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Ur. 54 Fernsprechanfchlutz Nr. 605.

Dienstag den 5. März

Kernsprechanschlutz Nr. 605. 1907

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13 Seiten.

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Amtliche Beilage Nr. 5"

Amtliches.

Eandkrets Ran au.

MmtmchsWN des Köiiizlicheii Lmdratsauits.

An der evangelischen Volksschule in H o ch st a d t ist zum 1. April d. I. eine Lehrerstelle zu besetzen.

Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1150 Mk., der Ein­heitssatz der Alterszulagen 150 Mk. Außerdem wird freie Wohnung gewährt.

Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen binnen 8 Tagen an den Königlichen Ortsschulinspektor, Herrn Metropolitan Reich in Hochstadt, einreichen.

Hanan den 2. März 1907.

Namens des Königlichen Schulvorstandes.

Der Königliche Landrat.

Y 1524 v. Beckerath.

An der evangelischen Volksschule in Langenselbold ist vom 1. April d. Js. ab eine neu gegründete Schulstelle mit einer Lehrerin zu besetzen.

Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1050 Mk., der Einheitssatz der Alterszulagen 110 Mk. und die Mietsent- schädigung 200 Mk.

Bewerberinnen wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeug­nissen binnen 10 Tagen an den Königlichen Orts- und Kreisschulinspektor, Herrn Pfarrer Hufnagel in Langen- silbold, einsendm.

Hanan den 1. März 1907.

Der Königliche Schulvorstand.

V 1498 u. Beckerath,

Königlicher Landrat.

Bekanntmachung.

Zwecks Ablösung des ostasiatischen Detachements für 1907 werden freiwillige Mannschaften aus dem Beurlaubten­stande angenommen.

Mannschaften der Reserve und Landwehr I. Aufgebots von durchaus guter Führung, die bereit sind auf einen An-

Feuilleton.

Zum Schmmnm-Abend der Musikalademie

(am 7. März 1907) von Karl Fr. Appel.

(Fortsetzung.)

Schon die ersten Jahre dieser neuen Lebensepoche Schu­manns waren reich an kompositorischer Tätigkeit. Vor allem sind es Klavierkompositionen, welche in der damaligen Zeit entstanden. In diesen ersten der Öffentlichkeit übergebenen Werken zeigt Schumann klar und unzweideutig, daß er sich in einen bewußten Gegensatz setzt zu den Klavierkomponisten jener Zeit. Dieser Oppositionsgedanke erweitert sich rasch und richtet sich schließlich gegen die ganze Gechmacksrichtung in der Tonkunst. Eine Anzahl gleichgesinnter Freunde und Kunstgenoffen sammeln sich um Schumann, und so entsteht derDavidsbund". Der Name dieses Bundes weist schon auf den Kampf gegen alles Philisterhafte (in der Musik) hin, seine Bestrebungen sollten derJugend und der Bewegung" gelten. Aus dieser Davidsbündleridee ent­sprang das Bedürfnis zur Gründung einer Zeitschrift, welche die Tendenz des Davidsbundes wirksam zu verbreiten hätte. Auch dieser Plan wurde verwirklicht: Am 3. April 1834 brachte Schumann, der ja von jeher einen großen Hang zur Schriftsteüerei hatte, die erste Nummer seinerNeuen Zeitschrift für Musik" heraus. Nach zwei Richtungen hin machte Schumanns neue Musikzeitung energisch Front: sie wandte sich gegen die damals herrschende Kunst und gegen die damals beliebte Kritik. Bezüglich der Kunst sollte die Zeitschrift helfen, daßdie ältere Zeit anerkannt, daß die n ä ch st v e r g a n g e u e als eine un- künstlerische bekämpft und daß die kommende als eine neue poetische vorbereitet und beschleunigt werde", bezüglich

werbeverirag einzugehen, haben sich bei dem zuständigen Be­zirksfeldwebel möglichst bald, jedoch spätestens bis zum 15. März er., zu melden.

Die Betreffenden haben sich bis zum 30. September 1909 zum Dienst in Ostasien vertraglich zu verpflichten.

Vor Ablauf der übernommenen Dienstzeit können sie jedoch entlassen werden, sofern ihre Dienste in Ostasien früher entbehrlich werden.

Neben freiem Unterhalte unb Gewährung eines jährlichen Kapitulationshandgeldes von 100 Mark belaufen sich die monatlichen Gebührnisse

für Unteroffiziere 54, Mark, für Gefreite 34,50

für Gemeine 31,50 Hierzu tritt noch für die Dauer des Aufenthalts auf chine­sischem Boden eine Teuerungszulage von 1,75 Mark täglich für Unteroffiziere und 1 Mark täglich für Gefreite und Gemeine. 2932

Königliches Bezirks-Kommando Hanau.

Hus Ranau Stadt und Eand.

Hanau, 5. März.

