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Lvrtchichrllch 1,80 M., monatlich 60 Pfz., für an> «AMg» Abonnenten mit dem betreffenden PostauffchtM, Die einzelne Numm« kostet 10 Ms.

IbtatMbadt und Verlag der vuchdruckevti d«S scâ «. Warsenhach-S in Haâ

MW* Grgau für Stadt- und Faudkreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnaüme der Trrm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 205 Fernsp«ch«"schl,ch Nr. 605.Dienstag den 3. September è^^^^^^^^EE«aattLMW^8I^llWi8LEWWEEEII^^^^-^^EDMWMWE^W8lUWEW^W^I^^^^^^^E>I^8>MAEMMgit?7Sia«tkEâ'ââ^^^Ätdü^!LiWWM88WÄLLM2?ZK?Vd'^MMit?W^M^^

Fernsprechattschltttz Nr. 605» 1907

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Amtliches.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau, Langstraße 96, belegenen, im Grundbuche von Hanau Blatt Nr. 3529, Bestandsverzeichnis Nr. 1 und 2, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Konditors Heinrich Waldemar Müller und dessen Ehefrau Mathilde geb. Mack in Hanau, Langstraße 96, eingetragenen Grundstücke:

1. Krtbl. J Parz. 133, Langstraße 96, Hofraum,

a) Wohnhaus mit Seitenbau links und Querbau nebst Keller unter dem Hofraum und Haus­garten,

b) Seitenbau rechts,

c) Querbau mit Anbau,

3,09 ar, Nutzungswert 2430 Mark,

2. Kribl. J Parz. 184, daselbst Hausgarten 2,02 ar, d) Pferdestall, Nutzungswert 70 Mk.,

am 1 November 1907, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Hanau den 24. August 1907.

Königliches Amtsgericht. 2. 17883

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gesunder!: 1 Herren-Schirm mit Ueberzug, 1 An­hänger mit 2 Photographien, 1 Portemonnaie mit 3 Mark, 1 Fahrradschraubenschlüssel, 1 Wagenlenge von einem Leiter­wagen, 1 schwarzseidener Damengürtel mit Schnalle.

Verloren: 1 goldenes Kollier mit Perlen besetzt, 1 schwarzes Portemonnaie mit 3 Mk. und einigen Pfennigen, 1 Damenschirm mit Silbergriff (in einer Droschke liegen geblieben), 1 gelber Kinderschuh (linker, Sandale).

Zugelaufen: 1 junger dunkelbrauner Hund mit weißer Brust m. Geschl., 1 schwarzer Dachshund w. Geschl. (Halsband mit Nickelbeschlag.)

Entlaufen: 1 junges gelbes Huhn.

Hanau den 3. September 1907.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanan, 3. September.

* Vom Manöver. Heute findet die Besichtigung der 42. Jnfanteriebrigade durch den kommandierenden General v. Eichhorn statt.

* Für die Beförderung von Kranken ans der Eisenbahn kommen neuerdings besonders eingerichtete Krankentragbetten zur Verwendung, durch deren Einführung ein bedeutender Fortschritt auf dem Gebiete der Kranken­beförderung geschaffen ist. Diese Krankentragbetten, von

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Feuilleton.

Aus der Welt der Technik.

Die Fernphotographie nach Professor Korn.

Zurzeit finden interessante Versuche mit der Fernphoto­graphie nach dem System des Münchener Professors Korn auf der Strecke BerlinMünchen statt. Es wird dabei eine beliebige Photographie in etwa 12 Minuten durchaus genau über die rund 100 Meilen lange Strecke telegraphiert. Zur näheren Erläuterung dieser wunderbaren Erfindung mögen die folgenden Ausführungen dienen. Die moderne Elektro­technik besitzt in dem Selen, einem schwefelähnlichen Körper, ein wundersames Material. Das Selen ändert nämlich seinen elektrischen Widerstand mit der Belichtung. In der Dunkel­heit hat es einen sehr hohen Widerstand und läßt ent­sprechend geringen Strom passieren. In der Helligkeit ist sein Widerstand gering, und es wird entsprechend stärkerer Strom hindurchgehen können. Um diese Eigenschaft praktisch auszunutzen, baur man die sogenannten Selenzellen. Man wickelt zwei Metalldrähte um einen Stab oder eine Platte aus einem nichtleitenden Stoffe, z. B. aus Porzellan, und zwar so, daß die beiden Drähte ihrer ganzen Länge nach etwa bis auf einen viertel Millimeter einander nahe liegen, aber sich nirgends berühren. Nachdem die Drähte derartig gewickelt sind, bestreicht man das ganze System mit dem bis zum Weichwerden erwärmten Selen. Fällt nun auf diese Anordnung Licht, so wird aus einer Stromquelle, deren beide Pole man mit den beiden Drähten verbunden hat, Strom

