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General-Anzeiger
EtsräâNgsgeSSyr
KAttlches Organ für Stadl- and Findkreis Kasan.
<M4W täglich mit Ausnahme der Semr- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
iM Kärsatol & ZM 86 Az.
Rr. 207 Fernsprechanschlutz Nr. 605*
Donnerstag den 5. September
Fernsprechanschluß Nr. 605. 1907
[Amtliches.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll bas in Hanau belegene, im Grundbuch« von da Band 65 Blatt Nr. 3577, Bestands-Verzeichnis Nr. 4, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsverme'.krZ auf den Namen der Ehefrau des Stationsassisienten Jakob Schwalm, Margarete geb. Wagner, in Hanau eingerragene Grundstück: Krtbl. ü Parz. Nr. 406/8a, Augustastraße Nr. 30, Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, = 8 ar 36 qm groß,
— Gebäudesteuernutzungswert 2400 Mk. — — eingetragen in der Grundsteuermutterrolle Art. 2750, in der Gebäudesteuerrolle unter Nr. 2814 — am 8. November 1907, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 24. August 1907.
Königliches Amtsgericht. 2. 1805g
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Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Im Monat September d. Js. sind hierselbst größere Ginauartierungen zu leisten. Es ergeht an alle diejenigen, welche bereit sind, Quartiere zu stellen, die Aufforderung, sich bis zum 7. September, abends 6 Uhr, in Zimmer Nr. 12 des Rathauses — 2. Obergeschoß — zu melden. An Vergütung für die Quartierleistung werden gezahlt: 50 Kfg. pro Mann und Tag ohne Verpflegung, 2 Mk. pro Mann und Tag mit Verpflegung.
Hanau den 23. August 1907.
Die Einquartierungs-Kommission.
Dr. Gebeschus. 17351
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Hus Hanau Stadt und fand.
Hanan, 5. September.
* Vom Manöver. Nachdem in den beiden letzten Manövertagen schon größere Gefechtsentwickelungen zur Darstellung gelangt waren, fand vorgestern die Besichtigung der ganzen 42. Infanterie-Brigade durch den kommandierenden General des 18. Armeekorps Se. Exzellenz v. Eichhorn statt. Letzterer war schon am Montag in Büdingen eingetroffen und bezog Quartier im Fürstl. Schloß; mit ihm hatte sich auch der Divisionskommandeur Generalleutnant v. Gail eingesunden, während der Brigadekommandrur in Düdelsheim lag. Leider schien noch am Morgen der Himmel dem großen Tag nicht gewogen zu sein, denn es droht« jeden Augenblick wieder mit Regen, trotzdem alles schon durchnäßt war. Um 7^2 Uhr früh trafen die Regimenter 80, 81 und 166 auf der Anhöhe westlich von Rohrbach ein und um 8 Uhr wurde folgende Kriegslage bekannt: Das 18. Armeekorps marschiert längs des Seemenbachs; die 21. Division stößt am Westausgang ron Düdelsheim auf Teile feindlicher Truppen. Die 42. Infanterie-Brigade schließt sich den Bewegungen der 21. Artillerie-Brigade an und hat insbesondere den Auftrag, die feindliche Stellung umfassend anzugreifen. Anscheinend hat der Gegner noch Kavallerieabteilungen in Reserve, mit deren überraschenden Uebersällen zu rechnen sein wird. Die feindliche Stellung selbst ist erst noch durch Aufklärung festzustellen. Es dauerte nur Augenblicke, so waren alle Truppen- sührer unterrichtet und die Erkundung des Gegners begann. Die Posten teilten der Gefechtsleitung nach ^' Stunde mit, daß die feindliche Stellung nordöstlich von Enzheim erkundet worden sei. In Wirklichkeit war der Feind durch daS Regiment 80, durch grauen Helmüberzug gekennzeichnet, markiert. Es folgte nun eine Umgehung der" Regimenter 81 und 166 in der Richtung Rohrbach—Glauberg. Das Regiment 80, welches diese Schwenkung erfahren, veränderte seine Front und griff später südlich des Glauburgwaldes an. Langsam bewegten sich die einzelnen Bataillone vor, und nutzten hierzu die Bodeneinschnitte zur Deckung aus. Teilweise erreichten sie den Gegner am Waldrand gegenüber dem Glauburgwald doch — die Schiedsrichter erkannten dafür, daß der Angriff nicht gelungen und so mußte Rückzug und neue Aufstellung in gedeckter Stellung erfolgen. Das Regiment 80 nahm nochmals eine Schwenkung im Wald vor und griff, aus demselben heraustretcnd, sprungweise die zurückgegangenen Truppen, welche sich gut verschanzt hatten, energisch an, sodaß die Schiedsrichter diesen Angriff als gelungen bezeichneten. Um 11 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen und der kommandierende General ließ als Signal „Das Ganze halt" blasen.
