Einzelbild herunterladen
 
  

BezAgspreiSt

jtzkrtehâtzrllch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg. für nu9* »ârtigr WonnenUn mit dem betre-iead« ^»iauijchtaz, Die einzelne Nummer kostet 10 Pf-,

m Râmeateü die Zeü, 35 Pfg,

AetaÜenIdruck und Berlag bet Buchdrnckerei des verein, «K Waifenhaufts in Hanau,

AUtliches Organ für StaR- nn) Fall-Kreis Kanan.

Erscheint täglich Ausnahme bet Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Aeraatworü. Stedaktmer A. Schrecker in HauaW

Nr. 281 ^-rnspr<cha,chls; Nr. 605. Montag Stil 2. Dtzembet ffer»,pr.chansch,utz N». 605. 1907

Amtliches.

Handelsregister

Firma Ph. Mandler & Co.

Der Gesillschafter Kaufmann Fritz Houy zu Hanau ist aus der Gesellschaft auSgeschieden; die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst.

Die Gesellschaft wird zu Hanau unter unveränderter Firma von dem seitherigen weiteren Teilhaber Kauf­mann Philipp Mandler, früher in Frank­furt a. M., setzt in Hanau wohnhaft, als Einzelkauf- mann fortgelührt.

Hanau den 23. November 1907.

Königliches Amtsgericht Abt. 8. 25623

Handelsregister.

Firma Anna Israel.

Unter dieser Firma betreibt die in Hanau wohn­hafte Ehefrau bei Kaufmanns LouiS Israel, Anna geborene Oestreich, zu Hanau ein Handels­geschäft als Einzelkaufmann.

Hanau den 25. November 1907.

Königliches Amtsgericht Abt. 5. 25627

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die städtischen Körperschaften haben unter dem 3. und l6. September d. J. beschlossen, die Fluchtlinien der Straffe Nr. 20, der Schwindefnrtstratze und der Straffe Nr. 24 (zwischen Ehrensâule unb HanauFried­berger Eisenbahn) abzuändern.

Der Abänderungsplan wird vom 8. Dezember d. J. a» 4 Wochen lang im Rathause, Zimmer 21, zu jeder­mann« Einsicht offen gelegt.

Einwendungen gegen den Plan sind während diese- Zeit­raumes schrifilich oder mündlich bat unS anzubringen.

Hanau den 29. November 1907.

Der Magistrat

Dr. GebeschuS. 25629

Bekanntmachung

Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse vom 16. April 1907 t 25. September 1907 , , , 20. Juni 1907 unb 24. Oktober 1907 genehmigte

Aluchtlinienplan für daS Gelände zwischen Kinzig« straffe, Kainstraffe, Vorstadt und Vor der Kinzig- brücke wird gemäß $ 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 3. Dezember d. IS. an 4 Wochen lang im Rathause, Zimmer Nr. 21, während der GeschäftSstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Einwendungen gegen den Plan sind während diese- Zeit­raumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.

Hanau den 29. November 1907.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschu«. 25631

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 23. bi- 29. November 1907:

1 Fabrikarbeiter, 1 Gold- n. Silberarbeiter, 1 HanSbnrsche, 1 Silberschleifer, 1 Schreiner, 1 Spengler, 1 Tagelöhner.

Hanau den 80. November 1907.

Städtische Arbeitsvermiltelnngsstelle. 25625

Städtische Sparkasse.

Wir haben in Hanau-Kesselstadt eine Sammelstelle für Spareinlagen znr.städtischen Sparkasse vom 18. Juli b. I«. ab eingerichtet. Mit der Geschäftsführung ist Herr Gemeindeeinnehmer Benz betraut worden. Die- Wenigen Sparerin Hanau-Kesselstadt,welchevondieser Einrichtung Gebrauch machen wollen, können ihre Einzahlungen gegen Vorlage der Einlagebücher im Amtszimmer des Herrn Benz während seiner Dienststnnden machen. Zu beachten ist, daß in die Einlagebücher Marken im Nennwerte der Einlage eingeklebt werden und die Rückgabe der Bücher alsbald erfolgt.

