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Eingeborener, der aus Alzab zurückkehrte, gah an, die Stämme im Landesinneren würden gegen ihren Willen Don fapatifd) gesinnten Eingeborenen, die sich durch frühere Ankäufe mit Waffen und Munitionsvorräten versehen hätten, gezwungen, die Waffen zu ergreifen. Es mache sich jetzt bereits Mangel an Kriegsmaterial bemerkbar, da die Zufuhr infolge der Ueberwachung durch die Kreuzer erschwert sei. M u l e y H a f i d fordert in einer Kund- machung die Eingeborenen auf, die Franzosen in Casablanca nicht anzugreifen, außer, wenn sie in daß Innere deß Landes erbringen; er empfiehlt, Mannschaften auszurüsten und verspricht jedem Kavalleristen einen Sold von Douro und jedem Infanteristen von einem 7* Douro zu geben.

London, 2. Septbr. (Reuter.) In Casablanca werden heute zwei weitere Bataillone Schützen erwartet. Wie es heißt, wird Regnault binnen kurzem dort eintreffen, um mit den Militärbehörden gemeinsam zu beraten. Die Lage in Mazagan wird sich vermutlich in den nächsten Tagen kritisch gestalten. Im dortigen Zollhause lagern zwei Millionen Patronen, die Muley Hafid ausgeliefert haben will. Die Munition gehört der marokkanischen Regierung, da aber die Stadtbevölkerung zu Muley Hafid hält, möchte diese die Munition an Muley Hafid ausgeliefert sehen. Die fran­zösischen Behörden sind entschlossen, die Fortschaffung der Munition mit Gewalt zu verhindern und möchten sie an Bord eines Kriegsschiffe« schaffen. Man befürchtet aber, daß ein derartiger Versuch die Stadtbevölkerung aufreizen würde.

Perrès, 2. Septbr. Von Admiral Philibert ist gestern nachstehendes Telegramm eingegangen : In den Küstenstädten ist nichts von Bedeutung vorgekommen. Eine Abteilung, die südwärts von Casablanca eine Rekognoszierung unternahm, stieß auf eine starke marokkanische Reiterabteilung und trieb sie in die Flucht.

Paris, 2. Septbr. Wie derTemps" aus Tanger meldet, hatte die niedere Bevölkerung von Fez am 30. Aug. von der Proklamierung Muley HafidS zum Sultan keine Kenntnis. Die übrigen Klaffen der Bevölkerung bewahren völliges Stillschweigen über diese Tatsache. Der Sultan trifft anscheinend noch keine Vorbereitungen zur Abreise nach Rabat.

London, 2. Septbr. Das Reutersche Bureau meldet auß Mogador vom 27. August: Der Geschäftsverkehr ist hier noch nicht unterbrochen. Die Eingeborenen verhalten sich höflich gegen die Europäer und bitten, daß ein Krieas- schiff hier bleiben möge, um die Stadt vor den Arabern des Innern zu schützen.

3hü Friedenskonferenz im Haag.

Haag, 2. Septbr. In der gestrigen Sitzung des svo- mitees an der Schiedsgerichtskommission gab der italienische erste Delegierte Tornielli folgende bedeutsame Erklä­rung seiner Regierung ab:

