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«M-tjährlkH 1,80 Wit, monatlich 60 Pfg., für aul« •âstige Abonnenten mit de» betteismden PostaufschUiL, Die euijdne Nummer kostet 10 Pfg»
QUatUaibniJ und Verlag der Buchdrucker» des Mtdx.
Amtliches Organ für Stadt- und FandLreis Sana«.
a, SaLjeahauke» ia Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sinn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrüSnagSzebähr ;
Die iLsf-ri-Llteu« PetitzaU oder da« Rax» SB U^ tat greklamenteil die Zeil« Ä Pfg.
Baantroorll. Redakteur: G. Schrecker ta Hanan,
Mx. 56 Fernsprechanschlutz Nr. 605.
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Amtliches.
Eandkreis Ranau.
Bekamtmchmgkil des Sönieliijen LmdntSamts.
Unter Aufhebung meiner Verfügung vom 28. Juli 1905 — V 4953 — bestelle ich widerruflich den Tierarzt Hufnagel hier zum Schlachtvieh-, Fleisch- und Trichinen- beschauer für den Schaubezirk Neuhof und den Veterinärrat C o l l m a n n in Kesselstadt tu seinem Stellvertreter.
Hanau den 2. März 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1282 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Nn die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher dès Kreises.
Wie in den Vorjahren so sollen auch in diesem Jahre Erhebungen über die Hagelwetter-, Hochwasser- und Ueber- schwemmungsschäden stattfinden.
Ich habe ein Erhebungsblatt an Sie abgesandt. Dasselbe ist sorgfältig aufzubewahren und nach Ausfüllung am 81. Dezember 1907 an mich zurückzusenden. Die Rücksendung must auch dann geschehen, wenn keine Hagelwetter oder Wasserschäden vorgekommen sind.
Hanau den 5. März 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1525 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Die Ausführung der Pffasterarbeiten zur Herstellung von erhöhten Bürgersteigen in der Herrn- und Langstraßc soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen im Wege der öffentlichen Ausschreibung verdungen werden.
Angeboisscheine und Verdingungsunterlagen liegen im Sladt- bauamt, Rathaus Zimmer Nr. 19, zur Einsicht aus und können von da bezogen werden.
Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungsiermin am 16. März, vormittags 12 Uhr, einzusenden.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagstrist 4 Wochen.
Hanau den 2. März 1907.
. Der Magistrat.
Bode. 5025
Bekanntmachlinft.
Samstag den 9. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, werden auf dem Zentralfriedhose hier 11 Dichten- stämme und 13 Hansen Oberholz gegen sofortige Barzahlung öffentlich versteigert.
Hanau den 6. März 1907.
Stadthimptkasse. 5038 Gefundene und verlorene Geuenstände re.
Gefunden: 1 gelbe wollene Pferdedecke mit schwarzen und roten Streifen (auf der Straße Dörnigheim-Mainknr), 1 großes grünes Portemonnaie mit etwas Inhalt, 1 schwarzer Herren-Pelzkragen und ein weißseidener Kragenschoner (in einer Wirtschaft liegen geblieben), 1 weißer Kinder-Schlauer (aufgestickt Mamas Liebling>.
Verloren: 1 schwarzer langer Damenhandschuh, 1 braune wollene Pferdedecke, 1 Port-monnaie mit 3 M. Inhalt, 1 grauer Gummiumhang, 1 schwarzes Portemonnaie mit 15 M. Inhalt (in der kl. Hainstraße), 1 Metzgertuch.
Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.
Zugelaufen: 1 junger schwarzer langhaariger Hund.
Entlaufen: 1 brauner Dachshund.
Hanau den 7. März 1907.
Politische Rundschau.
