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Gellcral-Anzeiger

Kiiltlllheg Orgllll für Stadt- nun Fandkreis Kana».

Erscheint täglich mit Ausnabme der Soun- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Beeoatiwtil. Redakteur: S. Schrecker bi H««.

91t. 106 Fkknsprechanschlutz Nr. 605

Dienstag den 7. Mai

Mernsprrchanschlutz Nr. 605. 1907

Sie heutige Nimm umfaßt außer ß.tlnterhaltuugSßlatt

_________14 Seiten.

Amtliches.

Eandkreis Banau. Bekanutmaeßungen des Migliijeu Laudratsaints.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises, in deren Bezirke auswärts veranlagte Ge­werbebetriebe belegen sind, mache ich auf die Vor- schrift im Artikel 40 Nr. 2 der Gewerbesteuer-Anweisung vom 4. November 1895 aufmerksam, wonach das auf ihre Gemeinde (Gutsbezirk) zum Zwecke der kommunalen Be­steuerung entfallende Gewerbesteuersoll durch Summierung der in Spalte 7 der Rolle und der Nachweisung nach Muster 22 verzeichneten Beträge am Ende der Rolle zu berechnen und diese Berechnung unterschriftlich zu vollziehen ist (vergl. Muster 12, Seite 160 a. a. O.)

Das Ergebnis der Berechnung ist mir bis zum 20. d. Mts. und zwar unter Mitteilung der auf die einzelnen Gewerbesteuerklassen entfallenden Summen anzuzeigen.

In Gemeinden und Gutsbezirken, in welchen sich aus- Märts veranlagte Betriebe nicht befinden, hat sich diese An­zeige auf die Gesamtsumme der in Spalte 7 der Rolle ver­zeichneten Beträge und bte auf die einzelnen Gewerbesteuer- Waffen entfallenden Summen zu beschränken.

Hanau den 4. Mai 1907.

Der Königliche Landrat.

8t 2625 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.______

Gkfimdrne und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 90 Pfg. und zwei Freimarken, 1 silberne Damen-Uhr. Empfangnahme auf dem Bürgermeisteramt Marköbel.

Hus Banau Stadt und Eand.

Hanau, 7. Mai.

* Passiert. Auf der Reise von Schlitz nach Wiesbaden passierte heute früh Se. Maj. der Kaiser im Sonderzuge die Station Hanau-Ost.

* Umsatz- und Werizuwachssteuer. Im amt­lichen Teile des heutigen 3. Blattes wird die neue Umsatz- und Wertzuwachssteuer-Ordnung der Stadt Hanau ver­öffentlicht.

* Bibelftunde. Heute abend 8^$ Uhr findet Bibel­stunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs. Herr Pfarrer Fuchs wird über die Wunder Jesu sprechen.

* Versetzt. Amtsrichter Dr. Lucas in Langenselbold wurde an das Amtsgericht Wiesbaden (vom 1. Juni ab) versetzt.

* Die Herren Detail-Kanslente werden mit Bezug auf die heute wiederholte Annonce erinnert an die Einsendung ihrer Vollmachten zur Sektionsversammlung der Lagerei- Berufsgenossenschaft am 11. d. Mts.

* Die Zentralstelle sür das Gefangenen-Für- sorgewesen in der Provinz Hessen-Nassau hielt am Donnerstag nachmittag unter dem Vorsitz des Generalleut­nants z. D. Leo aus Cassel imSteinernen Haus" in Frankfurt a. M. ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Als Vertreter der Konsistorien in Wiesbaden und Frankfurt war Konsistorialprästdent D. Dr. Ernst aus Wiesbaden, als Vertreter des Bischofs von Limburg Prälat und Stadtpfarrer Keller aus Wiesbaden und als Vertreter des Frankfurter Magistrats Syndikus Dr. Luppe erschienen. Außerdem waren eine ganze Anzahl bedeutender Persönlichkeiten, in der Hauptsache Justizbeamte und Geistliche, aus Frankfurt, Wiesbaden, Cassel, Hanau, Darmstadt, Diez usw. anwesend. Nach dem Jahresbericht besteht die Zentralstelle aus 5 Ver­einen, dem Gefängnisverein in Frankfurt mit 991 Mit­gliedern, dem Fürsorgeverein im Landgerichtsbezirk Hanau mit 200 Mitgliedern, dem Verein zur Fürsorge für entlassene Gefangene in dem Regierungsbezirk Cassel mit 472 Mit­gliedern, dem Nassauischen Gefängnisverein in Wiesbaden mit 1565 Mitgliedern und dem Verein zur Fürsorge für entlassene Gefangene in Ziegenhain mit 135 Mitgliedern. Insgesamt hat also die Zentralstelle 3363 Mitglieder. Das Gesamtvermögen der 5 Vereine beträgt 135 268,51 Mk., worunter der Faankfurter Verein mit einem Vermögen von 111 957,01 Mk. an der Spitze marschiert. Die Tätigkeit der einzelnen Vereine war eine sehr rege und ausgedehnte. Der Minister bat der Zentralstelle auch für 1907 wieder