Anschließend hieran fand die Kritik statt, in welcher sich Exzellenz v. Eichhorn und Generalleutnant v. Gail sehr zufrieden über die Haltung und Leistungen der Truppenteile aussprachen, die gerade bei dem schwer übersichtlichen Gelände unserer Gegend zur Geltung kommen konnten. Inzwischen waren aus nah und fern Schlachtenbummler dem militärischen Schauspiel gefolgt und harrten noch auf den üblichen Parademarsch. Doch weil die Felder infolge des vielen Regens zu schlüpfrig, wurde von dem Parademarsch der Brigade abgesehen. Dankbare Herzen fand diese Rücksichtnahme infolge der vorgerückten Stunde wohl bei allen Soldaten, weniger vielleicht bei den herbeigeeilten Zuschauern, die gerade in dem stolzen Parademarsch eine besondere Anziehungskraft gesucht hatten. Um ll1/* Uhr ertönte das Signal „Abrücken" und so rückten die einzelnen Truppenteile nach ihren Quartieren ab.
* Wie wird das Wetter im September werden ? Diese Frage schwebt vielleicht jetzt manchem auf der Lippe. Denn nach dem verhältnismäßig schlechten, unwirschen Sommer, der auch im August nicht alles gut machen konnte, was er in den übrigen Monaten verdorben, hat man den Wunsch und den gewiß auch berechtigten Anspruch darauf, noch durch einen schönen Spätsommer beglückt zu werden. Damit werden auch alle diejenigen einverstanden sein, denen ein kühles Lüftchen lieber ist als allzu große Hitze. Gar zu drückend kann es ja nicht mehr werden, denn die heißeste Jahreszeit ist mit dem August wohl vorüber, und sollten doch noch einige ausnahmsweise warme Tage kommen, so sind doch um diese Jahreszeit die Nächte meistenteils bereits so kühl und frisch, daß sie nach einem heißen Tage die nötige Erquickung bieten. Wir wollen also den Schleier des Wetter- geheimniffes etwas lüften, ohne natürlich eine Gewähr dafür zu übernehmen, daß alles bas, was unser Wetterprophet, der mit B. H. Bürgels Wetterkalender in Verbindung steht, vorhrrsagt, mit mathematischer Genauigkeit entrisst. Also, der September soll in diesem Jahre besonders schönes, warmes, sonniges Wetter bringen. Mit Ausnahme einiger Tage zu Beginn des zweiten Monatsdrittels, die durch einen sehr starken kritischen Tag ausgezeichnet sind, soll die Witterung gleichmäßig warm und freundlich sein; der Monat beginnt mit schönem Wetter, die Nächte bis zum 12. sollen ziemlich kühl und der 7. ein kritischer Tag mittlerer Stärke sein. Der 21. ist ein kritischer Tag erster Ordnung, die Temperatur sinkt bedeutend, es tritt starkes Negenwetter ein und in Süddeutschland sind schwere Gewitter zu erwarten. Das schlechte Wetter wird bis zum 23. anhalten und von da ab wieder warm und freundlich bis zum Monatsende sein.
