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7. Stint

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Sitte 5

Form der Kodifikation vor. An den Bestimmungen sind keine wesentlichen Veränderungen getroffen.

Minister v. Arnim entwickelt die Grundzüge des Ge­setzes, das der Schlußstein der Jagdgesetzgebung sei und endlich Ruhe schaffe.

Staatsminister Frhr. LuciuS o. Ballhausen er­klärt die Zustimmung der Linken. DaS Gesetz füllt eine Lücke aus. Eine dankenswerte Leistung ist die Kodifikation. Besonders günstig war es, daß sowohl Freisinnige wie Zentrum in die Abgeordnetenhaus-Kommission sehr jagd­liebende unb jagdverständige Herren entsandt hatten. Der Redner erinnert an alle frühern gescheiterten Versuche, hier etwas zustande zu bringen. Deshalb wollen wir auch keine neuen Anträge. Improvisationen sind hier gefährlich. (Sehr richtig.) Nur das werden wir hier genehmigen, waS die Regierung billigt. Nehmen Sie dieses Gesetz an, sonst Heißls auch da: Was du von der Minute ausgeschlagen, bringt leine Ewigkeit zurück.

Graf Mirbach: Wer glaubt, daß eine Einheitlichkeit möglich sei, übersieht die Verschiedenheiten der Verhältnisse. Aber genehmigen wir dieses Gesetz! Etwaige Unklarheiten und Härten können in ein oder zwei Jahren ja in einer Novelle beseitigt werden. Früher mar die Jagdgesetzgebung der Tummelplatz höchst bedenklicher politischer Agitationen. Daß die liberalen Parteien des Abgeordnetenhauses die Frage objektiv und ohne jede Spur politischer Agitation be­handelt haben, ist dankbar anzuerkennen. DaS ist für unser politisches Leben und für diese Materie ein außerordentlicher Vorteil.

Einige AbänderungS-Anträge des Grafen v. Keyser­ling? liegen inzwischen vor, werden aber abgelehnt.

DaS Gesetz wird in der Fassung der Kommission ange­nommen. Es geht also nochmals an das Abgeordnetenhaus zurück. Die Aenderungen sind aber fast nur redaktioneller Natur.

Samstag halb 12 Uhr: Teurungszulage, Rhein-Weser- Kanal und Rest des Arbeitsstoffes an kleinen Berichten und Petitionen. Schluß 1 Uhr.

Die Lane in Rußland.

Petersburg, 6. Juni. Großes Auffehen erregt ein Ar­tikel derNowoje Wremja" von Alexander Stolypin, dem Bruder des Ministerpräsidenten. In diesem Artikel tritt der Verfasser äußerst warm für den weiteren Bestand der jetzigen Duma ein. Allgemein werden diese Ausführungen dahin gedeutet, daß in Regierungskreisen sich plötzlich ein Umschwung zu Gunsten der^Duma sich vollzieht.

Petersburg, 6. Juni. In einer unter dem Vorsitz des Gehilfen des Handelsministers im Handelsministerium statt« gehabten Sitzung wurde beschlossen, daß ausländische Arbeiter und Beamte bei den Arbeiten auf der Insel Sachalin nicht zugelassen werden sollen. .Eine Ausnahme dürfte nur mit Zustimmung des Generalgouverneurs stattfinden.

Lovz, 6. Juni. In der Spinnerei von Pozmanski wurde der Direktor Eduard Reiß, der aus dem Elsaß stammt, von Terroristen erschossen.

Tiflis, 6. Juni. Der Kommandeur der Eisenbahnschutz­brigade und der Untersuchungsrichter in Signach wurden ermordet.

Sport

Die Herkonrerfayrt.

Würzburg, 6. Juni. Bei der Hentigen Herkomer-Fahrt von Eisenach nach Mannheim ging in den ersten Wegstunden strichweise ein starker Regen nieder. In der Nähe von Münnerstadt ereignete sich ein Unfall. Der Stöwer-Wagen

Nr. 13. von Friedrich MappeS-Heidelberg überschlug sich da­durch, daß er zu schnell einen Berg herunter kam und die Bremse nicht schnell genug funktionierte. . Die Insassen kamen unter den schweren Wagen zu liegen. Der Kontrolleur Graf Königsmarck von ben Darmstädter Dragonern konnte leicht verletzt unter dem Wagen hervorkriechen. Auch der Me­chaniker kam mit dem Schrecken davon. Der Fahrer dagegen erlitt eine blutende Kopfwunde. Der Wagen ist völlig zer­trümmert. Die ersten Wagen trafen in Würzburg um 10 Uhr ein, durften aber erst um 12 Uhr die Weiterfahrt nach Mannheim antreten, wo die Kontrolle erst um 5 Uhr ge­öffnet ist. Graf Arco vom Arbeitsausschuß ist gestern abend ebenfalls außer Gefecht gesetzt worden. Der Graf kam mit der linken Hand in die Kette seines Wagens. Das erste Fingerglied wird wahrscheinlich im Weimaraner Krankenhause amputiert werden müssen.

