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U-tatieasdruck imb Verlag d«r Buchdruckerri bei vereirr. m waiseahaus«- in Haa«-

General-Anzeiger

ANllilhts Organ für §tadt- nni> fanikrtig Zanan.

Erscheint tägüch mit AuSna-m« der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Vellage.

verautworü. Xebafteun «. Schrecke» I* («Mh

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Nr. 284 Rtriifrrtdwitouift Nr. 605. Donncrötaz de» 5. Dezember K<r»spr«ch-N,chl,.k Nr. «»S. 1907

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Amtliches.

Stadt- und Eahdkreis Hanau.

Wegen Ausführung von Wasserleitung-arbeiten wird der Landweg von Dörnigheim nach Kefsesstadt von der Einmündung der Burgallee an der Kastanienallee vorüber bis zur Bienengasse und weiter bis zur Schloßeinfahrt an der Philippsruher Allee von Donnerstag den 5«

Dezember bis auf Weiteres für Fuhrwerke jeder Art gesperrt.

Die Sperrung des Landwegs von Kesselstadt nach Dörnig- heim, oberhalb der Burgallee, bleibt vorläufig bestehen.

Hanau den 2. Dezember 1907.

Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.

V 11628 v. Beckerath.

In daS Handelsregister A deS unterzeichneten Gericht- ist unter Nr. 48 bei der Firma Friedrich Schreiber Söhne zu Rückingen eingetragen worden:

Der Kaufmann Peter Krausgrill zu Rückingen ist in die Gesellschaft eingetreten.

Zur Vertretung der Gesellschaft sind beide Gesell­schafter. und zwar jeder für sich allein ermächtigt.

Langenselbold den 25. November 1907.

Königliches Amtsgericht. 25885

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Durch Beschluß vom 26. d. Mts. sind auf Grund der Abrechnung und des OrtSstatuts vom 81. Juli 1880 sowie des Nachtrages hierzu vom 25. Juni 1892 die Straßen- ausbaukosten der Rückertstraße für 1,00 lfd. m Daugrund- stückslänge festgesetzt wie folgt:

1. Grunderwerb und Freilegung

2. Erste Einrichtung

3. Entwässerung

Hanau den 29. November 1907.

Der Magistrat Dr. Gebesch ui

54,11 Mk.

55,68 , 25,00 ,

25847

«MMârMickiâ

Langstraße Nr. 41.

Kostenfreie Arbeitsvermittelnng werktäglich norm 81/«12V« Uhr, nachm. 36 Uhr.

Städtisches Ardtitsamt, Rathaus Zimmer Nr. 12» Kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetz­gebung (Unfall-, Invaliden-, Kranken- usw. Gesetze.) Hanau am 10. Juni 1907.

Der Magistrat.

Dr. GebeschuS. 156

Konto-Cmtnt Mehr her ßtiWnL

Für Einlagen 41/t°/o Zinsen, bei Ausleihungen 6°/o

Zinsen. 25353

Lrhrschmicde in Fulda.

Am 2. Januar 1908 beginnt in der Lehrschmiede zu Fulda ein neuer Kursus von dreimonatiger Dauer. Der Kursus schließt mit einer Prüfung ab, durch deren Bestehen der Befähigungsnachweis zur selbständigen Ausübung des Hufbtschlaggewerbes erworben wird. Der theoretische und praktische Unterricht wie auch die Prüfung sind unentgeltlich. Die Kursisten erhalten wöchentlich 1 Mk. Taschengeld. Für Prämienzwecke bei der Prüfung stehen 50 Mk. zur Ver­fügung. Für Unterkunft und Kost haben die Kursisten selbst zu sorgen.

Anmeldungen find alsbald an den Leiter der Lehr- schmiede, Herrn Kreistierarzt Weber in Fulda, ein­zureichen. Der Anmeldung sind beizusügen: eine Geburts­urkunde, ein Unbescholtenheitszeugnis und ein Nachweis, daß oer Aufnahmesuchende drei Jahre ordnungsmäßig das Schmiedehandwerk erlernt hat. "

Ferner hat ein jeder Kursist mitzubringen bczw. aus eigenen Mitteln zu beschaffen: ein Schurzfell, einen Huf­hammer, ein ettglisches Rinnenmesser, einen Falzhammer, einen Stempel, ein Lehrbuch nach Angabe des Leiters der Lehrschmiede. V 11772

Politische Rundschau.

Die PetitionSlommission veS Reichstags ver­handelte gestern über die Petition deS wiffenschaftlich-humani- tären Komitees in Charlottenburg auf Aenderung des § 175 Str.-G.-B. und beschloß nach längerer Erörterung einstimmig, dem Plenum den Uebergang zur Tagesordnung sowie die Annahme einer Resolution zu empfehlen, die die Regierung ersucht, die Zivil- und Militärbehörden anzuweisen, den be­stehenden GesetzeSvorschriften ohne Ansehen der Person un- nachsichtlich Geltung zu verschaffen und alsbald einen Gesetz­entwurf vorzulegen, durch welchen die Ausnutzung des Ab- hängigkeitsverhältniffeS zu unsittlichen Zwecken nach § 175 unter erhöhte Strafe gestellt wird, sowie das Schutzalter auf 18 Jahre zu erhöhen.