einen Staatsbeitrag von 1000 Mk. bewilligt. Die Ein­nahmen der Zentralstelle betrugen im abgelaufenen Jahre 3285,40 Mk., die Ausgaben 2216,60 Mk., so daß ein Be­stand von 1068,80 Mk. verblieb. Der Bericht wurde nach kurzer Debatte genehmigt. Dem Verein Ziegenhain wurde eine Beihilfe von 300 Mk. bewilligt und weiter beschlossen, dem Hilfsverein in Hamburg, der sich u. a. die Aufgabe gestellt hat, Bestrafte über See unterzubringen, im einzelnen Falle eine Beihilfe bis zu 300 Mk. zu gewähren. Zur Versammlung des Verbandes der deutschen Schutzvereine in Mannheim wird die Zentrale 1, der Frankfurter Verein 2 Delegierte entsenden. Es folgte weiterhin eine lebhafte Diskussion über die Frage des Ersatzes der Polizeiaufsicht durch die Tätigkeit der Fürsorgevereine. Es handelt sich um die Durchführung eines Ministerialerlasses, in dem gesagt ist, daß die Fürsorgevereine sich der entlassenen S'.rafge- fangemn, die unter Polizeiaufsicht stehen, annehmen können und daß dann für diese die Polizeiaufsicht außer Kraft.tritt. Verschiedene Redner brachten Fälle zur Sprache, in denen die entlassenen Sträflinge Arbeit gefunden hatten. Durch falsches Eingreifen der Polizei und anderer Behörden kamen sie um ihr Brot und wurden dann zum Teil sogar rückfällig. Derartige Vorkommnisse sollen eben durch das Eintreten der Fürsorgevereine vermieden werden. Die Zentralstelle wird, dahin einigte man sich schließlich, den Polizeibehörden in Frankfurt, Cassel und Wiesbaden mitteilen, daß die Vereine in den drei Städten die Fürsorge für unter Polizeiaufsicht stehende Personen übernehmen und in jedem einzelnen Falle den Behörden bemerken, wer das Amt des Fürsorgers über­nommen hat. Weiterhin wurde zur Sprache gebracht, daß die Gerichtskaffen bei Einziehung von Gerichtskosten und Haftgeldern oft mit großer Härte vorgehen. Geheimrat v. Reden, der Vorsitzende des Frankfurter Vereins, machte zu diesem Punkte der Tagesordnung verschiedene Mitteilungen und hob hervor, daß eine Stundung dieser Beträge, auch eine Ratenzahlung unschwer durchzuführen sei. Pfarrer Götze ans Preungesheim sprach über die geplante größere Ausge­staltung der Hauptversammlungen der Zentralstelle. Fortan sollen die Vertrauensleute zu den Versammlungen geladen werden, für welchen Zweck als Reisekosten usw. 600 Mk. bewilligt wurden. Zur Deckung dieser Kosten sollen die Beiträge der einzelnen Vereine zur Zentrale um etwa 1 Prozent erhöht werden. Schließlich wurde noch der Bei­tritt zur Zentralstelle für Volkswohlfahrt in Berlin (durch Vermittelung des Schutzverbandes) beschlossen. Dem kürzlich gegründeten Mitteldeutschen Verband für gemeinnützige Ar­beitsnachweise sind die einzelnen Vereine, mit Ausnahme des Wiesbadener Vereins, beigetreten, so daß von einem Beitritt der Zentralstelle abgesehen werden konnte. Den Ort der nächsten Generalversammlung bestimmt der Vorstand. An die Verhandlungen schloß sich ein Vortrag des Psychiaters Dr. Longard aus Sigmaringen über die neueren Reform­bestrebungen bezüglich der strafrechtlichen Behandlung im Lichte der Gefangenenfürsorge.

