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AMchts Organ für ÄM- «O FMKms Sanaa.
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$re 32 Fernsprechanschlttfj Nr. 605.
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Donncrstlig den 7. Februar M«rn!pr-cha»schl«tz Nr. cos. 1907
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Amtliches.
Landkreis Ranau.
MnntinâiMi M KSniMk« LlisiatSsmtS.
In Langenselbold ist die Rotlaufseuche erloschen.
Die Gehoftssperre ist au'gehoben.
Hanau den 4. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
Y 850 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In Marköbel ist die Schweineieuche festgestellt worden. Die Gehösts^perre ist angeordnet.
Hanau den 5. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 897 Z. A.: Conrad, Kreissekretär.
In den Gemeinden Orb, Noth und Gcislitz, Kreis Gelnhausen, ist die Schweineseuche erloschen.
In Großenhausen, Kreis Gelnhausen, ist dir Schweine- seuche festgestellt worden.
An der evangelischen Volksschule in Groß-Auheim ist von Ostern d. I. ab eine neu gegründete destrerinstelle mit einer wissenschaftlichen, auch zur Erteilung des Handarbeitsunterrichts befähigten Lehrerin zu besetzen.
Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1050 Mk., die MietSentschädigung 200 Mk. und der Einheitssatz der Alters- zulagen 140 Mk.
Bewerberinnen wollen ihre Gesuche und Zeugnisse binnen ; 14 Tagen an den Königlichen Ortsschulinspektor, Herrn I Pfarrer Lambert hier, einreichen.
Stanau den 4. Februar 1907.
Namens des Königlichen Schulvorstandes.
Der Königliche Landrat.
V 827 v. Beckerath.
Hauptversammlung
des Aa n alt er. Kreisobsi bau Vereins am 17. Februar, nackm. 31/» Uhr, im Gasthaus „zum Löwen" (Georg König) in Großauheim.
Tagesordnung:
1. Geschäftliches, Mitteilungen, Anträge.
2. Vortrag des Herrn Inspektor Huber über „Obstbau und Landwirtschaft". — Besprechung. 2865 |
Der Vorstand des Kreisobsibauvereins.
Feuilleton.
Stadtihcatcr in Hanan.
= Hanau, 7. Februar.
Mit der Aufführung des neueinstudierien vieraktigen Schwankes Blumenthal und Kadelburg's „Die Großadtlüst" beging unsere Lustspielsoubrelle ^r(. Karla ^ o 1 nt gestern ihren Ehrenabend. Mit angenehmer Genugtuung können wir konstatieren, daß bie in voriger Spielzeit noch in den Anfängen ihrer Kunst stehende junge Darstellerin durch ihren stets bewiesenen gewissenhaften Pflichteifer, sowie durch ihre sichtlich hingebende und ernste Vertiefung für ihre künstlerischen Aufgaben sich in auffallender Weise vervollkommnete, so daß sie im laufenden Theaierhalbjahr als eines der meistbe- schästigten weiblichen Mitglieder unseres Ensembles rühmlichst zu nennen ist. Möge sich Frl. Holm durch die hübschen Erfolge an unserer Bühne zu weiterem rastlosen Wirken und Streben in ihrem gerade nicht allzu leichten Berufe angespornt fühlen, in welchem sie für die Zukunft zu recht günstigen und freudevollen Hoffnungen sich berechtigt fühlen darf. Was den zur Darstellung gelangten bekannten Schwank anbelangt, so geißelt er in äußerst humorvoller Art den Unterschied zwischen dem philiströsen Kleinstädterleben und den Sitten und Gebräuchen der Großstadt. Die Kunst der beiden bewährten Autoren besteht auch hierin in dem Geschick, Situationen zu erfinden, die nur die lächerlichen Seiten der Menschen in den Vordergrund treten lassen. Mißverständnisse und Ueberraschungen aller Art mit der Handlung zu verflechten, damit sie sich verwickle und uns bis zum Schluffe in Spannung erhalte, wie sich das seltsame und doch ungefährliche Durcheinander wohl auflösen werde.
Hus Ranau Stadt und Eand.
Hanau, 7. Februar.
. StiWahlMchlliinne.
In Wahlflugblättern und katholischen Wählerkreisen ist am Tage vor der Wahl und am Wahltage selbst verbreitet worden, daß die von dem Fürsten Isenburg in Birstein veröffer lichte Erklärung über die am 3. d. Mts. in Oberndorf, Kreis Gelnhausen, erfolgte Aenderung der Wahlparole den Tatsachen nicht entspreche.
