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Vierteljährlich 1,80 M., monatlich 60 Pfz., für aus. «artige Abonnenten mit dem betreffenden Poirausschlag« Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
«statt, nSdruck imb Verlag der Buchdruckerei des verein, e». Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- und Faudkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
vik smifges-rttene Petitzelle oder deren Raum 20 ^ im Reklamenteil die Zeile 35 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: <8. Schrecker in Hanau.
Nr. 3 Fernspr«ch»nschl»K Nr. 605.
Freitag den 4. Januar
Aernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
Amtichrs.
Eandkreis Hanau. Bekamtmüchmzeii des Mischen Llniket?l>mts.
Der 1. Schöffe der Gemeinde Niederdorfelden, Landwirt Wilhelm Schott III. dortselbst, ist zum Ortsfchätzer- Stellvertreter der Gemeinde Niederdorfelden auf jederzeitigen Widerruf bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 2. Januar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 9420 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Festgestellt: Die Rotlaufseuche in Hailer, Kassel und Orb, Kreis Gelnhausen.
Desgleichen die Schweineseuche in Orb, Kreis Gelnhausen.
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Stadtkreis H^nau.
Am Samsts^ den 5. Jamrar 1907, vormittags von 10 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbefferichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können. Hanau den 2. Januar 1907.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Dr. Gebeschus. 317
Im Namen des Königs.
In der Strafsache gegen den Installateur Georg Nanst, z. Zt. in Mannheim, geboren in Kilianstädten am 14. Oktober 1885, evangelisch, außer Militärverhältnis, wegen öffentlicher Beleidigung hat das Königliche Schöffengericht in Windecken in der Sitzung vom 6. Dezember 1906, an welcher teilgenommen haben:
Amtsrichter Fischer, als Vorsitzender, Landwirt Bernhard H o l h o r st in Niederdorfelden, Landwirt Konrad Ostwald in Oberdorfelden,
als Schöffen,
Amtsanwalt Engler als Beamter der Staatsanwaltschaft, Referendar Krück als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:
Der Angeklagte wird wegen öffentlicher Beleidigung zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat und in die Kosten des Verfahrens verurteilt.
Zugleich wird dem Beleidigten, Gendarm Voigt, die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils binnen einer Woche von Rechtskraft des Urteils an auf Kosten des Angeklagten durch Veröffentlichung im „Hanauer Anzeiger" und Anschlag nm Gemeindebrett i$ Kilianstädten bekannt zu machen.
gcz. Fischer.
Ausgesertigt. 326 (L. 8.) Jacobi,
Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hana«, 4. Januar.
BeamLen-Personalnachvichten.
Ernannt: die Referendare Stern, Marx und Dr. v. Boxberger zu Gerichtsassessoren, die Rechtskandidaten Artur Hecht, O p i e l i n s k i und Rabe v. Pappen- he im zu Referendaren, der Gerichtsdiener Rudolph in Fronhausen zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht in Fronhausen.
Verliehen: dem Staatsanwaltschaktsrat v. I b e l l in Cassel beim Uebertritt in den Ruhestand der Rote Adlerorden 4. Klasse.
Ausgeschieden: der Gerichtsassessor Hildebrand aus dem Justizdienste infolge seiner Uebernahme zur landwirtschaftlichen Verwaltung.
Entlassen: der Gerichtsassessor Dr. Johannes Eissengarthen aus dem Justizdienste infolge seiner Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht in Cassel, der Referendar Wittmer aus dem Justizdienste behufs Uebertritts zur Allgemeinen Staatsverwaltung.
* LarrdwirtschaftskamMer. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Reichstagswahlen sind die Verhandlungstage für die Vollversammlung der Landwirtschaflskammer auf Montag den 21. und Dienstag beu 22. Januar angesetzt worden.
* Klafsenlotterie. Die Ziehung der 1. Klaffe 216. Königlich preußischer Klassenlotterie wird nach planmäßiger Bestimmung am 10. Januar d. I., früh 8 Uhr, ihren Anfang nehmen.
* Personalien. In das Lehrer-Kollegium der Musik- Akademie, welches in seiner seitherigen Zusammensetzung keinerlei Veränderung erfahren hat, ist neu eingetreten Herr Max. Kirchbach aus Frankfurt a.< M. Herr Kirchbach ist Violinlehrer am Dr. Hoch'schen Konservatorium und hat von der Administration dieses Frankfurter Musikinstitutes die Erlaubnis erhalten zur Uebernahme einer Violinlehrerstelle an der Hanauer Musik-Akademie. Es ist dies ein ehrendes Zeugnis über die Bewertung unserer Musik-Akademie seitens der genannten Frankfurter Hochschule, anderseits ist es aber auch ein Beweis dafür, daß die Leitung der Hanauer Musik- Ademie fortgesetzt bestrebt ist, für die musikalische Ausbildung ihrer Zöglinge aufs Beste zu sorgen.
* Oratorienverein. Auf die heute abend stattfindende Probe, Beginn für Damen um 7'/, Uhr, für Herren um 8 Uhr, wird hiermit noch besonders aufmerksam gemacht.
