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«ert-qührkch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postauffchlag, Die eiazei« Nummer kostet 10 Pfg.

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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanan.

Die sünfgespaltene Petitzeile oder beten Raum 20 PA, im Reklamenteil bie Zeile SS Pfg.

ev» Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Bellage.

verantwort!. Redakteur: S. Schrecker tu Hauau.

Rl. 7 Fernfprechanschlntz Nr. 605.

Mittwoch dell 9. Januar

Kernsprechanschlich Nr. 605. 1907

ArntUcheS.

Eandkreis F)anau.

BekmtMllAWt« des Königlichen LanörntSamtS.

In Bergen und Butterstadt ist die Schweineseuche er­loschen. Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 8. Januar 1907.

Der Königliche Landrat. y 149 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Eichen ist die Schweineseuche erloschen.

Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 8. Januar 1907.

Der Königliche Landrat.

V 161 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Niederissigheim ist die Schweineseuche ausgebrochen.

Die Gehöftssperre ist angeordnet.

Hanau den 8. Januar 1907.

Der Königliche Landrat.

V 188 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Festgestellt: Die Schweineseuche in Offenthal, Kreis Offenbach a. M.

Erloschen: Dieselbe in Haibach, Kreis Aschaffenburg.

Hanau den 8. Januar 1907. V 81/184

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge­markung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langen­selbold Artikel 2021 Abt. I Nr. 1 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bäckers Louis Herbst und seiner Ehefrau, Elisabeth geb. Grebe, verw. Gärtner, in Langenselbold, je zur ideellen Hälfte eingetragene Grundstück:

Krtbl. 69 Nr. 98, Steinweg, HauS Nr. 12, Wohnhaus mit Hofraum 2,53 ar, 360 Mk.

am 7. März 1907, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langens elbold den 4. Januar 1907.

Königliches Amtsgericht.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge­markung Eichen belegene, im Grundbuche von Eichen Art. 216 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Erben der Ehefrau des Schuhmachers Kaspar Jacob Dörr, Johannes IV. Sohn, Elise geb. Gröningcr zu Eichen:

1. deren Ehemann Kaspar Jacob Dörr, als Statutarerbe,

2. deren Kinder:

a) Wilhelmine Katharine,

b) Marie,

o) Heinrich Wilhelm,

d) Peter Jacob,

e) Otto,

t) Wilhelm Kaspar,

g) Anna,

als Eigentumserben, eingetragene Grundstück:

Krtbl. 4 Parz. 34 Acker, überm Straßenborn,

15 ar 80 qm, 2,61 Tl. Reinertrag,

am 26. Januar 1907, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Windecken den 31. Oktober 1906.

Königliches Amtsgericht. 755

Hus Banau Stadt und Eand.

Hanau, 9. Januar.

* Die Herbstübungen des 18. Armeekorps werden in diesem Jahre voraussichtlich stattfinden in den Kreisen Friedberg, Büdingen, Offenbach und in den von dem Manöver 1904 nicht berührten Teilen der Kreise Gießen 'WamjI) Kip Äu«a#») yn> _(^Äatkn lGeaLud um Gedern).

Zur Wahlbkwtgimg.

* Zur Kandida tur Dr» Lucas. Die Notiz, daß das Zentrum in seiner Vertrauensmänner-Versammlung am Sonntag beschlossen hat, sich bei der kommenden Reichstags­wahl der Wahl zu enthalten, falls die bürgerlichen Parteien an der Kandidatur Dr. Lucas festhalten, führt zu der miß­verständlichen Auffassung, daß der Beschluß sich auf die Per­son des Herrn Dr. Lucas bezöge, während selbstverständlich das Zentrum beschlossen hat, überhaupt keinem Naiionallibe- ralen seine Stimme zu geben. Daß an der Persönlichkeit deS Herrn Dr. Lucas kein Anstoß genommen wurde, geht schon daraus hervor, daß bis in die letzten Tage hinein die berechtigte Hoffnung bestand, das Zentrum werde, gerade weil sich Herr Dr. Lucas allgemeiner Beliebt­heit im ganzen Wahlkreis erfreut, eine Ausnahme in seinem taktischen Vorgehen bei der Wahl machen und für ihn ein­treten. Wir wollen hoffen, daß die dem Zentrum angehörenden Wähler trotz der Wahlparole an die Wahlurne treten und ihre Stimme für den gemeinsamen Kandidaten der bürger­lichen Mehrheitsparteien, Herrn Amtsrichter Dr. Lucas, abgeben.

