1
GrßsS BUtt
Bezugspreis:
«tzrteljShrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auS» «artige Abonnenten mit dem betreffenden Poftaufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Eiurückuttgsgebühr;
Rotationsdruck und Verlag der Duchdruckerei bei verein. „ es. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stak- und Fankreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die sünfgespaltei« Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg, im RÄlamenteil die Zeile 35 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecke r in Hanau.
$L 6 Fernsprechanschltch Nr. 605.
Dienstag den 8. Januar
EMi»aNBiaww»7wm>^^
Fernsprechanschlich Nr. 605. 1907
Hierz« „Amtliche Beilage Nv. 1."
Amtliches.
Ziffer 7 der Vorschriften, für den Gewerbebetrieb der Personen, die fremde Rechtsangelegenheiten und bei Behörden wahrzunehmende Geschäfte besorgen, oder die über Vermögens- Verhältnisse oder persönliche Angelegenheiten Auskunft erteilen, vom 28. November 1901 (M.-Bl. S. 349) erhält folgende Fassung:
„Jedes Schriftstück, das der Gewerbetreibende in Verfolg eines Geschäftsauftrages an den König, an Behörden, oder an Privatpersonen richtet, muß auf der ersten Seite oben links am Rande mit seinem Namen, seiner Wohnung (Geschäftslokal) und der laufenden Nummer des Auftrages im Geschäftsbuche versehen sein. Dies gilt auch für Eingaben an den König oder an Behörden, die er durch den Auftraggeber oder durch Dritte aufsetzen, schreiben oder unterschreiben läßt. Solche Schriftstücke gelten im Sinne dieser Vorschriften als eigene Schriftstücke des beauftragten Gewerbetreibenden."
Die vorstehende Aenderung tritt sofort in Kraft. Berlin W 66 de^ 4. Dezember 1906.
Der Minister für Handel und Gewerbe.
J.-Nr. III 8870 Delbrück. V 7
Landkreis Fjanau.
SkkimtMknM des Königlichen Lnndrntsnmts.
In Mittelbuchen ist die Schweineseuche ausgebrochen. Die Gehöstsiperre ist angeordnet.
Hanau den 7. Januar 1907.
K Der Königliche Landrat.
J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Wir ersuchen, die Rechnungen für die Forderungen aus Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau einschl. derjenigen für die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke stets innerhalb 14 Tagen nach dem Vierteljahresschluß einzureichen. Die Rechnungen vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1906 ersuchen wir bis zum 15. Y. Mts. einzureichen.
Hanau den 7. Januar 1907.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 67
Städtisches 5
afferwerk.
Diejenigen, welche mit Zahlung des Wafsergeldes und der Kanalqebühren für Oktober / Dezember sowie der Voransbelastima für Jnni / Dezember 1906 noch im Rückstände sind, werden hierdurch aufgefordert, diese Rückstände bis zum 14» Jannar bei unserer Kasse, Leipzigerstraße 17, während der Stunden vormittags 81/»— 12^ Uhr und nachmittags 3—5 Uhr einzuzahlen, da vom 15. Januar ab die zwangsweise Beitrei- bnng der rückständigen Beträge erfolgen wird.
Hanau den 7. Januar 1907.
Die Wasserwerks-Direktion.
v. Gäßler. 668
Handelsregister.
Firma Ernst Dedolph, Sitz Großauheim: Unter dieser Firma betreibt der Apotheker Ern st Dedolph zu Großauheim ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmann. Hanau den 22. Dezember 1906.
Königliches Amtsgericht Aht. 5. 658
Schulnachrichten.
Obcrrealschule zu Hanan.
Anmeldungen zur Vorschule und zur Oberrealschule für das Schuljahr 1907 nimmt der Unterzeichnete von Montag den 14. bis Samstag den 19. Januar d.J., täglich vormittags von 10—12 Nhr, im Schulgebäude, Grimmstraße 25, entgegen. Hanau den 7. Januar 1907.
Der Direktor der Oberrealschule.
* vr. F. Schmid t.
Städtische höhere Mädchenschule.
Anmeldungen für das Schuljahr 1907 werden von
Montag den l4.bis Samstag den 19. Januar d.J., täglich vormittags von 11—IS1^ Uhr, im Schulgebäude, Steinheimerstraße 37, entgegengenommen.
Der Direktor. *
Bungen st ab.
Bei den Anmeldungen sind die Geburts- und Impfscheine sowie etwaige Schulzeugnisse vorzulegen.
An Stelle der Geburtsurkunde genügt auch die Vorlage des Familien-Stammbuches.
Zu Ostern d. Js. werden diejenigen Kinder schulpflichtig, welche bis zum 1. April d. I. das 6. Lebensjahr zurückgelegt haben. Doch finden auch diejenigen Kinder Aufnahme, welche bis zum 30. Sept. d. Js. 6 Jahre alt werden, sofern sie in körperlicher und geistiger Beziehung zum Schulbesuche reif erscheinen. 697
Gefundene und verlorene Gcaenstände rc.