* Stadttheater. Auf die heute als 12. und letzte Vorstellung der 3. Abonnementsserie in Szene gehende Lustspiel-Novität „Husarenfieber" sei ganz besonders hingewiesen.
— Am Sonntag nachmittag wird die Fortsetzung der „Brüder von St. Bernhard" Ohorns erfolgreiches Schauspiel „Der Abt von St. Bernhard" bei bedeutend ermäßigten Preisen zur Aufführung kommen. Nm Sonntag Abend geht Edmund Paillerons reizendes Lustspiel „Die Welt, in der man sich langweilt" erstmalig in Szene. Das Werk bildet ein ständiges Repertoirstück aller größeren Bühnen und zeichnet sich durch seine hübsche Handlung und trefflich gezeichneten Charaktere hervorragend aus. Pailleron schildert mit köstlichem Humor und in geistreicher Weise eine Gesellschaftsklasse, in der, wie er mit eigenen Worten sagt, die Pedanterie das Wissen, die Sentimentalität das Gefühl und geschraubtes, geziertes Wesen Feinheit und Zartgefühl ersetzen. Er schildert eine Welt, in der man niemals ausspricht, was man denkt, in der die Freundschaft Berechnung und die Galanterie Mittel zum Zwecke ist. Er macht sich über die Leute lustig, welche sich durch die pedantische Steifheit und den wichtigtuenden Ernst der „Hohenpriester von der steifen Krawatte" imponieren lassen. Er zeigt unS auch eine Welt, in der unter dem Vorwande der schön-n Literatur und Künste die Schlauen ihre Privatinteresseu fördern und sich Aemter und Würden zu erringen suchen — er zeigt uns „die Welt, in der man sich langweilt", aber er weiß uns durch seine humorvollen Plaudereien die Langeweile zu verscheuchen und mit gesunden, fröhlichen Scherzen den Hörern einige angenehme Stunden zu bereiten. Es ist ein hübsches Werk, das auch hier den stärksten Beifall finden dürfte. — Der Vorverkauf für beide Sonntagsvorstellungen findet am Samstag nachmittag von 4—5 Uhr an der Theaterkasse statt.
* Ausschttst für Dolksvorlesnnaen. Auf Ver. anlassung vorgenannten Ausschusses wird nächsten Donnerstag den 10. Januar, abends halb 9 Uhr, im Stadttheater Herr Dr. med. Julins Kohn, Spezialarzt für Hautkrankheiten in Frankfurt a. M., einen Vortrag halten. Eintrittskarten sind unentgeltlich in den im Inserat der heutigen Nummer bekannt gegebenen Stellen zu haben.
* Preisrätsel. Für die besten Lösungen des in der Silvesternummer enthaltenen Preisrätsels haben wir nachstehende Preise ausgesetzt:
1. Preis: 1 echt Nickel-Teekanne.
2. Preis: Ein Buch: „Im Banne des Scherifen."
8. Preis: 12 Weingläser.
4. Preis: 1 bronziertes Eisentischchen.
5. Preis: Goethes Werke (2 Bände).
6. Preis: 1 Flasche Portwein-Punschessenz.
7. Preis: 1 Musikalbum.
8. Preis: „Don Quijote."
9. Preis: 1 Salatschale.
10. Preis: 1 Obstschale.
11. Preis: 1 Löffelkörbchcn.
12. Preis: 100 Visitenkarten.
* Prämiierung. Auf der 9. großen Verbandsausstellung des Main-Rheingauverbandes am 29.—31. Dezbr. 1906 zu Mainz erhielt Herr Heinrich Heckmann auf vier Kanarienhähne vier 1. Preise und den 1. Ehrenpreis und die Anerkennung der goldenen Medaille. Herr Otto Heckmann erhielt auf vier Kanarienhähne den 1. Preis, drei 2. Preise und den 4. Ehrenpreis. Auch ein gestifteter Ehrenpreis für beste Knorre und angehendes Hohl fiel deren Kollektion zu. Ferner erhielt Herr G. Her m a n n auf vier Kanarienhähne zwei 1., zwei 2. Preise und den 3. Ehrenpreis, sowie eine silberne Medaille.
* Erfreuliche Beschlüsse. In der chemischen Fabri* L. Cassella & Co.-Mainkur ist eine Aenderung der Arbeits Verhältnisse eingetreten. Die Arbeitszeit wurde von 11 bezw.
12 Stunden auf 9 Stunden gekürzt, sodaß die Tagesarbeit nachmittags um 5 Uhr schließt. Die Fabrikarbeiter bekommen trotzdem ihren Lohn für 12 Stunden weiter bezahlt. Bei den Handwerkern nnd Beamten traten verschiedene Erhöhungen der Bezüge ein. Ueberstunden fallen gänzlich weg. Die Fabrik beschäftigt über 2200 Arbeiter. Diese Verbesserungen traten ohne irgendwelche Verhandlungen ein.