Neu hinzutretenden Sparern werden von der Sammel­sielle Einlagebücher kostenfrei ausgefertigt.

Hanau den 15. Juli 1907.

Der Barstach, WU

Gefundene unb verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 graues Handtäschchen mit etwas über 2 Mk., 40 Pig. bar, 1 kleines schwarzes Portemonnaie mit einem weißen Rosenkranz, 1 Krankenthermometer, 4 Schirme (8 Damen- und 1 Herrenschirm) in der kaihol. Kirche stehen geblieben, Empfangnahme daselbst, 1 Buch (Gedichte eines Lebendigen).

Verloren: 1 Kneifer mit Futteral, 1 Kinderbrille.

Eingefangen: 1 Fasanenhenne.

Hanau den 2. Dezember 1907.

Politische Rundschau.

Die Laste in Marokko.

Oran, 30. Nov. Bei dem Marabu von Sidi Aissa, zwei Kilometer von Bab-el-Afha, stieß gestern eine französische Abteilung von Fremdenlegionären, TurkoS, Spahis und Artillerie auf etwa 3500 marokkanische Reiter und schlug diese zurück. Die Franzosen hatten bei den Fremdenlegionären zwei Tote und sechs Verwundete.

Paris, 30. Nov. Ein Telegramm des Generals Liauiey bestätigt die schon bekannten Ereignisse am Flusse Kiß und dm Rückzug der Marokkaner. Die französischen Verstärkungen konzentrierten sich bei Bu Djenan unter dem Befehl des Obersten DranlièreS. Die Vorhut ist bereits in Bab el Hassah eingetroffen. Die Marokkaner scheinen sich bei Aghbal konzentrieren zu wollen, wohin sie LebenSmittel und Munition geschafft haben. Die Hafenstädte sind ge­sichert. Am Kiß sind heute vormittag von einem Dampfer Verstärkungen gelandet, und in Oran ist eine Reserve ge­bildet worden.

Lalla-Marnia, 1. Dezbr. Die Zahl der in dem gest­rigen Kampfe in der Nähe deS KißflusseS verwundeten Marokkaner wird auf 500 angegeben; 300 Marokkaner seien gefallen. Neue französische Truppen sind eingetroffen.

PariS, 1. Dezbr. General Drude telegraphiert: Die Niederlage Buchta den Dagdadi« verursachte unter den SchausaS eine gewisse Erregung. Sie halten zahl­reiche Zusammenkünfte ab. Zweihundert Gefangene, die bei dem letzten Zusammenstoß mit Dagdadi gemacht wurden, sind nach Marrakesch gebracht worden.

Oran, 1. Dezbr. General Liautey bereitet die Bil­dung von einzelnen Kolonnen vor, die an der G r e n z e operieren sollen. Die Hauptkolonne, unter dem Befehl deS Oberleutnant- Dranliere soll bei S i d t b u Djenan kon­zentriert werden; die zweite ist bereit- in Udjda auS Truppen der dortigen Garnison gebildet worden; die dritte soll eine fliegende Abteilung werden, die vom Kißflusse bis zum Meere Streifzüge unternimmt. Einstweilen wartet Liautey aber noch die Ankunft von Verstärkungen ab, um die Effektivbestände der Truppen komplettieren zu können.

Paris, 1. Dezbr. General Liautey telegraphiert: Ein neuer Angriff fand nicht statt. Eine Gonmierpatrouille stieß am 80. November in der Trisaeb-Ebene auf Marok­kaner, die sich nach einem kurzen heftigen Feuer flüchteten. Mehrere Dörfer und der Wohnsitz der Marabut Sir Mok- tar Bou Tschieh wurden vernichtet und der Bruder de« Marabut gefangen genommen. Auf französischer Seite waren keine Verluste zu verzeichnen. Einem Gerücht zufolge sollen sich mehrere Niffstämme den Beni-Snassen anschließen.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 30. November.