. Die sächsische Wahlrechtsvorlage. In der sächsischen Zweiten Kammer führte der Minister deS Innern Graf von Hohenthal und Bergen aus, daß er gleich bei seiner Berufung vom Könige den Auftrag erhalten habe, eine Lösung der Wahlrecht-frage al8 seine erste und vor­nehmste Aufgabe zu betrachten. Der Regierungsentwurf trage keinen Parteicharakter, sondern stelle einen gangbaren Mittelweg dar; würden der Regierung anderweitige positive Vorschläge gemacht, so sei sie gern zu einer Diskussion da­rüber bereit; Furcht vor der Sozialdemokratie kenne die Regierung nicht, auch die angedrohten Wahlrecht-demon­strationen würden sie nicht rinschüchtern. Unbedingt festhalten müsse die Regierung daran, daß die Wahlrechtsfrage sofort gelöst werde, damit endlich die Erbitterung im Volke be­seitigt werde.

Zur inneren Krisis und Vertagung des Reichstages.

Berlin, 4. Dez. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Reichskanzler begab sich heute vor der Eröffnung der Sltzung nach dem Reichstage, wo er die Führer der Mehr- Heitsparieien zu einer Besprechung bitten ließ. Anlaß boten dem Reichskanzler die Vorgänge in der gestrigen Sitzung. E- erscheint aussichtslos, die Geschäfte im Sinne der am 13. Dezember des Vorjahres inaugurierten Politik zu führen, wenn die zum Zusammenwirken berufenen Parteien in ihrem parlamentarischen Auftreten nach dem gestern gegebenen Bei­spiel fortfahren, gegeneinander oder gegen die Regierung zu kämpfen. Infolge dessen wurde die heutige Sitzung nach einer gegen die gestrigen Bemerkungen des Abg. Paasche ge­richteten Rede deS Kriegsministers abgebrochen und auf morgen vertagt.

Berlin, 4. Dez. Die nationalliberale Partei will heute nachmittag ebenso wie alle übrigen Parteien über die innere Krise eine Beratung abhalten. Die Lage wird noch dadurch komplizierter, daß, wie verlautet, auch zwischen dem Reichs­kanzler und tont Finanzminister v. Rheinbaben sowie dem Reichsschatzsekretär Frhrn. v. Stengel tiefgehende Differenzen bestehen.

Berlin, 4. Dez. Zur beusigen Vertagung deS Reichs­tages liegen bisher folgende Besprechungen vor:Berliner Tageblatt" : Def Grund der heutigen Vertagung deS Reichs­tages ist, daß der Reichskanzler mit seinem Rücktritt droht in dem Falle, daß die nationalliberale Partei den Abg. Paasche nicht fallen läßt. Fürst Bülow ist empört über das gestrige Auftreten Paasches gegen den Kriegsminister und hat erklärt, daß er unter keinen Umständen länger mittun wolle, wenn keine Vorsorge getroffen wird, daß ähnliche Zwischenfälle vermieden werden. Unter der Ueberschrift: Eine innere Krise schreibt derLok.-Anz." : Der Reichs­kanzler hat sich durch den Verlauf der letzten Sitzung des Reichslages veranlaßt gesehen, die Führer der Blockparteien zu sich zu bitten. Der Kanzler hat bei dieser Konferenz da­rauf hingewiestn, daß nach den jüngsten Debatten die nötige Einigkeit der Blockparteien unter einander und gegenüber der Regierung nicht vorhanden sei. Fürst v. Bülow hat ferner keinen Zweifel darüber gelassen, daß er ersprießliche Arbeit unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht erwarten könne. Die Parteiführer waren jedoch der Ansicht, daß es sich hier zunächst nur um eine Krists innerhalb der Blockparteien handle, die vielleicht zu beseitigen sei. Daraufhin^kam unter den Parteiführern unter Zustimmung des Kanzlers der Vor­schlag auf Vertagung des Reichstages zur Annahme, der dann durch die Abstimmung im Plenum legitimiert wurhe. Fürst v. Bülow hat Wecker auf das bestimmteste erklärt, daß er, falls während der Vertagungszeit, die morgen abläuft, eine Einigung unter den Blockparteien nicht zu Stande kommt, für sich die Konsequenzen aus dieser Eventualität ziehen werde. Die Bereitwilligkeit, den Reichstag zu ver­tagen, läßt di« Hoffnung bestehen, daß die Blockparteien trotz

aller vorhandenen Differenzen sich wieder zu gemeinschaft­licher Aktion zusammenfinden werden.