* Besuch und Besichtigung. Herr Regierungs­präsident Graf von Bernstorff, der gestern Vormittag dahier eintraf, besichtigte, wie schon kurz erwähnt, verschie­dene industrielle Etablissements und gemeinnützige Anstalten. Zuerst wurden besichtigt die lithographische Kunstanstalr von H. u. A. Brüning, die Diamantschleiferei Ginsberg und das Landkrankenhaus. Dann wurde in der Wohnung des Herrn Oberbürgermeisters Dr. G e b e s ch u s ein Frühstück einge­nommen, an dem auch Herr Landrat v. Beckerath und verschiedene Herren der Stadtverwaltung teilnahmen. Nach dieser Unterbrechung wurden weiter besichtigt: das Diako- niffenheim, das St. Vincenz-Krankenhaus, die Jmgrnnd'fche Diamantschleiferei, die Bijouteriefabriken Peter Deines Söhne und W. Schwahn, zum Schlüsse erfolgte ein Besuch der Königl. Zeichenakademie.

* Bibelstuude. Heute abend S1^ Uhr findet Bibel- stunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.

* Verband evang. Arbeitervereine. Die dies­jährige Delegiertenversammlung des Mittelrheinischen Ver­bandes Evang. Arbeitervereine fand vorgestern unter zahl­reicher Beteiligung der Verbandsvereine im evang. Vereins- Hausezu Höchst«. M.stait. Dieselbe wurde um3 Uhr vom Ver­bandsvorsitzenden, Herrn Pfr. Schmitt eröffnet. Die Präsenzliste ergab. daß von 22 Verbandsvereinen 19 vertreten waren. Der Verbandsrechner berichtete über die Verbands­

der Kritik wandte sich die neue Schumann'sche Musik- zeitung gegen jene Artikelschreiberei, welche äußerlich die Ge­stalt einer Kunstkritik trägt, aber in ihrem Inhaltohne Kraft und Saft, ohne Licht und Schatten, ohne Plastik, ohne Belehrung" sei. Die einzige, damals viel geleseneAll­gemeine musikalische Zeitung" sowie viele Tageszeitungen, welche gelegentlich Konzertberichte brachten, waren wenig erbaut, aber umsomehr betroffen von der energischen Sprache der Schumann'schen Redaktion. Bald entstand eine lebhafte Zeitungspolemik, und wenn auf der einen Seite Schumann viele Anhänger und einen rasch sich vergrößernden Leserkreis fand, so entstanden ihm andererseits aus seiner redaktionellen Tätigkeit mancherlei Unannehmlich­keiten und Feindseligkeiten. Unter biefen hatten begreiflicher Weise bald auch die Kompositionen Schumanns zu leiden. Sie wurden seit 1834 seitens derAllg. Ztg." und der gegnerischen Tagespreis einfach lotgeschwiegen! Trotz­dem aber ging Schumann rastlos weiter auf dem beschrittenen Pfad. Aergerlichen Differenzen mit seinem Verleger machte er rasch dadurch ein Ende, daß er auch den Verlag seiner Musik-Zeitung übernahm. Zehn Jahre lang hielt er tapfer und treu aus als Redakteur und Verleger, oftmals heftig angefeindet, vielmals mit Arbeiten überbürdet und manchmal in seiner kompositorischen Tätigkeit gelähmt. Erst gegen Ende des Jahres 1844 verkaufte er seine Musikzeitung, die in ihrer oder vielmehr durch ihre Tendenz sich lebensfähig erwies bis auf den heutigen Tag!

Kurz vor der Begründung derNeuen Zeitschrift für Musik" hatte Schumann die Bekanntschaft einer jungen Dame, Ernestine von F r i ck e n, gemacht. Dieselbe war eine Schülerin Wiecks und entfachte durch ihr Klavierspiel in Schumann eine glühende Leidenschaft, welche, von Ernestine erwidert, zu einer allerdings 1836 in Frieden und Freund­schaft wieder aufgehobenen Verlobung der beiden jungen Künstler führte. Die Klavierkonipositionen aus der da­maligen Zeit spiegeln das Verhältnis Schumanns zu Ernestine getreulich wieder. Vor allem ist hier der E a r u e v a l "

