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Erscheint täglich mit Auömchme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage»
Nr. 234 Mernspr«ch«»schl»tz Nr. 605
Amtliches.
Eandkreis Ran au. Itkmtmaihmgta des Königlichen Lnndratsnmis.
Der Betrieb der Automaten „Hopp-Hopp" imb „Viktoria" stellt sich als eine Ausspielung im Sinne des § 286 Abs. 2 R.-Str.-G.-B. dar, bedarf also vorheriger obrigkeitlicher Genehmigung.
Hanau, den 27. September 1907.
V 9053
Der Königliche Landrat.
Z. V.r Siemon, Reg.-Assefsor.
Bekanntmachung.
Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Roggenftroh (Flegel- und ungepreßteS Maschinenstroh), Rogge«, Hafer und Wiesenheu diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen.
Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 8—12 Uhr vormittags sowie, mit Ausnahme am SamStag, von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen.
B Das Proviantamt vermittelt auch den Ankauf von Hülsenfrüchten, mit Ausnahme von Linsen, für die Armeekonservenfabrik in Mainz.
Hanau den 2. Oktober 1907.
_________Königliches Proviant-Amt. M 3982
Bekanntmachung
Für die Schutztruppe für Südwestafrika werden freiwillige Mannschaften, welche der Schutztruppe bereits angehört haben, sowie Mannschaften der Reserve aller Waffen angenommen Gebührnisse wie Schutzruppe.
Dienstverpflichtung 3*/, Jahr.
Zum Eintritt bereite Mannschaften haben sich bis spätestens 22. Oktober d. Js. beim zuständigen Bezirksfeldwebel zu melden, bei dem auch die näheren Bestimmungen eingesehen werden können.
Den nach Ablauf ihrer Dienstverpflichtung bei der Schutz- truppe, behufs Ansiedlung im Schutzgebiet verbleibenden Mannschaften können unter Umständen folgende Vergünstigungen gewährt werden:
1. Den ausgeschiedenen Schutztruppenangehörigen wird, falls sie auf Heimbeförderung verzichten und sich verpflichten, als Ansiedler im Lande zu bleiben, das Heimreisegeld als Ansiedlungsbeihilfe gezahlt.
Montag den 7. Oktober
2. Ausgeschiedene Schutztruppenangehörige werden beim Kaufe von Regierungsland hinsichtlich deS Preises bevorzugt, wenn sie ein eigenes Vermögen von mindestens 2000 Mk. nachweisen können.
8. Diejenigen ausgedienten Schutztruppenangehorigen, welche auf eigener Farm wohnen, können ein unverzinsliches Darlehen bis zum Höchstbetrag von 6000 Mk. bewilligt erhalten und finden hierbei gegenüber anderen Bewerbern in erster Linie Berücksichtigung.
Es wird bemerkt, daß selbstverständlich auf diese Vergünstigungen ein rechtsverbindlicher Anspruch nicht besteht.
BezirkSkommando Hanau.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 7. Oktober.
* Halbmast Aus Anlaß der Beisetzung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Baden haben heute sämtliche Staatsgebäude halbmast geflaggt.
* Fürstliche Reisende. Den hiesigen Ostbahnhof passierten behufs Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten in Karlsruhe gestern und heute eine Anzahl fürstlicher Personen. Mit Sonderzug fuhr heute früh kurz vor 8 Uhr der Kaiser durch, mit den fahrplanmäßigen Zügen passierten heute früh 6 Uhr 20 Min. der Kronprinz und der Großherzog von Mecklenburg, gestern nachmittag 3 Uhr 47 Min. und 7 Uhr 81 Min. der Herzog von Anhalt und der Großherzog von Oldenburg die Station Hanau-Ost.
* Erben gesucht. Am 2. März 1906 verstarb in Sachsen die Witwe Lina Günther geb. Bock unter Hinterlassung eines Vermögens von 12000 Mk., das dem FiSkuS zufallen wird, falls sich kein Erbe meldet. Wie man uns von dort mitteilt, sollen Verwandte in Hanau wohnen.
* Stadltheater. Spielplan vom 8. bis 13. Oktober. Dienstag den 8. Oktober: 1. literarischer Abend. Außer Abonnement. Zum ersten Male: „Salome", Drama von Oskar Wilde. Hierauf: Zum ersten Male: „Herb st- zauber", Mondscheinszene von Presber; Anfang */»8 Uhr.
— Freitag den 11.
— Mittwoch den 9. Oktober. I. Serie Nr. 4: ,.D e r Familientag" von Kadelburg. — Freitag den 11. Oktober. I. Serie Nr. 5: „D i e R a b e n st e i n e r i n" von Wildenbruch. — Sonntag den 18. Oktober. Nachmit
tagS 1/»4 Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen: „Flachsmann als Erzieher" von Otto Ernst. Abends 7 Uhr: I. Serie Nr. 6: Zum ersten Male: „Klein Dorrit", Lustspiel von Fr. v. Schönthan.