Jg. Banernreael für Januar. Gelinder Januar bringt ein spätes Frühjahr. — Wenn der Frost nicht bis Januar kommen will, so kommt er sicher im März und April. — Januar warm, daß Gott erbarm! — Januar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken. — Wächst das Gras im Januar, ist's im Sommer in Gefahr. — Januar naß, bleibt leer das Faß. — Jst's Pauli Bekehrung hell und klar, so hofft man auf ein gutes Jahr. — Am Fabian und Sebastian soll schon der Saft in die Bäume gähn. — Wie sich das Wetter von Christag bis hl. Dreikönige hält, so ist es das ganze Jahr bestellt. — Denn der Tag fängt an zu langen, kommt die Kälte angegangen. — Viel Morgenrot im Januar, viel Ungewitter das ganze Jahr. — Sankt Pauli schön und Sonnenschein, bringt reichen Segen, Frucht und Wein. — Ist der Januar gesund und lind, Lenz und Sommer fruchtbar sind. — Tanzen im Januar die Mucken, muß der Bauer nach dem Futter gucke«.
* Aeuer. Gestern abend kurz nach 10 Uhr ertönte Feueralarm. In dem Späneaufsaugeraum der auf Kesselstädter Gebiet belegenen Körne r'schen Fabrik war Feuer ausgebrochen, das jedoch durch das rasche Eingreifen der Feuerwehren und Anwohner bald gelöscht werden konnte. Infolge des herrschenden Sturmes war die Gefahr eine nicht geringe. Der Betrieb der Fabrik erleidet keine Störung.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Landkreis H a» nau: Bergen; Kreis Hofgeismar: Hofgeismar (Verdacht); Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Altengronau, Vollmerz ; Kreis Witzenhausen: Hubenrode, Rommerode, Witzenhausen; Schweines euche (Schweinepest) : Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Heckershausen, Vollmarshausen, Bergshausen, Dörnhagen, Hertingshausen, Weimar, Oberkaufungen, Niederzwehren. Wahnhausen; Kreis Eschwege: Frieda, Wanfried ; Kreis Fritzlar: Fritzlar, Kirchberg, Obermöllrich , Haddamar, Dissen, Großenenglis, Besse; Kreis Fulda: Mittelkalbach, Kohlhaus, Giesel (Zwickmühle), Hofbieber , Maberzell; Kreis Gelnhausen: Orb, Schloßgut Wächtersbach, Schlierbach; Landkreis Hanau: Langen- selbold, Gronau, Butterstadt, .Bergen, Wachenbuchen, Nieder? dorfelden; Kreis Hofgeismar: Friedrichsfeld, Vaake, Langenthal, Calden, Udenhausen, Oedelsheim, Schöneberg, Holzhausen ; Kreis Homberg: Homberg, Lützelwig, Holzhausen, Gombeth, Nieder- und Oberhülsa; Kreis Hünfeld: Obermansbach ; Kreis Melsungen: Elfershäusen; Kreis Schmalkalden: Barchfeld, Steinbach-Hallenberg; Kreis Witzenhausen: Unterrieben, Witzenhausen; Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn ; Kreis Ziegenhain: Linsingen; Geflügelcholera: Stadtkreis Cassel: Cgssel; Influenza der Pferde: (Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Wolfsanger; Kreis Hofgeismar: Hofgeismar, Westuffeln.
* Konzert der Nlanenkapelle in der Turnhalle. Das Musikprogramm, welches unsere Ulanenkapelle für das am nächsten Sonntag abend in der Turnhalle stattfindende Streich-Konzert ausgestellt hat, weist Namen älterer und jüngerer Meister der Tonkunst auf und ist sehr geschmackvoll zusammengestellt. Es werden u. a. nachstehende Piecen zum Vortrag kommen: „Hurra! du deutsches Flottenheer". Marsch (neu), Simon. Ouvertüre z. Op. „Raymond", A. Thomas. „Ballsirenen", Walzer a. d. Operette „Die junge Witwe", F. Lehar. Konzert für die Posaune, Paudert. Fantasie a. d. Op. „Lohengrin", R. Wagner. Zwei Sätze für Streichinstrumente, Fr. v. Blon. Ouvertüre z. Op. „Indra", ^r. v. Flotow. „Anona", Intermezzo, E. Grey. Zwiegespräch der Oboe und Klarinette, V. Hamm. „Ob Du mich liebst!", Lied nach Nakiris Hochzeit, P. Linke. „Eins Reise durch Europa", Tongemälde, Conradi, (Erklärung auf dem Abendprogramm). „Delikatessen-Potpourri", C. Morena usw. Der Anfang des Konzertes ist auf präzis 8 Uhr festgesetzt.
* Der katholische Arbeiterverein dahier begeht am Sonntag den 6. Jauuar, abends V»8 Uhr, im Saale zur „Stadt Bremen" die weltliche Feier seines Stiftungsfester. Sämtliche Milglieder unserer katholischen Gemeinde sind zu diesem Abend herzlich willkommen. Nach einem belehrenden Vortrage des Herrn CuratuS van Moll von Langenselbold folgen einige interessante Theater- und Musikstücke. Alle Freunde unserer Sache, speziell die anderen katholischen Vereine, sind herzlich willkommen.