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Anzeiger

Potänidruck und Verlag der Buchdrucker«! btt vereis» ck WatjeuhauseK to Hanau.

Kültlilhts Organ für Stadt- uni FaudLrets Sanaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die fünfgespaltene PetrtzAl« oder deren Raum 89 Wg, m ReklameateÜ di« Zeil« SH PsK.

Nr. 260 Fernsprechattschluß Nr. 605

Mittwoch den 6. November

Ferrrsprechanschlutz Nr. 605. 1907

Die it«t!itN«mer «Mt Mn LÜHtttSiWNatl

14 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Während der hiesigen Herbstmesse in der Zeit vom 10. bis 18. d MtS mittags ist das Befahren der Straßen am Paradeplatze und zwar die West-, Süd- und Nordseite letztere von der gelben Mauer bis an die Bangertstraße für den durchgehenden Fuhrverkehr aller Art, worunter auch die Fahrräder gerechnet werden, verboten.

Hanau den 5, November 1907.

Der Königliche Polizei-Direktor.

P 10122 J. B.: Siemon, Reg.-Assessor.__

Landkreis Hanau. BtkmtmchiWi des Königliche» La»dr«ts»mts.

An sämtliche Herren Bürgermeister und Guts­vorsteher des Beranlagungsbezirkes.

Wie höheren Orts zur Kenntnis gebracht worden ist, hat die gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Auslegung der Ge- werbesteuerrollen (§ 31 des Gewerbesteuergesetzes vom 24. Juni 1891) an einzelnen Orten zu Mißbräuchen Anlaß ge­geben. Insbesondere ist es vorgekommen, daß Privat­personen unbefugter Weise aus dem Inhalte der Gewerbe­steuerrollen förmliche Listen über die Veranlagung der Ge­werbebetriebe nach Klassen und Arten zusammengestelli und diese öffentlich verbreitet haben.

Derartigen Mißbräuchen wirksam zu begegnen, bietet das Geiverbesteuergesetz bei richtiger Auslegung den Gemeinde­vorständen die nötigen Handhaben.

Zunächst sieht § 31 a. a. O. die Auslegung nur zur Einsicht derSteuerpflichtigen" des Veranlagungsbezirks vor. Es steht jedem Gemeindevorstande daher frei, wie dies in einzelnen Bezirken bereits geschieht, anzuordnen, daß die Ein­sicht der Steuerrollen nur denjenigen gestattet wird, welche sich als Inhaber oder Gesellschafter eines in dem Veran- lagungsbezirk steuerpflichtigen Betriebes durch Vorzeigung der Gewerbesteuerzuschrift oder in anderer Weise gehörig ausweisen. Damit wird zugleich die Möglichkeit gegeben, demselben Steuerpflichtigen die wiederholte Einsicht zu verweigern, wenn nach Lage der Sache anzunehmen ist, daß diese zum Zwecke einer mißbräuchlichen Verwertung des In­halts der Steuerrolle geschehen soll.

Da ferner her § 31 die Auslegung ausdrücklich nur zum Zwecke derEinsichtnahme" vorsieht, so ist hieraus die Be­fugnis des Gemeindevorstandes abzuleiten, in jedem Falle, wo der Emsichtnehmende durch Entnahme von Abschriften oder umfangreichen Notizen aus den Rollen oder durch an­dere Handlungen den begründeten Verdacht der beabsichtigten mißbräuchlichen Benutzung oder unzulässigen Verbreitung des Inhalts der Rolle erregt, derartigen Versuchen in geeigneter Weise entgegenzutreten.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche ich hiernach strengstens zu verfahren.

Hanau den 2. November 1907.

Der Vorsitzende des Steuer-Ausschusses der Gewerbesteuerklassen III u. IV. St 5504 J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.

Unter den Schweinen zu Kinzigheimerhof ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 4. November 1907.

Der Königliche Landral.

V 11077 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Langendiebach ist unter den Schweinen die Schweine­seuche erloschen.

Hanau den 4. November 1907.

Der Königliche Landrat.

V 11023 I. A.: Conrad, Kreissekretâr.

Die Firma Gebr Heppenheimer in Mainkur hat auf ihrem am Bahnhof Mainkur im Gemeindebezirk Fechen­heim gelegenen Grundstück Karte D Nr. 39 ein Fallwerk errichtet und um nachträgliche Genehmigung desselben nach- .gesucht. Der Antrag wird mit dem Bemerken zur öffent­lichen Kenntnis gebracht, daß die Beschreibung der Anlage

und die hierzu gehörigen Zeichnungen im Bureau des Kreis- Ausschusses zur Einsicht ausgeleat und daß etwaige Ein­sprüche hiergegen innerhalb 2 Wochen, vom Tage der Veröffentlichung ab, mündlich oder schriftlich in zweifacher Ausfertigung bei mir anzubringen sind. Verspätet eingehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt.

Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen ist Termin auf

SamsLaa den 23. November d. Js., vormittags 10 Uhr, in das Bureau des Kreisausschusses anberaumt, wozu die Be­teiligten hiermit eingeladen werden.

Hanau den 2. November 1907.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

A 3692 v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Am 3. September d. I. wurde in der hiesigen Ober- realschule ein goldener Ring gefunden. Der Eigen- tümer kann denselben gegen Erstattung der Gebühren bei der Armenverwaltung in Empfang nehmen.

Hanau den 25. Oktober 1907.

Der Magistrat, Armenamt.

Hild. 22893

Bekanntmachnnq.

Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Roagenstroh (Flegel- und UN gepreßtes Maschinen­stroh), Roggen, Hafer und Wiesenhen diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen.

Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 812 Uhr vormittags sowie, mit Ausnahme am Samstag, von 24 Uhr nachmittags erfolgen.

Das Proviantamt vermittelt auch den Ankauf von Hülfenfrüchten, mit Ausnahme von Linsen, für die Ärmeekonservenfabrik in Mainz.

Hanau den 1. November 1907.

Königliches Proviant-Amt. V 11019

Gefundene und verlorene Genenstöiidc re.

Gefunden: 1 Arbeiter-Wochenkarte zur Fahrt Hanau- WestFrankfurt-Ost, 1 Kneifer ohne Einfassung, 1 brauner Damenpelz, 1 Paar blaugestreiste Herren-Manschetten, 1 hell­blauer Damenhut mit Perlenbesatz, 1 Waschlappen und ein weißer Kragen, 1 dunkelblaue Pferdedecke lgez. A. K.).

Verloren: 1 Portemonnaie mit 96 Pfg., 1 Paket (enthaltend Rouleauxborde, ein Lampenschirm und ein neues Portemonnaie ohne Inhalts

Zugelaufen: 1 dunkelbraune Dachshündin.

Hanau den 6. November 1907.

Politische Rundfdbau.

Einberufung des preußischen Landtages. Der Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist die Einberufung des preuß. Landtages, soviel bisher feststeht, für einen Tag der letzten Novemberwoche zu erwarten.

Zurückgekehrt. Der DampferAdolf Woermann" landete gestern frühmorgens in Cuxhaven einen Schutztruppen- Heimtransport, bestehend aus 620 Unteroffizieren und Mann­schaften sowie 17 Offizieren. Der nächste Heimlransport trifft am 23. November in Cuxhaven ein.

Lotteriegemeinschatt» Der Landtag der Fürsten­tümer Waldeck und Pyrmont hat den Lotterievertrag mit Preußen genehmigt, so daß vom Beginn des Loseverkaufs zur 218. Lotterie ab die preußische Lotterie auch in Waldeck zu­gelassen ist. Damit erstreckt sich nunmehr der Bereich der preußischen Lotterie auf ganz Norddeutschland mit Ausnahme von Sachsen, Hamburg, Braunschweig und Bremen, sowie auf Hessen. Braunschweig und Bremen treten bekanntlich auf Grund bereits abgeschloffener und genehmigter Verträge im Jahre 1909 dem preußischen Lotteriegebiet hinzu.

Der oldenburgische Landtag ist gestern eröffnet worden.

Die vierte Wagenklasse in Baden. Die Frage der Einführung der vierten Wagenklaffe beschäftigte gestern in Freiburg eine Vertreterversammlung der oberbadischen Ge- I werbe- und Handwerkervereine, der and) verschiedene Ver­treter der Negierung beiwohnten. Während der frühere

Zentrumsabgeordnete Fischer sich zugunsten der vierten Wagen­klasse ausjprach und dabei betonte, daß auch der Eisenbahn­minister Frhr. v. Marschall der Einführung der vierten Klasse grundsätzlich nicht abgeneigt gegenüberstehe, sprachen sich die übrigen Redner mit aller Entschiedenheit gegen die Einführung aus. Zur Zeit wird eine Umfrage bei sämtlichen mehr all 500 Handwerkervereinigungen des Landes durch den Präsi­denten deS Verbandes der badischen Gewerbevereine veran­staltet darüber, wie sie sich zur Einführung der 4. Wagen­klaffe stellen. Das Ergebnis soll dem Eisenbahnrat und dem Landtag vorgelegt werden.