Lehrerbesoldrtttflsaeseh. In der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses kündigte gestern zur freudigen Ueber- raschung der Mitglieder der Kultusminister v. Studt an, daß das Lehrerbesoldungsgcsetz dem Hause in der nächsten Session vorgelegt werde. Es soll, wenn das Haus die Beratung entsprechend erledigt, am 1. April 1908 in Kraft treten. Der Abg. Frhr. v. Zedlitz zog daraufhin seinen für diese
Donnerstag den 7. März
Session gestellten Antrag (Beihilfe von 100 Mark für alle Gehälter unter 1200 Mark) zurück.
Staatsminister a. D. v. Bötticher ist gestern mittag in Naumburg a. d. S. gestorben.
Rus Ranau Stadt und Eand.
Hanau, 7. März.
* Bolkskirchenko^zert. — Hauptprobe. Zu dem am Sonntag abenb ’/a8 Uhr in der Johanniskirche stattfindenden Volkskirchenkonzert sind von heute an Programme (â 10 Pfg.) im Vorverkauf bei Herrn Lehmann, Iohanniskirchplatz, zu haben, Da voraussichtlich die Nachfrage eine sehr starke werden wird, dürfte es sich empfehlen, sich rechtzeitig mit Programmen zu versehen. Zugleich weisen wir noch darauf hin, daß Herr Pfarrer B är an dem Abend eine kurze, der Bedeutung der Feier e n t s p r e ch e n d e Ansprache halten wird. — Die Hauptprobe fürs Konzert findet Freitag abend um 8 Uhr in der Kirche statt; die Mitglieder sind dazu alle freundlichst eingeladen. Die für heute (Donnerstag) angesetzte Probe fällt au§.
* Die christlich - nationale Arbeiterbewegung. Der Pfarrervercin für den Reg.-Bez. Cassel hat in diesem Jahre in seinen DiözesanverMmmlungen überall das Thema behandelt: „Was können die Geistlichen zur Unterstützung der christlich-nationalen Arbeiterbewegung tun?" Die Versammlungen waren dtirchweg gut betucht und kamen zu dem praktischen Ergebnisse, daß an den Orten, wo größere Scharen von Industriearbeitern ansässig sind, mit der Gründung von Evangelischen Arbe'1-rve'"in-n vorzugehen sei. Eine Anzahl von neuen Arbeitervereinen sind denn auch bereits entstanden, andere sind in der Gründung begriffen. Wenn überall die vaterländisch gesinnten Männer an die'em sozialen Werke sich beteiligen, dürfte wohl Aussicht vorhanden sein, einen großen Teil der Arbeiterschaft wiever für die nationale Sache zurückrugewinneu.
* 0isenbahn -Personalien. Die Prüfung haben bestanden: zu Eisenbabn-Assistenten der Weichensteller Melzbach in Frankfurt a. M., die St"tion^a'viranten Schmidt in N'edertelters, Grunert in Langen'-Nwalbacb, Gruber in Friedberg, Lenz in Hanau und Rohde in Homburg v. d. H.; zu Zugführern die Schaffner Dietz, Herwig und Novpel in Bebra, Herget in Hünfeld, Rasch in Ermers und Ludwig in Tann; zu Lokomol'vfü^r-rn die Lokomotivheizer Reiß, Paul und Döttger in Frankfurt, Löhrbach und M a i b e r g e r in Hanau und Röddiger in Fulda. Versetzt: Bahnmeister Eichmann von Hünfeld nach Recklinghausen. Ernannt: Bahn- meistcrdiätar Kraemer in .Alders zum Bahnmeister.
* Hanauer Detaillisten-Derein. Heme, Donnerstag den 7. d. M., abends 9 Uhr, findet im unteren Saale der „Centralhalle" eine Mitglieder-Ziüammenkunft statt. Die Tagesordnung ist folgende: Ptakatreklame, Vreisperein- barungen, Ladenschluß, Ausverkaufswesen, Sozialpolitik im neuen Reichstage, V-rtro"si'^es, Anträge der Mitglieder.