kasse, welche mit einem Barvermogen von 1024.64 Mk. das abgelaufene Jahr schloß. Die Derbandssterbekasse zahlte im vergangenen Jahre 24 Sterbefälle aus, und erzielte trotzdem noch einen Ueberschuß von 1849.05 Mk., sodaß das Gesamt­vermögen auf 14,362.57 Mk. im letzten Jahre gestiegen ist. Die Verbandssterbekasse nimmt bei einem Wochenbeitrag von $ Psg- jedes Mitglied der Verbandsvereine und deren Frauen bis zum 50. Lebensjahre auf und zahlt eine Sterberente von 100 Mk. Das Verbands-Organ, derHessisch-Nassauische Volksbote", welcher bei allen Verbandsvereinen obligatorisch eingeführt ist, schließt mit einem Ueberschuß von 364 Mark ab. In diesem Jahre wird vom Gesamtverband der Ev. Arbeitervereine der vierte soziale Ausbitdungskursus und zwar diesmal in Hannover abgehalten. Als Teilnehmer vom Mittelrhein werden die Herren Reuter-Frankfurt und Fing er-Höchst gewählt. Im Spätsommer wird in Ber­lin der zweite nationale Arbeiterkongreß stattfinden. Vom Verband wird Herr Begemann - Bockenheim hierzu dele­giert, außerdem sollen die Einzelvereine diesen Kongreß nach Möglichkeit beschicken. Die Delegiertenversammlung des Ge- samtverbandes findet in diesem Jahre in Charlottenburg statt, der Mittelrheinverband wird durch seinen Vorsitzenden, Herrn Pfr. Schmitt und Herrn Werkmeister B ä r rn-Frankfurè vertreten. Das diesjährige Verbandsfest wird in diesem Jahre in Nied stattfinden. Ein vorgesehenes Referat über den Ge­setzentwurf:Die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine" mußte wegen vorgerückter Zeit bis zur nächsten Versammlung zu­rückgestellt werden.

* Stadttheatev. SudermannsZ o h a n n i s f e u e r", welches bei seiner letzten Darstellung wieder mit so außer­gewöhnlich starkem Beifall gegeben wurde, gelangt morgen als 5. Vorstellung der V. Serie letztmalig zur Aufführung. In der Rolle derMarikke" hat Frl. Sarno Gelegenheit, sich vor ihrem Benefiz nochmals in einer Glanzleistung zu zeigen. Alle Vorzüge ihrer hervorragenden künstlerischer» Begabung treten in dieser Partie in höchstem Maße hervor. Auch die Besetzung der weiteren Rollen des Stückes ist eine so günstige, daß Sudermanns interessantes Schauspiel tine ganz ausgezeichnete Wiedergabe erfährt.

* Ein Frühlingsbote, der Storch, hat sich einge- gestellt. Bei Hainstadt und Seligenstadt wurdeFreund Adebar" schon am 1. März auf den Mainwiesen gesehen. In Hanau traf er schon am 24. Februar nachmittags ein. Aus Hoch st adt wird uns berichtet, daß dieser Frühlings­bote gestern dort seinen Einzug gehalten hat.

' Kram- und Schweinemarkt. Morgen Mittwoch den 6. L Mts. wird in Langenselbold der erste Kram- und Schweinemarkt abgehalten. Die weiteren 4 finden statt: am 1. Mai, 3. Juli, 7. August und 9. Oktober.

zu erwähnen, der uns einen klaren Einblick tun läßt in Schumanns gesamte Denk- unb Schaffensweise der damaligen Zeit. *) Carneval, scènes mignonnes sw quatre notes. **)

Schon 1835 machten sich bei Schumann die ersten Spuren bemerkbar von der aufkeimenden tiefen Neigung zu Clara Wieck, der Tochter seines Lehrers. Clara war da­mals erst 16 Jahre alt, aber bereits schon weit und breit berühmt als Klavirvirtuosin von ganz ungewöhnlicher De- deutung. Sie erscheint ihmtäglich, ja stündlich, innerlich wie äußerlich reizender", und nach dem am 4. Februar 1836 erfolgten Tode seiner geliebten Mutter ist es Clara allein, die sein ganzes Herz erfüllt, sein ganzes Tun und Denken bestimmt und leitet. Die entscheidende Erklärung zwischen den Beiden war bereits schon seit etwa anderthalb Jahren gefallen, als Schumann im September 1837 bei Wieck brief­lich um Claras Hand anhielt. Er erhielt eine entschiedene Absage, welche besonders mit der nicht genügend gesicherten Lebensstellung Schumanns begründet wurde; auch wollte Wieck seineallzu jugendliche" Tochter noch nicht von sich lassen. Drei Jahre hindurch hat Schumann um den Besik seiner Auserwählten gekämpft, und Clara war ihm in diesem Kampfe eine treue, feste, zuverlässige Bundesgenossin. Unter­nahm sie doch mit dem Geliebten den letzten und schwersten Schritt: pe gab es zu, daß nach dem Fehlschlagen aller in Güte unternommenen Versuche, den Vater Wieck umzustim­men, Schumann im Jahre 1839 die Hilfe des Gerichts an­rief. Wiecks Gründe gegen die Verbindung seiner Tochter mit Schumann wurden seitens des Gerichtes verworfen, und am 12. September 1840 fand in aller Stille in einer Dorf- lirdje bei Leipzig die Trauung statt. Die schwer erkämpfte Vereinigung mit der Geliebten bildet für Schumann den Ausgangspunkt einer neuen, seiner letzten Lebensepoche.

(Schluß Mittwoch.)

*) in das Progamm für nächsten Donnerstag ausgenommen,

die vier Noten sind a, s. c, b, die den Namen von Ernestine» Heunatsort (Asch in Böhmen) 6Übent