Mannheim, 6. Juni. Die heutige zweite Etappe der Herkomersahrt wurde durch Gewitterschauer erschwert. Als erster traf Wagen Nr. 9 (Ladenburg-Mercedes), zweiter Nr. 19 (Erle-Benz), dritter Nr. 1 (Porel auf de Dietrich) ein. Nachdem eine Anzahl Automobile, etwa 50, am Ziel versammelt waren, durchfuhren diese in feierlichem Zuge zu Ehren der Herkomersahrt die reichgeschmückte Stadt und be­gaben sich vor daS Schloß, wo der Großherzog und die Großherzogin in einer Equipage die Reihe der Kraftwagen entlang fuhren. Während der Fahrt hierher ereigneten sich verschiedene Unfälle. Kurz vor Mannheim wurde ein Gym­nasiast, der versuchte, vor einem herankommenden Automobil über die Straße zu laufen, von diesem, trotzdem der Führer des Wagens bremste, erfaßt und beiseite geschleudert; er erlitt einen Oberschenkelbruch. Der Präsident des Arbeits­ausschusses der Herkomersahrt, Graf Arco, verletzte sich nicht unerheblich an der linken Hand, mit der er in das Getriebe seiner Maschine kam.

Kunst und Leben.

Felix Mottl. Das Abschiedsgesuch des Generalmusik­direktors Felix Mottl in München ist vom Prinz-Regenten unter Würdigung der künstlerischen Bedeutung Mottls für München nicht genehmigt worden.

Ellen Key über die Trinksitten imdritten Reiche". Soeben ist als 3. Band derLebenslinien" der geistvollen Skandinavierin das BuchPersönlichkeit und Schönheit" erschienen. (Uebersetzung von Francis Maro, Verlag von S. Fischer, Berlin). Darin äußert sich E. Key u. a. auch über das gesellige Leben in der von ihr prophe­zeiten, jetzt herannahenden Epoche, die sie alsDas dritte Reich" bezeichnet. Die heutigen Formen der Geselligkeit, so führt sie aus, sind keineswegs geeignet, uns eine wirkliche Lebenssteigerung empfinden zu lassen. ES gibt eine Art ge­selligen Zusammenseins, wo die Menschen nur als Säcke für Lebensmittel auftreten, alsDurchgangsorte für Essen und Trinken". Geselligkeit bedeutet hier nur, daß man voller wird als gewöhnlich. UeberauS wichtig wäre die Reform der Trinksitten. Mit dem einfachen Predigen von Abstinenz ist hier keineswegs geholfen. Man kommt zusammen, um eine Befreiung, eine Lebeussteigerung zu erfahren. Nun trägt ein gewisses Maß von Alkohol zweifellos dazu bei, unter den Teilnehmern der Gesellschaft eine angenehme Stimmung hervorzurufen. Darum kann man im Verkehrs­leben die Trinksitten nie dauernd ausrotten, man muß nur versuchen, sie rationell umzugestalten. Wir müssen also be» strebt sein, nur soviel Alkohol zu genießen, daß er unter der Giftwirkung bleibt, und mit aller Kraft auf die Aus­

rottung der schädlichen Trinksitten hinwirken. Am besten erreichen wir dies, wenn wir den Alkohol durch anderes gesellige Vergnügungen ersetzen. Ein wirklich schönes Ge- sellschaflsleben kann einen alkoholfreien Rausch erzeugen. Für die Jugend ist der Tanz aber nicht der auf Bällen übliche, sondern der wiederbelebte Volkstanz, wie er i« Schweden seit einem Vierteljahrhundert in allen Gesellschaft*» klassen Eingang gefunden hat der beste Ersatz für den- Alkohol.

Landwirtschaftliches.

Besserung der Ernteaussichten in Rußland» Petersburg, 5. Juni. In sämtlichen Gegenden dr8 Südostens und des Südwestens, sowie in Südrußland und in Polen herrscht seit drei Tagen ein ausgiebiger Regen, Dadurch sind die Ernteaussichten für da- Sommergetreide bedeutend besser geworden.

Hus Dab und fern.