welchen im Eisenbahnbirektionsbezirk Frankfurt a. M. je eins auf den Bahnhöfen Gießen, Limburg und Frankfurt a. M.- Hauptbahnhof aufgestellt ist, sind derart eingerichtet, daß der Kranke darin von der Wohnung oder der Unfallstelle abge- , holt, ohne Umbettung in einem Eisenbahnabteil, in welches das Tragbett hineingestellt wird, weilerbefördert und auf der Bestimmungsstation vom Bahnhof wieder bis an die neue Lagerstätte (Krankenhaus, Klinik, Wohnung usw.) getragen werden kann. Die Tragbetten können von allen Stationen und Haltestellen nötigenfalls telegraphisch angefordert und nach sämtlichen Stationen und Haltestellen der Preußisch- Hessischen Staatsbahn verwendet werden. Die Beförderung erfolgt in den Abteilwagen 3. Klasse. Für die Benutzung sind 2 Fahrkarten 3. Klasse für den Kranken und je eine Fahrkarte 3. Klasse für jeden Begleiter zu losen. Weitere Gebühren, auch für Rücksendung und Desinfektion des Trag­bettes, kommen nicht zur Erhebung. Nähere Auskunft er­teilen bereitwilligst die Bahnhofsvorstände.

* Sonderzug Mannheim. Zum Besuche der dor­tigen Jubiläums-Ausstellung arrangiert der Fremden-Ver- kehrsverein Mannheim ab Station Frankfurt a. M. am Sonntag den 8. September einen Sonderzug. Die Teil­nahme ist mit Mk. 5.30 ganz außerordentlich billig und ent­hält Hin- und Rückfahrt, Besuch der Ausstellung, Dampfer­fahrt auf den Rhein- und Hafenanlagen, Besichtigung des Rosengartens (Festhalle) und der Stadt. Die Teilnehmer sind den ganzen Tag unter Führung, was den Genuß wesent­lich erhöht. In der Gartenbau-Ausstellung bietet die am Tage zuvor eröffnete Allgemeine Große Herbst-Ausstellung sowie die Spezial-Ausstellung der Deutschen Dahlien-Gesell- schaft besonderes Interesse, außerdem findet am 8. Septbr. das Große Herbst-Jubiläums-Volksfest mit Konzerten des Kaim-Orchesters und zahlreichen Volksbelustigungen statt. Auch die Beleuchtung der Ausstellungsgebäude und die Leucht­fontaine wird vor der Abreise noch zu sehen sein. Sowohl für Hin- und Rückfahrt sind die Bahn-Anschlüsse der ganzen Nachbarschaft gesichert. Im übrigen sei auf das heutige Inserat verwiesen.

* Fahrt nach der Riviera. Durch die Hamburg- Amerika-Linie wird für die Mitglieder und deren Angehörige des Flotten-Vereins im Oktober d. I. eine Fahrt nach der Riviera veranstaltet werden. Der Preis für die Fahrt von Basel bis Basel beträgt 210 Mk. pro Person. Nach dem vorläufigen Programm beginnt die Fahrt am 19. Oktober und endet am 27. Oktober abends in Basel. Es wird Station gemacht in Genf, Marseille, Cannes, Nizza, Monaco, Mentone, Bordighera, San Remo, Genua, Mailand, Como, Brunate und Zürich. Anmeldungen werden möglichst bald an die Ortsgruppe des Deutschen Flotten-Vereins zu Hanau, z. H. des Herrn Karl Erbe zu Hanau, Marktplatz 8,1. St., erbeten. Die definitiven Programme, sowie nähere Mit­teilungen werden daraufhin zugestellt werden.