Gefunden: 1 Kneifer, 1 Kontobuch für Frau Schröder, 1 Quittungsbuch der Zentralkranken- und Begräbniskasse für Anna Peter zu Oberrodenbachs 2 Mark und einige Pfennige bar, 1 Portemonnaie mit einigen Pfennigen, 60 Ansichtskarten, 1 Zehnmarkstück, 1 brauner Krimmerhandschuh ohne Lederbesatz (linker).
Verloren: 1 kleines schwarzes Handtäschchen mit einigen Pfennigen, 1 gelbes Damenportemonnaie mit 27 Mk. (bestehend aus einem 20 Mark-Schein, das übrige Kleingeld), 1 Herren-Schirm.
Abhanden gekommen: 1 Handwagen.
Entflogen: 1 großer grüner Papagei.
Hanau den 8. Januar 1907.
Hus Ban au Stadt und £and.
Hanau, 8. Januar.
* Bibelslimve. Heute abend 8^/, Uhr findet Bibel- stunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer F u ch s.
* Der LanÄesairsschuh ist gestern in Cassel zusammengetreten. Es stehen* die Haupt- und Einzeletats der Anstalten zur Beratung, ebenso die Vorlagen für den nächsten Kommunallandtag. Dem Hauptetat ist zu entnehmen, daß erfreulicher Weise dem Kommunallandtage eine Erhöhung der Bezirkssteuern nicht vorgeschlagen werden wird.
* Evangel. Vereinshans. Im Laufe dieser Woche, abends 8'/, Uhr, werden die Gebetsversammlungeu der Evangelischen Allianz unter Beteiligung der hiesigen Herren Geistlichen im evangelischen Vereinshause gehalten.
* Evangel. Vereinshans. Morgen abend findet der 3. Abonnements-Vortrag im evangelischen Vereinshause statt. Leider ist Herr Pfarrer Jäger verhindert den übernommenen Vortrag zu halten. Für ihn wird Herr Pfarrer Veidt eintreten, der im Dienste der Inneren Mission in Frankfurt tätig ist.
* Vrandstener-Erhebnng. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Brandsteuern vom 5. bis zum 11. d. M. im Leihbankgebäude (Römerstraße 7) entrichtet werden müssen.
* Gefechtsübung. Aus Seliqenst adt 7. Jan. wird uns geschrieben : Unser Städtchen stand heute im Zeichen des Mars. Die Besatzungstruppen der Garnisonen Babenhausen, Aschaffenburg, Hanan und Offenbach veranstalteten nämlich vom einbrechenden Morgen an im hiesigen Gemar- kungsgebiele und dessen diesseitiger und rechtsmainischer Nachbarschaft eine größere Gefechtsübung gegen einen markierten Feind. Nach der Generalidee sollte der ans dem „Freigerichte" zur Belagerung Seligenstadts heranrückende Feind zurückgeworfen und an der beabsichtigten Einnahme der Stadt verhindert werden. Die am rechten Flußufer aufgeworfenen Schützengräben schufen den „Belagerern" zwar eine günstige Position, die aber durch die Kanonade und das Gewehrfeuer der diesseitigen Truppen bald erschüttert wurde. Nichtsdestoweniger blieb die „Seligenstädter Schlacht" unentschieden. Die verschiedenartigen Waffengattungen verliehen der Szenerie einen echten Kriegscharakter, erhöht durch den dumpfen Ka- noueudouner, die schrillen Gewehrsalven und die prächtigen Ulanenangriffe. Erst nach 12 Uhr mittags rückten die manöve- rierenden Truppen unter fröhlich erschallenden Sangesweisen wieder nach ihren Garnisonen ab. Für einen der nächsten Tage ist eine Fortsetzung des heutigen buntscheckig' militärischen Schauspiels in Aussicht acnou'--
r * Turnerisches. Der geschäftsführende Ausschuß des IX. Kreises hat in seiner vorgestern in Gau-AlgesHeim stattgehabten Sitzung nachstehenden Arbeitsplan für 1907 aufgestellt : 17. Februar: Kreisvorfechterschule in Offenbach; 3. März: Kreisturntag in Marburg; 7. April: Versammlung der Leiter und Leiterinnen von Frauenäbteilungen in Darmstadt; 28. u. 29. September: Kreisvorturnerstunde in Wiesbaden.
