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General-Akzeiger
AAllichts ®rgan für Stabb nab fanbkrda $anau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Ur. 262 Fernsprechanschltch Nr. 665.
Freitag den 8. November
EinrückungSgedSy», Die fünfgespaltene PetÜM oder der« Stam» 98 Ug. im Steklamenteü die Zette LS Psg,
Berantioortl. Nedakteurr S. Schrecke» tu Hemach
Fernsprechanjchlutz Nr. 605. 1907
I Die heMMmer mKR mßn lt.NMMiiBlltt
14 Seiten.
Amtliches.
Eandkreis Rana«. Bekemtmailniiilie» ins Königliücii LasKstSmiS. Betrifft Einkommensteuer-Veranlagung.
Im Anschluß an die in Nr. 224 und 285 deS „Hanauer Anzeiger" ergangene Bekanntmachung über die rechtzeitige Personenstandsaufnahme — Verfügung vom 4. 10. 07, St 5295 — veranlasse ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die Kartenblätter für die Veranlagung der Einkommensteuer für 1908 zu vervollständigen bezw. zu berichtigen und die StaatSsteuer-Kontrollisten und 'Rollen neu auszustellen.
Vor Aufstellung der Kontrollisten find die Kartenblätter in derselben Reihenfolge zu legen, wie die Steuerpflichtigen und die nach § 19 und 20 des Eink -Ees. in der Fassung der Bekannt' machung v. 19. 6. 06 tu § 17,2 des Erg.-Gef. steuerfrei gestellten Personen im Personenver' zeichnis aufgeführt sind.
Nachdem dies geschehen, hat die Eintragung der Pflichtigen nach den Kartenblättern in die Kontrollisten und in gleicher Weise in die Rolle zu erfolgen. In der Kontrolliste sind die Spalten 1—5 und in der Rolle die Spalten l —3 auszufüllen. Es ist darauf zu achten, daß unten auf dem Kartenblatt in der für 1908 vorgesehenen Spalte die Nummern der Kontrolliste bezw. Rolle und deS Personen- Verzeichnisses richtig angegeben werden.
Die sorgfältige Ausfüllung der Kartenblätter mache ich den Herren Bürgermeistern und Gutsvorstehern, besonder- zur Pflicht. Hinsichtlich der nach dem Eink.-Gesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Juni 1906 vorzunehmenden Aenderungen auf den alten Kartenblättern verweise ich auf meine Kreisblatt-Bekanntmachung vom 7. Nov. 1906, St. 5325, Abs. 3-5 (Nr. 263 des „Han. Anz." KU 1906).
Bei Umzügen von Steuerpflichtigen von einer Gemeinde des Kreises in die andere sind die Kartenblätter unverzüglich an die Gemeinde, in welche oer Pflichtige verzogen ist, abzugeben. Beim Verzug eines Steuerpflichtigen in einen anderen Veranlagungsbezirk sind die Kartenblätter, auf denen oben zu vermerken, wann und wohin der Pflichtige verzogen, in einem besonderen Umschläge mir zurückzusenden.
Erbfälle sind möglichst zu berücksichtigen, es ist in diesem Falle auf dem Kartenblatt mit Blei zu vermerken, daß der Erbfall bei der Veranlagung berücksichtigt ist.
Nach der Vorschrift im Art. 41 II Abs. 2 der Ausf.« Anweisung vom 25. 7. 06 (Muster VII) sind Auszüge aus dem von ben Gemeinden zu führenden Verzeichnisse ber- jenigen physischen Personen, welche aus einem in der Gemeinde belegenen Grundbesitz oder das. betriebenen stehenden Gewerbe Einkommen beziehen, aber in einem anderen preußischen Orte zur Einkommensteuer zu veranlagen sind, letzterem mitzuteilen. Ich erwarte, daß diese Bestimmung beachtet ist und daß der mitgeleilte auswärts belegene Grundbesitz und das Einkommen daraus bei der Veranlagung der Steuerpflichtigen in ihrer Gemeinde für 1908 berücksichtigt werden.
Die Sitzungen der Voreinschätzungskommissionen werden an Agenden Tagen stattfinden:
1. für den I. und IV.Bezirk (Wiudecken und Hüttett- gesäs;) den 29. November,
2. für den n. und VII. Bezirk (Eichen und Wachenbuchen) den 60. November,
3. für den VI. und Vin. Bezirk (Niederdorfelden und Bruchköbel) den 2. Dezember,
4. für den IX. und XIX. Bezirk (Rüdigheim und Niederrodenbach) den 3. Dezember,
5. für den III. und XL Bezirk (Ostheim und Grotz- krohenburg) den 4. Dezember,
6. für den V. Bezirk (Kilianstädten) den 5. Dezember,
7. für den XV1 und XVII. Bezirk (Bischofsheim und Langendiebach) den 6. Dezember,
8. für den XII. und XVlH. Bezirk (Dörnigheim und Langenselbold) den 7. Dezember,
9. für den X. und XV. Bezirk (Grostauheim und Bergen) den 9. Dezember,
10. für den XIV. Bezirk (Fechenheim) den 17. Dezember d. Js.