* Kriegsmarine-Ausstellung. Eine einzigartige, hochinteressante Veranstaltung, eine Kriegsmarine- Ausstellung wird augenblicklich von der Ortsgruppe des hiesigen Deutschen Flottenvereins vor - b reuet. Der Ausstellungstermin wird demnächst bekannt gegeben. D a s V e r st ä n d u i s für unsere Flotte, von der sicherlich einst noch Deutschlands Zukunft abhängen wird, zu fördern und dadurch das Interesse des deutschenVolkes für d as S e e w e s e n zu heben, ist der Zweck dieser seltenen, kostspieligen Ausstellung, die mit größter Sorgfalt und Sachkenntnis von Herrn Kapitän- leutnant d. R. Mumm in Wildenhausen zusammengesüllt ist und in geschlossener Kette in fast allen größeren Städten Mittel- und Süddeutschlands unter Leitung ehemaliger Mariner veranstaltet wird. Die Ausstellung, deren Ob rleitung sich in den Händen des genannten Herrn Mumm befindet, und die von allen Militär- und Zivilbehörden die weitgehendste Unterstützung erfährt, erweist sich als außerordentlich anziehend, das zeigt der Besuch, der überall sehr stark ist, dank auch dem verhältnismäßig sehr niedrigen Eintrittspreise, u. a. wurde die Ausstellung in Hildburghausen von nicht weniger als 25 000 Personen besucht. Bei der rasch wachsenden Volkstümlichkeit der Marine, bei der Seltenheit und Bedeutung der geplanten Ausstellung wird auch hier auf einen starten Besuch derselben zu rechnen sein. Es sei noch beinerkt, daß der am Schluß der Wanderausstellung etwa sich ergebende Reingewinn dem deutschen Flottenverein zufließen wird. Wir kommen auf diese Ausstellung noch öfters zurück.
Aernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
* Schumann-AbenV. Bei dem heute stattfindenden Schumann-Abend der Musik-Akademie wird an Stelle der an der Mitwirkung verhinderten Frau Küchler, Frl. Helene Kellermann -Kesselstadt singen. — BilletS (auch Orchestesterplätze in beschränkter Anzahl zu 1 Mk.) sind nur noch in den beiden Hofbuchhandlungen und abends an der Kasse zu haben. Das Programm weist folgende Nummern auf: 1. Teil. Kurzer Vortrag über Schumann mit folgenden (in den Vortrag eingefl schienen) musikalischen Dar- bietunaen: Prönmbule aus „Carneval". — Jungfrauenlied aus „Das Paradies und die Peri". — Bilder aus dem Osten, No. 1 (vierhändig). — Aus „Jugendalbum": Komm, lieber Mai und Der kleine Wanderer. Beteiligt bei der Ausführung des 1. Teiles : Frl. Emma Lieber, Frl. Emmy Nadolsky und Herr Gustav Altvater (Klavier), Herr Karl Fr. Appel (Vortrag), 2. Teil. 1. Drei Lieder aus „Frauenliebe und -Leben": a) „Seit ich ihn gesehen", b) „Er, der Herrlichste vor allen", c) „Du Rina an meinem Finger". (Frl. Helene Kellermann und Herr Edmund Parlow). 2. Adagio molto aus dem Streichquartett A-dur, op. 41 No. 3. (Die Herren Herm. Hock, Fritz Dippel, Gotthold Graf und Heinr. Appunn). 3. Drei Lieder für Bariton aus „Dichterliebe": a) „Ich grolle nicht", b) „Die alten bösen Lieder", c) „Ich wandre nicht". (Herr Karl Fr. Appel und Herr Gustav Altvater). 4. Fantasiestücke für Klavier, Violine und Cello: a) Romanze, b) Duett, ct Finale. (Die Herren Edm. Parlow, Max Kirchbach und Heinr. Appunn).