Am Tische des BundeSratS: v. Bethmann-Hollweg, von Schoen, Dernburg, Frhr. v. Stengel, Kraetke, Dr. Nieberding u. a., später Fürst Bülow.

Vizepräsident Dr. Paasche eröffnet bit Sitzung um 11 Uhr 15 Min.

Der Vertrag mit den Niederlanden über die Unfallver­sicherung wird in dritter Lesung erledigt.

Die EtatSberatung.

(Dritter Tag.)

Abg. Dr. Wiemer (sreis. Vp.): Ich freue mich, daß der Reichskanzler mir solcher Entschiedenheit dem Versuch entgegengetreten ist, im parteipolitischen Interesse Legenden über die ReichStagSauflösung aufkommen zu lassen. (Lärm im Zentrum und bei den Sozialdemokraten). Wenn wir da­mals entschlossen an die Seite der Regierung getreten sind, so haben wir daS deshalb getan, weil sie Front machte gegen Schwarz und Rok (Lärm im Zentrum und bei den Sozialdemokraten) in einer Frage, in der die damalige Mehrheit der Reichstages im Widerspruch stand mit der Auffassung des Volkes. (Lärm deS Zentrums, Lachen der Sozialdemokraten.) Bebel sprach von den paar lumpigen Millionen. Ach nein, Herr Bebel, nicht wegen der Millionen V bis Auflösung erfolgt, sondern wegen der Frage, ob

I "si^ Soldaten, die in Afrika im Kampf« standen gegen den Feind und gegen den Hunger und Durst . . . (Lärm im Zentrum.) Hoffentlich ist daS deutsche Volk energisch genug, den Kampf durchzuhalten. Herr Bebel und seine Freunde appellieren sonst immer an das Volksurteil nnd an die Ent­scheidung der Mehrheit. (Gelächter der Sozialdemokraten.) Wenn aber diese Mehrheit sich bei den Wahlen gegen sie ent­scheidet, dann nennt Herr Bebel diese Mehrheit dumm und behauptet, die Dummen seien immer in der Mehrheit. (Lärm der Sozialdemokraten). Wenn Bebel die Beschäftigung mit dem Block Vergnügen macht, ich will ihn nicht stören. ES ist ein undankbares Geschält, sich den Kopf anderer Leute zu zerbrechen. (Sehr gut I) Auf BebelS Prophezeiungen gebe ich nichts. Er hat sich doch zu oft geirrt. Er meinte, Zentrum und Konservative paßten auch besser zusammen. Bei den letzten Wahlen haben wir aber eigentlich die Er­fahrung gemacht, daß Zentrum und Sozialdemokraten sich sich sehr gut miteinander verstehen. (Beifall beim Block. Lärm deS Zentrums.) Herr Spahn gefällt sich auf einmal in der Rolle des Waisenknaben, der unschuldig verfolgt wird, Seine ganze Rede war so gehalten, als ob er zur Regierung mit Bezug auf sich sagen wollte:DieS Kind, kein Engel ist so rein, soll eurer Huld empfohlen sein. (Heiterkeit.) Er suchte das Zentrum in der schönsten bengalischen Beleuchtung zu zeigen. Haben wir denn vom Februar bis jetzt die 4000 Millionen Schulden gemacht? Diese Schuldenlast ist unter der Verantwortung deS Zentrums entstanden. (Lärm im Zentrum). DaS Zentrum ist schuld daran, wenn der Staats­sekretär hier über daS Defizit jammern mußte. Ebenso papieren wie die Sozialpolitik, ist auch die Finanzpolitik des Zentrums. (Lärm im Zentrum.) Die lex Trimborn ist doch die Hauptursache für unser jetziges Defizit. Wir haben da­mals flehen diese lex gestimmt, vor allem, weil wir nicht eine Stabilität der Politik der Lebensmittelverteuerung wollten. DaS Gesetz ^besteht, und wir ziehen die Konsequenzen, wir treten mit ein für die Witwen- und Waisenversorgung. Die Budgetkommission wird genau prüfen müssen, ob über­haupt neue Steuern notwendig sind. Der Schatzsekretär ver­sucht kaum noch, sein Kind, die Reichsfinanzreform, zu ver­teidigen. Wir werden die neuen Resormoorschlägeabwarten. Für die Heranziehung der vierten Wagenklasse sind wir keinesfalls zu haben. Am besten wäre es, die ganze Fahr­kartensteuer in die Rumpelkammer zu tun. Die Aufbesserung der Beamtenbesoldurm hat ihre Ursache in der Verteurung des LebenSbedarfS. Die Teurung soll man nicht auf die leichte Achsel nehmen. /Sehr war, links.) Gewiß, der Reichstag kann sich der Verpflichtung zur Sanierung der Reichsfinanzen nicht entziehen, aber nicht der Reichstag kann die Vorschläge dazu machen. (Der Reichskanzler betritt den Saal.) Wir sind an sich gegen Monopole, aber eine Reform der Branntweinbesteuerung fordern auch wir, mit Mehv- erträgnissen für das Reich. Die Zigarrenbanderole verur­teilen wir genau so wie Herr Bassermann. Der gestrige Eiser deS Finanzministers war sehr verdächtig. Wir sind und bleiben Gegner einer weiteren Erhöhung der indirekten Steuern, wir wollen direkte Steuern. Gestiefelt und gespornt trat gestern Herr v. Rheinbaben in die Arena. Nun, wir kennen die Gründe der Einzelstaaten, aber wir billigen sie nicht. Vor dem ersten Schritt zur Zerstörung der Selbst­ständigkeit der Einzelstaaten . . . Ach, diese Warnung haben wir von Herrn v. Rheinbaben schon bet der Erbschaftssteuer gehört. Damals sagte er: Niemals! Ein Politiker soll niemalsniemals" sagen. Der Finanzminister sagt: Die Vermögenssteuer ist eine Ergänzungssteuer. Gut, nennen Sie sie, wie Sie wollen, aber führen Sie sie ein! (Sehr gut! links.) Wie steht es mit der Ausdehnung der Erb­schaftssteuer? Meine Freunde find bereit, diese Frage ernst­haft zu erwägen. Wir waren im vorigen Jahre gegen die Ausdehnung auf die Deszendenten und Ehegatten, oder ntc^ grundsätzlich, sondern weil wir nicht Steuern auf Vorrat schaffen wollten.

