultan als Geschenk absandte. Die Gegend von Smyrna war am berühmtesten in der garten­baulichen Pflege dieser saftstrotzenden Frucht. Bartholdy er­wähnt, daß man am 24. Mai 1803 durch Kanonendonner vom Smyrnaer Schlosse aus den Begin < der Gurkenernte feierlich verkünde, deren erste Erzeugnisse dem regierenden Großherrn" durch schnellrudèrnde Diene» überbracht wurden. Wenn nach Niebuhrs Mitteilung aratiK Matrosen in heimatlichen Liebesliedern ihre fernen Smöuenmit den Gurken von Damaskus" verglichen, so müssen letztere von anderem, vorteilhafterem Aussehen als unsere Cucumis sativa gewesen sein. '

Die heutige Gartengurke, wie wir sie teils groß, teils klein lieben, soll aus Italien zu uns gekommen sein, wo sie, wie es scheint, schon vor Karl dem Großen in ungeheuren Mengen angebant wurde, denn in einem klosterbrüderlichen Gartenbauwerke, das etwa dem 6. Jahrhundert entstammt, findet auch einchurpisgarden" Erwähnung. Karls deS Großen Verzeichnisse der auf seinen Gütern angebauten Ge-