* Evang. Vereinshaus. Unsere Brüder von der Landstraße nennt Pastor v. B o d e l s ch w i n g h die armen Handwerksburschen, die das Elend ihres heimatlosen Lebens gerade jetzt in der Winterszeit schmerzlich genug zu fühlen haben. Wichern schrieb: Wer seinen Sohn als Hand­werksburschen in die Fremde ziehen läßt, entsendet ihn in eine Wüste. Die gewöhnlichen Handwerkerherbergen sind die Aecker für die Saat des Unterganges von Hunderten und Tausenden der von Haus aus vielleicht wohlgcarteten Burschen geworden. Eine große Hülfe wurde den wandernden Ge­sellen durch die von Perthes begründeten Herbergen zur Heimat gebracht: Aber auch jetzt noch bedürfen die vielen Tausenden der Wanderer dringend der Fürsorge von Seiten des Staates, der Gemeinden und der christlichen Liebe. Auch die Innere Mission hat sich bie^r Brüder von der Landstraße überall herzlich angenommen. Darüber wird heute abend Herr Pfarrer Veidt aus Frankfurt berichten in sei­nem Vortrage:Bilder aus dem Leben der Wan­derarm en".

* Fabrikant Aug. Hoffmann t» Im Alter von nahezu 70 Jahren ist gestern der Etuisfabrikant Herr August Hoffmann verschieden, in dem unsere Stadt einen sehr verdienten Mitbürger verliert. 30 Jahre lang, von 1873 bis 1903, gehörte er den städtischen Körperschaften an, am 31. Oktober 1873 wurde er in den ständigen Gemeinde- Ausschuß, 1898 in die Stadtverordnetenversammlung ge­wählt. Nach Ablauf der Wahlperiode im Jahre 1903 lehnte er eine Wiederwahl ab. An allen Fragen, die unser städti­sches Gemeinwesen betrafen, nahm er lebhaften Anteil und stellte seine Arbeitskraft gern und willig in den Dienst der Allgemeinheit. Im politischen Leben trat er unentwegt und kräftig für die Förderung und Erstarkung des nationalen Gedankens, ein. Ehre seinem Andenken!

* Wetteraitischc Gesellschaft. Wenn der Boden unter unseren Füßen, den^ir als den Inbegriff alles Festen, Sickeren und Beständigen zu betrachten gewohnt sind, zu wanken und zu zittern beginnt, dann erfaßt uns Grauen und Entsetzen und die Nichtigkeit und Unbeständigkeit alles Irdischen wird uns mit elementarer Gewalt zum Bewußtsein gebracht. Die' geheimen Kräfte, die int Innern unseres Planeten schlummern, erwachen von Zeit zu Zeit mit gewaltigem Poltern. Dann zittert und bebt die Erde und Flammen schlagen auf zum Himmel, Städte und Dörfer -werden be­graben, Menschenwerke von Jahrhunderten in einigen Augen­blicken vernichtet. Herr J. Lützen schilderte gestern abend in der Wetterauischen Gesellschaft in einem lebendigen, ein­drucksvollen Vortrage im Saale desDeutschen Hauses" die letzten Ausbrüche des Vesuvs und die Verheerungen, die er angerichtet, ferner die Erdbeben in Mittel- und Südamerika, von denen diejenigen von San Franzisko und Valparaiso die schrecklichsten und folgenschwersten waren. Der Vortrag, der durch Lichtbilder noch interessanter und verständlicher ge­macht wurde, wurde eingeleitet durch die Erörterung der Ur­sachen der vulkanischen Tätigkeit der Erde. Von den aus­gestellten Theorien ist wohl die bekannteste diejenige Alexander von Humboldts, daß das Innere unseres Planeten noch in feurig-flüssigem Zustande sich befände und daß die Vulkane die notwendigen Sicherheitsventile darstelllen, um _ die im Innern brodelnden Dämpfe und Gase, welche ja sonst die Erdkruste zersprengen müßten, entiveichcn zu lassen. Den Ansgangspunkt der Schilderung des vorjährigen Besuvaus- bruches nabm der Redner van Neavel. besten Volksleben er in

humorvollen Worten beleuchtete. Die eigentliche Katastrophe mit der Zerstörung der umliegenden Ortschaften, die zum größten Teil durch den Aschenregen herbeigeführt wurde, wurde den Hörern durch die zahlreichen Lichtbilder lebendig vor Augen geführt. In dem zweiten Teil seines Vortrages schilderte Redner die amerikanischen Katastrophen, die ebenfalls durch Lichtbilder erläutert wurden. Es gibt Forscher, welche die Faltungen und Veränderungen der Erdrinde im Gebiet Mittelamerikas noch nicht als abgeschlossen ansehen, sondem ; den Einsturz des ganzen LandfetzenS erwarten, der Nord- Iunb Südamerika verbindet. Das würde den Eintritt eines neuen geologischen Zeitalters bedeuten und wenn der Große und der Stille Ozean durch ein solches Ereignis in un­mittelbar; Verbindung träten, dann müßte das auch bei uns eine Veränderung der Wasserstandsverhältnisse, vor allem eine Veränderung unserer Küstenlandschaften bewirken. Den Vortragenden lohnte lebhafter Beifall der zahlreich erschienenen Anwesenden.