* Das Wetter im September nach dem hundert­jährigen Kalender: Anfangs bis den 4. schön, warm und

fließen können. Weiter befinden sich nun auf den beiden Stationen zwischen welchen Bilder übertragen werden sollen, zwei Elektromotoren, welche absolut gleich schnell laufen, welche sich, wie der technische Ausdruck lautet im Synchro­nismus befinden. Der Motor auf der Station bewegt nun einen Glaszylinder und zwar in derselben Art, wie sich eine Phonographenwalze bewegt. Der Zylinder wird nämlich einmal um seine Achse gedreht und ferner all­mählich in der Längsrichtung dieser Achse verschoben, so daß also jeder Punkt seiner Oberfläche eine Schraubenlinie beschreibt. Um diesen Glaszylinder wird nun das auf einen Film übertragene Bild, welches photographiert werden soll, gewickelt. Ferner ist der ganze Kasten in ein Gehäuse eingeschlossen, welches nur ein winziges Fensterchen besitzt. Außerhalb des Kastens steht eine elektrische Lampe, deren Licht durch eine Linse konzentriert und durch das Fensterchen auf den Bildzylinder geworfen wird. Im Innern dieses Zylinders befindet sich die bereits beschriebene Selenzelle. Wenn sich nun der Zylinder dreht, so werden abwechselnd Helle oder dunkle,b. h. durchsichtige oder undurchsichtige Zellen des Bildes das Fensterchen passieren, es wird bald Licht in das Zylinderinnere gelangen können und bald nicht. Dementsprechend wird aber auch die Selenzelle bald Strom hindurchlassen und bald nicht, es werden in die Fernleitung Ströme fließen, welche in ihrer Stärke ebenso schwanken, wie die dunklen und hellen Stellen des Bildes wechseln.

Betrachten wir nun die Empfängerstation. Hier befindet sich ein zweiter Glaszylinder, welcher genau so läuft, wie der Glaszylinder auf der Geberstation. Auf diesem Zylinder ist ein lichtempfindlicher Film aufgewickelt, und das Ganze ist ebenfalls in einem Kasten eingeschlossen, der nur ein

starker Regen, danach Gewitter, darauf wird schön Wetter bis den 20., den 30. Regenwetter.

* Der sonntägliche Milchverkanf. Wie bereits anläßlich der schöffengerichtlichen Verhandlung erwähnt, hat der Vorsitzende der hiesigen Milchhändlervereinigung, Herr L i ß m a n n - Langendiebach, behufs prinzipieller Entscheidung Einspruch gegen zwei Strafmandate erhoben, die ihm zu­gingen, weil er unter der sonntäglichen Gottesdienstzeit Milch zu den Kunden brachte. Die von Herrn Lißmann vorge- brachten verschiedenen Zweckmäßigkeitsgründe für eine ver­längerte ununterbrochene Verkaufszeit an Sonntagen konnten für das Schöffengericht ebenso wenig in Betracht kommen als für die Strafkammer, die sich gestern infolge Berufung Lißmanns mit der Sache zu befassen hatte. Für die Ge­richte handelt es sich ausschließlich um die Frage:Ist das gewerbsmäßige Milchaustragen eine öffentlich bemerkbare Arbeit oder nicht", da solche Arbeiten unter der sonntäglichen Gottesdienstzeit durch Polizeiverordnung verboten sind. Das Oberlandesgericht als höchste hierbei in Betracht kommende Instanz hat die Frage in einem anderen Falle bejaht und so war, wie wir früher bereits ausführten, anzunehmen, daß die Nachgeordneten Instanzen sich diesem Erkenntnis an­schließen werden. Die Strafkammer hat denn auch gestern entgegen ihrem früheren Erkenntnisse das gewerbsmäßige Milchaustragen gleich dem Schöffengerichte für eine öffentlich bemerkbare Arbeit erklärt und demgemäß die Berufung ver­worfen. Das Milchaustragen muß also, solange die jetzige Polizeiverordnung bestehen bleibt und solange eine ander­weite oberlandesgerichtliche Entscheidung nicht ergeht, Sonn­tags um 91/* Uhr vormittags beendet sein.