Birstein, 4. Juni. Heute mittag verschied in Hanau, wohin er fich in das Diakonissenhaus zu einer Operation begeben hatte, Herr Postverwalter a. D. Gundlach im 75, Lebensjahre. Der Verstorbene war eine in der ganzen Gegend bekannte, beliebte und geachtete Persönlichkeit, der in seinen verschiedenen Aemtern, die er Zeit seines Lebens bekleidete, mit dem größten Teile der Bewohnerschaft der Gegend zu- sammenkam. Beinahe 40 Jahre lang stand er dem Post- amte in Birstein vor; er war Beigeordneter der Gemeinde Birstein, Standesbeamter, Kirchenältester, Schiedsmann, AmtS- anwalt und die letzten 10 Jahre auch Kassierer des Vor- schußvereins Birstein. In ihm verliert die Gemeinde einen verdienten Mitbürger, dessen Hinscheiden allgemeine Teilnahme erregt hat.

Oberweset, 5. Juni. Hier ist in der letzten Nacht ein gewaltiger Brand ausgebrochen, welcher zehn zweistöckige Häuser und eine große Scheune einäscherte. Im Hause der Witwe Weiler brach das Feuer zuerst aus und verbreitete sich außerordentlich schnell über bett ganzen Häuserblock. Die Feuerwehr, welche nur aus freiwilligen Bürgern bestand^ war machtlos. Dem Weingutsbesitzer Hammes sind 23 000 Liter Wein verbrannt. Die Vorräte von zwei Kolonial­warengeschäften, sowie die mit Heu und Stroh angefüllte Scheune gaben den Flammen reichliche Nahrung. Drei Häuser gehörten der Witwe Weiler. Diese, eine alte Frau, erlitt, als sie von dem Brande hörte, einen Schlaganfall und wäre verbrannt, wenn ein Mann sie nicht mit Gefahr für das eigene Leben aus dem lichterloh brennenden Haus« geholt hätte. Das Haus stürzte sofort hinter Hjm zusammen« Die durch ben Schlaganfall gelähmte Frau Weiler ist am Nachmittage gestorben. Die sämtlichen Abgebrannten, unge­fähr fünfzehn Familien, konnten nur das nackte Leben retten, Möbel, Schmucksachen, sogar das bare Geld ging verloren. Die meisten Leute waren versichert, einige jedoch nicht. Der Schaden beziffert sich auf ungefähr 170200,000 Mk.

GebrauchS-Mu st er.

Nr. 301 630. Flach zusammenlegbarer dreiteiliger Tisch. Fa. Carl Wagner jr. in Offenbach a. M., vom 23. Februar 1907 ab. W. 21 951

Kl. 34i

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen Gattin, Mutter, Groß- inutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Katharine Loos

besonders dem Herrn Pfarrer H e r ch e n r ö t h e r für die trostreiche Grabrede, sagen hierdurch innigsten Dank.

Langendiebach den 7. Juni 1907.

12133Ü

Die trauernden Hinterbliebenen.

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^

Statt jeder besonderen Ansage.

Teilnehmenden Freunden, Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, daß gestern morgen 5'/, Uhr unser guter Bruder, Onkel und Großonkel

Franz Figueroa

sanft verschieden ist.

Hanau den 7. Juni 1907

Langenselbolder Inserate

Sonntag den 9.3nni, nachmittags 3 Uhr,

findet im Gasthaus»um Engel" in Langenselbold eine

Bürger- Versammlung

Gniätliche VersteigerliM.

Samstag Vèn 8. Juni 1907, nachmittags 3 Uhr, sollen im Gast­hauszur Kartaune" Salzstr., hier:

17 Bände Meyers Lexikon öffentlich gegen Barzahlung zwangs­weise versteigert werden.

Hanau den 7. Juni 1907.

Knothe,

Gerichtsvollzieher k. A., Schnurstr. 2. 12131p

statt, in welcher Herr Greenu! ans Frankfurt sprechen wird. 11934n Langenselbold den 1. Juni 1907.

Der Einberufer»

Mr. Resemir zu lause» gchcht.

Nähere» Salzstraße 81. 12366p

Gârtnerstratze «6, 1 Treppe, möbl. Zimmer au verm, 12198«

Die Beerdigung findet Samstag, nachm. 3 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, statt. 12087f

Die trauernden Hinterbliebenen:

Philippine Figueroa.

Familie Meyer n. Viehmann.

50 Millionen sagten Sie?

Jawohl, 50 Millionen Päckchen hat

Dr. Oetker

letzte» Jahr von seinen Präparaten, wie Back- und Pudding- Pulver, versandt. Das ist ein Beweis, wie preiswert und praktisch diese kleinen Artikel sind. Sie sind in jedem besseren Geschäfte zu haben. 1 Stück 10 Pfg., 3 Stück 25 Pfg.

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