Demgegenüber wird über den Hergang der Versammlung in Oberndorf Folgendes festgestellt:
Seitens eines Vertrauensmannes der Zentrumspartei, Herrn Iakob Hagemann in Oberndorf, war, im Einvernehmen mit dem Hochw. Dechanten Deuffert in Oberndorf, auf Sonntag, den 8. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr eine Versammlung der Zentrumswähler einberufen worden, in welcher der Fürst Isenburg in Birstein auf Einladung des Einberufers für die Wiederwahl des Amtsrichters Dr. Lucas eintreten und von der Befolgung der auf Wahl-' enthnltung lautenden Parole der Zentrumspartei als den Verhältnissen des Kreises Gelnhausen entsprechend, abraten wollte. Der Abgeordnete Müller- Fulda hat von dieser Versammlung Kenntnis erhalten und seine Teilnahme angemeldet. Vor der Versammlung fand bei dem Dechanten Deuffert eine Aussprache zwischen dem Fürsten Isenburg und Herrn Müller statt, in der Herrn Müller dargetan wurde, in welche Gewiffensbedrängnis die katholischen Wähler gebracht würden, wenn sie durch Stimmenthaltung auch nur inbirett die Wahl des Sozialdemokraten fördern sollten. Am Schluffe dieser Unterredung erklärte Herr Müller-Fulda, daß er die Parole der Wahlenthaltung aufgeben und den Zentrumswählern Wahlfieiheit zugestehen wolle. Es wird ausdrücklich betont, daß Herr Müller-Fulda es ablehnte, für Dr. Lucas einzutreten.
In der darauf folgenden Versammlung hat Herr Müller sodann für seine Person von der Wahl des Dr. Lucas ab- geraten, wogegen der Fürst Isenburg und der Dechant Deuffert warm für dieselbe eintraten. Herr Müller schloß mit der Mahnung an die Anwesenden, die Pfarrkinder mochten auch in dieser schwierigen Lage dem Rate ihres bewährten Seelsorgers folgen.
Auf Grund dieser Versammlung hat Herr Dechant Deuffert eine Erklärung folgenden Wortlauts registriert:
„Oberndorf, den 3. Februar 1907.
Müller-Fulda hat heute hier, auf meine Veranlassung hin, die Parole Wahlenthaltung in Wahlfreiheit umgeändert. Deuffert, Dechant."
Für die Partie der „Antonie" trat bie Königl. Hofschanspielerin Frau Marie D op p el b an er vom Hoftheater in Wiesbaden ein. Die geschätzte Künstlerin, die schon zu öfteren Malen Gastspiele mit äußerst günstigen Erfolgen an unserer Bühne zu absolvieren Gelegenheit hatte, wußte sich mit diesem klugen, schelmischen Frauencharakter ganz reizend abzufinden, indem sie vermittels ihres angenehm klingenden, mobuIaiionS* fähigen Organes den Hauptwert auf natürliche ungezierte Gestaltung legte und hierin einheitlich ihre Rolle ohne Tadel zu Ende führte. Ueber die „Sabine" des Fräul. Holm können wir ebenfalls ein recht günstiges Urteil fällen. Infolge bestimmten Auftretens, sowie munteren, glaubwürdigen Spieles verlieh die Benefiziantin dieser mutlosen Kleinstädterin diejenigen Eigenschaften, die zu einer sehr abgerundeten und gut gelösten Leistung führten. Als Darsteller des „Flemming" verstand Herr Hauser das erforderliche liebenswürdige und behende Wesen zur Schau zu bringen, das die Rolle zur äußerst glücklichen Vollendung erheischt. Die fein nuancierte, wahre und warme Art, mit der Herr Steger den jovialen, lebenslustigen „Dr. Crusius" spielte, ist ebenso zu loben, wie die frische und angemessene Verkörperung, die Herr P u st a r dem Rechtsanwalt „Walther Lenz", jenem fidelen Gemütsmenschen, der sich durch die Großstadtluft vor der „Influenza provinzialiS" bewahrte, anardrihen ließ. Mit der Auffassung des Herrn O. H. Müller, als der scheinbar schroffe und innerlich doch warmherzige Fabrikant „Schröter", konnten wir uns wenig befreunden, indem der Darsteller ein bestimmteres Äufneten und vor allem eine mehr distinguierte, sowie eindringlichere Spielweise an den Tag legen mußte. Der immer an „Verspätung leidende" „Gempe" des Herrn Heidemann war im großen und ganzen im Sinne der Dichtung richtig angelegt, nur häite der junge Künstler den Text dieser Rolle einem gewissenhafteren Studium unterziehen müssen. An kleineren Partien verdienen die Herren Krug (Arnstedt), Matter (Tapezierer), Schröder (Diener), sowie die
DeS weiteren veranlaßte Fürst Isenburg die Absendung folgender Depesche nach Hanau:
„Müller-Fulda hat heute Wahlparole zurückgenommen und Wahlfreiheit proklamiert."