Die allgemeine Lage in Südweftafrika. Der Unterstaatssekretär des Reichskolontalamts v. Lindequist, der gestern die Leitung des Reichskolonialamts üdernahm, erklärte, die allgemeine Lage in Südwestafrika als günstig bezeichnen zu können. Er hoffe, daß dieses Schmerzenskind der Ver­waltung nunmehr einer guten Zukunft entgegengehe. Simon Copper, der sich auf englischem Gebiet befinde, ist wohl in der Lage, Unannehmlichkeiten zu bereiten, jedoch bedeute er durchaus keine Gefahr mehr für Südweftafrika. Voraus­sichtlich dürften noch in diesem Etat ziemlich bedeutende Mitte) für Eisenbahnbauten in Ostafrika eingefordert werden.

Ein Telegramm aus Manila bestätigt, daß Kriegs­minister Taft seine Absicht, nach Europa zu reisen, aufgegeben hat. Er geht direkt nach der pazifischen Küste zurück.

Das österreichische Budget für 190S,

Wien, 5. Novbr. Abgeordnetenhaus. In einem ausführlichen Exposé, mit welchem der Finanzminister KoryiowSky das Budget für 1908 einleitete, wieS der Minister nach, daß die Regierung bestrebt sei, nach Tunlich­keit allen wirtschaftlichen und kulturellen Forderungen mit einer vielleicht nie vorher beobachteten Liberalität nachzu­kommen. Die günstige Finanzlage müsse dazu benutzt werden, durch die Beseitigung von Rückständigkeiten und nutzbringend« Investitionen für kommende ungünstige Zeiten vorzusorgen. Man müsse sich aber hüten, auf eine noch höhere Anspannung des Ordlnariums des Budgets zu dringen. Der Minister kündigte für die nächste Zeit die Vorlage eines Gesetzes über die Besteuerung des Erwerbs der Wirtschaftsgenoffenschaften, sowie Vorlagen betr. den Bau der dalmatinischen Eisen­bahnen an, mit welchem im Jahre 1908 begonnen werden soll. Das vorliegende Budget sei ein lautes Zeugnis für die dem Staate innewohnende wirtschaftliche Kraft. Der Minister erklärt, daß die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse in jeder Beziehung gesund seien und nicht eint ungünstige Zukunft versprächen. Er fordert aber trotzdem die Abgeordneten auf, weiteren Anstürmen entgegenzutreten und konstatierte mit großer Freude, daß die schwerste aller Sorgen in den letzten Tagen völlig gewichen sei. Der Kaiser sei in voller Genesung begriffen. Man dürfe hoffen, daß er in seiner bisherigen Kraft und Gesundheit in sein 60. Regierungsjahr eintreten werde. Der Minister wieS auf die Friedenswirksamkeit des Monarchen hin, auf daS unveränderte herzliche Verhältnis zu den Verbündeten und auf das gute und vertrauensvolle Einvernehmen mit allen anderen Mächten. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Arbeit und der Erwerb auch weiterhin unter dem Schutze des Friedens gedeihen werden, und daß die kulturelle und wirtschaftliche Entfaltung Oesterreichs auch in Zukunft durch keine äußere Verwickelung gestört, sondern kräftig fortschreiten werde. W.ise Selbstbeschränkung in den Anforderungen an die Staatsfinanzen sei um so mehr geboten, als die Pro­gression der Einnahmen in den nächsten Jahren kaum auf der Höhe des Jahres 1908 bleiben dürfte.

Die diesjährige Ernte, wenngleich eine gute Mittelernte, erreiche namentlich in der Quantität die vorzüglichen Ernten von 1905 und 1906 nicht. Die Industrie sei zwar noch auf längere Zeit beschäftigt, doch machten sich bereits An­zeichen für eine Abnahme der Konjunktur bemerkbar. Dazu komme die Geldteuerung, mit der noch für einige Zeit ge­rechnet werden müsse. Auch die Steuereingänge im Laufe des Jahres mahnten zur Vorsicht. Die direkten Steuern wiesen in den drei ersten Quartalen eine Zunahme von 11 Millionen Kronen auf, die indirekten Steuern und Abgaben dagegen hätten eine minder günstige Entwicklung genommen. Der Finanzminister wies auf die mannigfachen Ursachen der empfindlichen Geldteuerung auf dem Weltmärkte hin und hob insbesondere den Einfluß der Krise in Amerika auf daS europäische Wirtschaftsleben hervor. Er konstatierte mit großer Befriedigung, daß die Wiener Börse gegenüber der ameri­kanischen Krise dank ihrer bisherigen Zurückhaltung eine be­deutende Selbständigkeit und Widerstandskraft bewiesen habe. Der Minister schrieb die zunehmende Spannung der Geld- verhältnisse der raschen Aufeinanderfolge großer Anleihe« emissionen seit dem Ende des Bprenkrieges und insb«sond«r»