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3. August

Samstag

Kunst und Leben.

(rin seltsames Bittgesuch finden wir im Anzeigm- teil einer auswärtigen Zeitung. Es lautet:Ein nicht be­mittelter K u n st- und B ü ch e r f r e u n d bittet edle Damen und Herren um gütige finanzielle Beihilfe b e - bufs Ergänzung seiner Sammlung. Gest. Offerten usw." Es wäre nicht verwunderlich, wenn nach diesen: Muster demnächst ein nicht bemittelter Sportsfreund die bekannten edeldenkenden Damen und Herren um finan­zielle Beihilfen zur Anschaffung eines Automobils, einer Segeljacht usw., oder ein Theaterfreund um solche zur Be­schaffung eines Abonnements bitten würde. Es gibt doch noch naive Gemüter!

OeffcntliKkr Wktterdltnsl.

(Beobachtungen des Physikatischell Vereins, Frankfurt.) Bürattsstchtlichc Witteeung für Die Zeit vom Abend des 3. August bis zum nächsten Abend.

d^ Zunahme der Bewölkung morgen veränderlich tneyrsach Regenfalle, mäßige Westwinde; warm.

12 Uhr am 2, ,8

Baroureterftand

Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen

Sehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

750

Oberndorf. Im Wege der Zwangsvollstreckung folleit die in der Gemarkung Oberndorf belegenen, im Grundbuche von Oberndorf zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs­vermerkes auf den Namen des Tagelöhners Franz Brei­tenberger in Oberndorf eingetragenen Grundstücke am 19. September 1907, nachmittags 31/» Uhr, durch das Kö­nigliche Amtsgericht zu Orb in der Hohmann Eschen Gastwirtschaft zu Oberndorf versteigert werden.

Schiffsberichte.

Mitqeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1).

Der DampferRhein" ist am 31. Juli wohlbehalten in New-Dork angekommen.

Der PostdampferVaderland" derRed Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 30. Juli wohlbehalten in New-Uork angekommen.

Beverns- u. Vevguü gn rrqs nachrichten

für Sam»tag den 8. August.

Turngenteiebe: Von 2'/«3'/« Uhrt Knaben», 89: J»ge»wad^!ung, Turnverein: Vereinsabend im Gasthauszur Karthaum . *

GffangvereinEintracht*' Vereinsamend tu den ^3 Schwanen . Evangelischer Arbeiterverein: DereinSabend nvd Mitgliederaufnahme

VereinSlokale (Parabeplatz Nr. 1.)

GesangvereinFröhlichkeit" r VereinSabend imDeutschen -au, . GesangvereinGermania": DereinSabend im 'owengärtchen . GesangvereinMelomania": VereinSabend in derKartbaune^. GesangvereinEumser* r Verein,abend in derStadt Bremen . GesangvereinTonblüthe": Verein, abend in derStadt Bremen . Evan«. Männer- v. Jüngling,verein: Unterhaltung (Ev. DeremShauS). LergnügungS-BereinGermania": DereinSabend imgr. Kurfurflen. BergnügungsgesellschaftFidelio": VereinSabmdznm Vi-lec , KasinoEintracht: Verein,abendzum vrauüüb'I".

VereinEinigkeit": verein,abend in dergroßen Krone.

VereinFidelitaS": VereinSabend in derKartbaune' . KlubEameratia": Klubabend im groß«: Kurfürsten^ . Gesellige VerbindungArminia": Klubabend in decStadt Bremen Gesellige VerbindungHanovia* - Klubabend imBernhardseck . Gesellige VerbindungMelitta": V» 10 Uhr: Versammlung rm Gasthags

im

zur goldenen Gerste" . , . .

VereinFrohsinn 1903": DeremSabend imGrafen Philipp Ludwig . Erster Athleten-Derern: DereinSabend auf Beck's Felsenkeller. Fuhballklud .Melitta': Klubabend imRestaurant WeiSmantel. Radfahrer-Verein 1898: VereinSabendzur deutschen Eiche .

RadsportUbier": DereinSabend imSchützenhof".

Radfahrer-VereinUnion": DereinSabend imWilhelmSeck . KegelklubNachtschwärmer": Gasthauszur guten Quelle . Gesellige VerbindungHaffonia*: Vereinsabend imgroßen Kurfürsten . KlubFriendship* r Klubabend im Restaurantzum Neubau . ,

KegelklubNeuntöter": AbendS 9 Uhr: Kegeln imLöweugartchen. KlubConcordia*: Klubabend in der Brauerei WekSmantel. ^ Gesellige VerbindungPatria*: Verbindung-abend imRatskeller . Humoristischer MusikvereinGermania*: VereinSabendzum Sandhos . GesellschaftLustig Kippe": Zusammenkunftzur gold'nen Rebe . , VergnügungsvereinEdelweiß": VereinSabend im »golbeum uni u Christi. Hilfsarbeiter-Verband: Abends 9 Uhr: Kassenabend imBraustüv Akademieschüler-Bereinigung: VereinSabend imLèwengârichen . L»komotivführrr-Berein: Monatsoersammlung in derCentralyall« .

für Sonntag den 4. August, rtschgesellschast imNürnberger Hos": Von 111 Uhr: UebungSstunde. Lokomotivführer-Verein: Vormittags von 1112 Uhr: Zuiammentunp im Vereinslokal (Eenlralhalle").