Die Herren Vorsitzenden der Vereinigten Vorein- schätzungskommisstonen ersuche ich, das gesamte Veranlagungsmaterial (Personenverzeichnis mit Gemeindesteuerliste, Kartenblätter mit Kontrolliste und Staatssteuerrolle) rechtzeitig ein- zuziehen und es der im Artikel 45 der vorerwähnten Aus- führungsanweisung vorgeschriebenen Prüfung zu unterziehen, auch seine Ergänzung und Berichtigung herbeizuführen.
Hanau den 6. November 1907.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommisston für den Landkreis Hanau.
St 5739 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Die Wafferleitungs- und Abortanlage zum Anbau der gewerblichen Fortbildungsschule soll unter Zugrundelegung der allgemeinen und besonderen Bedingungen für die Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Dienstzimmer des Direktors der gewerbl. Fortbildungsschule, Erbsengasse Nr. 1, zur Einsicht auf und können von dort bezogen werden.
Tie Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Freitag den 15. November, vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungsiermin einzu- reichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein der etwa erschienenen Anbieter.
Zuschlagsfrist 8 Tage.
Hanau den 7. November 1907.
Der Magistrat. 23119 PsndmMcmBmck für bett 8mM Haiiliii.
Die Vereinsmitglieder werden hiermit zu einer Mit' gliederverfammlung auf Samstag den i6. November 1907, nachmittags 3 Uhr, in das Gasthaus „z u m g o l d n e n Löwen" in Hanau ergebenst eingeladen und um ihr Erscheinen gebeten.
Tagesordnung:
Beschlußfassung über die auf Grund des Privatversiche- rungsgesetzes aufgestellte neue Satzung.
Ravolzhausen am 8. November 1907.
Der Vorsitzende.
Clauß. 23115
Gcfilildcnc und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 schwarzer Damen - Sammrtgürtel, 1 Silberkettchen mit goldenem Herz, 1 Kneifer, 1 silberner Ring mit rotem Stein.
Stehengeblieben: Vor der Kinzigbrücke 22 bei Westhof 1 Handpritschenwagen.
Verloren: 1 blaues Iockey-Knabenkäppchen, 1 Taschen- messer in Wildlederfutteral mit 2 Klingen, Schere, Pfriemen, Korkzieher und Feile.
Hanau den 8. November 1907.
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Politische Rundschau.
Der Kaiser besuchte gestern morgen den Reichskanzler. Um elf Uhr fand im Lustgarten wie üblich die feierliche Vereidigung der Rekruten der Garnisonen von Berlin und Umgegend statt. Außer den höchsten militärischen Würdenträgern und der Generalität waren u. a. zugegen die vorgestern aus Lützen in Berlin eingetroffenen schwedischen Offiziere und Unteroffiziere sowie eine größere Anzahl türkischer Offiziere. Die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria sahen die Feier von den Fenstern des Schlosses autz an. Der Kaiser erschien zu Pferde mit dem Kronprinzen von Schweden, gefolgt vom Kronprinzen und den Prinzen Eitel Friedrich und Oskar. Nach der Vereidigung hielt er mit lauter Stimme eine Ansprache. General v. Kessel brachte ein dreifaches Hurra auf den Kaiser aus. Nach einem Vorbeimarsch der Fahnenkompanie nahm der Kaiser dann auf dem innern Schloßhof eine große Reihe militärischer Meldungen entgegen. Das Frühstück nahm der Kaiser beim Offizierkorps des Kaiser Alexander-Regiments ein. — Die Kaiserin hat gestern vormittag im königlichen Schloß den Besuch des Kronprinzen von Schweden empfangen.
In der gestrigen Sitzung des Bundesrats ist über den Gesetzentwurf zur Aenderung des Börsengesetzes Beschluß gefaßt worden. '
Anrechnung als KriegSjahre. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Allerhöchste Order, betreffend die Anrechnung der Teilnahme an in den Jahren 1905 und 1906 in Deutsch-Ostafrika und Kamerun gelieferten Gefechten und ausgeführten Kriegszügen als Kriegsjahre.