* Wohmtngsschwindlcr. Die beiden Ganner, welche in Hanau, Wiesbaden und Frankfurt a. M. bei Einsicht­nahme von Wohnungen Diebstähle ausführten, haben auch in Mainz das gleiche Manöver ausgeführt. Die in Hanau gestohlene goldene Damenuhr trägt auf dem Gehäuse die Nummer 149 959, ferner die Fabriknummer 27 441 (ein- graviert).

* Frankfurter Maschinenfabrik Aktiengesell­schaft, Frankfurt a. M. bezw. Grotzauheim. Die Gesellschaft hat gestern ihren Konkurs angemeldet. Die Ver­waltung sendet derFrkf. Ztg." darüber die folgende Mit­teilung: Wie bekannt, wurde im Jahre 1904 eine teilweise finanzielle Reorganisation des Unternehmens vorgenommen, die aber nicht ausreichte, um die damals bestehende Unter­bilanz vollständig zu beseitigen. Die Hoffnungen, die sich an die Verlegung der Fabrik in das neu errichtete Fabrik­gebäude in Großauheim bei Hanau knüpften, haben sich nicht erfüllt, und das Jahr 1905 brachte eine weitere Erhöhung > der Unterbilanz. Die Bilanz für das Jahr 1906 wurde unter Mitwirkung der Revisions- und Vermögensverwaltungs- Aktiengesellschaft in Berlin aufgestellt. In dieser Bilanz sind die Betriebsanlagen- und Vorröte-Konti auf Grund der gegenwärtigen Zeitwerte neu ausgenommen, wodurch einzelne dieser Konti erheblich reduziert wurden. Die Bilanz ergibt ein weiteres Anwachsen bet' Unterbilanz, welche jetzt das Grundkapital übersteigt. Deswegen war der Vorstand durch § 240 Abs. II des H- G. B. genötigt, die Konkurseröffnung zu beantragen. Hauptgläubigerin ist die Pfälzische Bank, deren Forderung durch hypothekarische Einträge und andere Sicherheiten zu einem großen Teil gedeckt ist. Jin Anschluß | hieran wird der «Frkf. Ztg." von orientierter Seite noch folgendes 2

berichtet: Nachdem die zuletzt im Jahre 1906 mit einzelnen Groß-Aktionären geführten Unterhandlungen wegen Reorgani­sation der Gesellschaft unter Mitwirkung der Aktionäre zu keinem Resultat geführt haben, hat sich die Pfälzische Bank entschlossen, durch weitere Gewährung von Bankkredit die Mittel zur Verfügung zu stellen, die notig waren, um das Geschäft weiterzuführen. Veranlaßt wurde sie hierzu dadurch, daß von verschiedenen Seiten eine günstige Beurteilung der Fabrik-Anlagen ausgesprochen wurde, und weil im Hinblick auf die gute Entwicklung von Konkurrenzfabriken darauf ge­rechnet werden konnte, daß auch die Frankfurter Maschinen­fabrik wieder zu Erträgnissen gelangen müsse. Diese Hoff­nungen haben sich nicht erfüllt. Nachdem die unter Mit­wirkung der Revisions- und Vermögensverwaltungs-Aktien­gesellschaft in Berlin aufgestellte Bilanz pro 1906 ein An­wachsen der Unterbilanz über das Kapital hinaus aufwies, mußte der Konkurs erklärt werden. Es sind schon seit längerer Zeit Unterhandlungen wegen Verkaufs der Fabrik im ganzen geführt worden, und es sind auch z. Zt. derartige Unterhandlungen im Gange, deren Resultat aber aus den vorher mitgeteilten Gründen nicht abgewartet werden konnte. Jedenfalls soll auch aus diesen Gründen alles getan werden, um den Betrieb der Fabrik aufrecht zu erhalten. Nachdem durch die Aufstellung der Bilanz pro 1906 durch Neuauf­nahmen und starke Abschreibungen ein Status geschaffen worden ist, der annehmen läßt, daß die Aktiva zu den jetzt aufgenommenen Werten realisierbar sind, besteht die Möglich­keit, den Verkauf im ganzen aus der Konkursmasse zu be­werkstelligen und diese Bestrebungen sollen eifrig verfolgt werden.