Er sei stets in der vordersten Reihe für die Einführung eines obligatorischen Schiedsgerichts gestan­den, dagegen habe er allerdings von Anfang an den Vorbe­halt gemacht, daß womöglich eine Uebereinstimmung der An­sichten in dieser Frage herbeigeführt werden müsse. Im Prin­zip sei man darüber einig, daß für juristische Fragen, speziell für die Auslegung i n t e r u a t i o n a l e r V e r t r ä g e das obligatorische Schiedsgericht anwendbar erscheine. Dagegen bestanden bezüglich der praktischen Anwendung zwei Systeme: Das eine, daß die einzelnen Staaten u n t e r e i n- inder Schiedsgerichtsverträge allgemein oder ?ür bestimmte Materien abschlossen, das andere, daß jetzt schon ein W e l t s ch i e d s v e r t r a g abgeschlossen werde mit dem bekannten Vorbehalt der Unabhängigkeit in wesentlichen Interessen und daß eine Liste derjenigen Materien beigefügt werde, in denen baß Schiedsgerichtsverfahren ohne dieseAus- nahme unbedingt obligatorisch sein solle. Die italienische De- legation stimmte konsequent für das weitergehende System, verhehlte sich aber nicht, daß auf diesem Boden eine Eini­gung nicht erzielt werden könne und daß bei der Gesamtab­stimmung nur eine völlig bedentnngslose Liste zustandekäme. Er hielte deshalb im Interesse der Einigung für notwendig, ziere abgeladen. lleberall fassen die Mannschaften auf Ver- anlaffung des Feldwebels frisch zu und ordnen die Schätze unter Aufsicht der Unteroffiziere. In den Kochgeschirren wird Wasser aus dem nahen Dorfe geholt. Ein Teil der Leute gräbt kunstvoll Kochlöcher in den Bodèn und errichtet darüber ein Gestell aus Hölzern zum Apihängen der Kessel über dem Feuer. Die Korporalschastsführer empfangen für ihre Mannschaften die Lebensmittel und verteilen sie weiter. Alles hat vollauf zu tun. Das Holz wird ge­spalten und bald steigt der Ranch aus den Kochlöchern. Die Kochgeschirre werden über das Feuer gehängt, Kar­toffeln werden geschält und hineingetan, und jeder ist eifrig damit beschäftigt, sich ein möglichst schmackhaftes Mittagessen zu bereiten,

Munter geht es dabei her; es wird gescherzt und gelacht mit den Zuschauern, welche aus den Dörfern der Nachbar­schaft herbeigeeilt sind, um das Leben und Treiben im Lager zu bewundern. Manche Mutter sieht mit Aufmerksamkeit her Bereitung des Essens zu und ist erstaunt, so viel Koch- kenntnik bei den Soldaten zu finden.

Nach einiger Zeit steht die Suppe zwar nicht auf dem Tisch, aber fertig auf dem Feuer. Ein geeigneter schattiger Platz wird ausgesucht, und bald ist alles am Schmausen. Und wie das schmeckt nach den Anstrengungen des Vor- rmttagS, das steht man den Leuten an.

Die eingetretene Ruhe wird jedoch bald unterbrochen. Das Geschirr muß wieder gereinigt werden; dann ruft bald ein Befehl die Soldaten an das Gepäck, um die Zeltbahnen zu holen. Die Zelte werden aufgebaut, die für diese Nacht als Quartier dienen sollen. Diese kleinen, niedrigen Zelte, die die Wärme gut anhalten, stehen in langen Reihen neben« einander; der Boden wird mit Stroh belegt. Recht ein­ladend sehen sie aus.

Jetzt bringt der Soldat seine Ausrüstung wieder in Ordnung. Das Putzzeug wird aus dem Tornister geholt, die Knöpfe werden geputzt, der Anzug wird gebürstet, baß ^eroeljv gereinigt. So vergeht der Nachmittag schnell.

. ^^ Zeglmernsmusik ist inzwischen erschienen und stimmt lujlige Weisen an. Die Kameraden finden sich zusammen, zagern sich Mt« einem Baum oder am Grabenrand und

DirkViirs

sich derzeit auf die Erklärung zu beschränken, daß ein obliga­torisches Schiedsverfahren für juristische Fragen, besonders für die Auslegung internationaler Verträge anwendbar er­scheine, daß aber die Regierungen aufzufordern seien, nach sorgfältiger Prüfung Vorschläge über die praktische Anwen­dung dieses Grundsatzes zu machen und unter einander zu vereinbaren. In diesem Sinne behalte er sich vor, einen Antrag zu stellen.

Der erste österreichisch-ungarische Delegierte Merey, der erste deutsche Delegierte Frhr. von M a r s ch a l l und der erste schweizerische Delegierte Carlin erklärten hierauf, daß sie auf dem Boden der von Tornielli entwickelten An­schauung eine Einigung für möglich erachten.

Haag, 1. Septbr. Die holländische Regierung hatte bei dem Vorsitzenden der Konferenz, Staatsrat N r l i d o w , angefragt, ob ihr der Rittersaal für den 17. September zur Eröffnung der Generalstaaten zur Verfügung sichen könne. Nach einer Besprechung mit den Kommisstonsobmânnern ant­wortete Nelidow, die Konferenz könnte des Rittersaales einige Tage entbehren, doch werde die Konferenz voraussichtlich bis zum 21. ds. dauern und die Unterzeichnung beß Schluß - Protokolls am 28. ds. erfolgen.

Hus aller Welt.