Der Redner beschäftigt sich mit dem Kolonialetat. Der enorme Betrag für Südwestafrika muß entschieden herabgesetzt werden (der Staatssekretär Dernburg tritt in die Nähe deS Redners) und, wer weiß, daS dicke Ende kommt vielleicht noch nach! Wenn Herr Dernburg eine Reise tut, dann können wir daS bezahlen. (Heiterkeit. Dernburg nickt.) In einem BreSlauer Blatt hieß eS, der Staatssekretär werde durch die Bescheidenheit seine« Nach- tragSetat« als erste Frucht seiner Reise überraschen. (Der Staatssekretär nickt zustimmend.) Ich freue mich, daß er es ausdrücklich noch bestätigt, aber wir wollen den Dernburg nicht vor dem Nachtragsetat loben. (Heiterkeit) Ein war- nendeS Beispiel ist die Landungsbrücke in Swakopmund. Bet der Marine werden wir alles bewilligen, wa» erforder­lich ist, die Flotte technisch auf der Höhe zu halten. Für meine Freunde hat stet« daS Wort gegolten: Die beste Waffe für das Landheer und das beste Schiff für die Flotte, und wir müssen auch die finanzielle Konsequenz ziehen, mag unS Herr Bebel auch unzurechnungsfähig nennen. (Heiterkeit.) Freilich, daS Flottengesetz wird sehr sorgfältig geprüft werden, der Beweis wird geführt werden müssen, daß die Lebens­dauer der Schiffe herabgesetzt werden müssen. In der Be­gründung der Vorlage und der vorgestrigen Rede bei Herrn v. Tirvitz ist der Beweis noch nicht geliefert. Aber metue Freunds und nicht zuletzt diejenigen, die mit einer