* Vom Zug überfahren. Ein bedauernswerter Un» fall ereignete sich gestern nachmittag gegen 5 Uhr auf der Strecke Rödelheim - Weiskirchen. Dort waren mehrere Ar­beiter auf der Strecke damit beschäftigt, die Gleise auszu- bessern. Zur selben Zeit durchfuhr die Strecke ein Personen- zug, dessen Herannahen die Arbeiter zum Teil nicht bemerk­ten. Einer von ihnen, der 43 Jahre alte Streckenarbeiter Friedrich B l u m aus L i e b l o s bei Gelnhausen wurde auf diese Weise vom Zug erfaßt und kam unter die Räder zu liegen, so daß ihm beide Beine bis an die Kniee zermalmt wurden. Ein Arzt aus Rödelheim legte ihm Verbände an, darauf wurde der Verwundete mit der Lokomotive nach dem Bockenheimer Bahnhof gebracht. Von dort aus überführte ihn die Rettungswache nach dem Elisabethen-Krankenhaus in Frankfurt a. M., wo ihm die beiden Beine abgenommen wurden.

^ Kriegerverein Keffelstadt Sedanfeier. Am vergangenen 1. September feierte der hiesige Kriegerverein sein diesjähriges Sedanfest. Vormittags fand Kirchgang statt. In stattlicher Anzahl marschierten die Vereinsmitglieder hinter der Fahne her zum herrlichen Gotteshaus, um am Festtag zunächst dem Allerhöchsten an geweihter Stelle zu danken und zu dienen. Es war ein Festgottesdienst in des Wortes schönster Bedeutung. Nachmittags von 3 Uhr an nahm im

I kleines Fensterchen hat. Auch hier steht vor dem Fenster I wieder eine Lampe, deren Strahlen durch eine Linse kon­zentriert, gewissermaßen wie ein Stichel oder Schreibstift auf den lichtempfindlichen Film wirken können. Nun handelt eS sich aber darum, dieses Licht entsprechend dem zu erzeugenden Bilde zu beeinflussen, und dazu dienen die von der andern Station eintreffenden Ströme. Sie werden in sehr einfacher aber sinnreicher Weise dazu benutzt, um eine kleine Blende, die sich gerade im Brennpunkte der Sammellinse befindet, zu bewegen. Fließt gar kein Strom, war also die Selenzelle auf der Geberstation unbelichtet, so steht diese Blende derart, daß sie alles Licht abfängt. An solchen Stellen wird also auch der Film auf der Empfängerstation nicht belichtet. So­bald dagegen Strom fließt, zieht er die Blende mehr oder weniger aus der Bahn des Lichtes heraus, der Film wird also entsprechend der Stromstärke belichtet. Da wie gesagt, beide Zylinder sich völlig gleichartig bewegen, so muß nun auf unserem Film genau dasselbe Bild entstehen, welches sich in der Geberstation auf dem Zylinder befand. In der Tat erhält man mit dem Apparate genaue und scharfe Bilder. Für das praktische Leben dürfte der Apparat sicher­lich Bedeutung gewinnen. Gestattet er doch porträtähnliche Bilder in wenigen Minuten beliebig weit zu übertragen, ein Umstand, der in gleicher Weise für den Nachrichtendienst illustrierter Zeitungen wie für polizeitechnische Zwecke, die schnelle Verbreitung von Steckbriefen und dergleichen wert­voll werden dürfte. Vielleicht ist die Zeit nicht fern, in welcher auf Drähten, die unsere großen Zeitungen ja für die Nachtstunden zu mieten pflegen, nicht nur telephoniert und telegraphiert, sondern ebenso lebhaft photographiert wird, ein schöner Beweis für den rastlosen technischen Fortschritt unseres Zeitalters.