Patenstelle. Der Kaiser, hat die Patenstelle bet der Taufe des Sohnes des Ehepaares Krupp von Bohlen-Hal­bach angenommen, wird aber der Taufe nicht persönlich bei­wohnen, da die bereits getroffenen Reisedrsposttionen dem entgegenstehen.

Während des Gottesdienstes vom Blitz erschlagen wurden in der westpreußischen Dorfschaft Lemberg bei Stras­burg vier Personen, während sechzehn andere mehr oder minder schwer verletzt wurden. Ueber das Ereignis werden durch ein Telegramm folgende Einzelheiten bekannt: Die katholische Kirche in Lemberg sollte am gestrigen Sonntag das Jubiläum ihres 400jä§rigen Bestehens feiern; aus diesem Anlaß waren große Vorbereitungen zur Veranstaltung einer würdigen Feier getroffen worden. Aus der ganzen Um­gegend hatten sich die Vertreter der Geistlichkeit eingefunden, und in der Kirche nahmen etwa 1000 Besucher Platz. Nach der Festpredigt brach während deS Hochamts ein furchtbares Gewitter los ; Donner auf Donner ertönte, und ein Blitz­strahl folgte dem andern. Plötzlich gab es mitten in der Kirche ein gewaltiges Krachen: ein Blitzstrahl hatte in den Turm eingeschlagen, und vier Personen, die sich m der Mitte des Schiffes befanden, fielen leblos zu Boden; sie waren durch die Gewalt der Elektrizität sofort getötet worden. mun brach in der Kirche eine Panik aus, alles strömte den Ausgängen zu, und bei der Flucht inS Freie wurden 16 Personen, meist Frauen und Kinder, teilweise erheblich verletzt.

Gin Selfmademan. In Chicago ist, wie bereits ge­meldet, Montag derKönig der Fleischpacker", Nelson Morris, gestorben. Der Name war angenommen. Der Verstorbene war der Sohn eines Schwarzwälder Bauern und im Jahre 1839 geboren. Als zwölfjähriger Knabe wanderte er nach Amerika aus, wo er in den Viehhöfen von Chicago zuerst als Laufbursche Beschäftigung fand. Nach und nach wurde er Schlachter und von seinen kleinen Ersparnissen fing er dann an, verletztes Vieh aufzukaufen und selbst auszuschlachten. Dann verlegte er sich auf das Verpacken von Fleisch in Blech­dosen. Verbesserungen, die er einführte, brachten sein Ge­schäft rasch vorwärts. Schließlich wandelte er es in eine Aktiengesellschaft um, deren leitender Direktor er bis zu feinem Lebensende blieb. Er hinterläßt ein Vermögen von 50 000 000 Dollars. Staatssekretär Dernburg lernte MorriS in den achtziger Jahren kennen. Er erzählte später von ihm: Auf seine Stellung alß freier amerikanischer Bürger sah er mit Stolz. Nichtsdestoweniger fühlte er sich durch den Be- such eines deutschen Prinzen, den er vor einigen Tagen er­halten hatte, nicht wenig geehrt. Er zeigte mir den Platz auf der Galerie im Schlachtraum, wo der Prinz gestanden hatte.Da stell'» Se sich awer net hin, funft geht's Ihne gerade wie dem Prinz." Der Prinz war nämlich trotz seiner Warnung zu weit vorgetreten: mit einem Male spritzte das Blut aus dem durchschnittenen Hals eines Tieres über seinen weißen Anzug. Seinen alten Vater hätte Morris gern

fingen lustige Soldatenlieder, Die Kantine, welche ihren Wagen zwischen den Kompagnien zu einer fliegenden Re­stauration umgewandelt hat, findet eifrig Zuspruch. Die Abenddämmerung bricht herein, die Lagerfeuer lohen auf, um die sich die Leute sammeln und unter Singen und Scherzen den Abend verbringen,