* Preisschiehen. Anläßlich des 4. Stiftungsfestes hielt die Zimmerstutzengesellschaft „Patrontasche" vergangene Woche in ihrem Vereinslokal ein Preisschießen ab, das sich
Fevuspr-chaufchlutz Nr. 605» 1907 ...........™™™ ......................■■■—■—<
reger Beteiligung seitens der Mitglieder erfreute. Die besten Resultate erzielten:
1. Preis mit
29
Ringen Anton Groß
2.
ff
ff
29
ff
Julius Fix
3.
ff
ff
28
n
Matth. Hasselbaum
4.
ff
ff
27
it
Hrch. Hagemann
5.
ff
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27
st
Fr. Müller
6.
ff
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27
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Fr. Menger
7.
ff
ff
27
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Herm. Moritz
8.
ff
27
0
Gottl. Gunckel
9.
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V
26
ff
Heinr. Meth
10.
ff
26
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Konr. Schlingloff.
Die besten Schützen auf Tabelle im abgelaufenen Vereinsjah^ waren Matth. Hasselbaum mit 129 Ringen und Konr. Schlingloff mit 128 Ringen, auf Serie Gottl. Gunckel mit 80 Ringen und Ernst Pilgram mit 29 Ringen. — Mit der gestern abend stattgefundenen Preisverteilung verknüpfte die Gesellschaft eine zwanglose Zusammenkunft Den Haupterfolg des abends hatte
mit ihren Angehörigen. Den Haupterfolg des abends hatte der für den humoristischen Teil gewonnene Humorist Herr Müller zu verzeichnen, der seine neuesten Schlager vom Stapel ließ und wohlverdiente Anerkennung seitens seiner Zuhörer fand. Mit einem Tänzchen schloß die kleine Feier, der wir noch hinzufügen wollen, daß Küche und Keller deS VereinS- wirtes Schulz nur Vorzügliches boten.
* Kriegsgericht. Ein Ulan von der ersten Eâkadrim des Hanauer Ulanenregiments nahm fich am Morgen des 12. September, als er auf Stallwache war, eine Karre, die er zum Reinigen des Stalles benötigte, einfach aus dem Bereich eines andern Beritts. Als ihn der Führer dieses. Beritts ein Sergeant, zur Rede stellte, brachte er zwar die Karre sofort wieder an Ort und Stelle, erlaubte sich aber, als ihn der Sergeant mit einem Schimpfnamen belegte, die Gegenrede, diese Titulatur treffe nicht zu, sondern er sei vorläufig noch Ulan. Nun ging der Sergeant nahe an ihn heran. Da sagte der Ulan: Herr Sergeant, bleiben Sie mir vom Leibe! In dieser letzteren Aeußerung hat das Standgericht eine Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft erblickt und den Ulan zu 14 Tagen strengen Arrests verurteilt. Auf die Berufung des Angeklagten ermäßigte das Kriegsgericht die Strafe auf Grund des § 98 des Militärstrafgesetzbuches auf die Hälfte, also auf eine Woche strengen Arrests, weil der Ulan von dem Vorgesetzten durch vorschriftswidrige Be-
Handlung gereizt worden war.
* Entsprungene Verbrecher. Wie aus Offenbach mitgeteilt wird, sind aus dem Philipps-Hospital bei Goddel- au zwei Verbrecher, Joseph B a r t i l l a und Philipp Stummhofer, entsprungen. Der letztgenannte hat noch 5 Jahre Zuchthaus zu verbüßen. Die Nachforschungen haben
Feuilleton
Hanauer Stadttheater.
= Hanau, 7. Oktober.
Einen starken Heiterkeitserfolg erzielte bei ihrer gestrigen Aufführung am hiesigen Stadttheater die Schwanknovität mit Gesang „Eine lustige Doppelehe" von Kurt Kraatz. Es ist ein tolles Stück, die lustigen Einfälle überstürzen sich, die handelnden Figuren werden in übermütiger Laune durcheinandergeworfen, unverstandene Frauen und unverstandene Männer lösen sich ab, die Frauenemanzipationsfrage.spielt hinein, schließlich wird mit einem Kunstgriff die schier unentwirrbar scheinende Verwicklung gelöst, die Zuschauer bezw. -Hörer sind auf ihre Kosten gekommen. Erzählen läßt sich der Inhalt eines solchen Schwankes nur sehr weitschweifig, deshalb verzichten wir darauf und verweisen unsere Theaterliebhaber auf die Wiederholungen des Stückes die nach dem gestrigen Erfolge nicht ausbleiben können. Zu dem Erfolge einer Novität gehört vor allem auch eine sorgfältige Darstellung, eine entsprechende Besetzung der Haupt- und Nebenrollen, alles Punkte, die bei der hiesigen Aufführung in vollem Maße zutrafen. Herrn Direktor Steffter, der die Novität in Szene gesetzt hatte, gebührt Anerkennung, daß er uns eine derartig abgerundete Vorstellung zu bieten vermochte. Die kundige Hand des verständnisvollen Regisseurs machte sich überall bemerkbar und bewirkte mit vor allem den Erfolg. Mit Lust und Liebe lagen die Darsteller der Erledigung ihrer Aufgaben ob, das Zusammenspiel war ein zufriedenstellendes, die Einzelleistungen waren durchgängig prächtige. Die in den Haupttollen beschäftigten Damen Stefanie »Rohn -Ressel, Lila Harves und nicht zum letzten Käti Horste« boten das besth was am neben war.