* Stadttheater. Benefiz O. H. Müller. Gastspiel von Frau Müller-Rudolph. Der erste Benefiz- und Ehrenabend dieser Spielzeit wird morgen Herrn O. H. Müller, dem beliebten Mitgliede unserer Bühne gelten. Es gelangt Raimunds fesselndes und wirkungsvolles Märchendrama: „Der Verschwender" mit Frau Müller-Rudolph vom Großherzogl. Hoftheater in Darmstadt als Gast neu einstudiert zur Aufführung. Das bekannte Werk ist hier wie an allen größeren Bühnen bereits oftmals mit stärkstem Beifall gegeben worden, sodaß es sich erübrigt, auf die Vorzüge desselben nochmals hinzuweisen. Die geschätzte Künstlerin Frau Müller-Rudolph wird in diesem Stücke die Rolle der „Rosa" verkörpern und gibt ihr diese in umfangreichster Weise Gelegenheit, ihre glänzenden künstlerischen Eigenschaften sowohl in darstellerischer als auch gesanglicher Beziehung zu entfalten. Neben ihr wird der Benefiziant in der Rolle des „Valentin" einen Beweis von der Vielseitigkeit seines schönen Könnens erbringen können. Herr Müller hat sich durch seine wohlgelungenen Leistungen das besondere Interesse des Publikums erworben. Sein vielversprechendes Talent, sein Fleiß, gepaart mit einer scharfen Beobachtungsgabe, lassen für ihn eine Carriere erhoffen, die sich würdig an die seines Vaters, des früheren langjährigen Casseler Hofschauspielers, anschließen dürfte. Von seinen zahlreichen Rollen sei hier nur einer seiner trefflichen Verkörperungen gedacht, nämlich des „Struve" in „Stein unter Steinen", den der junge Künstler mit ausgezeichneter feiner Charakteristik in ganz hervorragender Weise zur Wiedergabe brachte. Wir wünschen von Herzen, daß ihm für seinen Fleiß auch morgen die Anerkennung nicht versagt bleibe und daß ihm ein recht volles Haus beschert sein möge. Die Titelrolle spielt Herr Hauser, den Kammerdiener „Wolf" wird Herr Steger geben. In der Rolle der „Lise" wird Frl. Emmy Müller, die Schwester des Benefizianten debütieren und znm ersten Male die Bühne betreten. In größeren und kleineren Rollen ist fast das gesamte Personal beschäftigt.
* Kmemato graphische Vorsnhrnngen im Jloitenverein. Die hiesige Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins veranstaltete gestern in den dank dem gefl. Entgegenkommen des hiesigen Ruderklubs, der seine prachtvolle Festdekoration hierzu bestehen ließ, herrlich geschmückten Sälen der „Centralhalle" kiuematographische Vorführungen aus dem Bereiche des See- und Marinewesens. Die einzelnen Veranstaltungen, nachmittags 2, 5 und 8 Uhr, erfreuten sich eines sehr guten Besuches und dürften allgemein befriedigt haben. Die Abendvorstellung erlitt leider durch eine Störung am Apparat eine längere Unterbrechung, doch half die Jn- fanteriekapelle mit munteren Weisen angenehm über die Pause hinweg, und außerdem wurden die Wartenden hinterher durch umso schärferes Erscheinen der Bilder entschädigt. Die Darbietungen gewährten einen interessanten Einblick in das Leben und Treiben an Bord von Handels-unir Kriegsschiffen, sowie in den Kampf derselben mit den dnrch Sturm aufgepeitschten Meereswogeu. Welch schauerlich-schönen Anblick bietet der Ozean, wenn die Wellen häuserhoch sich türmen, in weißen Gischt zerstieben und wieder in die Tiefe stürzen, eine schaumgekrönte, beständig wechselnde Berglandschaft, zwischen die das Schiff sich kämpfend hindurcharbeiten muß, ein Spiel der entfesselten Elemente, bald hoch oben auf den Wasserkämmen schaukelnd, bald schier begraben unter dem weitaufsteigenden Wogengebranse, um sich dann mühsam und unter Aufbietung all der gewaltigen Maschinenkräfte wieder hervorzuarbeiten unter dem dampfenden Gischt, den alles überflutenden Wassermassen. „Sleipner" im Sturm war in dieser Beziehung das schönste, das anschaulichste Bild von wunderbarer Naturtreue. Auch das moderne Rettungs- verfahren bei einem in der Nähe des Ufers verunglückten Schiffe wurde uns in schöner Deutlichkeit in allen seinen Phasen gezeigt, von dem Abschießen der Rakete, die ein Seil gegen 500 Meter weit ins Meer hinaus befördert, bis zum Wiedereinbringen des Rettungsbootes, in dem kühne Männer mit den aufgewühlten Wassern kämpften, um arme Schiffbrüchige dem Leben zn erhalten. Den Schluß der Darbietungen bildete eine Serie lustiger Szenen aus dem Alltagsleben, die die Stimmung erheiterten, die Lachmuskeln beschäftigten und dem Ganzen einen fröhlichen Abschluß gaben.