* Abschiedsfeier für den Eisenbahndirektions- präfidenten Thom^. Der Allgemeine Staatseisenbahnverein Frankfurt a. M. veranstaltete gestern zu Ehren seines von Frankfurt scheidenden ersten Vorsitzenden, des Wirklichen Geheimen Oberregierungsrates königl. Eisenbahndirektions- präsidenten Robert Thom6, eine großartige Abschiedsfeier. Der einzige Raum in Frankfurt, der den Tausenden von Festteilnehmern Raum zu bieten vermochte, das Albert Schumann-Theater, war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Festakt wurde mit einer Begrüßungsansprache des Regierungsrats Michels eröffnet, der den Gefeierten, dessen Frau und Angehörige, die Deputationen der übrigen Suiatseisenbahn- vereine und alle Anwesenden im Namen des festgebenden Vereins herzlich willkommen hieß und allen Mitwirkenden dankte. Lebhaft stimmte die Versammlung in das Kaiserhoch ein, auf das die Rede ausklang. Hierauf erschien eine Nixe des Rheines, an dessen Ufer Thoms geboren ist, und forderte ihn, der so lange am Main geweilt hat, wieder zurück. Der entsprechende Prolog war von Frau Anna Hill verfaßt und wurde von Frl. Hermann in reizender Weise vorge- tragen. Der Sângerchor des Staatseisenbahnbeamtenvereins und der Gesangverein der Staatseisenbahner leiteten durch einen stimmungsvollen Gesangsvortrag zu der Ansprache des Präsidenten der königl. Eisenbahndirektion Cassel, des Wirkl. Geh. Oberregierungsrats Ulrich, über. Der Redner, der den Vorsitz in dem allgemeinen Verbände der Staatseisenbahn-Vereine der preußisch-hessischen Staatsbahnen und der / Reichsbahnen führt, feierte in Thomä den Mann, der bei der Gründung dieses Verbandes vor allem mitgewirkt habe und versicherte ihn des Dankes. Er schloß mit einem Hoch auf Thoms, seinen Freund, mit dem ihn viele persönliche Erinnerungen verbinden. Namens der mittleren Beamten ergriff Rechnungsrevisor Berlage das Wort. Die Amtsführung Thomss sei durch Gerechtigkeit und Milde gekennzeichnet. Jederzeit war er für jedermann zu sprechen und alle billigen Wünsche hat er berücksichtigt. Er selbst gab das beste Beispiel der Pflichterfüllung. Als Gründer und erster Vorsitzender des Allgemeinen Staatseisenbahnvereines Frankfurt *
hat er sich besonders der Wohlfahrtseinrichtungen des Vereines angenommen. Der Eisenbahnkonsumverein, die Spar- und Darlehttskasse, sowie der Frauenverein verdanken ihm ihre Entwicklung. Die Gattin Thomss Hat auf diesem Gebiet« ebenfalls eine segensreiche Tätigkeit entfaltet. Der Redner sagte dem scheidenden Vorgesetzten Dank und Lebewohl und überließ es dem Sängerchor, ein klangvolles Hoch aus ihn anzustimmen. Regierungsrat Michels überreichte dem Gefeierten die Urkunde über die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Allgemeinen Staatseisenbahn-VereiNes Frankfurt a. M. und gab die Ernennung seiner Gattin zur Ehrenvorsitzenden des Eisenbahn-Konsumvereins bekannt. Schaffner Hahn verlieh in herzlichen Worten den Gefühlen des Dankes der Unterbeamten gegen den gütigen, liebevollen, stets hilfreichen Vorgesetzten Ausdruck. Sattler Jörg sprach den Dank der Arbeiter aus, um deren Wohl Thoms besonders besorgt war. Der scheidende Direktionspräsident habe sich in der wärmsten Weise der Arbeiterschaft angenommen und seinem Einflüsse seien ein Reihe von Wohl- fahctseinrichtungen zu verdanken. Tiefbewegt betrat Eisen- bahndirektions-Prästdent Thoms die Rednerbühne, um von dem geliebten Staatseisenbahn-Vereine Abschied zu nehmen. Durch dieses