Wenn hierauf durch den Verlag des Order Bezirksboten, die Duchdruckerei W. Kempf in Orb, welche der Zentrums- leiiung nahe steht, ein Flugblatt verbreitet worden ist:
„Soeben Nachricht von Köln, daß die Liberalen in allen Wahlkreisen gegen Zentrum und für Sozialdemokraten stimmen.
Revanche:
Nieder mit den Liberalen. Müller-Fulda."
wenn ferner Herr Müller am 4. d. M. in Horbach, Somborn und Neuses, sowie am 5. b. Mts. in Wirtheim und Kassel Versammlungen abgehalten hat, in denen den Wählern die Wahl für LucaS verboten worden und Stimmabgabe für Hoch nahe gelegt ift, so wird es Pflicht deS Herrn Müller sein, diesen Wiederspruch in seinem Verhalten aufzuklären. *
Müller-Fulda.
AuS F e ch e n h e im , 6. Febr., wird uns geschrieben:
Die noch in letzter Stunde von dem Reichstagsabgeord- neien R. Müller- Fulda durch ein Flugblatt für bit Zentrumswähler ausgegebene Parole der Wahlent- Haltung, welche von den Sozialdemokraten mit dem Zusatz : also keine Stimme für Dr. Lucas noch am Morgen der Stichwahl von Haus zu Haus kolportiert wurde, hat auch hier unter den Zentrumswählern arge Verwirrung und in allen bürgerlichen Kreisen lauteste Mißbilligung gefunden. Der Erfolg war wieder mehr als 20 zersplitterte Stimmen und wohl auch manche Zentrumsstimme für Hoch. Von den bürgerlichen Wählern aber wurde beim Bekanntwerden deS Mißerfolgs, besonders hervorgerufen durch dir Zentrumswähler im Kreise Gelnhausen, folgende Resolution gegen Müller-Fulda gefaßt: „Die in Fechenheim zur Entgegennahme des Wahlergebnisses versammelten nationalen Wähler aller bürgerlichen Parteien ersehen an6 denWahlberichten aus demWahl - kreis Hanau-Gelnhausen-Orb ein Werk Ihrer Tätigkeit, welche der nationalen @ e j i n n u n g eines christlichen, katholischen Mannes mehr als Hohn spricht!" Dieselbe soll, auf schwarzem Papier mit roter Tinte geschrieben, Herrn R. Müller- Fulda übersandt werden.
Damen Reinhard (Frau Dr. Crusius), Reichelt (Frau Arnstedt), I a i d a (Martha) Anerkennung. Erwähnenswert erscheint uns schließlich noch die UebermittTung eines Lorbeerkranzes, zahlreicher Blumenarrangements sowie mannigfacher sonstiger Geschenke zur freudigen Ueberraschung der erfolgreichen Benefiziantin.
BM te ffentlicheil Wetterdlkches.
Dienststelle Weilburg a* d» L. (LandwirtschaftSschule). Mittwoch, 6. Febrnar 1907, 8 Uhr morgens.
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Witterung im Gebiet während der letzten 24 Stunden.
Niederschlagsmengen in D erlisch- land wäbrend der letzt. 24 Stunden (in Litm« auf den qm)
Marburg
Ziemlich heiter.
Hamburg
0
Dresden
Hackenburg
Nts. ger. Niederschl.
Memel
0
Breslau
0
Wiesbaden
Meist bewölkt.
Aachen
0
Metz
0
Fulda
Ziemlich heiter.
Hannover
0
Karlsruhe
0
Cassel
Meist bewölkt
Berlin
0
München
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Allgemeine Uebersicht.
Das gestern früh über Schottland und Irland gelegene Hochdruckgebiet ist ostwärts gezogen. Zugleich ist von dem gestern über Skandinavien lagernden Tief ein Teil südwärts nach Ostdeutschland gezogen. Wir hatten dementsprechend gestern unter dem Einfluß des Hochs teilweise heiteres, heute vormittag unter dem Einfluß des Tiefs wieder vielfach trübes Wetter, doch nur ganz vereinzelt leichte Schneefälle.
Der Tiefdruckwirbel bürste südostwärts abziehen, sodaß wir morgen wieder in den Bereich bc8 Nordseehochs kämen. Wir hätten dann schwache nordöstliche Winde und vielfach heiteres Wetter bei etwas zunehmendem Frost, doch nur vereinzelte, unerhebliche Schneefälle besonders in unserem östlichen Gebiet zu erwarten.