Berlin, 4. Dezbr. Zur inneren Krise bemerkt die Voss. Zlg.": Die im Reichstage stattgehabte vertrauliche Beratung mit dem Reichskanzler führte zu der Meinung, daß die Krisis nicht erst im Anzuge, sondern daß sie schon auSgebrochen sei, ob nur die Block-Krisis oder auch die Kanzlerkrise, muß sich bald zeigen. In diesem Augenblick ist alleS unsicher. ES wird sich zeigen, wenn die Nebel sich teilen, ob die ganze innerpolitische Situation einen durch­greifenden Wandel erfahren hat. Zentrum und Sozial­demokratie wittern Morgenluft. DieGermania" schreibt: Alle Welt war darauf gespannt, was der heutige Tag im Reichstage bringen werde, daß er uns mit den Anzeichen eine- Krach- oder einer Deroute deS Blocks überraschen werde, hatte aber wobl niemand geahnt. Im Reichstage ging daS Gerede, der Reichskanzler werde seine Entlassung einreichen und zwar wegen der Rede deS preußischen Finanz- minister- Frhrn. v. Rheinbaben in der ReichstagSsttzung vom Freitag. DieNat.-Ztg." sagt, man kann annehmen, daß innerhalb der Regierung eine Krise ausgebrochen ist. Darüber schwirren in den Wandelgängen deS Reich-tags natürlich die widersprechendsten Gerüchte umher. Denen gegenüber empfiehlt eS sich, kalte- Blut zu bewahren. Be­stimmte- ist im Augenblick nicht bekannt. Stoff zu kritischen Vorgängen haben die letzten Sitzungen ja genug geliefert. Sich darüber in billigen Vermutungen zu ergehen, hat keinen Zweck.

Berlin, 4. Dezbr. Da- Ergebnis der heutigen Be« ratungen der Fraktionen des Blockes läßt mit Sicherheit erwarten, daß morgen sämtliche Fraktionen der MehrheitSparleien Erklärungen abgeben werden, welche die Fortsetzung der Block-Politik sichern und als Vertrauen-kundgebung für den Retch-ka»-' ler aufzufassen sein werden.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 4. DezembeL

Die Etatsberatung.

Am BundeSratStische: v. Einem, v. Bethmann Hollweg, Dr. Nieberdina, Frhr. von Stengel, von Schoen, v. Tirpitz, Dernburg, v. Loebell.

Das Haus ist fast voll besetzt, die Tribünen sind gefüllt.

Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten.

Preußischer Kriegsminister «.Einem: Ich sehe mich veranlaßt, auf die gestrigen Ausführungen des Abg. Paasche zu antworten. Am 2. d. Mt-., nach Schluß der Sitzung, habe ich hier mit dem Abg. Paasche eine, wie ich meine, ver­traulich geführte Unterredung gehabt. Herr Paasche hat mir in dieser Unterredung mitgeteilt, daß er mit einigen Punkten meiner Ausführungen nicht einverstanden sei. Er hat gestern behauptet, mir Mitteilung gemacht zu haben, daß er in der nächsten Sitzung auf diese Punkte zurückkommen wollte. (Dr. Paasche: sehr richtig!) Herr Paasche ruft: sehr richtig! Wenn der Vizepräsident des deutschen Reichstag- behauptet, mir das gesagt zu haben, so glaube ich ihm; aber ich muß aufs bestimmteste erwarten, daß auch er mir glaubt, wenn ich diese Mitteilung nicht gehört habe. (Stürmisches Hört, hört! rechts.) Ich bin nach dieser Unterredung mit meinem vertrauten Freunde, dem Generalmajor von Wachs, hier herausgegangen und habe ihm die Unterredung, die ich mit Herrn Paasche gehabt habe, mitgeteilt. Ich habe nicht» da­von gesagt, daß Herr Paasche mit gesagt hätte, daß er die Absicht habe, in der nächsten Sitzung auf diese Sachen zurück­zukommen. Ich habe also, wie ich nochmal- bestimmt er­kläre, nichts davon gewußt. Der Abg. Paasche hat gesagt, er müßte erwarten, daß die Chefs der Reichsämter hier bei der Debatte zugegen seien. Er hat gewiß recht. Aber auch ein Minister hat daS Recht, krank zu sein. Ich bin gegen den Willen deS Doktors hierher gekommen vor einigen Tagen und habe gesprochen. Ich bin gestern zu Hause gewesen, einmal weil ich glaubte, daß Herr Paasche gerade nach unserer Unterredung nicht sprechen würde, und weil die Geschäfte mich drängten. Die Chefs der Reichsämter haben hier im Hause ihre Zimmer, um hier zu arbeiten, ich nicht. Ich kann meine Geschäfte aber nicht liegen lassen. AuS diesem Grunde hatte ich gestern einen meiner Herren beauftragt, hierher zu gehen und mich kommen zu lassen, sobald irgend­wie die Notwendigkeit vorläge. Wenn der Abg. Paasche sagt, daß ich nicht da war, obgleich er glaubte, es mir gesggt Zu haben, so hätte ich wohl annehmen dürfen, daß er einem meiner Herren einen Wink gegeben hätte, mich zu rufen. (Stürmische Zustimmung rechts.) Ich habe eS tief bitter empfunden, daß der Abg. Paasche eS nicht getan hat, und ich habe es so empfunden, weil ich glaubte, zu dem Abg. Paasche in einem freundlichen Verhältnis zu stehen. Der Herr Abg. Paasch« mußte wissen und mußt« sich sag««, daß