Gesellig« VerbindungM-litia* : V-12 Uhr: Frühschoppen im Gasthaus zur goldenen Gerste*.

FruchteS-Eck: Gasthau»zur guten Quelle".

Hanauer FußballklubMelitta": Nachmittags S Uhrt UebungSfpi«! auf dem Exerzierplatz.

Hanauer FußbaMubViktoria" 1894: Nachmittag» S Uhr: Uebung»» spiel auf feinem Sportplatz an der Leipzigerstraße.

Erster Hanauer Fußballklub 1898: Nachmittags 8 Uhr: UebungSlpiti auf feinem Sportplatz an derSchönen Aussicht".

Verband deutscher Kriegsveteran en: Abend» 51 /. Uhr: Äto«atsoev femmlung im Gasthauszum goldenen Faß".

^uttempler-Loge zur Höhe, Paradeplatz 1: Abends: Freie Zusammenkunsu Gäste willkommen.

Kachol. Arbeiterverein : Abends 8 Uhr: Zusammenkunft im Vereinslokal ^zum Braustüb'l*.

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Ich verkaufe meine bekannten heften Wurst- und Fleischwaren immer «och tu de« billige« Alten Preise«.

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Eprechsaa).

Wir erhalten nachstehende Erklärung:

Bei Besprechung betreffendM ü l l a b f u h r

*

wurde

indervorgestrigenStadtverordnetensitzung lautHan. Anz." behauptet, daß eine Ausschreibung in Kesselstadt viel billigere Sätze ergeben habe alt für Hanau. Daß ist unrichtig!

In Hanau wird bei hoher Kautionsleistung des Unter­nehmers pro Wagen und Gespann Mk. 2000 pro anno für 6tägige Wochen- und Doppelleistung vor und nach den Feiertagen bezahlt, das ist für Halbtag rund 6 Mk., wäh­rend in Keffelstadt nur an 4 Wochentagen gefahren werden soll. Die Submission ergab Mk. 1560, 2000 (jetziger Hanauer Unternehmer) 2200 und 2700. Ersteres Angebot wurde ohne .Kautionsleistung acceptirt. Der Kesselstädter Unternehmer würde also für 6 tägige Leistung Mk. 1560 + 7 80 = Mk. 2340 erhalten, also nicht weniger son­dern Mk. 340 mehr als der Hanauer Unternehmer oder pro Halbiag Mk. 7,50, also Mk. 1,50 meh r. Dabei werden die Kesselstädter Landwirte ihren Müll zur Komposti- rung für ihre Gärten und Felder behalten, also der neue Unternehmer voraussichtlich wenig zu fahren haben, während die

____________Seite 3

âieiigen Meister einen Schleifstahl entwendet haben. Der ^tah^ hing am Wtoroen de? Abreisetage? noch an seinem Platze und war ant Nachmittag mit dem K. verschwunden. Ber diesem wurde dann auch ein dem gestohlenen völlig gleichender vorgefunden, über dessen Erwerb er sich nicht ae- nugenb ausweisen kann. K. befindet sich im wiederholten Râfa^e und erhält unter 3ubiatgung mildernder Umstände 4 Monate Semngnis. - Der Taglöhner Konrad Römer von ^^'..^^ roe3en mannigfacher Betrügereien zum Nachteil von Pfarrern und Lehrern der Umgegend zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, erhielt heute für eine Anzahl erst später zur Kenntnis der Behörden gelangter Falle noch 3 Monate Zusatz. - Der Landwirt Heinrich F von Lieblos hat am 7. Juni dortselbst groben Unfug und ruhestörenden Lärm verübt unb wurde darauf mit einem Strafmandat von 6 Mk. bedacht, gegen das er Einspruch erhob. Die schöffengerichtliche Verhandlung endete mit Ver. Weisung des Einspruchs, die Strafkammerverhandlung zeitigt dasselbe Resultat. Die Geschichte dürfte mithin infolge der erwachsenen beträchtlichen Kosten (es wurden eine ganze An- Sahl Zeugen auch hier vernommen) ein recht kostspieliges

Vergnügen werden. Der Buchbinder Sch., zuletzt hier in Stellung gewesen, hat nach eingetretener Arbeitslosigkeit wiederum, wie schon so oft vorher gebettelt und wurde dieser- halb vom hiesigen Schöffengericht zu 6 Wochen Haft und zur Ueberweisung verurteilt. Die Strafkammer nimmt ihm mit Rücksicht darauf, daß er seit dem Jahre 1904, wo er das letzte Mal im Arbeitshause war, wiederholt gearbeitet hat, die Ueberweisung ab, um ihm Gelegenheit zu geben, aus dem anscheinend betretenen Weg der Besserung sich weiter zu betätigen. Die Berufungsoerhandlung gegen Frau Z., die in einem der L.'schen Lebensmittelgeschäfte einem 14jahr. Mädchen daS auf dem Ladentische liegende Portemonnaie und den Regenschirm weggenommen haben soll und dafür vom Schöffengericht 14 Tage Gefängnis erhielt, wird behufs weiterer Beweisaufnahme vertagt.