Aber auch die männlichen Rollen waren vorzüglich besetzt. Wir nennen vor allem Herrn Krack, der mit der Wiedergabe des Dichters Hein Müller eine Glanzleistung bot, Herrn Martin W i e b e r g als Rentier Reimers, der sich ebenfalls recht gut bewährte, Herrn Anton P r ö l s, der den ungarischen Erbonkel darzustellen hatte und sich auch mit dem Vortrag einiger zündender Kuplets auf diesem Gebiete erfolgreich einführte, Herrn Josef Commer als „Ulrich Bomstedt" aus Ungarn, sowie Werner B e r n h a r d y als Rechtsbeistand für Ehemüde. Zugleich bot der lustige Schwank Gelegenheit zu einer Massenentfaltung unseres Personals. Reizende junge Damen .(Stubenmädchen) führten zu Beginn der Vorstellung einen schonen Reigen auf, später wurde noch ein ungarischer Tanz geboten, der ebenfalls Herz und Sinne gefangen nahm. — Der Verfasser der Novität Herr Kurt Kraatz hatte noch in letzter Stunde telegraphisch gemeldet, daß er leider verhindert sei, zu erscheinen. Er wird einer späteren Wiederholung des Stückes beiwohnen.
Kunst und Leben.
Das Posener Stadttheater soll einem Umbau unterzogen werden. Wie Oberbürgermeister Dr. Wilms in der letzten Stadtverordneten-Versammlung mitteilte, habe sich die Regierung bereit erklärt, zu den auf 1 120 000 Mk. veranschlagten Baukosten 880 000 Mk. beantragen.
Im Wettbewerb um das in Dresden zu errichtende Denkmal des Königs Georg von Sachsen trugen der Bildhauer Prof. Wrba und der Architekt Stadtbaurat Erl - wein, beide zu Dresden, für ihren gemeinsamen Entwurf den ersten, Prof. S e f f n e r - Leipzig den zweiten Preis davon.
Herrmann Sudermanns Einakter-Zyklus „Rosen" hatte bei seiner Urpremière im Wiener Burg- theater nur einen geringen Gesamterfolg. Das erste Stück, «Margot", ist au gequält und gekünstelt, das letzte, „Die
ferne Prinzessin"/;» harmlos, um stärkeres Interesse hervorzurufen. Am besten ist das mittelste Stück „Der letzte Besuch", das an den Einakter „Fritzchen" erinnert und sich mit seinem starken dramatischen Tempo wohl dauernd auf der Bühne behaupten wird. Das Publikum behandelte den Dichter recht freundlich und Sudermann konnte wohl dutzendmale vor der Rampe erscheinen. Unter den Darstellern leisteten Reimers im ersten, Lotte Witt und Korff im zweiten, Retty und Treßler im dritten Stück Hervorragendes.
Im Stuttgarter Hoftheater ging am Samstag Oskar Wildes satirische Komödie „Der ideale Gatte" erstmalig in Szene. Der erste Akt wurde kühl ausgenommen, dann erwärmte sich das Publikum allmählich, und nach dem dritten und vierten Akt der fein abgetönten Vorstellung war der Beifall sehr lebhaft.
„Der Weg zum Erfolg", die vieraktige Komödie von Maximilian Böttcher, fand bei der Erstaufführung im Altonaer Stadttheater eine sehr freundliche Aufnahme. Di« Handlung des Stückes spielt in einem literarischen Milieu.
Walzerträume, die Operette von Oskar Straus, erzielte bei ihrer Premiere im Leipziger Stadttheater einen außerordentlich starken Erfolg. Die Hauptnummern mußten wiederholt werden.
„Die gelbe Gefahr", der dreiaktige Schwank von Kraatz und Okonkowsky, erzielte im Residenz-Theater zu Wiesbaden einen glänzenden und rauschenden Erfolg. Die glückliche und aktuelle Idee, eine kleine intrigante Japanerin als Hauptrolle einzuführen, gefiel dem Publikum sehr. Die Darsteller und Kurt Kraatz, einer der Autoren, wurden nady allen Aktschlüssen gerufen.
Albttmblätter.
Wenn du Gott wolltest Dank für jede Lust erst sagen, Du fändest gar nicht Zeit, noch über Weh zu klagen.