schöne, großartige Fest sei ihm das Scheiden noch erschwert worden, doch habe er denen, die sich schon bei Errichtung des Schumanntheaters auf eine Festlichkeit in diesen Räumen gefreut hatten, nicht durch eine Ablehnung die Freude verderben wollen. In dem Prologe, so führte der Redner aus, sei er als ein Sohn des Rheinlandes begrüßt worden, aber die Fröhlichkeit und Harmonie, die man seiner Amtsführung nachrühme, sèi wohl weniger auf fein Rheinländer- tum als auf die bewegliche Eigenart des Eisenbahnwesens zurückzuführen. Mit besonderer Freude erfülle es ihn, daß er von den oberen, mittleren und unteren Beamten übereinstimmend als ein guter, gerechter und leutseliger Vorgesetzter bezeichnet worden sei. Früher einmal sei wohl vielfach die irrtümliche Meinung verbreitet gewesen, es müsse durch eine gewisse Schroffheit der Vorgesetzten gegen die Untergebenen der gehörige Abstand zwischen den einzelnen Beamtenklassen gewahrt werden, eine Meinung, die sich als ganz verfehlt erwies. Der Redner dankte für die Ehrungen, die ihm und seiner Frau zuteil geworden, und sprach feine Befriedigung darüber aus, daß die Kasse, aus der die Arbeiter in der Not Hilfe schöpfen können, heute bereits 178 000 Mitglieder zähle. Besonders erfreulich sei es, daß nicht nur Feste gefeiert werden, sondern daß auch die idealen Ziele, wie die Liebe zum Vaterlande, zu Kaiser und Reich, zur Geltung kommen. Von den 28 000 Beamten, die der Eisenbahndirektion unterstehen, gehören fast alle dem Vereine an, gewiß ein schöner Erfolg! Der Redner dankte allen, die in der Vereinstätigkeit mitgewirkt haben und entbot allen Eisenbahnern den herzlichsten Abschiedsgruß. Der Männer- chor schloß die Reihe seiner auf die Ansprachen folgenden Vorträge mit „Weihe des Gesanges" von Mozart. Der Vorhang fiel und es erschien auf der Bildfläche in Riesen- dimensionen das wohlgetroffene Bildnis des Gefeierten. Darauf folgte eine Vorstellung der Künstlerschar des Schumanntheaters, auch Reutter ließ seine Witzraketen steigen. (Frkf. N.)
* 12. Internationaler Kongreß für Sonntags- feier in Frankfurt a. M. Anläßlich des Kongresses wird eine Ausstellung von Büchern, Broschüren, Zeitschriften und Zeitungen über die Sonntagsruhe und Sonntagsfeier veranstaltet werden. Für Verleger und Vereine bietet sich dadurch eine günstige Gelegenheit, ihre bezüglichen Schriften weiteren Kreisen zugängig zu machen. Auch werden alle öffentlichen und privaten Büchereien gebeten, aus ihren Beständen die einschlägige Literatur für diese Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Zusendungen und Anfragen sind an den Herrn Pfarrer Jaeger, Frankfurt a. M., Neue Mainzerstraße 41, zu richten. Da die Kosten des Kongreffes nicht unbedeutend sind, richtet das Lokalkomitee, dem bekanntlich über 80 Frankfurter Vereine aller Konfessionen und Berufsarten angehören, die wiederholte Bitte an die Bevölkerung, den Kongreß durch Zuwendung von Beiträgen zu unterstützen. Zur Entgegennahme von Beiträgen ist Herr Karl Hachenberg, Frankfurt a. M., Gr. Eschenheimer- straße 6, Tel. 1515, bereit.
* Die Presse. In Aachen fand aus Anlaß der Eröffnung der Handwerksausstellung auch ein Festmahl für die Presse statt. Außer Oberbürgermeister Beltmann, der die Bedeutung der Presse auf kommunalem und politischem Gebiet würdigte, und dem Sekretär der Handwerkskammer, MU- Denkt an die drohende Ausrottung der Bögel! Keine gebildete Dame sollte eine Bogelleiche auf ihrem Hut tragen!