* Stadtthcatcr. Auf das heute stattfindende Benefiz für Herrn Otto Hermann Müller, zu welchem Raimunds ZaubermärchenDer Verschwender" mit Frau Müller-Rudolph vom Großh. Hoftheater in Darm­stadt als Gast in der Rolle derRosa", neu einstudiert, zur Auffiihrung kommt, weisen wir nochmals besonders hin. Am Freitag wird als 3. (statt 2.) Vorstellung der IV. Abonnements-Serie die Lustspiel-NovitätHusaren­sieber" nochmals in Szene gehen. Billet-Bestellungen nimmt Herr Kempf-Bamberger schon von heute ab entgegen.

* Deutsche Kotonialgesellschaft. Bei der Gründung der hiesigen Abteilung wurde verabredet, daß die Mitglieder am zweiten Donnerstag jeden Monat? zwanglos zusammen kommen sollen. Infolge dessen findet morgen den 10., abends 81/* Uhr, die erste Versammlung im Saale derSonne" statt. Bei der dermaligen Lage der kolonialen Angelegen­heiten, die alle Kreise lebhaft beschäftigt, darf auf ein sehr zahlreiches Erscheinen der Mitglieder gerechnet werden.

* Beleidigunstsprozetz. Der Tagelöhner Philipp Sch. 2r von Niederissigheim hat in mehreren Eingaben an das Kgl. Landratsamt dem dortigen Gemeinderechner Niedcn- thal, mit dem er in Feindschaft lebt, Unregelmäßigkeiten im Amt und andere Sachen vorgeworfen und seine Entlastung gefordert. 11. a. behauptete er, N. leihe sich bei jeder außer­ordentlichen Revision Geld, um die Kasse in Ordnung zu bringen, während seine Frau den Revistonsbeamten mit dem Bemerken, ihr Mann werde gleich zurückkommen, so lange hinhalte. Sch. hatte sich gestern vor dem hiesigen Schöffen­gericht wegen Verbreitung nicht erweislich wahrer Tatsachen, die den N. verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet sind, zu verantworten. Er suchte den Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen an­zutreten, aber ohne Erfolg. Wegen verläumderischer Be­leidigung wurde er zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

* Beleidigung. Einem herumziehenden Phonographen­spieler aus Kreuznach namens Bentheim wurden seine Walzen beschlagnahmt, doch wurde er in dem fraglichen Prozeß frei- gesprochen. Als er hierauf seine Sachen zurückverlangte, be­kam er den Bescheid, daß nicht 50, wie er verlangte, sondern nur 22 Walzen vorhanden seien. Ob die seiner Meinung nach fehlenden abhanden gekommen oder tatsächlich nicht be­schlagnahmt wurden, konnte er nicht in Erfahrung bringen. Als von den 22 ihm zurückgegebenen auch noch 9 zerbrochen waren, wandte er sich in seinem Zorn an die Staatsanwalt­schaft mit der Behauptung, der Amtsanwalt in Fulda, der übrigens mit der Sache gar nichts zu tun hatte, habe seine Walzen unterschlagen. Das hiesige Schöffengericht kam in seiner gestrigen Sitzung im Gegensatz zur Anklage, die nur einfache Beleidigung annahm, zu einem Schuldig der ver* läumderischen Beleidigung aus § 187 und erkannte aus einen Monat Gefängnis.

* Maskenball. Prinz Karneval schwingt wieder ein­mal sein Szepter, aber nicht lange ist diesmal die Zeit seiner Herrschaft, der frühzeitig fallende Aschermittwoch setzt ihm ein nahes Ziel, deshalb sind die Komitees der einzelnen Vereine in vollster Tätigkeit; auch die Mitglieder deS GesangvereinsFröhlichkeit" sind eifrig bemüht, den diesjährigen Maskenball zu einer Veranstaltung erstell Ranges heranzubilden und man darf nach den getroffenen Vorbereitungen hoffen, daß etwas Ganzes zustande kommfl Der Erfolg der vorjährigen Veranstaltung wird auch ist diesem Jahre nicht ausbleiben. Der Maskenball findet am Samstag den 16. Februar imDeutschen Hau s" statt, wir machen aber schon heute darauf auf­merksam, damit diejenigen, die gewillt sind teilzunehmen, fich danach richten können.