Kurz vor neun Uhr, nachdem schon vorher die Mäntel angezogen sind, tritt alles vor den Gewehren an. Mit bem Glockenschlags beginnt der Zapfenstreich vom rechten Flügel des Lagers anfangend, ein Truppenteil nach dem andern. Weithin erschallen die bekannten Töne des Zapfenstreichs in die nächtliche Stille, abwechselnd Spielleute und Regiments­musik. Das Lager durchziehend, halten sie vor der Mitte deS Regiments. Die Führer lassen ihre Abteilungen stille stehen,Heim ab zum Gebet" heißt es, und jeder spricht für sich ein stilles Gebet. Die Regimentsmusik spielt den Abend- segen, den herrlichen ChoralIch bete an die Macht der Liebe", in dessen Schlußakkorde mächtig das Trommlerkorps einfällt. Während hier die Feier beendet ist, hört man in der Feme verklingend von einem Truppenteil zum andern dasselbe Lied und lauscht mit Andacht den verhallenden Tönen nach. Dazwischen erklingt die eigenartige Retraite der Kavallerie- und Artillerie-Regimentec, daß mân sich nur schwer von dem Zauber des Abends losreißen kann. Ueber« wältigend wirkt auf jedes Gemüt der Zapfenstreich, wohl jeder wird davon berührt. Wer jemals einen solchen Biwaks­abend erlebt hat, dem wird er unvergeßlich bleiben. Es ist ein schöner Abschluß des Manövertages.

Im Lager wird es nun still. Die Zelte werden aus­gesucht, vereinzelte Leute halten Wache bei den Biwak­feuern ; selten schallt ein Schuß aus der Ferne durch die stille Nacht, ein Zeichen, daß nicht alles ruht, vorne die Kosten halten Wacht und sichern das Lagern vor feindlichen Ueberraschungen.

H. Th.

Altweibersommer.

Ein klarer, sonnig# Herbsttag. Der leise Wind, der

3. September

herüberkommen lassen, dieser aber wollte die Heimat nicht verlassen. Er war gleichfalls Schlächter mit einem dorf­mäßigen Betrieb. Als Morris Geschäft in Schwung g«- kommen war, schrieb er im Triumph nach Hause, daß er wöchentlich 1800 Rinder schlachte. Von dieser Nachricht er­wartete er eine zündende Wirkung in seiner Heimat. Statt dessen aber erhielt er von seinem Vater einen Jammerbrief. Er habe weder bei Tag und Nacht mehr Ruhe. Immer müsse er an die 1800 Rinder denken. 1800 Rinder die Woche zu schlachten, das wäre ja der sichere Ruin, soviel könne man unmöglich verkaufen, oder wäre der arme Sohn vielleicht rappelig im Kopfe geworden? Schließlich schlachtete Morris fast die gleiche Zahl pro Tag.

Der Einsturz einer kostbaren Kapelle wird aus dem italienischen Städtchen Borgomanero gemeldet. Dort ist eine in künstlerischem Stil errichtete Kapelle, genannt baß Kruzifix von Boca, die vor 70 Jahren mit einem Kostenauf­wands von 1 Million erbaut war, eingeftürxt Infanterie, welche in der Nähe von Boca Manoverübungen abhielt, arbeitete an der Ausräumung der Trümmer in der B*> sürchtung, daß mehrere Ausländer, die in der Nähe der Ka­pelle gesehen und dann verschwunden waren, unter den Trümmern begraben seien. Die Befürchtung erwies sich aber als unbegründet.

Ein vierzehnjähriger Mörder wurde von der Straf­kammer in Arnsberg abgeurteilt. Es handelte sich um einen schon vorbestraften, noch schulpflichtigen Knaben auß Lange- wiese bei Berleburg, dar einen sechsjährigen Spielkameraden ins Wasser geworfen und dessen Kopf so lange auf einen aus dem Wasser hervorragenden spitzen Stein aufgestoßen hatte, bis der Knabe tot war. Das Gericht verurteilte den rohen Burschen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jcchrm und vier Monaten.

Blutige Tumulte. Bei einer nächtlichen Zusammen­rottung wurde in Stettin der Schutzmann Jurgkat von einer Rotte von zwanzig jungen Leuten tätlich angegriffen und seines Säbels und Helmes beraubt. Der Schutzmann machte darauf von seinem Revolver Gebrauch und erschoß den Arbeiter Gustav Pegel. Der Arbeiter Freitag würd» durch einen zweiten Schuß leicht verletzt.

Vulkanische Ausbrüche. Infolge vulkanischer Erup­tionen im Golf von Alaska ist auf Perry Island ein neuer Bargkegel entstanden.