Naturdenkmalpflege. Auf Veranlassung des Kultusministers hat sich kürzlich daS erste Provinzialkomitee für Naturdenkmalpflege in Breslau gebildet. An der vom Oberpräsidenten Grafen von Zedlitz einberufenen Versammlung beteiligten sich gegen 150 Personen, darunter der Vorsitzende des Provinziallandlags, Herzog von Ratibor, der Vorsitzende des Provinzialausschusses, Graf v. Stosch, die Landeshauptleute von Schlesien und der Lausitz, Vertreter der Regierungen, Oberbürgermeister Dr. Bender, die Fachprofessoren der Universität, Museumsdirektoren und Delegierte zahlreicher Vereine aus der ganzen Provinz. Nach einem orientierenden Vortrag des Staatlichen Kommissars für Naturdenkmalpflege in Preußen folgte die Konstituierung deS Provinzialkomitees, in welchem der Oberpräsident den Vorsitz übernahm. Zum Geschäftsführer wurde der um die Geologie Schlesiens wohlverdiente Universtlätsprofessor Dr. Gürich gewählt. Die jährlichen Verwaltungskosten werden durch Gemeinden, hauptsächlich durch die Provinz und die Stadt Breslau, sowie durch Vereine aufgebracht werden.
Der Deutsche Privatbeamten-Tag und die Techniker. Am 16. und 17. November werden bekanntlich in Frankfurt am Main die Vertreter von 800 000 deutschen Privatangestellten zusammen kommen, um die Frage der staatlichen Versicherung der Privalangestellten zu einem gewissen Abschluß zu bringen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Auch die Techniker, denen ihre Werke meist mehr am Herzen liegen als ihr eigenes Wohlergehen, nehmen mit wachsendem Interesse an der Privatbeamtenbewegung teil. Etwa 110 000 technische Privatangestellte werden auf dem Frankfurter Privatbeamtentag vertreten sein.
Breslauer Kriegergräber. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich spendete dem Breslauer Verein zur Erhaltung der Kriegergräber anläßlich der Errichtung eines Kriegerdenkmals für die 1866 Gefallenen auf dem Militärfriedhos in Breslau 1500 Mk.
In der Ausgleichskommiffton des österreichischen Abgeordnetenhauses bemerkte in der fort* geletzten Generaldebatte über die Arrsgleichsvorlage der Ministerpräsident gegenüber dem Vorwurf des Mangels des Programms, die Regierung beabsichtige, wenn sie durch die Erledigung des Ausgleichs die Hände frei bekommen würde, bit Lösung der nationalen Fragen weiter zu fördern und an die Lösung der großen sozialpolitischen Fragen, sowie an die Verwaltungsreform heranzutreten. Die Zeit der Anwendung des $ 14 sei hoffentlich für alle Zukunft definitiv vorüber. Der Ministerpräsident besprach eingehend den Ausgleich und erklärte, er wolle nicht behaupten, daß der gegenwärtige Ausgleich eine dauernde Regelung über 1917 hinaus mit sich bringe. Zweifellos habe das Parlament das Recht, den Ausgleich abzulehnen. Diejenigen, die ihn verwerfen, möchten aber selbst die Führung der Geschäfte dann übernehmen und entschlossen sein, den Kampf durchzuführen, dessen Kriegskosten die produzierenden sowohl wie die konsumierenden Klassen zu bestreiten hätten. Der Ministerpräsident betonte, daß die Armeefrage nicht in den Ausgleichkomplex gehöre, er sönne sich die Lösung dieser Frage nur im Rahmen der Einheitlichkeit und Gemeinsamkeit der Armee unter Aufrechterhaltung derjenigen Prinzipien, auf denen sie jetzt beruhe, denken. Er würde stets allen Trennungsbestrebungen entgegentreten, sich aber für die Lösung der Armeefrage auf der Basis der Gemeinsamkeit und der Einheitlichkeit einsetzen. Bezüglich der Bankfrage glaube die Regierung, das Richtige getan zu haben, indem sie sich die seinerzeitige Entscheidung offen gehalten und alle Maßnahmen getroffen habe, um zu verhindern, daß Oesterreich auf der weiteren Entwicklung dieser Frage ein Schaden erwachse.
Schweden und Norwegen. Der schwedische Minister des Auswärtigen v. Trolle übersandte der Zeitung „Stock- Holms Dagblad" wegen der verschiedenen Versionen über bie Stellung Schwedens zu den Verhandlungen betreffend den Novembertraktat folgende Erklärung: Anfang 1906 erhielten wir die Mitteilung, daß Norwegen beabsichtigte, Unterhandlungen über die Ersetzung des Novembertraklats durch eine allgemeine Garantie für das genannte Land einzuleiten. Bei dem damaligen Stand der Sache konnte unsererseits überhaupt keine Erklärung abgegeben werden, da selbstverständlich für eine Aeußerung ein zu diesem Zweck bestimmt ab- gefaßter Beschluß hätte vorliegen müssen. Indessen fand in der darauffolgenden Zeit ein Meinungsaustausch mit gewissen Mächten betreffend Inhalt und Zweck des Vorschlages statt,