* Gemeinnütziger Verein Kesselstadt. In der Mouatsversammlung vom 5. März d. J. wurde vom Vor­stand die Frage angeregt, ob es nicht angebracht sei, durch eine entsprechende Eingabe beim Landgräflichen Hofmarschall­amt um Oeffnen des hiesigen Schloßgartens fürs Publikum zu bitten. Leider ist das vom Vereinsvorstand abgesandte Gesuch nicht berücksichtigt worden. Das Hofmarschallamt hat unterm 25. April erwidert:Auf Ihre Eingabe vom 2. b. Mts. erwidern wir Ihnen, daß Seine Königliche Hoheit der Landgraf die Oeffnung des hiesigen Schloßgartens für die Oeffentlichkeit in Folge mancherlei daraus entstehender Konsequenzen und Unzuträglichkeiten nicht wünschen und die Genehmigung des Gesuchs abgelehnt haben. Wir bedauern, keinen günstigeren Bescheid geben zu können."

* Konzert aus dem Forsthans. Am Himmel­fahrtstage wird auf dem Forsthause die Ulanenkapelle kon­zertieren.

St. Bäderfrequenz. Baden-Baden 10 117, Homburg 1001, Kissingen 826, Wiesbaden 39 517.

* Schwerer Antomobilnnsall im Taunus. Aus der Rennstrecke um den Kaiserpreis hat sich am Sonntag nachmittag ein schwerer Automobilunfall zugelragen, der ein Menschenleben forderte. Ein die Straße von Esch nach Glashütten fahrendes Automobil fand oberhalb von Esch ein umgestürztes Automobil einer belgischen Fabrik mit der Start­nummer 16. Das Auto war im sogenannten Weichenbacher Stich, einer der gefährlichsten Kurven der Rennstrecke, gegen einen Baum gerannt und wurde bann einen steilen Abhang hinuntergeschleudert. Der Führer des Autos, ein Ingenieur Pfeuter, angeblich Schwiegersohn des Fabrikanten, war bei dem Sturz gelötet worden, während der Chauffeur Ver­renkung des Armes und schwere Hautabschürfungen erlitt. Das Automobil war total zertrümmert worden. Eine Gc- richtskommission von Idstein nahm noch am Sonntag eine Untersuchung an der Unfallstelle vor.

st. Ostheim, 7. Mai. (M aikäferplage). Kaum ist die Natur aus ihrer langen Lethargie erwacht, so sind auch schon die gefräßigen Maikäfer lebendig geworden und in ungeheuren Massen besetzen sie in unserer Gegend die Obstbäume, an diesen großen Schaden anrichtend. Eine rasche Vertilgung biefeS schädlichen Insekts ist hier unbedingt vonnöten, um uns die Obstfrüchte zu erhalten. Den Käfern ist am besten am frühen Morgen beizukommen, wo sie er­starrt sind und leicht von den Bäumen abgeschüttelt werden können. Die gesammelten Käfer werden nicht etwa in di« Erde gegraben ober ins Wasser geworfen, sondern zerstampft, in welcher Gestalt sie auch einen ' trefflichen Zusatz zum Dünger abgeben.

8 Wachenbuchen, 6. Mai. (Lehrergehälter^ Die Gemeindevertretung erhöhte die Alterszulage der Lehre, vom 1. April ab auf 180 Mk. Daß der betreffende Be­schluß einstimmig gefaßt wurde, verdient besondere Aner­kennung und mag den Gemeinden, die bis jetzt sich ablehnend verhalten, als weiteres nachahmenswertes Beispiel gelten.