7. M. A. 56/05.

3. D. Nr. 165/1907.

Wagen des Hanauer Unternehmers, namentlich im Winter, meist überladen und Pferde und Geschirr besonders stark mit­genommen werden. Bei Submissionen trifft der Durchschnitt Eingaben gewöhnlich das Richtige. Hier also

der

Mk. 1560

Im Namen des Königs !

(Zweites Urteil innerhalb weniger Monate.')

Die 1. Strafkammer des Königlichen Landgerichts Altona hat unterm 18. Dezember 1906 für Recht erkannt:

Die Angeklagten werden wegm Vergehens gegen das Ge­setz zum Schutze der Warmbezeichnungen zu einer Geldstrafe von je 800 Mark, an deren Stelle im Unvermögensfaüe fül­le 10 Mk. ein Tag Gefängnis treten soll, verurteilt."

Das Gericht stellt fest:

1. daß das Warenzeichen der Finna Richard Brandt's Nachf., Schaffhausen, mit der Inschrift

Apotheker Richard Brandt s chchlveizsrpillen

für Pillen gesetzlich geschützt ist und zwar ein

^^^^^^Weißes Kreuz im rote«

^^$5w^^S^u Felde", in Verbindung mit dem

Sa. Mk. 8460:4 Mk. 2115 für 4 Tage 1057

= Mk. 3172 für 6 Tage das sind rund Mk. 3000, was in Frankfurt a. M. und auberen Nachbarstädten tatsäch­lich bezahlt wirb und dem Unternehmer zukommt. Löhne, soziale Abgaben und Verköstigung der Arbeiter, Preise der Pferde und Futtermittel, der Handwerker und Materialien sind bedeutend gestiegen. 10jährige städtische Abschlüsse für Leistungen mit so veränderlichen Grundbedingungen sollten in beiderseitigem Interesse nur mit gegenseitiger halbjährlicher und jährlicher Kündigung erfolgen.

Gerichtssaal.

Sitzung der Strafkammer vom 1. August 1907.

Verschiedenes.

Der Gelegenheitsarbeiter Wilhelm K. Hier hat einer Gast, wirttn in der Nordstraße, die ihm längere Zeit hindurch gegen kleine Handreichungen den Unterhalt gewährte, zweimal kleine Geldbeträge unterschlagen. DaS Schöffengericht hatte den K. mit Rücksicht auf seine vielen einschlägigen Vorstrafen und den groben Vertrauensbruch zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 2 Jahre aberkannt, ihn auch in Anbetracht seiner persönlichen Ver­hältnisse und daraus begründeten Fluchtverdachts (er hat keine eigentliche Wohnstätte und kümmert sich um seine fünf Kinder nicht im geringsten) sogleich in Haft genommen. Die Strafkammer kommt aus den gleichen Gründen zu bem| eiben Urteil. Der Metzgergeselle K. soll bei der Abreise seinem

' Pickel im SeNckt

und am Körper, Blütm, Mitesser, Wimmerln, Röten, Sommersprossen, Hautjucken, Flech­ten, Furunkel, Hautgeschwüre rc., wer da­ran leidet, gebrauche du weltberühmte Zucker'S Patent - Mepizlnal - Seife, D. R.-P., ärztlich empsohlen und tausend­fach bewährt, Preis, Mk. 1M Besitzt Eigenschaften wie keine zweite der Welt.

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JsÄ&iiB 21 dcck eine Verwechslungs-

Gefahr trotz einzelner Abwei-

M^M ^^fd*r~4 chungen und trotzFortlafsung

des Namens Richard Brandt wi^ vorliegt;

3. das; den Augetlagte« als Apotheker bezw.Chemi- fern der -mutz des Brandt- schen Warenzeichens für Schweizerpillen bekannt gewesen sein muß;

4. daß daher die Angeklagten wissentlich Pillen mit dem geschützten Warenzeichen der Firma Richard Vrandt's Nach­folger versehen bezw. solche Pillen in Verkehr gebracht haben, und deshalb wegen Verletzung des dieser Firnia für Schweizer- Men geschützten Warmzeichens gemäß §§ 14, 20 des vom 12. Mai 1894 zu bestrafen waren.

Da meine seit 80 Jahren beim Publikum so beliebten und von keinem neueren Abführmittel übertroffenenSchweizer- pillen" neuerdings vielfach nachgeahmt werden, so bitte ich, stets beim Aukauf genau auf dasWeiße Kreuz im roten Felde** und den NamenszugRichard** Brandt zu achten und mir, zum Schutze meiner Rechte, vorkommende ^tach- ahmnngen sowie Unterschiebungen anderer Präparate besannt* geben zn wollen. 105760

Apotheker Fr. Mer»li«g, Apotheker Rich. Braudt'-

Rachf., Schaffhausen, Schweiz.

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Hanan den 2. August 1907.

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