Die eigene Schwester ermordet. Gestern nachmittag wurde der Bruder der vor acht Tagen ermordet aufgefunbene« zwanzigjährigen Tünchers tochter Wenkler aus Unteraltertheim unter dem dringenden Verdachte, seine eigene Schwester er­mordet zu haben, in das Würzburger Untersuchungsgefäng­nis eingeliefert, wo er nach kurzem Verhör die Tat eingè- ftanben hat. Ueber die Veranlassung gibt er folgendes mt: Eine Tante in Eisingen hatte dem Mädchen ein Haus und verschieden« Becker testamentarisch vermacht. Als er hiervon Kenntnis erhielt, reifte in ihm der Neid den Plan, feine Schwester gewaltsam auß der Welt zu schaffen, um in bett Besitz beß Erbes zu gelangen. Als das Mädchen vor acht Tagen von Unleraltettheim nach Eisingen ging, folgte er ihr, schlug sie zuerst meuchlings mit einem Hammer med«r, erwürgte sie hierauf und schleppte sie dann ins Gebüsch. Verschiedene Streifen blieben erfolglos, bis bei einer auch der Mörder mitging und die Leute direkt auf die Stell« zu- führte. Schon damals bezeichnete der Volksmunb den Bruder als den Mörder seiner eigenen Schwester.

Ermordung eines Gendarmen. Der Bauernknecht Martin Gebauer ermordete während des Transporte- bei Nidernsill den Gendarmen Lösfler, der ihn wegen Diebstahls verhaftet hatte.

Landesverrat. Der in Hsrbesthal unter dem Ver­dachte des Landesverrats zusammen mit einem Unteroffizier auß Koblenz verhaftete Zivilist ist der Schriftsteller und Redakteur Schiwara aus Solingen. In der Wohnung SchiwaraS wurde bei der Haussuchung eine Menge Be­lastungsmaterial gefunden.

Allerlei aus Bayern. Wie aus Neustadt a. d. H. berichtet wird, ist der Stand der Weinberge im allgemeinen ein ganz erfreulicher, so daß die besten Hoffnungen bestehen, sowohl in Qualität als auch an Quantität. In Höhen- lagen färben sich schon die Portugieser, und ausgangs nächster Woche dürfte wohl mit dem Schneiden begonnen werden.

Mit dem Rade gestürzt und tötlich verunglückt ist her Kaufmann Ernst Schneider in Neustadt (Pfalz). Bau­arbeiter Michael Maier von Wörnitz st ein wurde von

kosend uns umfächelt, hebt hier und da auf den abgeeruteten Aeckern lange weiße Fädm empor.

Es spinnt das Märchen in blauer Luft Silberne Härchen ob Wald und Kluft.

Kleine Luftschiffe sind es, die winzige Passagiere hoch über Acker und Wiesen dahintragen. In jedem Fahrzeuge sitzt ein schwarzes Wandrrspinnlein, so scheu, wie nur ein Tier­chen sein kann; denn kaum stößt der feine Faden auf ein Hindernis, so spinnt der kleine Luftschiffer auch schon die Rettungsleine, an der er sich geschwind zur schützenden Erde herabläßt. Von jeher hat sich die Phantasie mit diesm Fäden beschäftigt, die der VolksmundAltweibersommer" nennt, und der zu einer noch wenig bekannten, reizendm Sage Anlaß gegeben hat. Als nämlich der erste Sommer zu der jungen Erde kam, freuten sich die Pflanzen und Tiere unsäglich. Da besprachen sie miteinander, wie sie ihn wohl festhalten könnten, damit er immer bei ihnen bleibe. Als die starken Tiere und die großen Bäume aber kein Ölittel anzugeben vermochten, da sagte ein Grâslein :Die Spinnen können ein Gewebe machen, dann wird es der Wind auf­heben, und wenn der Sommer fort will, wird er sich barin verfangen." Und so geschah es. Die Spinnlein begannen gar fleißig zu arbeiten, und dann kam der Wind und hob die tausend und tausend Fäden hoch in die Luft. Aber eS war vergebens: der Sommer zerriß das Netz, das ihn fangen und festhalten sollte und entfloh. Da fingen alle Gräser und Bäume vor Trauer an zu weinen, das nennen die Menschen Herbsttau. Und jedes Jahr wiederholen die unermüdlichen Spinnlein immer wieder denselben Versuch.

Albumblâtter.

Denn noch bis jetzt gabs keinen Philosophen, Der mit Geduld das Zahnweh tonnf ertragen, Ob sie der Götter Sprache gleich geredet Und Schmerz und Zufall als ein Nichts verlacht.

Shake^eett«.