* Genossenschastsfeft zum Besten des Pen- sionsfonds der Genossenschaft deutscher Bühnen- Angehöriger. Zu dem am Dienstag den 12. März, abends 8 Uhr, in den oberen Räumen der „Centralhalle" stattfindenden Genossenschaftsfest haben nunmehr bestimmt der Hof Opernsänger Franz Geßner und die Hof - opernsängerin Fräulein Walla Jauezek, beide vom Hoftheater in Darmstadt, in liebenswürdigerWeise ihre Mitwirkung zugesaat, so daß der künstlerische Erfolg des Festes schon dadurch gesichert erscheint. Außerdem lassen es sich unsere heimischen Künstler angelegen sein, auf jede Art und Weise zur Unterhaltung ihrer Gäste beizutragen. Zur Aufführung gelangt der entzückende Einakter „Unter vier Auge n" von Ludwig Fulda. Die Konzert- und Dallmusik wird von der Kapelle des Infanierie-Regimentes ausgeführt. Die Nachfrage nach Eiiitrittskarlen ist eine sehr rege. Vorverkauf in beiden Hofbuchhandlungen und an der Kasse des Stadt-Theaters.
* Beleidigung durch die Presse. Im Auftrage eines Geschäflsmannes in Alsfeld hatte ein Gießener Inkasso- Institut einen schon mehrere Jahre in Hanau wohnenden Arbeiter zur Begleichung einer angeblichen Warenschuld auf* gefordert, die aus dessen früherem Aufenthalt in Alsfeld her- rubrte. Da er keine Zahlungen leistete, drohte ihm das Inkasso-Institut in dem Briefe vom 18. September 1906 an, es werde von dem ihm nach reichsgerichtlicher Entscheidung zustehenden Rechte Gebrarich machen und seinen Namen auf die „Liste der säumigen Schuldner" setzen. Gleichzeitig wurde der Arbeiter darauf aufmerksam gemacht, daß diese Listen geeignet wären, seinen Kredit vollständig zu untergraben, da sie eine weite Verbreitung unter Gewerbetreibenden jeder Art fänden. Diesen Brief hatte die „Frankfurter Dolksstimme" am 22. September v. I. zum Geoenstand eines Artikels mit der Spikmorfe „Erpressung" gemacht. Es wurde darin dem Inknffo-Jnstilut der Vorwurf gemacht, das saubere Jnstitrit spekuliere darauf, daß der Arbeiter aus Furcht vor der angedrohten planmäßig betriebenen Denunziation sich selbst zu solchen Zahlungen verleiten lasse, zu denen er sich nicht für verpflichtet halte. Das Jnkaffo-Jnstitut erhob wegen dieses Artikels Privatklage wegen Beleidigung gegen die betreffende Zeitung. Vorgestern stand Termin an vor dem Schöffengericht zu Gießen. Der verantwortliche Redakteur machte reitend, daß die dreimonatliche Antragsfrist nicht gewahrt sei. Der Artikel sei dem P"ivatkläger alsbald nach seinem Erscheinen bekannt geworden. Ueber die Person des dafür ver* autwortlichen Redakteurs hätte er sich sofort genau und ohne Mühe vergewissern können. Der Kläger habe nun aus eigener Schuld irrtümlich einen anderen Redakteur verklagt und infolgedessen die dreimonatliche Frist seit Kenntnis des Arnkels verstreichen lassen. Mit Rücksicht auf dieses Verschulden des Privatklägers sei die Klage wegen Nichteinhaltung der Frist abzuweisen. Das Gericht beschloß, über diese Frage vorab zu entscheiden. Die Verkündung der Entscheidung soll demnächst erfolgen.
Silberöiebstahl. In Untersuchungshaft genommen wurde gestern der hier in Arbeit stehende Silberschmied Hartwig, der seinem Arbeitgeber größere Partien Rohsilber entwendet hatte und das gestohlene Silber hiesigen Fabrikanten verkauft bezw. zu verkaufen suchte. Einem Fabrikanten, der ein derartiges Angebot erhielt, erschien die Sache verdächtig, wodurch der Stein ins Rollen kam.